Linux-Gründer begrüßt Microsofts Beteiligung

25. Juli 2009, 12:50
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"Damit unterscheidet sich Microsoft von keinem anderen Linux-Kontribuenten"

In einem überraschenden Schachzug gab Microsoft Anfang der Woche bekannt, sich künftig mit 20.000 Zeilen Code am Linux-Kernel beteiligen zu wollen. Dass es sich dabei nicht um eine milde Gabe des Betriebssystem-Monopolisten handelt, dürfte jedoch von vornherein klar gewesen sein. Die unter der Open-Source-Lizenz GPLv2 zur Veröffentlichung anstehenden Treiber-Codes, sollen garantieren, dass Linux künftig Problemlos auf virtuellen Maschinen unter Windows läuft. Konkret handelt es sich dabei um Treiber, die den Betrieb von Linux in einer mit HyperV virtualisierten Umgebung optimieren sollen.

Der Wolf im Schafspelz?

Wie soll die Linux-Gemeinde darauf reagieren. Soll der "Erzfeind" der Open-Source-Welt tatsächlich seine Finger in der Entwicklung des freien Betriebssystems haben dürfen? Was für manche extremen Linux-Verfechter wie ein "No Go" aussieht, ist in Linux-Gründer Linus Torvalds' Augen kein Problem.

In einem Interview mit dem Linux Magazine begrüßte Torvalds Microsofts Entscheidung. Natürlich sei sie aus egoistischen Motiven getroffen worden. Damit unterscheide sich Microsoft allerdings nicht von allen anderen Linux-Kontribuenten. Er selbst habe Linux aus rein egoistischen Gründen ins Leben gerufen.

Das Ergebnis muss stimmen

Torvalds stellt gleichzeitig auch in Aussicht, dass Microsofts Code nach der Prüfung mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Linux-Kernel implementiert werde. Zum einen, würde der Code keine fundamentalen Änderungen am Kern nach sich ziehen, was die Integration erleichtere. Und zum anderen würden die neuen Treiber Linux' Funktionalität verbessern.

Den Open Source-Extremisten erteilt Torvalds eine Abfuhr. "Jene Leute, die sich darüber beschweren, dass Microsoft Treiber für sein eigenes Virtualisierungsmodell schreibt, sollten einen langen Blick in den Spiegel werfen und sich fragen, weshalb sie derart scheinheilig sind." (zw)

  • "Jene Leute, die sich darüber beschweren, dass Microsoft Treiber für
sein eigenes Virtualisierungsmodell schreibt, sollten einen langen
Blick in den Spiegel werfen und sich fragen, weshalb sie derartscheinheilig sind."
    foto: linustorvaldsfacts.com

    "Jene Leute, die sich darüber beschweren, dass Microsoft Treiber für sein eigenes Virtualisierungsmodell schreibt, sollten einen langen Blick in den Spiegel werfen und sich fragen, weshalb sie derartscheinheilig sind."

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