Mozilla und Google: Paar mit Beziehungsproblemen

riegler, 27. Juli 2009, 12:55

Mozilla ist aus Googles Nachbarschaft weggezogen, aber könnte es auch ohne das Geld des Internetgiganten überleben?

Seit der Veröffentlichung von Googles Browser Chrome im vergangenen Herbst, hat sich die enge Beziehung zwischen dem Suchmaschinenprimus und Mozilla verkompliziert. Ein erheblicher Teil von Mozillas Einkünften stammt von Google, das als Gegenleistung die Standard-Suchmaschine in Firefox ist. Bereits zum Release von Chrome wurde gemunkelt, dass Google aufgrund der neuen Rivalität den Deal mit Mozilla aufkündigen könnte. Bislang hat sich derartiges noch nicht abgezeichnet. Im Gegenteil, Google hat den Deal vor kurzem bis 2011 verlängert. Doch Mozilla beginnt sich nun stärker von Google zu emanzipieren.

"Mit Google konkurrieren ist ermüdend"

Mozilla hat sein Headquarter vor kurzem aus Googles Nachbarschaft ans andere Ende von Mountain View in Kalifornien umgesiedelt. Grund dafür sei hauptsächlich einer erhöhter Platzbedarf, doch es sei schwer den Schritt nicht auch symbolisch aufzufassen, meint Miguel Helft von der New York Times. Mozilla habe zwar gelernt, mit Microsoft und Apple zu leben, Google sei aber ein weiterer Gigant mit dem zu konkurrieren ermüdend sei, so John Lilly, der den Posten des CEO im vergangenen Jahr von Mitchell Baker übernommen hatte. Vor Chrome sei es einfacher gewesen.

Erfolgreichstes Open-Source-Produkt

Mit dem Release von Firefox war der damals etwas eingerostete Browser-Markt wieder wachgerüttelt worden und zu neuen Innovationen angespornt. Die Marktanteile des Browsers nehmen laufend zu und für viele Experten ist es nur eine Frage der Zeit, bis Firefox Microsofts Internet Explorer endgültig überholt hat. Mit etwa 300 Millionen Usern sei Firefox nicht nur das erfolgreichste Consumer-Open-Source-Produkt, sondern eines der erfolgreichsten Programme überhaupt, so Helft.

Mozilla muss sich beweisen

Der Erfolg von Firefox baut vor allem auf dem umfangreichen Add-On-System und der starken Entwickler-Community auf. NYT-Autor Helft beschreibt die Geschichte von Mozilla als ein "strahlendes Beispiel für das Potential von Open-Source-Software, die jeder modifizieren und verbessern kann". Der Aufstieg des Unternehmens sei eine der ungewöhnlichsten Erfolgsgeschichten von Silicon Valley. Mozilla habe der Welt einfach gezeigt, dass Browser wichtig seien. Mittlerweile bestehe die Herausforderung jedoch darin, zu zeigen, dass Mozilla selbst noch wichtig sei.

Wettbewerb wird härter

Mit dem Release der neuesten Generationen von Apples Safari, Microsofts Internet Explorer und Googles Chrome sei der Kampf um die Gunst der User wieder härter geworden. Die drei Konzerne verfügen über wesentlich mehr Kapital, um die Entwicklung ihrer Browser voranzutreiben. Mozilla kann allerdings wie erwähnt auf eine große Community zurückgreifen, die sich unentgeltlich in die Verbesserung des Browsers einbringt. Bislang sieht es nicht danach aus, dass Firefox Marktanteile an Chrome abgeben muss. Laut Net Applications weist Chrome einen weltweiten Marktanteil von unter 2 Prozent auf, während Firefox auf über 22 Prozent gestiegen ist und Microsofts Internet Explorer kontinuierlich verliert und derzeit bei 66 Prozent liegt.

Es ginge auch ohne Google-Geld

Bei Mozilla habe man wenig Bedenken, dass Google sein Kapital abziehen könnte. Und laut dem NTY-Bericht sei man bei dem Unternehmen auch zuversichtlich, einen ähnlichen Deal mit einem anderen Konzern abschließen zu können, sollte sich Google tatsächlich zurückziehen. Um weiterhin erfolgreich zu bleiben, müsse Mozilla auch weiterhin innovativer als die Konkurrenz sein. Generell ist man sich bei Mozilla aber offenbar einig, dass ein stärkerer Wettbewerb auch die Innovationskraft antreibe. (red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 30
1 2
Primetime
30
28.7.2009, 09:10

Warum wurde Microsoft von der EU verklagt, weil sie IE zu Windows mitlieferten, während Google die Standardsuchmaschine ist..
Ist das nicht etwa das selbe?

gustl
 
00
Der Unterschied ist die illegale Nutzung einer Monopolstellung

Microsoft hat ein Monopol bei Desktopbetriebssystemen, das sie benutzt haben um im Browsermarkt ebenfalls ein Monopol zu errichten.

Genau das ist illegal.

Microsoft darf ein Monopol bei Desktopbetriebssystemen haben, das ist nicht illegal.
Und Microsoft darf einen Browser vertreiben, auch gratis, das ist ebenfalls nicht illegal.

Aber sie dürfen zur Steigerung der Browsermarktanteile nicht ihre Marktmacht bei Desktopbetriebssystemen benutzen. Deshalb sind sie Verurteilt worden, den IE nicht mit Windows gemeinsam ausliefern zu dürfen.

Radiolar
01
28.7.2009, 21:19
Falsch !

MS wurde verklagt, weil NUR der IE mit Windows mitgeliefert wurde. Im Firefox wird auch Yahoo angeboten; ausserdem ist FF kostenlos.

holzi747
 
00
28.7.2009, 09:18

Ist Google die Standardsuchmaschine beim Marktführer, also beim Internet Explorer? Ich nehme einmal an nicht, deshalb erübrigt sich diese Frage.

Primetime
00
28.7.2009, 10:44

In Deutschland ist er schon fast Marktführer.

http://www.earthtimes.org/articles/... rmany.html

Also dieses Argument würde bald nicht mehr stimmen.

leaping frog
01
28.7.2009, 15:27
Marktführerschaft ist falsch formuliert

IE hatte ein quasi-monopol. und MS hat alles daran gesetzt alle anderen browsern auszuschliessen.

firefox ist mit keinem betriebssystem "verschweist".

marktführerschaft durch reine innovation wird nicht von der eu-bestraft.

der misbrauch diese sehr wohl.

vnikey
 
01
28.7.2009, 08:00

Möge Mozilla (von Goggle) unabhängig bleiben.
bitte, bitte, bitte!!

.oP1uM
02
28.7.2009, 09:09
fast 90% der einnahmen

von mozilla stammen von google.

Leech
13
28.7.2009, 08:29
was heisst: unabhängig bleiben?

Die sind ja jetzt schon nicht unabhängig von google....

Steht ja oben...

Marten Vanderveen
 
80
28.7.2009, 01:55
Sobald Chrome Add-ons vernünftig beherrscht ...

... kann mich der Firefox kreuzweise. Chrome ist viel schneller, durchdachter und intuitiver.

FalscherProphet
01
Ich würde allerdings den Iron empfehlen,

wenn's schon (aus welchem Grunde auch immer) nicht der FF sein darf.
Der überträgt keine Daten an Google (usw.):
http://www.srware.net/software_... s_iron.php

aceFruchtsaft
04
28.7.2009, 09:14

Ziemlich primitive Ausdrucksweise, wenn man bedenkt, dass dich keiner zwingt FF zu verwenden, dass es gratis ist, dass es OSS ist und dass sehr viele Menschen dort teilweise unentgeltlich ihre Arbeit reinstecken (z.B. Addons).

Verwend's halt nicht.

Jerry Garcia
 
14
28.7.2009, 09:14
Und speichert alle deine Schritte

genau wie jede Google- Suche gespeichert wird.

xv22
00
28.7.2009, 12:09

Ah, und wenn man Firefox benutzt, wird die Google-Suche nicht von Google gespeichert? Bitte kurz nachdenken!

Jerry Garcia
 
02
28.7.2009, 13:48
Die Suche schon

aber nicht alle vorher besuchten Webseiten.

Und ev. mehr.
Habe mal auf einen Windows-PC Google Desktop Search benutzt. Das Ding war sogar in der Lage verschlüsselte Passwortdateien auszulesen. Und hätte alle 5Min nach Hause telefoniert, wenn ich das nicht durch eine Firewall unterbunden hätte.

Primetime
13
28.7.2009, 09:12

und deine Daten werden automatisch an Google gesendet.....
Tolle Sache

xv22
00
28.7.2009, 12:10

OOh... Was für Daten werden an Google gesendet, die es nicht sowieso schon hat? Geheime Intranet-Webseiten? Deine Suchbegriffe, die du sowieso an Google schickst? Geheime Daten sollte man sowieso verschlüsseln...

FalscherProphet
00
Ist in der Datenschutz-Liste nachzulesen:

http://www.srware.net/software_... s_iron.php

erdbär
02
27.7.2009, 21:53

Was auf dem Bild zu sehen ist, ist ein Katzenbär. Fälschlicherweise wurde die chinesische Bezeichnung für das Tier im Englischen mit "Firefox" übersetzt. Tatsächlich lautet die korrekte Übersetzung "Kleiner Panda" oder eben "Kleiner Katzenbär".
Jenes Wort, welches im Chinesischen "Feuerfuchs" bedeutet, meint vielmehr den Rotfuchs.

Der Katzenbär ist leider sehr gefährdet. Lediglich 10.000 Exemplare werden auf der Erde vermutet.

Radiolar
00
28.7.2009, 21:23
Der Katzenbär

Verschwindet sein Lebensraum oder wird er zu chinesischer Medizin verarbeitet ?

erdbär
01
28.7.2009, 21:44

Laut Wikipedia hat man es auf sein Fell abgesehen. Die Abholzung des Regenwaldes auch, aber nur zu einem Teil dazu bei.

Shane o'Shea
02
27.7.2009, 14:59

Schon allein die Tatsache das sich viele Leute mit Datenschutzbedenken gegenüber Google tragen, wird der Verbreitung von Chrome extrem hinderlichst sein. Ganz zu schweigen davon das Chrome jemals in Reichweite des Firefox kommen wird. (P.S. diese Aussage ist etwa 4-5 Jahre gültig)! Bei der Programmwahl (wenn man die Wahl haben sollte) spielt immer auch die Symphatie gegenüber der Firma/dem Projekt eine Rolle und da gewinnt Mozilla klar gegen Google.

Dust von Dust
00
27.7.2009, 18:56

die datenschutz bedenken solltest gegenüber firefox ebenfalls haben. warum gibt google für firefox geld aus. warum kein search for und ich kann mir die suchmaschine aussuchen im rechtsklick menü?

die ganzen browser sind für anfänger hergerichtet aber nicht für poweruser.

teste parallel epiphany und midori, beides webkit neben chromium. konqueror muss ich erst ausprobieren.

der frickelfox wird mich noch eine zeitlang begleiten, bis etwas besseres kommt wenn sie nicht anzahn und sich auf die entwicklung konzentrieren...

salenoz
 
02
27.7.2009, 17:27

Stimmt, Chrome ist immer noch sehr klein.

http://gs.statcounter.com/#browser-... 827-200931

Ich benutz' Iron- Chrome ohne Überwachung. Schnellster Browser der Welt (Tatsache!)

FalscherProphet
00
gibt's eine Art ADBlock-Addin für Iron?

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 30
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.