Pro: Rassismusvorwurf gegen "Mohren"

Überlieferte Vorurteile

24. Juli 2009 18:38

Auch wenn es beim Slogan "I will Mohr" nur um eine Eisbombe geht, die jetzt eine Rassismusdiskussion entfacht hat: Dass diese Art von Rassismus zur Sprache kommt, ist notwendig und wichtig

Die Wiener Mehlspeisküche hat es in sich. Da bestellte man, um sich zum Sonntagskaffee etwas Gutes zu gönnen, über Jahre hinweg in der Konditorei einen "Mohr im Hemd" oder einen "Indianer mit Schlag". Und auf einmal wird einem dieser Genuss vermiest, nur weil der deftige Schokokuchen oder das schokoladeüberzogene Biskuit mit dem Oberskern Namen tragen, die Afrikaner oder US-amerikanische Ureinwohner verhöhnen?

Dass "unschuldige" Gaumenfreuden aus sprachlichen Gründen auf einmal politisch bedenklich werden - und man sich rückblickend fragen könnte, warum einem die seltsamen Namensgebungen nicht schon früher unangenehm aufgefallen sind -, geht vielen Menschen zu weit. Doch genau so, so unauffällig und selbstverständlich, funktioniert eben der sprachliche Rassismus: dort, wo er sich auf überlieferte, anachronistische Bilder stützt. Zum Beispiel auf den "Mohren", der - früher, als dieses Wort weithin verwendet wurde - als Angehöriger einer "minderwertigen Rasse" galt. Dessen Erwähnung direkt mit Sklaverei und Kolonialismus in Verbindung stand.

All das wird mittransportiert, wenn man das Wort "Mohr" im heutigen Österreich, in der heutigen Einwanderungsgesellschaft, verwendet. Noch dazu in der Werbung, die bekanntlich eines der wichtigsten optischen und verbalen Transportmittel ist. Auch wenn es beim Slogan "I will Mohr" nur um eine Eisbombe geht, die jetzt eine Rassismusdiskussion entfacht hat: Dass diese Art von Rassismus zur Sprache kommt, ist notwendig und wichtig. (Von Irene Brickner, DER STANDARD; Printausgabe, 25./26.7.2009)

Kontra: Rassismusvorwurf gegen "Mohren"
Bevorzugung statt Wortstreit- Eine Nachspeise ist nicht rassistisch. Und wenn ein Eiskonzern wie Eskimo die Sorte "Mohr im Hemd" mit dem Slogan "I will mohr" bewirbt, ist das ebenso wenig rassistisch

Zum Thema
Eskimo-Werbung regt auf: "I will mohr!": Werberat prüft - Eskimo: "Diskutieren gerade in alle Richtungen" - Für Black Community "schwere Beleidigung"

 

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Merkantilist
30.07.2009 09:22

Selten zuvor einen unsinnigeren kommentar gelesen...welcher afrikaner fühlt sich dadurch diskriminiert, dass österreichische kinder "mohr im hemd" oder was auch immer essen!!

unheil der sogenannten political-correctness!!

Joe De
29.07.2009 18:42
Das zeigt nur, dass der "Sonne besser angepasste Mitbürger" die Sprache nicht versteht.

Das zeigt nur, dass der "dunkle Mitbürger" die Sprache nicht versteht.

Mohr ist keineswegs rassistisch. Es ist ein heute nicht mehr gebräuchliches Wort.
Kommt eigentlich nur mehr im Mohr im Hemd bzw. beim Meindl-Mohren vor.
Wäre es rassistisch d.h. negativ besetzt wäre eine Werbung weder für Meindl noch für sonst wen möglich.
Selbst das Wort "Neger" ist nicht rassistisch - im Gegensatz dazu "Nigger" schon. Neger ist wie Nigro (Negrospirituals) nur die Übersetzung für Schwarzer (was hingegen mittlerweile schon eher einen negativen Unterton bekommt). "Ich bin neger!"= "Ich bin pleite!" würde niemand von sich sagen wenn Neger so ein schlimmes Wort wäre.
Die Personen, die sich diesbezüglich alterieren zeigen somit nur ihre sprachl. Defizite.

Joe De
29.07.2009 18:35
wenn Mohr negativ besetzt wäre dann gäbe es keinen Mohr im Hemd

wenn Mohr negativ besetzt wäre, dann gäbe es keinen Mohr im Hemd.
Mit einer Nachspeise assoziiert man etwas positives.
Ich könnte nie eine Nachspeise an den Mann/Frau bringen die z.B. Hundstrümmerl heißt da negativ besetzt.
So mit ist diese Diskussion lächerlich!:

Diskriminierung ist,...
, dass ich meine Sprache nicht mehr sprechen darf !
(gilt auch für die vielen -Innen !)

Ein "Schwarzer" zu einem "Weissen":
Wenn Du auf die Welt kommst bist Du ganz blau,
wenn Dir schlecht ist bist Du grün,
etwas in der Sonne und Du bist gleich rot,..
Warum nennst Du MICH "Farbiger"?

Dr. B
28.07.2009 15:40
Aenderung der Wortbedeutung mit der Zeit

Ein Problem bei der Argumentation in diesem Artikel ist, dass davon ausgegangen wird, dass sich die Bedeutung eines Wortes nicht aendert. Und deshalb wird behauptet, "All das wird mittransportiert, wenn man das Wort "Mohr" im heutigen Österreich, in der heutigen Einwanderungsgesellschaft, verwendet".

Es gibt aber viele Beispiele dafuer, dass sich Bedeutungen mit der Zeit aendern und heute nicht mehr der urspruenglichen Verwendung dienen. Beispiele hiefuer sind "gay" (freudig) und "nice" (ignorant) im Englischen oder "Dirne" (Jungfrau, Maedchen) im Deutschen.

Dementsprechend kann man aus alten Konnotationen nicht zwingend eine heutige Bedeutung ableiten.

standard_poster
27.07.2009 15:57
Und dann gibt's da noch...

- das Mohrenbräu (Vorarlberger Bier)
- mehrere Apotheken in Österreich, die den Namen Mohren verwenden (Wien, Bad Radkersburg, Oberpullendorf,...)
- Cafe zum schwaren Mohren (1070 Wien)
- Gasthaus zum Mohren (Sieghartskirchen)
- Cafe zum Mohren (St. Pölten)
- Hotel Mohren (Reutte)
- Drei Mohren Hotel (Linz)
- oder auch die "Große Mohrengasse in Wien!

Guzz Wansen
27.07.2009 00:20
Was ist mit dem berühmten

"einen N3g3r abseilen" oder
"einen B1mbo hinunterlassen"?

Sollten diese Ausdrücke etwa rassistisch gemeint sein? Natürlich sind sie das. Und was kann man tun? Sie nicht im Fernsehen sagen! Und was kann das Volk tun? Es zB kichernd in ihren Wirtshäusern verwenden.

Der angepisste Standard-Leser im Künstlerlokal kann natürlich die korrekte Verwendung wie: Einen Austro-Afrikaner hinablassen oder einen Afrikaner Schwarzer Hautfarbe ins Schwimmbad geleiten verwenden.

Den Leuten von der Neusprechabteilung wünsch ich viel Spass mit ihren Hirngespinsten. Wir brauchen junge Menschen die sich aus Zeitgeistern die Jobs selber machen. Gut gespielte Empörung führt zu super jobs als drittklassige journalisten. gratulation zu soviel irrsinn!

edu2
26.07.2009 23:07
Im Internettelefonbuch fand ich mindestens 70 Eintragungen mit dem Familiennamen Neger!

Sind sie alle faschistoide Rassisten? Ist die "Black Community" auch auf diese Menschen mit dem Namen Neger schwer beleidigt?
Abgesehen davon, ist es der "Black Community" genehm, dass ich einen Schwarzen Tee trinke, ohne Gefahr zu laufen von ihr als Rassist beschimpft zu werden?

Rosa Canina
26.07.2009 17:47
Die meisten Poster hier...

kennen wohl auch nicht die Bedeutung des Wortes "Eskimo" - aber sie verhalten sich sehr danach...

Irgendwie barbarisch... ;)

Dagmar Rehak
 
26.07.2009 16:02

Die Sprache ist vielleicht altmodisch, aber nicht grundsätzlich rassistisch. Man hat "Neger" früher genauso verwendet wie heute die erlaubten Ersatzworte. Und ganz, ganz früher, als meine Oma noch ein Kind war, hat man "Mohr" gesagt. Aber man hat immer das gleiche gemeint. Eine eventuelle rassistische Bedeutung ergab sich erst aus dem Zusammenhang.

Neu ist jetzt, dass man jetzt aufpassen muss, was man sagt, zu wem man was sagt und wer vielleicht zuhört. Sonst kann man nämlich ganz schön in Schwierigkeiten geraten. Dass man aufpassen musste, was man sagt, hat es auch früher gegeben.

querulant
28.07.2009 14:53
Sehr genau auf den Punkt gebracht.

Tubalkain
28.07.2009 00:30
bestreiken der gesamten blöden neuen Sprachregelung

da wurde so viel hinein interprätiert. ein Schwarzer ist und bleibt ein Schwarzer. Ich habe als Kind noch das Wort Neger verwendet und keinerlei Hintergedanken dabei gehabt. Was macht man nun mit den weissen Afrikanern (Buren z.B.)? Muss man die nun auch "Afrikaner" nennen? Die Chinesen sind stolz darauf, Chinesen genannt zu werden. Ich finde die ganze Diskussion blödsinnig und mache dabei nicht mit. Ich lasse mich von niemandem in geistige "Geiselhaft" nehmen. Es gibt mittlerweile viele Leute, die Afrikaner sprechen und Neger denken. so what - was wurde damit geändert? NICHTS.

Minimonk
26.07.2009 15:23

klarer Fall für die Zitrone der Woche ;-)

Otto der Bauer
 
26.07.2009 12:25
der/die zensorIn kanns heute wieder ...

... handzahmer als in meinen postings kann kritik gar nicht geäussert werden und dennoch werden sie stundenlang nicht freigeschalten ...

The Dark
26.07.2009 12:00
Und als nächstes

klagt dann Julius Meinl wenn man ihn noch einmal als Mohr bezeichnet!

Humphrey Gokart
Frank
26.07.2009 18:38

... falls Sie Jukius Meinl V. meinen, der is ja wirklich neger.

Flavio Maffia
26.07.2009 11:34

nana das ist ja kein rassismus!

ich meine JFK ist der grösste rassist aller zeiten!

wie kann man sagen man wäre ein berliner ohne ein hamburger zu sein?!?

in amerika hat man sogar einen flughafen nach ihm benannt und er war präsident.

soll man die zahl 88 von den Nummernschildern verbannen genauso wie das KZ oder das SS...?

ich meine die juden sagen ja auch gott, der herr.

warum darf man dann nicht heil hitler sagen....?!?

das ist die grösste schweinerei.

ich meine meine lieblingszahl ist immer noch die 55.

wenn ich sie mir auf die brust tätowieren will, wer will mich daran hindern?!?

oder wenn ich gg, schreibe.

wer weiss da schon was ich meine?

meine ich 66 oder 99 oder GG oder gg....?

Gerald R.
27.07.2009 23:08

mit verlaub. wenn ich mir ihre gesammelten postings so durchlese, kommt bei mir der verdacht auf, dass sie gewaltig einen an der klatsche haben. aber andererseits sind schon ein paar echt unterhaltsame stücke dabei. wär vielleicht eine idee die mal gesammelt a la "ansichten eines narren" zu veröffentlichen oder zumindest im netz zu veröffentlichen. für freunde des absurden humors wär da schon was dabei

bixente uhudla
 
26.07.2009 15:31

gerade einen fliegenpilz geraucht?

Flavio Maffia
09.08.2009 11:54

ich dachte das kaut man getrocknet, ca. 1/4...?

;-)

politisch verfolgt
26.07.2009 11:04
sklaverei und kolonialismus

zwei bereiche, bei denen gerade österreich federführend war, wie uns frau brickner demnächst vermutlich erklären wird. zwingend logisch, daß unfaßbarkeiten wie "mohr im hemd" ausschließlich hierzulande aus kranken rassistengehirnen geboren werden konnten.

VioletterHütteldorfer
 
26.07.2009 20:03

haha :D

Nobody does it better
26.07.2009 10:56
Ich glaube dass man in Österreich nicht vernünftig und ausgewogen

über Rassismus sprechen kann, weil die beiden extremsten Antipoden (Rassisten und Antirassisten) mehr verbindet als sie zuzugeben bereits sind:
- radikale Positionen
- Dogmatismus und Scheuklappendenken
- fehlendes Unvermögen für die Vielfalt der Welt

Wie wäre die Welt besser?

"Man soll nicht das bekämpfen, was man nicht haben möchte, sondern das stärken, was man haben möchte"

politisch verfolgt
27.07.2009 00:18
"Man soll nicht das bekämpfen, was man nicht haben möchte, sondern das stärken, was man haben möchte"

über den satz diskutieren sie am besten mal mit einem widerstandskämpfer.

konski
26.07.2009 10:26
dies ist

mein leib
einfach göttlich...

dr. satanas
26.07.2009 10:00
gratulation an fr. brickner!

soviel stuss in einem so kurzen artikel unterzubringen ist ja schon rekordverdächtig!

höllisches gelächter ;-)

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