Gewerkschaft blockt BZÖ-Forderung nach Gratis-Nachhilfe in Ferien ab

27. Juli 2009, 15:01

"Kontraproduktiv" - Bildungsministerium verweist auf neues Lehrerdienstrecht

Wien - Sie kommt alle Jahre wieder: Die BZÖ-Forderung nach kostenloser Nachhilfe in den Ferien für Schüler mit Wiederholungsprüfung. Und auch heuer ist BZÖ-Bildungssprecherin Ursula Haubner damit bei der Gewerkschaft wieder auf Ablehnung gestoßen. Der Vorsitzende der Lehrergewerkschaft, Walter Riegler, nannte Haubners Wunsch am Montag gegenüber der APA "kontraproduktiv", im Bildungsministerium wird auf das ab Herbst zu verhandelnde neue Lehrerdienstrecht verwiesen.

Konkret will Haubner, dass Lehrer ihren Schülern in den letzten drei Ferienwochen Gratis-Nachhilfeunterricht anbieten, wodurch "mit Sicherheit mehr Schüler in die nächste Klasse aufsteigen" könnten. Lehrer hätten sich zwar ihren Sommerurlaub verdient. "Aber drei Wochen vor Schulbeginn einige Stunden kostenlose Nachhilfe zu erteilen ist zumutbar und schließlich bekommen die Lehrer die unterrichtsfreien Monate auch voll bezahlt", betonte die BZÖ-Bildungssprecherin, die auf die finanzielle Belastung von Eltern mit 150 Millionen Euro Nachhilfekosten pro Jahr verwies.

Zusätzliche Nachhilfe-Lehrer vorstellbar

Riegler sieht mit der Arbeitszeit von 1.800 Stunden pro Jahr von den Lehrern "das erbracht, was die Gemeinschaft von uns fordern kann". Schließlich müssten sich Lehrer in den Ferien fortbilden und auf das nächste Schuljahr vorbereiten und sollten sich auch erholen. "Wir wollen während der Schulzeit ausgeruhte Lehrer, nicht solche, die vielleicht mehr verdienen aber abgerackert ins neue Jahr kommen", sagte Riegler. Vorstellbar wäre für ihn allerdings, dass - wie derzeit in Deutschland diskutiert - zusätzliche Lehrer für Nachhilfe in den Ferien engagiert werden.

Der Sprecher von Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) betonte zwar im Gespräch mit der APA, dass eine Reduzierung der Nachhilfekosten für Eltern "ein sinnvoller Zugang" sei. Die konkrete Umsetzung sei jedoch "eine Frage der Lehrer-Arbeitszeit, wo man nicht Einzelvorschläge diskutieren sollte". Außerdem werde mit der "Tagesbetreuung Neu" ab kommendem Schuljahr eine Maßnahme zur Verringerung des Nachhilfebedarfs gestartet. (APA)

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25 Postings
Mario Ahner
40
29.7.2009, 14:59

Es wird nirgends mehr gelogen als auf der Kanzel und in der Lehrergewerkschaft.

Michael K77
00
29.7.2009, 23:08
Gott sei Dank gibt es den Ahner,

den Bringer des Lichts der Wahrheit, den Weltweisen und unbestechlichen Mahner.

manfred ortner
02
29.7.2009, 08:09
Bester Bildungsreformansatz im Sinne von "Qualitätssteigerung"!


Lehrer mit Wiederholungsprüfungskandidaten müssen drei Wochen früher parat stehen?!

Wie schnell würde sich doch die Zahl der Fünfer reduzieren!

PS: Wie tränenerregend bejammern vor allem die Boulevardmedien die Kosten für den Nachhilfeunterricht. Da verlangen doch manche Kollegen doch € 20,-- bis € 25,-- für eine Stunde!!!

Interessanterweise werden die Kosten für handwerkliche Tätigkeiten (Autoservice, Installations-, Maurer-, Tischler-, Fliesenlegerarbeiten...), auch auf der "Pfuscherebene", ohne großartiges Murren zur Kenntnis genommen.

wunder wuzi
 
00

wow - ich gebe ab heute nachhilfe. denn als lehrer verdiene ich grad mal 9,53 € pro stunde!!!!!!!

Michael K77
02
28.7.2009, 15:38
Also, ich finde, man hätte sich von der Gewerkschaft doch ein

fröhliches "Ja, bitte" erwarten dürfen. Schließlich hat die Lehrergewerkschaft ja die moralische Verpflichtung, ihre Mitglieder keinesfalls zu vertreten und jede Verschlechterung freudig zu unterstützen.

Das unterscheidet sie von Ärzte- und Apotherkerkammer, dem BSA und anderen altruistischen Vereinen.

Kasperltheater.

charly K.
05
28.7.2009, 13:11
Nachhilfe

Welche Partei sollte mehr Experten in ihren Reihen haben, die die Folgen von nicht erhaltener Nachhilfe einschätzen können als das BZÖ (evt. auch noch FPÖ)?

sam duke
00
28.7.2009, 13:10
als ich anfing, mit 10600 schillingen

da hat mich niemand beneidet und auch in der freizeit hatte ich meine selige ruhe vor den minderleistern, die sich gerade noch einen computer leisten können.

Ouro Prêto
43
28.7.2009, 09:48
Lehrer bekommen die unterrichtsfreien Monate auch voll bezahlt

jedesmal zum aufregen, wenn man sich das ins Bewußtsein ruft und sie dann auch noch laut wieder irgendwas fordern oder sogar mit Streiks drohen...

zum Speiben

Michael K77
04
28.7.2009, 10:07
Speiben Sie ruhig,

die Sommermonate sind aus dem Gehalt schon immer herausgerechnet worden. Die Auszahlung erfolgt halt in 12 Tranchen.

@e22: Ob Sie's glauben oder nicht, die 1800 Stunden für Pflichtschullehrer sind in einer ordentlich gemachten Arbeitszeitstudie erhoben und vom zuständigen Staatssekretariat für den ÖD (damals unter der lieben Susanne Riess-Passer), sowie dem BMUK (unter Gehrer) akzeptiert worden. Beide Ressortverantwortliche waren alles andere als Lehrer-Freunde.

Man kann natürlich jeden Schmarren mehrmals aufkochen (wie das BZÖ die d*mmliche Idee mit der "Gratis"-Nachhilfe), besser wird dadurch aber nichts.

Ouro Prêto
00
28.7.2009, 15:39
na jetzt haben Sie sich aber enttarnt

"...in einer ordentlich gemachten Arbeitszeitstudie..."

und dabei energisch mit dem Fuß aufstampfen...

Michael K77
00
28.7.2009, 17:58
Oh je, ich habe mich enttarnt!

Bin ich jetzt doch nicht Clark Kent, sondern wirklich...

Ouro Prêto
20
30.7.2009, 10:14
a Kasperl

mit fetten Lehrerpriviliegen ausgestattet und unzufrieden

Michael K77
00
30.7.2009, 14:31
Bis jetzt habe ich immer geglaubt, der Kasperl

sei weder fett noch Lehrer.

(Ich bin übrigens auch nicht fett. Was Ihr verzichtbares Posting betrifft: Ich beantworte gerne alle Fragen, wenn sie so formuliert werden, dass ich sachlich antworten kann.)

e22
32
27.7.2009, 23:46
1800 Stunden

Dieser ewig von Riegler wiedergegebene 1800 Stunden Schmäh.

Wie soll das jemals gehen.
Lehrer unterrichten etwa 40 Wochen ->
d.h. sie arbeiten 45 Stunden pro Woche.

Wenn man noch die Pausen hinzurechnet, müssten die Lehrer von 8 bis 18:00 in der Klasse stehen.


Bruhaha - wers glaubt !
So werden die Lehrer niemals ernst genommen.

Sche
00
29.7.2009, 09:12
Wie kann einer allein...

...nur so schwer von Begriff sein.

Arbeitszeit ist nicht gleich Unterrichtszeit. Dem denkenden Mensch müsste der Unterschied ersichtlich sein.

orangenpresse
 
00
27.7.2009, 22:34
www.bmukk.gv.at/medienpoo... 9schug.pdf

Im Schulunterrichtsgesetz ist das Frühwarnsystem für gefährdete Schülerinnen enthalten. LehrerInnen sind verpflichtet die Erziehungsberechtigten von den mangelnden Leistungen ihrer Sprösslinge schriftlich zu verständigen. Danach sind Maßnahmen zu setzten die den positiven Abschluss ermöglichen. An unserer Schule wird dazu auch KOSTENLOSER! Förderunterricht angeboten. Dieser muss aber auch angenommen werden, und wenn sich die Eltern auch ein bissl um ihre Schulkinder mühen würden und nicht glauben alles,auch den Erfolg ihrer Kinder, für Geld zu bekommen, wärs ja fein. Es braucht auch ein wenig Liebe. Und wenn dann noch alle Kinderleins in der richtigen Schulform wären, dann gäbs auch weniger Fünfer. So einfach ist das.Lernt's lesen BZÖler.

Doper
04
27.7.2009, 19:38
Wenn man für seine 5er-Kandidaten selber Feriennachhilfe anbieten muss,

gibt man keine 5er mehr.
Wenn es ein unsympatischer Kollege erledigen darf, werden es entsprechend mehr 5er.
Jedes System wird mit der Zeit am "optimalsten" ausgenutzt.

locken
00
27.7.2009, 19:36
Körberlgeld für die Lehrer in den langen Ferien !!

Freigeist
00
27.7.2009, 19:52
körberlgeld bei gratis?

glaubst du die eltern werden spenden?

We all went down to new orleans For Bales, For...
00
27.7.2009, 19:28

Doubtful ob es bei dem Lehrerdienstrecht zu irgendwelchen Veränderungen kommt.
E(rwin) P(röll) O(onkel) hat bereits klar gemacht, dass das Lehrerdienstrecht Ländersache ist. Und damit das alle kapieren wurde sein Untergebener Spindelegger, der zufällig auch Minister ist, ÖABB Chef.
Durch diese Maßnahme ist die liebe Claudia de facto entmündigt worden, da alle Beschlüsse im Ministerrat einstimmig erfolgen müssen. Wenn sich nun ÖAAB/GÖD und Schmied wieder einmal in den Haaren liegen, hat deren Vorsitzender (Minister) Spindelegger ein Vetorecht.
Die Moral der Geschichte, ohne EPO geht nichts!

sam duke
00
27.7.2009, 19:01
das traurige an den politäußerungen ist

dass sie getätigt werden, ohne auch nur einmal über die praktischen umsetzungen nachzudenken.

welche lehrerInnen sollen nachhilfe geben? die, die die 5-er geben?

something in the air
11
27.7.2009, 18:09
viel nachhilfe = pädagogisches armutszeugnis

aber irgendwo müssen die lehrerInnen sich ihr transchelgeld wohl dazuverdienen.

Sche
22
27.7.2009, 18:21
*gähn*

"...schließlich bekommen die Lehrer die unterrichtsfreien Monate auch voll bezahlt"

Dem ist eben NICHT so. Vielleicht nimmt das auch einmal das BZÖ zur Kenntnis. Dann hätte man vielleicht sogar den Eindruck, das BZÖ wüsste, wovon es spricht.

Graf Bobby
00
28.7.2009, 10:18

Um weiviel bekommen Lehrer weniger als gleichqualifizierter im Verwaltungsdienst? 20%? Sicher nicht....

Doper
00
28.7.2009, 11:57
ca. 16%

ungefähr 1/6 bzw. 2/12.
Was etwa den über 5 Urlaubswochen hinausgehenden unterrichtsfreien Zeiten entspricht.
siehe und vergleiche :
http://www.goed.at/files/877... 9-allg.pdf

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