Ex-Nationalbank-Chef

Adolf Walas Abenteuer mit Rakhat Alijew

26. Juli 2009 16:30
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    Foto: andy urban

    Adolf Wala, einst Notenbank-Chef, kam erst im Nachhinein "zu Ohren, dass ich Aufsichtsratspräsident der Nurbank" war.

Der Ex-Nationalbank-Chef hat in etlichen Gesellschaften mit dem Kasachen gearbeitet. In der Nurbank war er Aufsichtsratschef

Der ehemalige Nationalbank-Chef Adolf Wala hat in etlichen Gesellschaften mit dem Kasachen Rakhat Alijew gearbeitet. In der Nurbank war er sogar Aufsichtsratschef - gewusst habe er das aber nicht, sagt Wala.

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Wien - Während der Staatsanwalt gegen den kasachischen Ex-Botschafter Rakhat Alijew ermittelt und sich der Spitzel-Untersuchungsausschuss in die österreichisch-kasachischen Verbindungen vertieft, ist Adolf Wala "froh, dass alles aus ist". Was der einstige Generaldirektor (ab 1988) und Ex-Präsident der Oesterreichischen Nationalbank (1998 bis 2003) mit "alles" meint: seine Geschäftsverbindung zu Alijew.

Glaubt man dem Handelsregister, so war die recht intensiv. Wala (seit 2004 Präsident des Vereins der Freunde der Wiener Polizei, zu denen Alijew zählte) galt als Alijews Berater, war in seinen Aufsichtsräten und sein Mitgesellschafter.

So saß er etwa im Kontrollgremium der Wiener A.V. Maximus Holding, die zu zehn Prozent an der Asta Beteiligungs GmbH beteiligt war. 90 Prozent hielt Wala, er war auch Geschäftsführer. Was die Asta tat? Wala, der die OeNB-Immo-Gesellschaft aufgebaut hat und selbst im Immobiliengeschäft aktiv ist: "Sie wollte eine Wohnung kaufen, aber die war viel zu teuer."

2007 gründete die A.V. Maximus die Howa Projektentwicklung GmbH, die (treuhändisch von Anwalt Peter Jandl gehalten) präsidiale Ziele verfolgte: Sie wollte die Bundespräsidenten-Villa auf der Wiener Hohen Warte kaufen. Daraus wurde nichts: Im Juni 2007 boten Epam Immobilien 8,1 Mio. Euro, Howa hatte mit acht Millionen das Nachsehen.

Weitere Töchter

Weitere Töchter der A.V. Maximus, als deren Alleinaktionär Anwalt Christian Leskoschek im Firmenbuch aufscheint: Speedy-Funk Film- und Fernsehproduktion, Armoreal (ihr gehören die deutschen Metallwerke Bender) und S.T.A.R.T.-Management-Consulting. Letztere wollte laut damaligen Plänen "ein Darlehen von 600.000 Euro für Sponsoring der Vienna (Wiener Fußballclub; Präsident bis Mai: Wala; Anm.) verwenden".

Alles nichts geworden, sagt Wala, der heute Vorstand der "Banken-ÖIAG" Fimbag ist: "Alijew hat mit drei Fußballvereinen verhandelt, ich sagte ihm, dass ich mein Geld nicht hineinstecken würde. Es kam dann aber sowieso anders; als Alijews Familienstreit begann, trat ich aus allen Ämtern zurück."

Wie er hineinkam, beschreibt er so: Er habe Alijew bei einem gesellschaftlichen Event kennengelernt, selten gesehen und mit ihm "hauptsächlich über Fußball geredet". Der Kontakt sei hauptsächlich über die "Deutsch sprechende Assistentin erfolgt". Ob das Elnara Shorazova war? Wala: "Ich glaube schon." Shorazova saß mit ihm im Maximus-Aufsichtsrat, ist Chefin etlicher Alijew-Gesellschaften.

Warum er dann Aufsichtsratsmandate übernahm, erklärt Wala so: "Alijews Anwalt Leskoschek hat mich gebeten, in den Gesellschaften aufzupassen, dass das Aktiengesetz eingehalten wird. Das habe ich getan, weil ich helfen wollte."

Präsident wider Willen

Sein Engagement für Alijews kasachische Nurbank (Wala war Aufsichtsratschef und in Verkaufsgespräche involviert; siehe Artikel) kann sich Wala freilich selbst nicht erklären. "Alijew", so erzählt der 72-Jährige, "hatte das Gefühl, gelegt zu werden, und bat mich, zu schauen, ob es in der Bank in Kasachstan Malversationen gibt. Ich wollte nichts bezahlt bekommen, nur Reisespesen." Also habe er im April 2007 dem damaligen OeNB-Gouverneur Klaus Liebscher geschrieben und um Erlaubnis gefragt. (Als Ex-Notenbanker darf Wala sonst nicht im Bankwesen tätig sein.)

Bevor er freilich mit seinem Team nach Almaty gereist sei, habe ihn "eine Journalistin aus Moskau" angerufen und gefragt, warum er Aufsichtsratschef der Nurbank sei. Wala: "Ich fiel aus allen Wolken, habe so ein Amt nie angenommen. Sie sagte, in Kasachstan ist das anders." Er habe seine Sicht postwendend in Kasachstan mitgeteilt, mit den Worten: "Es kam mir zu Ohren, dass ich als Präsident geführt werde. Ich trete zurück." Wala heute: "Das kam mir alles komisch vor."

Worauf Wala übrigens höchsten Wert legt: "Ich hatte nie mit dem Geheimdienst zu tun." (Renate Graber, DER STANDARD, Printausgabe, 27.7.2009)

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Walter Bimini
02.08.2009 09:05
wo ist der kerl nicht dabei? nazi-bank, verein der freunde der wiener polizei, spö, ...

Franz von der Wolke
27.07.2009 13:57
prust!

Ed L. Bitter
27.07.2009 13:50
DIE KASACH-CONNECTION


Warum plötzlich gerade Kasachstan? Was hat das Land irgendwo hinter dem Kaspischen Meer mit Österreich zu tun, dass es so laut in unseren Medien und gar in Parlament wird? What´s the attraction?Der Grund heisst ÖMV und genauer NABUCCO. Ein Milliarden-Pipeline-Projekt für das unseren Politikern offenbar keine Peinlichkeit zu schlimm war, wenn das Projekt nur zu Stande käme (Es kommt zu Stande). Das gemischt mit der kasachischen Wirtschaftskultur (schmiere wo´s nur geht) ergibt in Summe einen Sumpf, dessen Ausmasse können wir momentan nur ahnen.



Franz von der Wolke
27.07.2009 14:48
ich glaub sie überschätzen das,

die haben einen untriebigen geheimdienst und wollen so eine zweite CIA oder KGB sein.

der chef von dem land kann sich halt nicht abfinden, dass sein land grad mal 4. wahl ist.

:)

der staat hat viele bodenschätze,

das reizt halt.

mstislav raskachlovitsch
27.07.2009 13:19
Mein Gott - bin jetzt grad draufgekommen....

...dass ich bereits verheiratet bin..........das ist mir aber jetzt wirklich peinlich ........

Franz von der Wolke
27.07.2009 14:33
mein gott, ich bin grad auch draufgekommen,

dass ich ar-vorsitzender von porsche bin.

mehr schreib ich nicht. :)

Franz von der Wolke
27.07.2009 13:58
vielleicht könnens das mit ein paar

kamelen als geschenk reparieren :)

Chris White
27.07.2009 13:10
Falter

Darf ich auf folgenden sehr aufschlussreichen Artikel aus dem 2007er-Jahr im Falter verweisen:

http://www.falter.at/web/print... sub_id=243

Das sagt eigentlich alles über diesen "Herren".

one coin, two sides
 
27.07.2009 23:44
Sehr gut ist der letzte Satz:

Es gelten eben nicht mehr die moralischen Grundsätze der Siebzigerjahre.

Soll man da jetzt "Gott sei Dank" sagen oder "leider"?

Ich tendiere - trotzdem er es nicht so gemeint hat - zu zweiterem.

pei mei
27.07.2009 12:46
mei schaut der unschuldig drein

wie mein Hund der grad was ausg'fress'n hat ... in dem Zusammenhang wär interessant welche Rolle die beiden Herren Liebscher und Wala als Vorstände der ÖIAG-Tochter Finanzmarktbeteiligung AG (FIMBAG) bei den Spekulationsgeschäften des Finanzministeriums spielen ..... ein schwarzer Sumpf überzieht das ganze Land

duesenberg
 
27.07.2009 12:52
sie wissen aber sicher ...

... dass wala ein roter ist :)

picadilly
03.08.2009 12:17
;-)

Oja, und wohl einer der wirklich allerbestvernetztesten SPÖler. Ein Bild mit allen Funktionen wäre wohl durchaus A4-seitenfüllend.

PS: Punkto "Netzwerken" und Finanzquellena aufstellen könnte sich die aktuelle SPÖ-Führung eine Scheibe abschneiden, damit sie von der VP nicht so völlig abgeräumt wird (das meine ich nicht einmal ironisch).

pei mei
27.07.2009 13:32
werter duesenberg

... bedauerlicher Weise sind die ganzen roten die Führungspositionen inne haben in die neoliberale Szene abgewandert .... 'drum wundern sie sich auch warum ihnen die Wähler abhanden kommen ...

systemfehler1
27.07.2009 13:17
Am Papier.

Er hat aber nie einen Hehl daraus gemacht, welch Geistes Kind er wirklich ist.

In Wahrheit wurscht, weil: kriminell ist kriminell, egal, welches Parteibüchel, wie Vergangenheit, Gegenwart und vermutlich auch die Zukunft beweisen.

Busson
 
27.07.2009 12:39

"Nur-Bank" schön wär`s

santamonica
27.07.2009 12:30
darf man so jemanden eigentlich einfach betrüger nennen?

santamonica
27.07.2009 12:28
der typ wollte wohl in díe fussstapfen von blecha

semper fidelis
27.07.2009 11:58

Mein Name ist Wala,ich weiss von nichts!!!

Chris White
27.07.2009 11:50
Ich pack's nicht.

"Das habe ich getan, weil ich helfen wollte."

Ein echter Philanthrop dieser Herr Wala. Freund von Polizei und kasachischem Mitbürger. Ein Brückenbauer! Völlig unschuldig in etwas reingezogen worden das er so nicht gewollt hat. Trösten wir gemeinsam Herrn Wala und sprechen ihm für die Zukunft Mut zu. Alles wird gut.

Glauben diese korrupten Typen diesen Sch**ss eigentlich selber?

nanonet
27.07.2009 13:37
Entwicklungshilfe

An diesem Helfersyndrom leidet ja auch sein Parteifreund Gaal, der ebenfalls ja nur helfen wollte.
Alles nur Hilfe für die armen Kasachen - und unentgeltlich. Ein Schelm, der da denkt, daß aus Kasachstan nicht nur Energie geflossen ist.

Chris White
27.07.2009 14:53

Ich könnt gar nicht so viel fressen, wie ich speien möcht.

Simplicius Simplicissimus
27.07.2009 10:59
Nichts Genaues ...

... weiß man nie nicht. Woher denn auch?

fyi1
27.07.2009 10:32
Arbeiten aus Nächstenliebe

lernt man nur in der OENB !
Hat er wenigstens seine Pension stillgelegt - oder geht das auch auf Goodwill ????
Zur Gewissensberuhigung empfehlen sich 10 Vaterunser und 1 Schückerl Wodka - mit ärztlicher Begleitung - Nastrojwe !

Therimon
27.07.2009 10:14
wollte nichts bezahlt bekommen, nur Reisespesen

ehm ... ja, eh klar. Glaub'ma ...

Trommler
27.07.2009 10:08
fakt ist...

... dass das alles wurscht wäre, wäre der liebe herr schwiegersohn nicht in ungnade beim herrn schwiegerpapa gefallen... sonst würde das nie in die medien kommen und wir könnten uns nicht drüber aufregen... bin schon auf den u-ausschuss gespannt...

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