Deutsche Afghanistan-Debatte

Zwei heikle Missionen

24. Juli 2009, 18:47

Über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr würde die große Koalition gerne schweigen

So ein Wahlkampf kann mitunter nervig sein. Nicht allein Terminstress quält deutsche Politiker, sondern auch die Themensetzung. Über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr würde die große Koalition gerne schweigen. Aber die Opposition lässt es nicht zu, richtet vielmehr den Fokus auf die heikle Mission am Hindukusch.

Die dortige Gemengelage ist für den Wahlkampf fürwahr ungeeignet. Anstatt schöner Bilder von neuen Schulen und sprudelnden Brunnen sendet das bundesdeutsche Fernsehen kurze Filme über das Töten in die heimatlichen Stuben - von deutschen Panzern also, durch die Menschen sterben.

Da nützt es kaum etwas, dass die deutsche Kanzlerin Angela Merkel kürzlich zum ersten Mal seit Ende des Zweiten Weltkriegs vier in Afghanistan stationierten Soldaten einen neuen Tapferkeitsorden verliehen hat. Die Skepsis gegenüber dem Afghanistan-Einsatz ist enorm. Ganz offensichtlich schafft es die Koalition nicht, dem Volk zu vermitteln, warum die Deutschen in Afghanistan gebraucht werden und warum sie nicht bloß Nelken im Gewehrlauf stecken haben.

Angesichts der verschärften deutschen Offensive in Afghanistan und der nahenden Wahlen in Kabul und Deutschland wird Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) jedoch gar nichts anderes übrigbleiben, als endlich klarer Stellung zu beziehen und nicht bloß wolkig bis beschönigend von einem "Stabilisierungseinsatz" zu schwadronieren.

Die Deutschen haben sich entschieden, in Afghanistan bei der Stange zu bleiben. Soldaten wie Bürger haben daher ein Recht, über Gefahren offen informiert zu werden. Jede weitere Verharmlosung spielt nur der Linkspartei in die Hand, die einen völlig unrealistischen Totalabzug fordert. (Birgit Baumann/DER STANDARD, Printausgabe, 25.7.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 62
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Agnostiker1
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26.7.2009, 17:15
Mann muss den Eindruck gewinnen, dass sich in diesem Thread.....

..die den Deutschen abgeneigten Standard-Leser offenbar treffen. Es wird gelogen, dass sich die Balken biegen, und die Geschichte gebeugt, auf die schlimmste Art. Alle Beiträge zeichnen sich aus, durch bewußtes Verweigern der Realitäten und dem Zurechtbiegen der eigenen Wahrheit. Ich empfehle einmal bei Ringel nachzulesen und sich an der Nase zu nehmen.

Franz Klug
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28.7.2009, 00:40
Warum meinen Sie, dass nur Ihre Meinung wahr sei?

Sie sind mir aber ein komischer Agnostiker. Für Sie ist anscheinend Ihr Gott die Wahrheit und Wahrheit ist, was Sie meinen. So kanns ja nicht sein. Wahr ist, dass im politischen Feld die Wahrheit nur im Plural existiert.Natürlich gibt es Fakten die objektiv wahr sind, aber die Bewertung dieser Fakten wird subjektiv immer, je nach Weltbild, umstritten sein. Ich sehe hier im Forum auch keine Antideutschen am Werk, sondern nur Menschen die eben kritisch zum Krieg in Afghanistan stehen.

Agnostiker1
00
28.7.2009, 10:20
Über die Entstehungsgeschichte des Afghanistan-Krieges...

..gibt es sehr wohl historische Wahrheiten. Ebenso über den Zustand von Aghanistan. Doch hier kämpft man gegen den Standpunkt von 40 Staaten an, die sich alle einmal für den Einsatz entschlossen haben. Die Intensivierung des Militäreinsatzes wird von allen deutschen politischen Parteien mitgetragen - ausser LINKEN. Was ich bemängle, dass zum Beginn kein Exit-Strategie vorhanden war. Wenn man heute aus Afghanistan abzieht, kommt sofort Al Quaida aus Pakisten zurück und es beginnt der Bürgerkrieg wie vor dem Einsatz des Westens. Und die Terroristenschule für die gesamte Welt wird wieder in Afghanistan etablilert. Warum mault man nicht über Tschechien oder Italien - das sind auch unsere Nachbarn und zugleich in Afghanistan präsent?

Franz Klug
00
28.7.2009, 23:25
Anzahl der Kriegsteilnehmer sind weder ein Qualitäts- noch Wahrheitskriterium

Auch wenn diesen Krieg in Afghanistan fünfzig oder 100 Staaten unterstützen würden, wird er deswegen nicht wahrer oder notwendiger. Der Kampf gegen den Terror muss mit polizeilichen und rechtsstaatlichen Mitteln, ohne Folter und laufendem erschießen von Unschuldigen, geführt werden, wobei internationale Polizeinsätze, unter UNO-Oberhoheit, mit genauen Regeln, sicher manchmal notwendig sein werden. Kriegseinsätze - Irak und Afghanistan - mit über 100 000 von Toten, als Antwort auf ca. 3000 Tote vom 11.11., wobei jeder einer zuviel ist, sind ungeheuerlich und nicht zu rechtfertigen. Ich habe den Verdacht, dass Sie, wie viele andere, den Kampf gegen den Terror als Krieg sehen. Und in diesem Krieg darf dann viel gemordet und gefoltert werden.

Agnostiker1
00
29.7.2009, 08:17
Wenn 40 Staaten ein Einschreiten für richtig halten,...

....hat das eine andere Qualität, als wenn ein Staat zu der Auffassung gelangt.

Sie arbeiten mit irreführenden Zahlen. Sie müßten auch einbeziehen, das Attentat auf deutsche Touristen in Nordafrika, das Attentat auf die Diskothek auf Bali und einer latenten Bedrohung der westlichen Staaten durch Al Quaida, die heute noch noch des westlichen Einsatz in Afghanistan Terroristen ausbilden würden. Wie kommen Sie auf die Zahl 100.000? Das ist eine Schnapszahl.

Franz Klug
00
29.7.2009, 23:29
Sie verweigern sich der Realität der Opferzahlen

Iraqu Body Count zählt bis jetzt ca. 100 000 getötete Zivilisten im Irak. Dazu kommen noch 30 000 getötet irakische Soldaten. Dazu kommen dann die bis jetzt ca. 4500 getöteten Soldaten der USA plus friends. Plus die Toten in Afghanistan ca. 20 000. (Unkown News). Macht insgesamt über 150 000 geötete Menschen. Dem stehen gegenüber die 3000 Tote vom 11.11., 202 Tote in Bali, 19 Tote in Tunesien. Auch wenn ich hier weitere Opfer dazuzähle, es bleibt ein viel zu hoher Blutzoll, nur weil die USA den Krieg ausruft, den Irak illegal überfällt, in Afghanistan halblegal einmarschiert und die Natomitgliedstaaten, um ihre Kampfkraft zu erproben und Nützlichkeit zu zeigen, gerne mitmarschieren. Terrorismus ist zu bekämpfen ohne Länderüberfälle.

Agnostiker1
00
30.7.2009, 08:25
Ich verweigere die Zahl nicht, ich bezweifle sie.

Ausserdem machen Sie den Fehler Tote gegen Tote auszurechnen. Die Al Quaida nach Pakistan vertrieben und somit ihren wesentlichen Aktvitäten beraubt - Europa dankt es. Das ist ein Wert an sich. Die vordergründige Ruhe in Westeuropa und den USA, die Wegnahme der Angst bei der Bevölkerung, ist mir viel mehr wert, als Ihre ominösen Totenzahlen. Sie müßten die Toten auf der gegnerischen Seite schon differenzieren. Wieviel Tote sind im Rahmen der Selbstverteidigung zuzuordnen, wieviel Talibans waren darunter usw. Wenn ich einen tendenziellen Massenmörder wie die Taliban töte, hat das eine andere Qualität als die zufällig erwischte Toruistein in Nordafrika. Wenn schon Buchhalter: wo sind die Toten in Spanien und in London geblieben.

Franz Klug
00
31.7.2009, 08:24
Sie sie sind anscheinend dem herrschenden Terrorismuswahn, überall lauert der Terrorist, erlegen

und daher ist es Ihnen gleich, wieviele unschuldige Menschen im Rahmen des barbarischen Kriegs gegen den Terror sterben. Ich habe Ihre Angst vor den Talibans nicht, noch halte ich es für gerechtfertigt hier laufend unschuldige Menschen zu töten. Da Ihre Meinung, einfach "Draufschlagen", leider inzwischen die herrschende ist, gibt es weltweit, durch dieses "Draufschlagen", hohe Opferzahlen. In Afghanistan sind 2009 bis jetzt 199 unschuldige Zivilisten von der NATO und dem afghanischen Militär getötet worden (Standard). Bei dem letzten Gaza Krieg wurden von den Isralis 926 Zivilisten umgebracht, die Israelis hatten 13 Tote (NZZ). Das sind die Fakten, die Sie nicht wahrhaben möchten.

Agnostiker1
00
31.7.2009, 09:24
Ich sehe die Fakten sehr wohl. Doch Ihre Anteilnahme...

..beschränkt sich offenbar nur auf die unschuldigen Toten des "Krieges gegen den Terrorismus". Für Sie fallen die Ziviltoten der Krieges zwischen Nationen oder auf der nach Ihrer Ansicht auf der falschen Seite, offenbar durch den Rost. Ich will nicht bestreiten, dass die Terroristenbekämpfung manchmal auch ein Alibi ist.
Ein Beispiel: Für Sie haben die Toten, die eventuell wegen der Schiffskaperungen vor Afrika bei den Somalis anfallen für höherwertig als z.B. die Soldaten die die Kaperung beenden. Sie messen mit zweierlei Maß - bei Ihnen gibt es gute und schlechte Tote.

Franz Klug
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Es gibt keine guten durch Gewalt erzeugte Toten

und ich messe nicht mit zweierlei Maß. Wie bereits gepostet, jeder Tote ist einer zuviel. Auch eine Differenzierung der Opferzahlen sollte jedoch Ursache und Folgen nicht ausblenden. Die Ursache, der nun bereits über 100 000 von Toten, war der 11.11. mit 3000 Tote. Das ist Realität. Unser Widerstreit ist der, für Sie ist im Krieg gegen den Terror jede Maßnahme mit jeder Opferzahl gerechtfertigt. Für mich nicht. Für Sie ist der Afghanistan Krieg gerechtfertigt. Für mich nicht. Es gab die Möglichkeit anderer Maßnahmen, auf die 3000 Toten zu reagieren, als in den Irak und Afghanistan einzumarschieren und Krieg zu führen. Die Argumente sind ausgetauscht. Sie haben da eben eine andere Weltanschauung. (Valentin)

Deadly Dust
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26.7.2009, 11:00
In einer Kolumne der Londoner TIMES wurde die Wiederkehr eines militarisierten Deutschlands, das so expansionsfreudig und aggressiv wie vor dem Zweiten Weltkrieg ist

die von Frau Merkel ausgezeichneten Soldaten haben am Krieg in Afghanistan teilgenommen –, mit dieser Lobrede begrüßt:

"Wenn es Deutschland wieder wagt, seine militärischen Helden stolz zur Schau zu stellen, ist es auf seiner Reise aus dem Dunkel diplomatischer und militärischer Verschleierung – über die Wiedervereinigung von 1990 – ganz sicher ans Ziel gelangt.Deutschlands neuer Orden, das Ehrenkreuz, ist eine kühne Antwort auf die wachsende Rolle, die das deutsche Militär in der Welt spielt. Die Verleihung durch Kanzlerin Angela Merkel markiert einen wichtigen Moment in Deutschlands Rückkehr ins Herz der Völkergemeinschaft." [16]

Agnostiker1
00
26.7.2009, 13:03
Doch das heutige Deutschland ist nicht Nazi-Deutschland!

Es ist unstreitig durch und durch demokratisch. Gerade Frau Merkel hat als eine der Wenigen, sehr früh Stellung bezogen gegen Guantanamo, die Menschenrechtsverletzungen - auch großer Kunden wie Rußland und China - offen und klar angsprochen.Und Deutschland, dass Innen keine Probleme hat, die auch nur ansatzweise auf mangelnde Rechtsstaatlichkeit hinweisen würden. Dass die TIMES in einem irreführenden Zusammenhang das stellt, ist gerade bei der Geschichte GB ein Treppenwitz. Wissen Sie wem die TIMES gehört? Das was Sie geschickt via Stimmungslage lancieren wollen, ist falsch und schäbig, weil Sie es im Zusammenhang mit Afghanistan bringen, an dem 40 westliche Länder beteiligt sind und das Vorgehen durch eine UN-Resolution abgesegnet ist.

-Ciac-
00
26.7.2009, 11:20
"die Wiederkehr eines militarisierten Deutschlands, das so expansionsfreudig und aggressiv wie vor dem Zweiten Weltkrieg ist"

*Kopfschüttel*

Agnostiker1
10
26.7.2009, 10:15
Allen, die aus den Umfragen ableiten, dass.....

..die deutsche Bundesregierung entsprechend handleln müsse, empfehle ich das Buch von Christoph Wolter über die Wertlosigkeit der öffentlichen Meinung auf Regierungsentscheidungen. Wolter beschreibt am Afghanistan-Krieg sehr plausibel, wie sich der Mainstream manipulieren läßt: durch die Analysemethodik und durch die Presse und das Fernsehen. Sein Ergebnis: Die öffentliche Meinung ist für die Aussenpolitik eine unabhängige Größe. Bei Beginn des Krieges waren die Befürworter einer deutschen Beetiligung deutlich in der Überzahl, jetzt führen die Gegner mit rd. 60 %. Ist das ein Grund eine getroffene Entscheidung zu canceln? Er kommt u.a. zu dem Ergebnis, dass die Regierung der Herr, nicht aber der Sklave der öffentlichen Meinung sei.

Bertel Mann
00
26.7.2009, 16:54
Sie sind wenigstens konsequent

Zunächst abstreiten, dass laut Umfragen die Mehrheit der Deutschen gegen den Einsatz ist (siehe Ihr Posting weiter unten), und wenn Ihnen nachgewiesen wird, dass Sie Unsinn reden, versuchen zu begründen, warum die Mehrheit nichts zu sagen hat.

P.S.: Es sind gerade die selbsternannten Eliten und die Mainstreammedien, die kontinuierlich FÜR den Einsatz trommeln.

Agnostiker1
00
27.7.2009, 16:38
Und dass am Beginn des Afhghanistan-Einsatzes....

..der Mainstraeam umgekehrt war, ist auch eine Tatsache. Und auf eine Regierung die sich entsprechend dem Mainstream verhält, auf die pfeife ich. Deutschland ist eine parlamentarische Demokratie und ein imperatives Mandat gibt es nicht. Eine Analyse der jetztigen Nein-Sager ergäbe mit Sicherheit, dass die sich aus alles andere als die sog. Eliten rekrutiern. Die gleichen Bevölkerungsschicht, ist auch bei passender Gelegenheit für die Todessstrafe, für die Abschaffung von Harz IV, für kürzere Arbeitszeiten, dem Austritt aus der Nato und ähnlichen Dummheiten.

Franz Klug
01
26.7.2009, 14:46
Im Fall Afghanistan wird mehrheitlich pro Krieg geschrieben

Dass politische Meinungen und Einstellungen über die Medien hergestellt werden ist bekannt. Es gibt allerdings auch Fälle, wo dann die herrschende Mainstreammeinung nicht mit dem Medienmainstream übereinstimmt. Für diese Erkenntnis muss ich nicht den Wolter lesen. Problematisch halte ich den Vorwurf, dass der Mainstream im Fall Afghanistan manupiliert wird, nur weil jetzt 60% der Deutschen gegen den Krieg sind. Ein genauer Blick auf die Medien zeigt, dass in allen deutschsprachigen großen Medien für den Krieg in Afghanistan geworben wird. Die Baumann ist ein gutes Beispiel dafür. Kritische Berichte dürfen dann am Rand erscheinen. Z.B.: "Lieber Scheidung als Suizid" im die Standard.

Agnostiker1
00
26.7.2009, 16:33
Heute mittag habe ich die übliche Sonntags-Diskussion...

..in der ARD gesehen. Der Moterador war ant-Krieg, die Tante von der TAZ war ambivalent, die beiden anderen klar gegen den Krieg. Dies entspricht in etwa der Stimmunglsage bei den Printmedien. Die Frau Baumannn schreibt ausschließlich über ihre persönlichen Befindungen. Sie läßt völlig ausser Betracht, dass D. eine sog. Parlamentsarmee hat. Jeder Soldat muss mehrheiltlich abgesegnet werden. Alle Parteien, ausser den LINKEN, sind für das Verbleiben der Soldaten. Es liegt eine UN-Resolution dem Einsatz zu grunde. Es sind westliche 40 Länder an den Einsätzen beteiligt. Die sind dann alle Outlaws.

Franz Klug
00
28.7.2009, 01:13
Zur Stimmungslage in den Medien

Der ARD Kommentar vom 22.7. verlangt, daß die Opposition keine besserwisserische Ratschläge gibt. Einen Antikriegskommentar habe ich beim ARD noch nie gesehen. Lothar Rühle räsoniert in der FAZ Net (27.7.) über das Unwort Krieg und plädiert abschließend dafür, dass sich die deutschen Truppen weiterhin am Krieg beteiligen sollen, um den Erfolg und die internationale Anerkennung des deutschen Einsatzes nicht zu gefährden. Jochen Bittner, der darüber traurig ist, dass die Deutschen kein Faible fürs Heldentum haben, plädiert in der Zeit Online (23.7.) dafür, doch damit für den Einsatz zu werben, dass Deutschland dafür kämpft, dass das rückständige Afghanistan endlich in der Moderne ankommt.

Agnostiker1
00
28.7.2009, 10:31
Die Stimmungslage, die für die Entscheidungsträger...

..unerheblich sein muss, spielt sich nicht in den Kommentaren ab. Und was wäre wenn die Meinung pro Afghanistan-Einsatz wäre? Sie weicht von der Meinung der österreichischen Forum-Schreiberlinge ab. Ist das so schlimm? Und auf die haben die Entscheidungsträger noch viel weniger zu achten. Und wer redet hier über die 40 westliche Staaten, die in Afghanistan im Einsatz sind? Sie müssen sich schon allumfassend informieren, um ein Meinungsbild im deutschen TV beurteilen zu können. In den Magazin-Sendungen wird sehr wohl, gegen den Einsatz polemisiert. Es ist auffällig, dass die umfassend Informierten sich für den Einsatz ausprechen. Und zwar die, die politischen Konsequenzen zu Ende denken. Jetzt rausgehen, wäre eine politische Dummheit 1. Klas

Franz Klug
00
29.7.2009, 00:19
Allumfassend informiert ist nur Gott

da ich nicht Gott bin, und auch gar nicht sein möchte, bin ich natürlich nicht Allumfassend informiert. Ihre umfassend Informierten sind anscheinend doch schlecht informiert, da sie in Afghanistan inzwischen die Mehrheit der Bevölkerung gegen sich haben. Laut einer Umfrage, im Auftrag von ARD,ABC und BBC (2009), wächst der Hass auf den Westen und eine knappe Mehrheit der Afghanen ist inzwischen für einen schnellen Abzug der USA und NATO Truppen.
Zur Verbesserung der Situation ist ein sofortiger Abzug und dann eine sinnvolle Unterstützung von Außen notwendig. Diese Maßnahme wäre weise und würde die politische Dummheit der militärischen Besetzung des Landes rückgängig machen.Offen bleibt das Leid über die vielen unschuldigen Opfer.

Agnostiker1
00
29.7.2009, 08:40
Allumfassendes Wissen hat auch nicht Gott, mangels...

einer personalen Existenz.

Ihre Idee mit dem sofortigen Abzug wäre für den Westen mit extremen Gefahren durch den wieder aufkommenden Terrorismus verbunden. Die Al Quaida käme sofort aus Pakistan zurück und etablierte wieder ihre Ausbildung für einen globalen Terrrorismus. Die Meinung der Bevölkerung ist nicht relevant. Stellen Sie sich vor, jedes Land das einnmal aus gutem Grund Truppen abgestellt hat, würde sich nach den Befindlichkeiten der Bevölkerung richten. Afghanistan würde wieder zum Welt-Pulverfass. Die 40 westliche Staaten betreiben quasi den Schutz der eigenen Bevölkerung am Hindukusch. Insofern hatte Struck mit seiner Einschätzung schon recht.

Franz Klug
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30.7.2009, 00:38
Gegen die Mehrheit ist eine Dauerbesetzung eines Landes ist nicht möglich

Siehe Exit Irak. Für eine Bekämpfung von möglichen Terroristen in Afghanistan braucht es keine militärische Besatzung. Warum sollte die Al Quida nach Afghanistan zurückkehren, wenn Sie schon seit Jahren in Pakistan ausbildet. Da sich laut BND Berichten die Terror Ausbildungszentren nach Pakistan verschoben haben, müßte eigentlich mit dem Struckschen Argument: wir verteidigen unser Sicherheit am Hindukusch, alle 40 westlichen Staaten, sofort in Pakistan einmarschieren. Strucks Ausdehnung des Sicherheitsbegriffs, durch die Erfindung einer Bedrohungslüge, öffnet zukünftigen militärischen Besetzungen Tür und Tor und ist nichts anderes als ein Rückfall in die Zeit, als der militärisch stärkere Staat den schwächeren Staaten seinen Willen aufzwang

Agnostiker1
00
30.7.2009, 08:55
Sie winden sich.

Aus Pakisten kommen keine in dortigen Ausbildungszentren herangezüchtete Mörder. Das hat die pakistanische Militär im Griff. Und die betrachten Pakistan als Ruheraum. Sie sind auf Afghanistan angewiesen, weil sie sofort mit den dortigen Taliban kooperieren. Ein Abzug ist dann richtig, wenn die afhanische Militär und Polizei in der Lage ist, sich nach den dortigen Gestzen durchzusetzen. Und das Einmarschieren in Pakistan ist nicht nötig, weil die pakistanische Armee die Al Quaida auf Null stellt. Dann sollten Sie auch bedenken, dass Pakistan eine Atommacht ist. Da marschiert man nicht einfach ein.

Franz Klug
00
31.7.2009, 08:50
Sie blenden Realitäten aus,

die Anschlagsmörder von Mumbay kamen aus Pakistan und wurden dort ausgebildet. Auch die Londonattentäter hatten einen pakistanischen Hintergrund. Es gibt seit Jahren zahlreiche Berichte (Spiegel etc.), dass im Grenzgebiet zu Afghanistan Terroristen auch ausgebildet werden. Die pakistanische Armee hatte die Situation nie wirklich im Griff, daher die jetzige Offensive.
Mir ist klar, dass auf Grund der Atomwaffen Pakistan besser vor Überfälle von ausländischen Staaten geschützt ist, als Staaten ohne A-Waffen. Ich wollte nur die Widersinnigkeiten aufzeigen in die man stolpert, wenn man wie Struck der Meinung ist, man müßte mit Truppen in alle Staaten einmarschieren von denen man sich imaginär bedroht fühlt.

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