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Die für diese Woche angekündigte koalitionsinterne Einigung zur Einführung eines einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldes ab 2010 - 80 Prozent des letzten Nettobezugs, monatlich mindestens 1000 und höchstens 2000 Euro - wurde erneut verschoben. Experten sollen nun klären, wie die noch offenen Punkte geregelt werden sollen: insbesondere die Frage, ob auch Allein-erziehende die maximale Bezugsdauer von 14 Monaten - die bei Paaren dann gilt, wenn der zweite Elternteil mindestens zwei Monate in Karenz geht - geltend machen können.
Dass die Details bald fixiert werden und die Neuregelung nächstes Jahr kommen kann, steht sehr zu hoffen: Denn die geplante neue Option, die die bestehenden drei Varianten mit relativ niedrigen einkommensunabhängigen Pauschalbeträgen ergänzen soll, stellt einen wichtigen Schritt hin zu einer höheren Väterbeteiligung dar.
Diese wird bisher nur dadurch gefördert, dass die maximale Bezugsdauer des Kinderbetreuungsgeldes nur dann gewährt wird, wenn beide Elternteile in Karenz gehen. (Wie wenig effektiv diese Regelung ist, zeigt sich übrigens in der mit derzeit 4,5 Prozent nach wie vor geringen Väterbeteiligung). Künftig bietet die einkommensabhängige Ersatzleistung einen gewissen Anreiz dafür, dass der Partner mit dem höheren Einkommen einen (größeren) Teil der Kinderbetreuung übernimmt. In Österreich, wo der geschlechtsspezifische Einkommensunterschied fast am höchsten in der EU ist, ist ein solcher Anreiz besonders relevant.
Auch sollte die Neuregelung dazu beitragen, dass sich die Babypausen verkürzen. Vor dem Hintergrund empirischer Ergebnisse, wonach lange Erziehungszeiten zu beträchtlichen Lohneinbußen führen, ist deren Verkürzung ein bedeutender Beitrag zur Angleichung der Frauen- an die Männerverdienste. Nicht zuletzt ist Druck auf den weiteren Ausbau der bisher sehr begrenzten Betreuungseinrichtungen für Kinder ab einem Jahr zu erwarten. Diese sind, bei entsprechender pädagogischer Qualität, der frühkindlichen Entwicklung sehr förderlich, wie Untersuchungen in Ländern mit hohen Kleinkind-Betreuungsquoten belegen.
Die deutschen Erfahrungen mit dem 2007 eingeführten einkommensabhängigen Elterngeld geben Anlass für optimistische Erwartungen an die geplante österreichische Reform. Zwar ist ein positiver Einfluss auf die Geburtenrate (noch) nicht erkennbar, sehr wohl aber auf die Väterbeteiligung; und das trotz weniger attraktiver finanzieller Konditionen.
Schon eine Ersatzleistung von 67 Prozent des vorherigen Einkommens mit einer Untergrenze von 300 Euro und einer Obergrenze von 1800 Euro erhöhte innerhalb eines Jahres die Väterbeteiligung in Paarhaushalten von 3,5 auf gut 17 Prozent. Ein Engpass ist noch die ausreichende Verfügbarkeit von Betreuungseinrichtungen. Mit dem Tagesbetreuungsausbaugesetz wird aber ein bedarfsgerechtes Angebot an Betreuungseinrichtungen angestrebt. Zudem soll ab 2013 ein Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab dem zweiten Lebensjahr gelten.
Auch nach der Reform geben in einer aktuellen Befragung 68 Prozent der Männer in Deutschland an, gar nichts oder nur einen kleinen Teil zu Kindererziehung und Hausarbeit beizutragen. Damit sich das ändert, bedarf es eines grundlegenden gesellschaftlichen Wandels, der seine Zeit dauert und auf einer Reihe von aufeinander abgestimmten Maßnahmen beruht. Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld ist zwar keine Wunderwaffe, aber doch ein wesentlicher Bestandteil des erforderlichen Instrumenten-katalogs. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25./26.7.2009)
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Ist die Verkürzung der Familienpause wirklich das richtige Ziel? Ich finde, Familie sollte kein Pausenfüller sein, sondern die Basis und Quelle unseres Zusammenlebens. Wir sollten nicht über oberflächliche Details wie Beträge und Monate nachdenken, sondern über darüber, wie leben und unsere Kinder aufwachsen sehen wollen.
Ich bin froh, dass meine inzwischen jugendlichen Kinder ihre Kindheit daheim verbringen konnten, in ihrem Elternhaus und nicht in Institutionen. Kinder brauchen einen geschützten Rückzugsraum, von dem aus sie in Eigenregie die Welt entdecken können.
Wenn Kinder in der Familie nicht genug Lernmöglichkeiten finden, dann stimmt mit der Familie etwas nicht.
Gerade die Bereiche unter 2000 Euro sind besonders heikel, zB wenn der mit 1500 Euro besser verdienende Mann plötzlich nur 1200 bekommt und die Frau voll bei 1000 Euro arbeiten geht.
Bei einem Jahr "Vater daheim" hieße das für die Familie ja 3600 Euro Verlust.
Was die Kinderbetreuung betrifft, herrscht bei uns ein Idealbild - de fakto - aus den 30er-Jahren vor, dass es davor und danach, wahrscheinlich für die große Mehrheit auch zu dieser Zeit, nie gegeben hat.
Je weiter man zurückschaut, desto mehr wird erkennbar, dass Kinderbetreuung nie reine Muttersache (fokussiert auf eine Person) war, sondern in der Gemeinschaft mehr oder minder großer Familienverbünde statt gefunden hat. Damit waren auch die Lasten ganz anders verteilt.
Und auch die Lernmöglichkeiten der Kinder.
Wie wäre es aber, mal darüber nachzudenken, wieder dieses eindimensionale Kleinfamilienideal zu hinterfragen.
Viele Kosten des Staates/der Gesellschaft entstehen auch deswegen, weil es angemessene Familienverbünde nicht mehr gibt.
Dass beide Eltern in den ersten Lebensmonaten und -jahren ihre Kinder betreuen und damit auch Beziehung zu diesen herstellen, eine familiäre Gemeinschaft schaffen, ist wichtig. Wann soll es den geschehen, wenn nicht in dieser Zeit? Das Ziel, Eltern und Kinder möglichst bald von einander zu trennen als positives gesellschaftspolitsches Ziel zu postulieren halte ich für problematisch. Früher waren das Ziele von Staaten a la DDR.
Ja, die bösen Sozialisten und ´Kommunisten.
Hatten eine ganztages Kinderbetrueung und einen Schul- Hort, wo mit den Kindern gemalt, gespielt und die Hausaufgaben gemacht wurden. Schon im Kindergarten wurden einfache Schreibübungen gemacht. Die Schulische Bildung und die wissenschaftlichen Leistungen dieser Länder waren vorbildlich. Aber ja nicht darüber nachdenken, das war ja alles schlecht.
Woher stammt überhaupt die Weisheit, die Kinder von anderen Kindern fernzuhalten wäre eine gute erzieherische Maßnahme?
Es geht nicht darum Kindern von Kindern fernzuhalten!
Es geht darum Kindern und Eltern zumindest ein paar Monate Zeit für Beziehungsaufbau zu lassen - ungestört von Berufsstress und Karriereplanung!
Die DDR war ein totalitärer Staat, der alles und jeden kontrollieren wollte. Da galt es autonome Gemeinschaften, wie Familien, rechtzeitig auseinanderzunehmen. Indoktrinierung konnte nicht früh genug beginnen, Marginalisierung erleichterte die Kontrolle. Es wundert einfach, wenn nun auch in unserer Gesellschaftsordnung die ehebaldigste Trennung von Kindern und Eltern so favorisiert wird.
und ich hatte eine wunderbare Kindheit. Pionierorganisation hat meistens Spaß gemacht. Meine Eltern hatten genug Zeit für mich und waren beide brufstätig. Ich war in Kinderkrippe, Kindergarten und Schulhort und es war toll immer die Freunde um sich herum zu haben, mit denen man spielen konnte.
Ständig zu Haus zu sein hätte mich jedenfalls unglaublich genervt. Schon ein bis zwei Wochen bei den Großeltern konnte ganz schön einengend sein.
Ausserdem sollt eman auch bedenken, daß der Haussegen in den meisten Familien nicht grad um besten bestellt ist und es für viele Kinder wesentlich besser wäre weniger bei ihren Eltern zu sein. Eltern, die Zeit mit ihren Kindern verbringen wollen können das ja tun.
Ich denke, daß es nicht unbedingt zielführend ist, die Entwicklung eines Menschen mit der von Tieren zu vergleichen, ... aber ist der Familienbund und das Rudel in der Natur nicht erstrangig zum Schutz der Individuen? Der Lernprozess dürfte wesentlich vom Nachahmen und Konfrontation mit Problemen abhängen und viel weniger von speziellen Personen. Wenn ich mich jetzt einmal weit aus dem Fenster lehnen darf, könnte ich behaupten, daß die Familie an sich ein überholtes Konzept ist und man dem Nachwuchs von Anfang an die besten Möglichkeiten, denn den Familiären Zwang bieten sollte.
Ein Gefühl betreffend des allgemeinen Bildungsstandes läßt mich auch eher eine stärker gesellschaftlich verantwortliche Ausbildung befürworten.
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