Zwischen Stoizismus und Panik

26. Juli 2009, 19:14
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    apa/andy rain

    Nachdem in Großbritannien unterschiedliche Krankheitsherde aufgetaucht sind, ist die Isolierung von Einzelfällen sinnlos geworden - Jetzt kann sich die Bevölkerung Ferndiagnosen erstellen lassen

In Großbritannien hat sich die Zahl der Schweinegrippe-Fälle in der letzten Woche verdoppelt

Seinen Sommerurlaub kann er erst einmal vergessen, denn er ist Großbritanniens höchster Gesundheitsbeamter: Sir Liam Donaldson, der "Chief Medical Officer" des Königreichs, hat im Moment alle Hände voll zu tun. Die Zahl der Schweinegrippe-Fälle in Großbritannien verdoppelte sich in der letzten Woche auf rund 100.000 Erkrankte. Noch bleibt die Zahl der Todesfälle bei 30 stabil.

Aber die H1N1-Influenza wächst sich, so Donaldson, "zur größten Herausforderung seit Generationen" für den staatlichen Gesundheitsdienst NHS aus. Sir Liams Job ist es, die Risiken einzuschätzen, eine Strategie zu entwickeln und die Bevölkerung zu informieren. Schon vor vier Jahren, als die Hühnergrippe aus Hongkong auf der Bildfläche erschien, forderte der 60-Jährige eindringlich, die Nation für eine mögliche Pandemie zu rüsten. Als Konsequenz daraus hat Großbritannien heute eine der größten Reserven von Tamiflu, einem der wenigen Medikamente, die gegen die Schweinegrippe helfen, und wird auch als eines der ersten Länder Anfang September den Impfstoff gegen H1N1 erhalten. Bis Weihnachten soll Großbritannien 60 Millionen Dosen bekommen.

So gesehen scheint die Nation gerüstet. Doch zur Aufgabe von Donaldson gehört auch die Kommunikation mit der Öffentlichkeit, die im Moment nicht so recht weiß, ob sie den traditionellen britischen Stoizismus wahren oder in Panik verfallen soll. Sich anscheinend widersprechende Ratschläge der Regierung haben dabei nicht geholfen. Noch vor wenigen Wochen wies Donaldson Schulen an, zu schließen, sobald dort ein Fall von Schweinegrippe auftauchte. Heute lautet der Rat, sie offenzuhalten.

Eltern bekommen auch nicht mehr eine prophylaktische Zuteilung von Tamiflu: Das Medikament bleibt den schwereren Fällen vorbehalten. Hinter dem Strategiewechsel steht die Erkenntnis, dass eine Eindämmung der Krankheit unmöglich ist. Nachdem im ganzen Land Krankheitsherde aufgetaucht sind, ist eine Isolierung von Einzelfällen sinnlos geworden.

Leichenhalle in Katakomben

Donaldson wurde nicht müde, in den letzten Tagen einen neuen Service der Regierung zu propagieren. Telefonzentralen und ein Internetportal, die "National Pandemic Flu Service"-Webseite, sind die wichtigsten Mittel im Kampf gegen die Grippe. Hier können sich die Briten eine Ferndiagnose erstellen lassen. Wer Fieber hat und zwei der sechs typischen Symptome wie Husten, Halsschmerzen, Nasenlaufen, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen oder Erbrechen aufweist, wird nun offiziell als Schweinegrippe-Erkrankter eingeordnet und erhält eine Verschreibung von Tamiflu. Ein sogenannter "Grippefreund" kann dann das Medikament von zentralen Verteilungsstellen abholen.

Wenn das Virus mutiert, könnten bis zu 65.000 Menschen an H1N1 sterben. Im Südwesten Englands würde dann vorübergehend eine unterirdische Grabstätte als Leichenhalle benutzt. Das teilte ein Sprecher der Stadt Exeter mit. Die Katakomben aus dem 19. Jahrhundert sind normalerweise eine Touristenattraktion. (Jochen Wittmann aus London/DER STANDARD, Printausgabe, 27. Juli 2009)

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17 Postings
Jeffrey Lebowski
 
00
28.7.2009, 10:48
Wer Fieber hat und zwei der sechs typischen Symptome wie Husten, Halsschmerzen, Nasenlaufen, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen oder Erbrechen aufweist, wird nun offiziell als Schweinegrippe-Erkrankter eingeordnet

na, jetzt wissen wir auch wie die briten auf ihre 55000 fälle kommen ...

Nemi
01
28.7.2009, 10:37
Zwei der sechs Symptome?

also jeder, der ein bissl Fieber mit Kopfweh und eine laufende Nase hat, wird vom Internet mit Schweinegrippe diagnostiziert und bekommt Tamiflu? Ist das nicht ein bissl ein "overkill"? Jeder mit einer Verkühlung wird da gleich behandelt als läge er im sterben. Da muss ja die ganze Bevölkerung panisch werden...

Kein Begriff drückt Mich aus
00
28.7.2009, 07:50
britischer Stoizismus?

GB erinnert mehr an Uhrwerk Orange.

Anton Friesl
00
27.7.2009, 20:27
THE "WHEN PIGS FLY" FLU

http://tinyurl.com/cbftzm

Anton Friesl
11
27.7.2009, 20:13
Nach der Geburtenkontrolle kommt nun die Sterbekontrolle

zwecks Reduktion der Weltbevölkerung auf ein umweltverträgliches Maß:

http://tinyurl.com/ck6u2l

barbara klaric
11
27.7.2009, 17:22
Startling New Evidence That The 'Swine Flu' Pandemic Is Man-Made.,.

http://tinyurl.com/nx9e7g

vom anderen Sternli
00
27.7.2009, 17:18
Österreichurlaub abgesagt!

Nach diesem massiven Ausbruch der H1N1-Gtippe und den laufenden Unwettern werde ich wohl meinen diesjährigen Urlaub in Österreich absagen und mich wiede in die südlicheen Gefilde und höheren Berge des früheren Herzogtums Tirol zurückziehen.

Ziemlich leichter Stessa
00
28.7.2009, 11:08

Ich habe heute vierlagiges Toilettenpapier gekauft.

fyi1
01
27.7.2009, 14:04
Pandemie : Schutzmasken und Impfung

Jetzt ist sie halt ausgebrochen und alle hoffen auf möglichst wenige Tote .... Keine Regung seitens der öffentlichen Stellen - sind wohl scheintot - und
die Apotheken lagern Bartensteinsche Schutzmasken und Tamiflu abgelaufenen Datums - nur nicht dran denken - sonst schwächt sich mein Immunsystem ;-)

Marlon62
00
27.7.2009, 12:50
Vor einigen Jahren gab es in UK

die Rinderseuche BSE. Diese befällt aber nur Rindviecher. Darum gibt es jetzt die Schweinegrippe.

vom anderen Sternli
00
27.7.2009, 17:21
Ein sprachliches Problem!

Die Schweinegrippe befällt alles - nur keine Schweine. Deshalb versucht man es in anderen Ländern mit anderen Begriffen. Aber wir Deutschsprachler sind da halt sprachlich noch nicht soweit.

natoll
11
27.7.2009, 12:45

das interessante ist ja: nur die medienlandschaft hierzulande ist so "ruhig" (waren sie ja zu beginn nicht gerade). in england und australien sinds tatsächlich schon mehr als nervös und in deutschland fängts auch schon an relativ ungemütlich zu werden.

muss ja nicht immer gleich tausende tote geben. genügt ja schon wenn tausende nicht zur arbeit gehen können, die behandlungskosten explodieren oder das ganze dann im winter erst so richtig losgeht.

fuerTiere
11
27.7.2009, 07:53
Anstatt aber die Ursachen zu bekämpfen

(Verbot grenzüberschreitender Tiertransporte und der entsetzlichen Massentierhaltungen, wo sich durch den permanten Streß, die hochbelastete Stall-"Luft" sowie die Massierung zigtausender armer Tiere auf engstem Raum Seuchen aller Art in Windeseile
verbreiten können), sucht die Pharmaindustrie, unterstützt von hörigen Politikern und Medien, wiederum nach milliardenschweren neuen
Profitquellen.

Chien de Pique
00
27.7.2009, 15:20
Nur verbreitet sich diese Grippe dort gerade nicht.

Und für ein neues Virus reichen unter Umständen schon eine idyllische kleine Lehmhütte im Nirgendwo, mit freilaufendem Schwein, munterer Bauersfrau und einer Schar glücklicher Hühner, die gerne mal ein Schwätzchen mit den Zugvögeln halten.

Erwin Wolfram
20
27.7.2009, 01:03

aha sie meinten wir sollen die frage stellen wie die elite fuer sich vorgesorgt hat...

lebenslauflücke
12
26.7.2009, 23:10

Im restlichen Europa warten die Regierungen ab. Bevor die Katastrophe nicht eingetreten ist, kann man nichts Sinnvolles gegen diese unternehmen (z.B. Quarantäne für Einreisende). Weil ja noch alles in Ordnung ist. Und weil sie sich nicht blamieren wollen. Wie peinlich, Wenn sich vielleicht herausstellt, das Virus ist doch eher harmlos. Meiner Meinung nach wäre das keine Blamage: Niemand, auch nicht der beste Virenexperte, weiß wie sich das Schweinegrippenvirus entwickelt/entwickeln würde. Ich denke halt, besser zuviel vorsorgen als zuwenig. Der Sinn einer guten Vorsorge ist ja immer, für den SCHLIMMSTEN Fall vorzusorgen (was natürlich nicht bedeutet, dass dieser eintreten muss).

Chocoholic
00
26.7.2009, 19:52
Was solls, mehr Menschen haben im Sommer Zeit, zum Arzt zu gehen....

So, jetzt habe ich es geschrieben. Und die AerztInnen haben mehr Tests und das Serum ist schon fast fertig.... naja.

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