Kontra: Rassismusvorwurf gegen "Mohren"

Bevorzugung statt Wortstreit

24. Juli 2009, 18:41

Eine Nachspeise ist nicht rassistisch. Und wenn ein Eiskonzern wie Eskimo die Sorte "Mohr im Hemd" mit dem Slogan "I will mohr" bewirbt, ist das ebenso wenig rassistisch

Eine Nachspeise ist nicht rassistisch. Und wenn ein Eiskonzern wie Eskimo die Sorte "Mohr im Hemd" mit dem Slogan "I will mohr" bewirbt, ist das ebenso wenig rassistisch.

Warum? Weil es ein Wort nie sein kann. Sondern nur Menschen. Auf dem Etikett eines "Negerbieres" einen Comic-Medizinmann samt Knochen abzubilden ist rassistisch. In einem Zeitungskommentar Schwarze mit großen Genitalien zu assoziieren ist rassistisch. In der U-Bahn plötzlich mit dem Blick auf einen schwarzen Mitfahrer über drogendealende Neger zu schimpfen ist rassistisch.

Es ist für die meisten Menschen aber viel einfacher, sich über ein einzelnes Wort zu erregen - ist schnell erledigt, kostet nichts, und man kann sich gut fühlen. Dem Stänkerer in der U-Bahn den Mund zu verbieten traut sich schon keiner mehr. Statt der Wortauslöschung ist die stärkere Sichtbarmachung durch aktive Bevorzugung von Schwarzen ein Weg zur Normalität. In der Polizei etwa. Oder in TV-Serien.

Die Botschaften der Massenmedien sind schlimmer als der "Mohr". Afrika läuft nur unter Krieg, Armut und Korruption. Wie ist die aktuelle Volkshilfe-Kampagne "Für ein Leben ohne Armut" illustriert? Richtig, mit einem schwarzen Kind. Obwohl laut Weltbank auch die Ukraine, Indien und Nicaragua unter den ärmsten Staaten der Erde sind.

Übrigens: Die Mohr-Firma heißt Eskimo - obwohl diese Volksgruppe Inuit heißt und so genannt werden will. (Michael Möseneder, DER STANDARD; Printausgabe, 25./26.7.2009)

Pro: Rassismusvorwurf gegen "Mohren"
Überlieferte Vorurteile - Auch wenn es beim Slogan "I will Mohr" nur um eine Eisbombe geht, die jetzt eine Rassismusdiskussion entfacht hat: Dass diese Art von Rassismus zur Sprache kommt, ist notwendig und wichtig

Zum Thema
Eskimo-Werbung regt auf: "I will mohr!": Werberat prüft - Eskimo: "Diskutieren gerade in alle Richtungen" - Für Black Community "schwere Beleidigung"

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 110
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kater bruno
00
30.7.2009, 13:11
Segier

Der Herr Simon Inou sollte lieber auf die Menschenrechte in Afrika achten und uns nicht segieren.

sc AN
00
30.7.2009, 11:04
standardniveau?


auf dem volkshilfe-plakat ist kein "schwarzes", sondern ein indisches kind zu sehen!

na, moeseneder, wo bleibt deine antwort?

"schaun eh alle gleich aus?"

Sissi Bussi
00
28.7.2009, 09:43
Unilever Antwort auf Protestmail

[...] We are dealing actively with the feedback received and are discussing the topic with people that feel offended. Mr. Inou from M-Media and other representatives has been invited to an open dialogue.
The advertisement has been immediately removed from our homepage. The booking period for our poster campaign expires this Friday (July, 31st, 2009). We do not use the possibility of extending the campaign for free until August, 15th, 2009. [...]

Andreas Haunholter
 
03
26.7.2009, 17:04

wer einer rasse soviel bedeutung zuschreibt, kann nicht ganz gesund sein.

Und warum sollten Schwarzafrikaner bevorzugt werden? Ist das nicht GEGEN die Gleichberechtigung?

bluebeard's 8th wife.
01
26.7.2009, 13:15
ach kinder,

dann kauft halt euer eis beim eissalon am eck.

dr. henry metzger
 
04
26.7.2009, 13:14

sich an einer bezeichnung abzuarbeiten ist allemal einfacher, als sich differenziert mit fremder und eigener vorstellung zu beschäftigen.

seit ich das "vergnügen" hatte, mir von professionellen antirassisten die welt erklären zu lassen, zweifle ich an der fähigkeit von identitätspolitikern, mit sozialen beziehungen angemessen umzugehen.

es ist allemal einfacher, lauthals "rassismus" zu rufen als sich ernsthaft mit der eigenen und der anderen kultur und sichtweise dialogisch auseinander zu setzen.

Sepp Kultura
 
10
26.7.2009, 11:51

ja die volkshilfe-kampagne. interessante sichtweise. noch interessanter, dass scheinbar niemand wirklich darauf eingeht.

Flavio Maffia
11
26.7.2009, 11:45

man kanns ja schlecht Iglu nennen oder?

früher in amerika durften keine schwarzen in den bussen fahren, bis es jemand gemerkt hat ;-)

aber genauso durften sie nicht vorne sitzen bis eine alte dame dies tat.

wenn ich mich unterhalte dann sage ich oft, dass ich so gerne ein butterbier oder einfach nur frische milch trinken will.

dazu muss man kein baby sein.

Nepal zb. ist ja das 2. ärmste land.

ich war dort und habe mich umgeschaut und auch so gelebt wie die einheimischen, nicht wie die touristen.

gut, ich kam nicht als schweizer sondern als italiener, was solls...?

das ist der diplomatenpass ;-)

grönländer, niederländer, inuit, eskimos?

wo ist da der unterschied.

manche sagen ja auch island und nicht iceland.

Otto der Bauer
 
13
26.7.2009, 11:03
das beste was seit langem im standard zu lesen war.

herr möseneder bringt es auf den punkt. gratulation.

politisch verfolgt
02
26.7.2009, 10:59
auf die veröffentlichung der repräsentativen umfrage

wie die volksgruppe der inuit bzw. eskimos genannt werden will, warte ich mit spannung. selten fand ich etwas spannender.

konski
03
26.7.2009, 10:42
ich mochte immer

das erdbeer-combino

Migros Kulturprozent
02
26.7.2009, 08:26
Stein des Anstosses:

Daß am Plakat groß „Mohr” steht, und der erklärende Zusatz „… im Hemd” erst unten zu finden ist. Der aus dem Kontext herausgelöste und alleingestellte Begriff zeigt (obwohl unten erklärt), wie wenig PC-lern reicht, einen Vorwand zu finden, um sich aufzuregen. Hätte die Headline (in diesem Zusammenhang sinnentleert, aber nur als Beispiel:) „More im Hemd” gelautet, würde diese ganze Diskussion gar nicht stattfinden. Wette ich.

coolio
01
26.7.2009, 07:56
nichts gegen das sommerloch

es ist ganz angenehm einige zeit ohne populismus und polarisation auszukommen. schließlich kostet es uns energie und bringt den absender ein kostenloses vorergebnis. natürlich habe ich aber auch nichts gegen die medien, die es kreativ zu füllen versuchen. auch wenn es von seiten der industrie kommt. jedoch bitte mit weniger penetranz bzw. schaltung: 1. weil sommer ist und 2. weil z.b. die
menschenrechtsorganisation die hier in diese pseudointellektuelle diskussion miteinbezogen wird gut mehr geld für echte probleme brauchen kann.

Belacqua
01
26.7.2009, 01:34

Ja, ist halt die Firma Eskimo rassistische, weil sie dieses Wort verwendet. Bissi eine Wortklauberei, hm?

Fritz wablhuber
50
25.7.2009, 22:55
Ich finde nichts dabei


und verstehe die Aufregung nicht. In meinem Land sagt man zum Wiener-Schnitzel auch N A Z I -Schnitzel.

Dr Fischer
00
28.7.2009, 17:43

bzw. die ganz geistreichen Leute aus deinem Land nennen es so...
(um welche glorreiche Nation handelt es sich da eigentlich?)

Dr. B
00
28.7.2009, 15:47

Das bessere Beispiel waere bei den Wuerstln zu finden. "Du bist a Wuerstl" ist im Wienerischen nicht unbedingt ein Ausdruck des Lobes. Trotzdem habe ich von Wienern noch keine Beschwerde gehoert, dass in Deutschland die Frankfurter "Wiener Wuerstchen" genannt werden. Ist ja auch potentiell beschimpfend aufzufassen.

Alois der Zorn
01
26.7.2009, 12:25

und? sollen wir uns jetzt anlulun und ganz beleidigt und betroffen tun? wie du deinen Breslteppich nennst is mir blunzn!

GreyPaladin
01
26.7.2009, 00:03

Und was ist "dein Land"? Argentinien oder Brasilien?

des geht si scho aus
00
25.7.2009, 23:24

tja und solch komischen bezeichnungen aus "ihrem" land legitimieren solche ausdruecke? komische logik(falsch da ueberhaupt logik dahinter steckt)

GreyPaladin
33
25.7.2009, 21:15

Dem Stänkerer in der U-Bahn den Mund zu verbieten traut sich schon keiner mehr.

Wo fahren die typen immer? Ich würd so gern endlich mal einen von denen treffen um ihn den Mund zu stopfen.

VioletterHütteldorfer
 
00
26.7.2009, 20:11

da möcht ich gern zuschauen

Otto der Bauer
 
03
26.7.2009, 12:44
ich denke der gängige begriff für sowas

ist maulheldentum ...

GreyPaladin
00
26.7.2009, 19:00

Ich weis nicht, ich hab sogar schon aufgehört Musik zu hören am weg in die arbeit, weil hier so oft von derartigen gesprochen wird. Aber irgendwie erwisch ich nie solche leute..
Ich denke der stänkerer ist ungefähr so ne Urban Legend wie "die Türken die keine Inländer reinlassen wollen".. da gibts eine handvoll, aber jede geschichte erzählt sich besser wenns nicht irgendwer sondern der Freund von nem Freund erlebt hat.

Data100
22
25.7.2009, 17:16
Zivilcourage

Zivilcourage gibt es schon lange keine mehr. Das ist auch kein Wunder bei Gesetzen welche einen Sofort zum Täter machen wenn "Überverhältnismäßig" gegen einen Angreifer vorgegangen wird. Nun was ist Überverhältnismäßig??? Geht man z.B. dazwischen wenn zwei Nazis einen z.B. Farbigen Zusammenschlagen und ist selbst zu dritt, und owe, owe, einer der Nazis hat dann eine gebrochene Nase dann ist man selber drann. Wer ist schon so selbstlos und hilft jemandem bei solchen Gesetzen?

Ich plädiere hier nicht für Selbstjustiz, doch aber für die aktive Verbrechensbekämpfung/Prevention in Absenz der Staatsgewalt. Auch würde sich schon alleine dadurch etwas ändern das die Täter in die Opfersituation fallen und somit Empathie ermöglicht wird.

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