Der Provider hat die Zugriffssperre wieder aufgehoben - Grund war eine DDoS-Attacke auf 4chan
Durch die Blogs geht seit Sonntagnachmittag einen Raunen, seit durchgesickert ist, dass US-Provider AT&T den Zugriff auf Teile des Imageboards 4chan für DSL-Kunden in Südkalifornien blockiert hat. Techcrunch meinte "das wird hässlich" und Mashable schrieb, dass AT&T das Online-Äquivalent dafür gefunden habe, mit einem Ast auf einen Bienenstock einzuschlagen. Die Sperre wurde mittlerweile aufgehoben.
Nichts mit Inhalt zu tun
AT&T hat nun ein Statement folgen lassen, das den Grund für die Sperre erklärt. Demnach habe ein AT&T-Kunde eine DDoS-Attacke gemeldet, die von einer IP-Adresse aus dem Umfeld von img.4chan.org ausgegangen sei. Der Provider habe daraufhin vorübergehend den Zugriff blockiert, um herauszufinden, ob weitere Kunden betroffen seien. Mit den Inhalten auf 4chan habe das nichts zu tun, zitiert Mashable. AT&T habe später herausgefunden, dass die DoS-Attacke keine längere Bedrohung für seine Kunden darstelle und die Blockade wieder aufgehoben.
Kritik an AT&T-Vorgehen
4chan-Gründer Moot bestätigt in einem Blog-Eintrag die DDoS-Attacke. Die Seite befinde sich bereits seit drei Wochen unter Beschuss. Man habe die Attacke in einer Art und Weise ausfiltern können, die für den Endnutzer mehr oder weniger transparent gewesen sei. Einige Nutzer hätten jedoch fehlgeleiteten Traffic erhalten, darunter auch mehrere AT&T-Kunden. AT&T habe daraufhin sämtlichen Traffic von und zu IPs von img.4chan.org für das gesamte Netzwerke ausgefiltert, anstatt nur für die betroffenen Kunden, so Moot. Der Foren-Gründer kritisiert den Provider für den Umgang mit dem Problem. Man habe sich bei AT&T keine Gedanken über die Konsequenzen gemacht.
Böse Gerüchte
Die User von 4chan gelten als die Enfants terribles der Webszene und sind für zahlreiche Hacks, aber auch Webphänomene wie Lolcats verantwortlich. Prompt setzten die 4chan-Schelme das Gerücht in die Webwelt, dass AT&T-CEO Randall Stephenson verstorben wäre. AT&T mag das Missverständnis zwar aufgeklärt haben, ob damit die aufgebrachten User besänftigt sind, wird sich aber noch zeigen. Immerhin wurde bereits eine Umfrage gestartet, ob man sich an AT&T rächen sollte. (br)