Auslieferung

Kasachstan will Alijew daheim in Strafhaft sehen

26. Juli 2009, 17:17

Zweiter Auslieferungsantrag Strafverfahren in Wien läuft

Wien - Der strafrechtliche Teil der Causa Rakhat Alijew spielt am Landesgericht für Strafsachen Wien. Österreichs Justiz hatte ja die Auslieferung zur Strafverfolgung Alijews nach Kasachstan verweigert: Es erwarte ihn kein faires Verfahren. Inzwischen wurde der Ex-Schwiegersohn von Staatspräsident Nursultan Nasarbajew, Ex-Vizegeheimdienstchef, Ex-Vizeaußenminister und Ex-Botschafter daheim zu 40 Jahren Haft (räuberische Erpressung, Bildung einer kriminellen Vereinigung, versuchter Staatsumsturz) verurteilt.

Hintergrund: Alijew hatte sich in Opposition zu seinem Schwiegervater begeben, fiel 2007 endgültig in Ungnade, blieb in Österreich. Daheim begann ein Kampf um seine Besitztümer. Alijew war etwa Mehrheitseigner der Nurbank; die sollte verkauft werden, auch Raiffeisen zeigte Interesse. Als Vermittler trat Ex-Notenbank-Chef Adolf Wala auf; er galt als Aufsichtsratschef der Nurbank. Inzwischen gehört Alijews Aktienpaket seiner Ex-Frau Dariga und Sohn Nurali.

2007 waren zwei Nurbank-Manager entführt worden - sie blieben bis heute verschwunden. Eben deswegen ermittelt in Wien Staatsanwalt Peter Seda gegen Alijew und andere; es geht um den Verdacht der erpresserischen Entführung und Erpressung, und es gilt die Unschuldsvermutung. Zudem hat Kasachstan einen Antrag auf Auslieferung Alijews zur Strafvollzugvollzugsvollstreckung gestellt - darüber wird das Straflandesgericht demnächst entscheiden. (gra, DER STANDARD, Printausgabe, 27.7.2009)

joesixpack
00
27.7.2009, 13:50
Leider...

... ist seit einigen Tagen der Internetauftritt des Nationalen Sicherheitsausschusses der Republik Kasachstan (a/k/a "kasachischer Geheimdienst", zuvor einfach "KGB") nicht mehr erreichbar. Dort konnte man interessante Details über das dortige Militärgerichtsverfahren gegen Rahat Aliew und über die gegen ihn erhobenen Vorwürfe erfahren - auch solche, die das Wiener Gericht mit ziemlicher Sicherheit NICHT erfahren hat: http://www.knb.kz/

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