Urteile

Meinl Bank muss MEL-Anleger entschädigen

27. Juli 2009, 17:32
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Anleger hatten Kaufverträge wegen Irrtums angefochten, die Meinl Bank will gegen die Urteile berufen

Wien - Drei Privatanleger haben gegen die Meinl Bank ein Urteil erwirkt, wonach die Bank den Klägern den Kaufpreis für ihre Meinl-European-Land-Papiere zurückzahlen muss. In dem Verfahren ging es - wie in anderen Verfahren bisher auch - um die Werbung für MEL-Zertifikate, die als "irreführend" dargestellt wird. Gekauft haben die Kläger ihre MEL-Papiere bei konzessionierten Wertpapierdienstleistern. Dass die Meinl Bank für die Aussagen im Werbeprospekt haften muss, hat nun das Handelsgericht Wien und das Bezirksgericht für Handelssachen in Wien in erster Instanz entschieden. Die Bank wird berufen.

Der Anwalt der Anleger, Michael Poduschka, vertritt nach eigenen Angaben rund 150 MEL-Geschädigte; insgesamt gehe es um mehrere Millionen Euro. Weitere Verhandlungen werde es im Herbst geben. Viele der MEL-Geschädigten seien vorher reine Sparbuch-Sparer gewesen, die sich auf die Werbeprospekte für MEL (heute Atrium) verlassen hätten, so Poduschka. Laut Urteil hätten die Anleger keine MEL-Papiere gekauft, wenn sie gewusst hätten, dass ein Totalverlust möglich sei.

Interessant sei, so Poduschka, dass die Gerichte kleingedruckte Hinweise auf dem Kapitalmarktprospekt, die der generellen Werbelinie für MEL durch die Bank widersprechen, als rechtlich unerheblich angesehen hätten.

Fall für Beraterhaftung

Die Meinl Bank argumentiert, dass die Gerichte zwar Beratungsmängel der betreffenden Anlageberater festgestellt, dieses Fehlverhalten aber bei ihren Urteilen zu Unrecht nicht gewertet hätten. In dem Urteils heißt es, dass die Bank sich nicht darauf verlassen könne, dass freie Berater irreführende Aussagen in den Prospekten gegenüber Endkunden richtigstellen.

Der MEL-Werbeprospekt sei eigentlich MEL zuzurechnen und nicht der Bank, sagt ein Bank-Sprecher. Dass die Bank für die Verluste der MEL-Anleger haften soll, sei nicht nachvollziehbar. "Es ist die Aufgabe eines Anlageberaters, auf das Risiko hinzuweisen", sagt ein Bank-Sprecher und verweist auf die Beraterhaftung. Die Meinl Bank - eigentlich "Meinl Success" - habe Anlageberater darauf hingewiesen, MEL-Zertifikate nur an Anleger mit dem Bereitschaft zu "hohem Risiko" zu verkaufen. (bpf, DER STANDARD, Printausgabe, 28.7.2009)

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Posting 1 bis 25 von 195
1 2 3 4 5
Captain Absolute
01
Baha sollte auch mit seinen Werbebotschaften aufpassen...


http://preview.tinyurl.com/n5r7bc

Diese Werbeschaltung ist schon an der Grenze des Zulässigen! Die historische Darstellung der Wertentwicklung inkludiert ausgerechnet Feber 2009, den bisher letzten positiven Monat für alle Produkte im Programm. Ansonsten gibt es kein einziges Wort über 2009, wo in 6 Monaten der erfreuliche Wertzuwachs des ganzen Jahres 2008 ausradiert wurde.

Ceeit
00
29.7.2009, 13:13
Die Bank Austria ist als nächstes dran!

www.bankaustria-primeo-skandal.com

immogeschaedigte.wordpress.com
 
00
28.7.2009, 14:56
Rückblickend weiß man immer alles besser...

Irreführend scheint einiges gewesen zu sein: Die Angaben über die Sicherheit der Veranlagung und auch die Verknüpfung Meinl/MEL, die jetzt dementiert wird.
Rückblickend muß ich schon sagen, der komische TV-Spot hätte uns schon nachdenklich machen können. Denn der paßte sogar nicht zu Meinl, wie vieles andere auch. Aber im Nachhinein...
http://immogeschaedigte.wordpress.com/

Gerhard Schwarz
 
02
28.7.2009, 23:41

Zu keinem Zeitpunkt gab es ein (ohnehin nicht durchsetzbares) Denkverbot. Geld arbeitet nicht.

derStandardmeint
00
28.7.2009, 13:52
Marketing-Experte spricht.

Oft sind es sehr kleine Details in Wording, Formatierung, und Platzierung von Werbeinhalten, die eine Werbung fair oder irreführend werden lassen.
Ein Anbieter, der die breite Öffentlichkeit für den Geschäftserfolg anzapfen wollte, hat die Grenzen der Fairness wohl überschritten, im Nachhinein ist ein Urteil aber wohl immer schwierig, bzw. die Werbebotschaft im Rahmen von Gesetzen kaum zu erfassen.

Beispiel: wenn die Käufer AKTIV einen Satz der Art "Ich weiß, dass Totalverlust bzw. schwere Einbußen möglich sind" ankreuzen (bejahen) hätten müssen, wäre die ganze Verkaufsaktion wohl gescheitert.

onlooker
00
28.7.2009, 16:07
stimmt so nicht, sollte das kleingedruckte nicht mit

dem konsumentenschutz übereinstimmt,
können sich die firmen brausen gehen.
sie können schon verträge unterschreiben,
zb. arbeitsverträge, wenn sie den job haben wollen, müssen sie unterschreiben,
letztendlich wird aber das gericht gegen den unternehmer entscheiden, da es meist gegen die guten sitten verstösst.
viele arbeitnehmer wissen nicht, wie sie zu ihrem recht kommen, und die ak spielt manchesmal eine nicht sehr informative rolle,
man muss nur hartnäckig sein, und die AK erkämpft
viel geld für die arbeitnehmer und konsumenten,
nicht nachlassen. mfg

smartAss
 
00
28.7.2009, 14:21
es gibt aber investments ...

.. bei denen man beim berater GENAU SO ETWAS unterscheiben muss.
ich finde nicht, dass ein urteil da schwierig ist ...

Dr. Seltsam
 
02
28.7.2009, 13:41

Ein gutes Urteil für den Kunden. Wenn Werbung und Realität so weit auseinander liegen, muss der Anbieter zur Verantwortung gezogen werden.

roundabout
01
28.7.2009, 13:21
Meinl

war für mich immer ein Kaffeesieder und Gemischtwarenhändler, aber beleibe kein Finanzinstitut. Bei einer Billabank würde ich auch keinen Cent anlegen.

roundabout
02
28.7.2009, 13:09
Die Gauner

sollen blechen.

t.francis
 
00
28.7.2009, 12:52

wie grasser unser volk abzockzte.....
jetzt bei der steuerspekulation wieder das_selbe,wer kann diesem "menschen noch vertrauen"?. :(

EinWenigMehrZentral
01
28.7.2009, 12:50
ein "normaler" mensch bekommt bei all diesen MEL firmenkonstrukten

angst, jemals wieder irgendwo einen vertrag zu unterschreiben ......

seit man von diesen firmen lesen muss oder in den nachrichten darüber berichtet wird gehts nur darum, dass irgendetwas geheimnisvolles hinter allem stecken muss ......

wer solche konstruktionen wählt zeigt schon dadurch sein wahres gesicht.

auch wenn ich viel geld hätte, ich würde es lieber armen menschen spenden als diesen herrschaften in den rachen schmeissen......

skkh
85
28.7.2009, 10:33
MEL war zweifelsohne ein abzocker-papier

viele (selber ahnungslose) finanzkeiler haben damit geld verdient und ahnungslosen leute schrott verkauft. die werbung von MEL war jenseits von gut und böse (sicher wie ein sparbuch).

trotzdem finde ich es falsch jetzt die meinlbank heranzuziehen die rein von der firmenkonstruktion nichts mit MEL zu tun hat. der eine oder andere mag das vielleicht gerecht finden, für mich ist das gegen jede rechtssicherheit und justiz willkür.

richtig wäre hier der weg über die beraterhaftung, es kann eben nicht jeder gescheiterte reifenhändler finanzexperte sein!

Dr. Seltsam
 
04
28.7.2009, 13:36

Der einzige Begünstigte aus MEL, MIP und MAI war die Meinl Bank. Daher ist es klar, dass sie zur KAse gebeten wird.

Es wurde ja auch ganz große mit dem Namen Meinl und der Reputation der Bank geworben.

hp12c
20
28.7.2009, 12:53
kein abzocker papier - aber mies

Hallo,

also ich selbst war und bin in viele Sachen investiert - unter anderem MEL. Meine halbe Familie ebenso.

Ich selbst habe einen Uni Abschluss - der mich auf Anlagen und Co spezialisiert hat...

Erstens: Wer sich in der "Finanzkeilerei" auskennt, weiß, dass man mit Kapitalanlagen nicht soooo viel verdient, wie mit allem anderen was sie anzubieten haben.

Zweitens: Die MEL war und Atrium ist sicherlich kein "Schrott"... Wenn man sich die Finanzdaten des Unternehmens anschaut, und nur ein wenig Ahnung hat, dann weiß mann, dass das Unternehmen extremes Potential hat.

Drittens: Ja die Werbung war sicherlich irreführend...

Viertens: Der Informationsfluss von Mel und Meinl zu den Anlegern und somit Eigentümern war nicht gesetzeskonform...

skkh
00
28.7.2009, 13:00
ich stimme ihnen teilweise zu

das geschäftsmodell war sicher kein schrott und hat auch potential.
die konstruktion mit den zertifikaten und die verbreitung als massenpapier machen das ganze aber gefährlich (hausmeistereffekt)

Kellogg
02
28.7.2009, 12:26
Vor dem Fünfer liegt ein schwerer Weg.

Wenn es nun ein Abzockerpapier war, warum ging das aus keinen, an unbedarfte Fernsehschauer gerichteten, öffentlichen Verkündungen des Meinl-Apparats deutlich hervor?

Von der "Firmenkonstruktion" her hatte die Meinl Bank ALLES mit MEL (und Meinl Success, der Vertriebstochter für ihre Aktien) zu tun. Die Gesellschaft ("MERE") die einen absolut allmächtigen Managementvertrag mit MEL hatte, war, wie Meinl Success auch, vollständig in Meinl Bank-Besitz.

Berater, die falsch gehandelt haben, wurden schon, und werden noch, zur Verantwortung gezogen.

Der jetzt abgehandelte Aspekt ist ja nur einer von mehreren. Hinzu kommen z.B. auch die illegalen und heimlichen Anteilsrückkäufe im 2007, wider ausdrückliches Abraten des Jersey Anwalts.

ta tü
00
28.7.2009, 12:15

moment mal! zum rechtssicherheit: die juristerei ist immer auch abwägungssache und muss selbstverständlich auch auf den ursprung von betrügereien vorstoßen. ich bin auch dafür, dass die berater ihr fett abkriegen. die verdrehen einen ja alles, wofür sie provisionen kriegen. und das nicht erst seit mel. aber nur, weil ein paar superreiche flöttlfreunde meinen, sie können sich mit "raffinierten" firmenkonstruktionen weiter gesundverdienen und ungestraft davonkommen... also so nicht.

matjes
01
28.7.2009, 12:14
Dann sehen Sie sich bitte einmal

den Wert der Meinl Bank VOR und NACH Einführung dieses Produktes an. Um diese engen Verstrickungen geht es ja letztendlich, Anklageschriften stützen sich darauf, dass Entscheidungen im Bankenhaus in Wien und nicht bei MEL auf Jersey getroffen wurden.

fyi1
00
28.7.2009, 11:56
Idee und Umsetzung

stammt wohl aus dem Hause Meinl , sicher gibst eine Unschärfe bei der Ausführung ( der Glücksfall mit der Krise verschleiert sicher das Konstrukt ) , aber wie wollten die jemals Geld verdienen ??? Die sicherste Art Geld auf Kosten der Anleger zu verdienen ist ja durchgeführt worden .....und noch etwas optimiert ....

Hans Müller1
 
00
28.7.2009, 11:53
Das Firmenkonstrukt ist doch egal solange bewiesen ist

dass die Meinl-Bank bei MEL beherrschend war

skip it
011
28.7.2009, 11:25
ich kenne die urteil-details nicht...

...sie sollten jedoch bedenken, dass die verwendung des namens MEINL in "MEL" eben genau jene verbindung zu der damals noch als hochserioes angesehenen bank nahelegte und auch nahelegen SOLLTE.

sich jetzt darauf zu berufen, dass da ueberhaupt keine verbindung bestand, wuerde mir, so ich denn richter waere, eigentlich noch ein zusatzargument fuer ein urteil in richtung "irrefuehrung" oder "taeuschung" liefern.

Nestor1979
11
28.7.2009, 10:19
Meinl hat sehr viele Freunde.

Ob die Gerichtsurteile halten werden ist fraglich.

Hans Müller1
 
05
28.7.2009, 10:41
Tatsächlich ist Meinl weder der schwarzen noch der roten

Reichshälfte zuzurechnen und deshalb besteht hier (Gott sei Dank) zumindest die Chance dass etwas passiert

Nestor1979
10
28.7.2009, 13:07
Ihr Wort in Gottes Gehörgang!

Der Meinl hat sogar blaue Freunde!

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