HTC Hero: Eine Versuchung in Android

26. Juli 2009, 12:53
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Schickes Interface, starke Widget-Einbindung, bessere Batterielaufzeit und zusätzliche Anwendungen lassen das Hero glänzen - Performance hingegen nur teilweise überzeugend

In den letzten Jahren ist im Mobilfunkbereich kaum ein Stein auf dem anderen geblieben, neue Geräte und Betriebssysteme setzen den eingesessenen Lösungen gehörig zu. Neben Apples iPhone ist es auch Android, das mobile OS von Google, das hier eine starke Aufwärtsentwicklung verzeichnet. In einer ersten - noch mit einigen Kanten und Ecken behafteten - Version erst vergangenen Herbst erschienen, hat es sich mittlerweile recht flott herausgeputzt. Kein Wunder also, dass mittlerweile eine erkleckliche Anzahl von Herstellern angekündigt hat, eigene Geräte mit dem Linux-basierten Betriebssystem ausliefern zu wollen.

Hero

Platzhirsch in der Android-Welt ist bislang allerdings HTC. Das taiwanesische Unternehmen hat nicht nur gemeinsam mit Google das erste Android-Handy überhaupt, das T-Mobile G1, entwickelt sondern auch mit dem HTC Magic bereits ein zweites Modell auf dem Markt. Bislang hielt man sich dabei recht nah an die offizielle Google-Software, dies hat mit einem neuen Modell nun - zum Teil - ein Ende: Das HTC Hero poliert nicht nur das Interface von Android ganz gehörig auf, es spendiert dem Betriebssystem eine Reihe von neuen Features. Bereits in Kürze soll das Hero über den heimischen Fachhandel verteilt werden, mit Vertrag wird dann auch bald bei T-Mobile (hier als T-Mobile G2 Touch benannt) und Orange erhältlich sein. Mittlerweile hat es ein Testgerät in die Redaktion des WebStandard geschafft, welches wir natürlich umgehend etwas näher unter die Lupe nehmen wollen.

Hardware

Der erste Eindruck beim Auspacken: Das HTC Hero ist mit seinen 112 x 56.2 x 14.35 mm etwas kleiner als es auf den Fotos den Eindruck macht, für seine 135 Gramm wirkt es dabei überraschend leicht. Durch die Randabschrägungen liegt es äußerst gut in der Hand, der kleine Knick am unteren Ende - der beim G1 noch kritisiert wurde, da es dort der Tastatur im Weg steht - erweist sich hier als Design-Vorteil, lassen sich doch Trackball und Tasten so leichter benutzen. Damit wäre auch schon ein entscheidendes Merkmal des Hero ausgeplaudert, es kommt ohne physische Tastatur aus, die Texteingabe erfolgt ausschließlich über den Touchscreen.

Display

Dies gilt natürlich auch für die restliche Steuerung, entsprechend nimmt der 3,2 Zoll durchmessende Touchscreen die zentrale Rolle am Device ein. An der Bildqualität des TFT-LCDs mit HVGA-Auflösung (320x480) gibt es wenig zu mäkeln, ganz im Gegenteil liefert der Screen ausgezeichnete Ergebnisse, auch die Reaktion auf die Fingereingaben ist durchwegs flott. Eine spezielle Beschichtung verhindert dabei, dass das Display all zu schnell verschmiert. Alternativ gibt es zur Steuerung noch den kurz schon erwähnten Trackball, der eine durchaus interessante Ergänzung zur reinen Touch-Steuerung bildet. Unter dem Touchscreen befinden sich außerdem noch insgesamt sechs Buttons, neben "Abheben" und "Auflegen" ist das noch ein Knopf, um auf den Home-Screen zurückzukehren, einer um das Menü aufzurufen, ein weiterer um die Suche aufzurufen sowie ein Button um zur jeweils vorangegangen Seite zurückzukehren.

Kopfhörer

Auf der linken Seite sind dann zusätzlich noch zwei Knöpfe zur Lautstärkenregulierung angebracht. Anschluss an die PC-Welt und an ein Ladegerät gibt es über die von HTC gewohnte ExtUSB-Schnittstelle, erfreulicherweise hat sich der Hersteller zwischenzeitlich dazu entschlossen auch eine standardmäßige 3,5mm-Kopfhörerbuchse zu verbauen - ein echtes Plus gegenüber älteren Modellen. Und um die Beschreibung des Aufbaus des Geräts abzurunden: Auf der Rückseite ist die verbaute 5 Megapixel-Kamera mittig angebracht.

Farben

Erhältlich ist das Hero in vier verschiedenen Farbausführungen: Weiß, Braun, Silbergrau und Schwarz. Wir hatten ein Modell in Braun, dass selbst diese Anti-Farbe dem Gerät gut zu Gesicht stand, ist ein beredtes Beispiel für das gelungene Design, das in so mancher Kritik schon recht treffend als Retro-Futuristisch bezeichnet wurde . Etwas spezieller als die anderen ist übrigens die Ausführung in Weiß, ist diese doch mit einer Teflon-Beschichtung versehen, um sichtbare Fingerabdrücke zu vermeiden.

Eckdaten

Das HTC Hero ist ein Quad-Band-Mobiltelefon samt UMTS/HSPA-Unterstützung, es besitzt einen GPS-Controller, sowie Lagesensoren, einen elektronischen Kompass und WLAN-Support. Es unterstützt Bluetooth 2.0 samt A2DP für drahtlose Kopfhörer. Die Sprachqualität ist sehr gut, selbige Klassifizierung gilt auch für den Ton bei der Audio-Wiedergabe über Kopfhörer. Der externe Lautsprecher ist überraschend laut und liefert in diesem Rahmen durchaus brauchbare Qualität. Etwas negativ aufgefallen ist hingegen der Signalempfang, dieser liegt zwar in etwa auf dem Niveau des aktuellen iPhone, das T-Mobile G1 hat hier aber auch im städtischen Bereich wesentlich weniger "Aussetzer".

Speicher

Ein entscheidendes Plus ist die Speicherausstattung mit 288 MByte, das T-Mobile G1 (=HTC Dream) musste hier noch mit 192 MByte auskommen. Für die Firmware bietet man mit 512 MByte gleich den doppelten Platz als beim G1, beides Werte die allerdings mit dem HTC Magic ident sind. Wer auf ein Upgrade bei der CPU gehofft hat, wird enttäuscht: Angetrieben wird das Hero von einem Qualcomm ARM-Prozessor, der mit 528 MHz getaktet ist, eine Wahl, die in Peformancefragen nicht ganz mit der Ausstattung von Palm Pre oder iPhone 3GS mithalten kann.

Erweiterung

Speicherplatz für die eigenen Daten gibt es über eine MicroSD-Karte, von Haus aus wird hier ein Modell mit 2GByte ausgeliefert, das lässt sich allerdings bis zu 32 GByte aufrüsten. Das Ganze ist aber offenbar nicht für einen regelmäßigen Austausch gedacht, für den Zugriff auf den MicroSD-Slot muss zunächst einmal die Rückabdeckung des Geräts geöffnet werden.

Batterie

Die Batterie des HTC Hero spezifiziert der Hersteller mit 1350 mAh, sie ist damit um rund 20 Prozent stärker als jene des G1. Eine Extra-Zeit, die auch bitter nötig ist, wie wohl die meisten BenutzerInnen aktueller Smartphones mit hohem Datenaufkommen und UMTS-Support bestätigen können. Offiziell listet HTC eine maximale Sprechzeit von 470 Minuten, im Standby-Modus soll das Ganze an die 440 Stunden halten. Ein Wert, der freilich in der Realität vollkommen illusorisch ist, will man nicht auf jegliche Services verzichten, die das Gerät überhaupt interessant machen. Power-UserInnen werden also auch hier nicht herumkommen, das Gerät jede Nacht frisch aufzuladen, im Gegensatz zum G1 kamen wir in unseren Tests aber immerhin tatsächlich ohne Zwischenladungen tagsüber aus.

Android

Der wirkliche Star der HTC Hero ist aber ohnehin die Software: Wer bereits frühere Android-Handys kennt, dem wird vieles bekannt vorkommen - und manches doch ganz anders anmuten. Denn das Hero ist kein Gerät mit "Google Experience", die tiefe Integration mit den Services des Softwareherstellers entfallen - zumindest teilweise - dafür hat HTC die Firmware stark angepasst und erweitert. Dies fällt auch gleich bei der initialen Einrichtung auf, so ist zwar weiterhin der automatisch Abgleich von Adressbuch, Kalender und Co. mit einem GMail-Account möglich, alternativ können die BenutzerInnen all dies aber auch per Microsofts Active Sync vornehmen. Das heißt auch: Im Gegensatz zum T-Mobile G1 und dem HTC Magic bietet das Hero von Haus aus Exchange-Unterstützung für Mail, Kalender und Kontakte - gerade für den Business-Bereich ein echtes Plus.

Sense

Zentrales Element der Android-Umbauten a la HTC ist das "HTC Sense" User Interface, das dem mobilen Betriebssystem einen wesentlich moderneren Look verpasst. Doch die Neuerungen beschränken sich dabei keineswegs nur auf neue Themes oder Icons, so setzt man hier primär auf die konsequente Nutzung von Widgets. HTC hat hierzu eine Vielzahl an eigenen Widgets entwickelt, die sich als äußerst nützlich erweisen. Die Palette reicht vom Wetter-Applet über den Direktzugriff auf die beliebtesten Kontakte und die Steuerung des Musikplayer bis zu Aktienkursen, Fotoalben und einer erklecklichen Auswahl an Uhren.

Twitter und Co.

Wirklich spannend wird es aber dort wo die Widgets die Funktionalität der zugehörigen Programme zu weiten Teilen ersetzen: So können etwa Twitter-Nachrichten nicht nur angezeigt werden, es können auch gleich neue Status-Updates abgeschickt werden, die aktuellsten Mails lassen sich samt Anreißer darstellen, ebenso die neusten SMS-Mitteilungen - all dies direkt vom Home-Screen aus. Um diesem Widget-Konzept den nötigen Raum zu geben, hat HTC die Zahl der virtuellen Oberflächen von drei auf sieben Stück erweitert, zwischen diesen lässt sich bequem mit dem Finger scrollen.

Scenes

Ein weiteres zentrales Konzept von Sense sind die "Szenen": Diese fassen die individuellen Zusammenstellungen der Home-Screens in einem Paket zusammen. So lässt sich denn einfach zwischen verschiedenen solcher Szenen wechseln - etwa ein Layout für die Arbeit, ein anderes für die Freizeit. Der Wechsel dauert zwar ein paar Sekunden, trotzdem ein recht nettes Zusatzfeature.

Soziale Netzwerke

Twitter wurde schon kurz angesprochen, doch auch sonst setzt die Hero-Software auf tiefe Integration mit sozialen Netzwerken, im Moment bedeutet das zusätzlich noch Flickr und Facebook. So lassen sich denn etwa im Adressbuch die neuesten Bilder eines Kontakts ebenso schnell erreichen, wie ein Überblick über die letzten Status-Updates gewährt wird. Im Gegensatz zum Palm Pre werden aber nicht einfach alle Facebook-Accounts ins Adressbuch übernommen, statt dessen müssen solche Verknüpfungen manuell eingetragen werden - bei vielen Kontakten sicher ein Plus für die Übersichtlichkeit.

Umarbeitungen

Überhaupt ist der Kontaktbereich äußerst gelungen überarbeitet worden, werden hier doch auch die letzten SMS und Mail-Konversationen mit einer Person übersichtlich präsentiert. Auch hat man das eine oder andere Manko der Original-Android-Firmware behoben, so lassen sich beim Hero nun auch endlich Kontakte als VCard weiterleiten. Ebenso ist das Versenden von Gruppen-SMS - und das Erstellen von entsprechenden Gruppen - nun einfach möglich. Die Nummerneingabe wurde ebenfalls ausgetauscht, nett dabei der Ansatz dies auch gleich mit einer Suche durch die Kontakte zu kombinieren.

Office-Support

Neben dem Exchange-Support kann das Hero noch mit zwei weiteren erfreulichen Überraschungen aufwarten: So sind hier auch ein eigener PDF-Reader sowie QuickOffice zur Anzeige von Microsoft-Office-Dokumenten installiert. Für jene, die die entsprechende Funktionalität benötigen, auch finanziell ein echter Gewinn, gehören die drei Anwendungen doch zu den teuersten im Android Market.

Browser

Einer der Bereiche in denen bisherige Android-Geräte noch so manchen Aufholbedarf gegenüber der iPhone-Konkurrenz hatten, ist der Browser. Ein Umstand, der wohl auch HTC durchaus bewusst ist, insofern hat man hier einige Verbesserungen vorgenommen. Die wichtigste gleich vorneweg: Das HTC Hero ist ein Multitouch-Gerät, es lässt sich hier also mit der vom Apple-Handy gewohnten Pinch-Geste tiefer in eine Seite hineinzoomen, auch der Doppelklick zum automatischen Heranzoomen an eine Stelle funktioniert bestens. Zusätzlich versucht der Hero-Browser den Text-Umfluss automatisch dem aktuellen Zoom-Grad anzupassen, eine in manchen Situationen sehr nützliche Eigenschaft, bei komplexeren Seiten aber auch eine, die schon mal zu Verzögerungen führt.

Speed

Überhaupt gilt: Der Browser des Hero ist zwar recht flott, mit der Geschwindigkeit des iPhone 3GS kann man allerdings noch nicht mithalten. Das äußert sich in unterschiedlichsten Bereichen, vom langsameren Seitenaufbau bis zu einem nicht gar so flüssigen Zoom-Verhalten. Hier rächt sich wohl die langsamere CPU, die Rendering Engine Webkit teilen sich ja beide Geräte. Grafisch aufpoliert hat man den Wechsel zwischen mehreren offenen Seiten, hier kommen nun Miniaturgrafiken der einzelnen Pages zum Einsatz. Ähnliches gilt für die Bookmarks, die übrigens auch direkt über ein Widget am Desktop aufgerufen werden können.

Flash

Darüber hinaus bietet das Hero aber auch ein Feature, das man bislang der Konkurrenz voraus hat: Der eigene Browser besitzt Flash-Support. Ob dies ein Vor- oder Nachteil ist, mag der individuellen Einschätzung der LeserInnen überlassen bleiben. So wirklich überzeugen kann das Ganze derzeit jedenfalls noch nicht, zwar werden Flash-Videos korrekt angezeigt, die Performance ist dabei in der Regel allerdings nicht wirklich überzeugend. Auch bliebe einmal zu überprüfen, welchen Einfluss rechenintensive Flash-Werbung auf die Batterielaufzeit hat.

Musikalisches

Einer jener Bereiche mit den meisten Veränderungen gegenüber dem Default-Android-System ist fraglos der Musikplayer. Wirkt dieser beim G1 oder beim HTC Magic noch recht lieblos, glänzt das Hero mit einem ästhetisch deutlich ansprechenden Äußeren. Die Album-Art steht hier ganz im Vordergrund, natürlich Covers-Flow ähnlich aufbereitet. Ein kleine Nettigkeit: Laufende Musik lässt sich auch direkt am Lock-Screen steuern, was den Zugriff auf die entsprechenden Funktionen erheblich abkürzt. An Musikformaten unterstützt man MP3, AAC(AAC, AAC+, AAC-LC), AMR-NB, WAV, MIDI und Windows Media Audio 9.

Video

Weniger begeisternd da schon die Video-Unterstützung, beziehungsweise das weitgehende Fehlen davon. Zwar kann das Hero prinzipiell mit MPEG-4, H.263, H.264 und Windows Media Video 9 umgehen, einen fix integrierten Video-Player sucht man - jenseits der spezifischen Youtube-Anbindung - allerdings vergebens. Immerhin können über die Kamera/Album-Anwendung eigene Aufnahmen betrachtet werden, hier ließen sich zwar auch kopierte Medien abspielen, der Performance zuliebe sollte man diese aber zuvor noch auf die Hardware des Hero optimieren. Eine eigene Anwendung hierfür liefert HTC nicht.

Kamera

Die Kamera bietet mit fünf Megapixel eine deutlich höhere Auflösung als G1 und Magic - und ist dabei dann doch ein beredtes Zeugnis dafür, dass Megapixel nur eine begrenzte Aussagekraft über die Bildqualität haben. Sind doch die gelieferten Ergebnisse kaum besser als bei den Vorgängermodellen, die noch mit 3,2 Megapixel auskommen mussten. Vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen ist kaum ein scharfes Bild zu erzielen, das Fehlen eines Blitzlichts macht sich hier negativ bemerkbar. Das heißt nicht, dass das Hero schlechte Bilder macht, vor allem bei guter Ausleuchtung lassen sich durchaus ansprechende Ergebnisse erzielen, im Vergleich zur Konkurrenz liegt man irgendwo im unaufregenden Mittelfeld. Neben Bildern kann das Hero auch Videos aufnehmen, dies allerdings nur mit maximal 352x288 Pixel. Warum HTC hier keine höhere Auflösung zulässt, wird schnell klar, wenn man bemerkt, dass es schon bei den jetzigen Qualitätseinstellungen immer wieder zu Hängern kommt.

Share

Erfreulicher in diesem Bereich schon die Online-Anbindung: So können Videos nicht nur per Mail oder MMS verschickt werden, wer will kann sie auch gleich auf Youtube hochladen. Fotos lassen sich noch etwas breiter sharen, Flickr, Facebook, Picasa und Twitter (bzw. Twitpic und Twitgoo) sind nur ein Teil der potentiellen Zielorte. Der integrierte Bildbetrachter wurde ebenfalls aufgewertet, Multitouch-Zoom und ein neues Interface machen die Benutzung wesentlich angenehmer.

Maps und Suche

Eine Anwendung, bei der Multitouch leider nur durch seine Abwesenheit auffällt, ist Google Maps. Bleibt zu hoffen, dass der Hersteller - oder Google - hier noch nachbessert, immerhin macht das Zoomen per Pinch-Geste gerade den Kartenservice erheblich intuitiver zu nutzen. Ein weiteres Plus der Hero-Software ist eine konsequente Umsetzung der Suchfunktion, je nach offenem Programm werden hier dann entweder die aktuellen SMS, neue Tweets oder auch das Musikangebot durchsucht. Am Desktop selbst wird allerdings "nur" eine Google-Suche aufgerufen, um so mehr bleibt zu hoffen, dass HTC hier künftige Firmware-Versionen auf Android 2.0 "Donut" basieren wird, kommt mit diesem doch ein universelle Suche.

Firmware-Abwägungen

Doch da haben wir auch gleich einen kleinen aber nicht zur vernachlässigenden Pferdefuß bei der angepassten Firmware: Ob es Softwareupdates für das Hero basierend auf neueren Android-Releases geben wird, ist eine Frage auf die man sich bei HTC derzeit nicht festlegen will. Während Geräte mit "Google Experience" nun schon einige Updates spendiert bekommen haben, ist die Softwarezukunft des Hero - derzeit - nicht ganz so klar. Das mag in früheren Handy-Zeiten eine kleine Randnotiz gewesen sein, mittlerweile hat die Bedeutung der Software aber einen wesentlich höheren Stellenwert erreicht. Sowohl Apple als auch Google versorgen die NutzerInnen regelmäßig mit Feature-Updates, etwas das von den NutzerInnen auch zunehmend erwartet wird. Bleibt also zu hoffen, dass die Zurückhaltung von HTC in dieser Frage lediglich einer vorsichtigen Ankündigungspolitik geschuldet ist.

Keyboard

Angesichts des Fehlens einer physischen Tastatur ist die Qualität des Onscreen-Keyboards von um so größerer Relevanz, glücklicherweise gibt es hier durchwegs positives zu berichten: HTC hat sich viel Mühe gegeben, das Tippen so angenehm wie möglich zu machen, gegenüber der Original-Android-Firmware ist nicht nur die Aufteilung angenehmer, es gibt zusätzlich auch eine einfach zu benutzende Autovervollständigung. Ein kleines Manko dabei allerdings, dass sich nur eine Sprache einstellen lässt, wer in mehreren Sprachen kommuniziert wird das Feature also schnell entnervt abdrehen.

Vermischtes

Zur Standardausstattung des HTC Hero gehört außerdem noch eine Weltzeit-Uhr samt Stoppuhr, Alarm und Timer sowie eine grafisch sehr ansprechend gelungene Wettervorschau. Vieles weitere lässt sich über den Android Market nachrüsten, der sich in den letzten Monaten mit einer erklecklichen Anzahl an interessanten Anwendungen gefüllt hat. Allerdings mussten wir im Test auch mit einem unerfreulichen Problem kämpfen: Einige der auf einem anderen Android-Handy - aber mit dem gleichen Account - gekauften Anwendungen ließen sich hier nicht noch einmal installieren. Selbst ein vorheriges Deinstallieren auf dem anderen Gerät half nichts. Bleibt zu hoffen, dass es sich hierbei nur um ein vorübergehendes Problem handelt, sonst könnte sich der Wechsel von einem Android-Gerät auf ein anderes zu einer reichlich unerfreulichen Erfahrung für die NutzerInnen entwickeln.

Performance

Bleibt ein entscheidender Punkt zu klären: Die Performance-Frage. Doch das Resultat ist beim Hero in diesem Bereich ein durchaus zweischneidiges. Einerseits ist das Gerät in vielen Bereichen spürbar schneller als das G1 und auch das Magic, andererseits stellen sich gerade die von HTC so gepushten Widgets als Problembereich dar. Vor allem wenn im Hintergrund eine Anwendung läuft - etwa der Musikplayer - werden manche der grafisch aufwändigeren Widgets unangenehm verlangsamt. Aber auch ohne zusätzlicher Belastung kommt es immer wieder einmal zu kurzen Hängern, etwas das die ansonsten äußerst gelungene BenutzerInnenführung erheblich abwertet. Ein Beispiel dafür ist ausgerechnet die - häufig genutzte - Rückkehr auf den Home-Screen: Dabei wird jedes Mal eine Uhr-Animation ausgeführt, die kurz alles einfrieren lässt.

Begeisterung

Trotz all den hier erwähnten Einschränkungen kann das HTC Hero durchaus überzeugen, in einigen Bereichen sogar begeistern. Die vom Hersteller vorgenommenen Verbesserungen der Android-Firmware machen praktisch durchgehend Sinn, der frische Look kann sich nun endlich auch mit iPhone, Palm Pre und Co messen. Die Hardware ist hervorragend verarbeitet, der Android Market ein stetig wachsender Quell an neuen Funktionen.

Vergleiche

Das beste bislang erhältliche Android-Handy ist das HTC Hero damit locker, sieht man einmal von jenen NutzerInnen ab, die nicht ohne physische Tastatur auskommen. Mit der Konkurrenz des iPhone 3GS - wohl das am ehesten zu vergleichende Gerät in dieser Klasse - befindet man sich zumindest auf Augenhöhe, beide haben ihre spezifischen Vor- und Nachteile. So ist das iPhone in manchen Dingen noch einen Tick flotter und runder, dafür gibt es beim Hero wesentlich weniger Einschränkungen für Dritt-Anwendungen, sei es Multitasking, sei es der direkte Zugriff auf die Hardware.

Verfügbarkeit

Das HTC Hero soll ohne Vertrag für einen Preis von 499 Euro erhältlich sein. Informationen zu Tarifen und Preisen beim Eingehen eines Vertrages mit T-Mobile oder Orange gibt es derzeit noch nicht. (Andreas Proschofsky [@suka_hiroaki auf Twitter], derStandard.at, 26.07.2009)

  • Das HTC Hero in der weißen Ausführung.
    foto: htc

    Das HTC Hero in der weißen Ausführung.

  • Der Knick am unteren Ende erweist sich beim Hero als durchaus gelungene Design-Entscheidung
    foto: htc

    Der Knick am unteren Ende erweist sich beim Hero als durchaus gelungene Design-Entscheidung

  • Der zentrale Home-Screen des HTC Hero verdeutlicht das Ausmaß der optischen Umarbeiten an Android
    screenshot: andreas proschofsky

    Der zentrale Home-Screen des HTC Hero verdeutlicht das Ausmaß der optischen Umarbeiten an Android

  • Nummernwahl kombiniert mit Adressbuchsuche
    screenshot: andreas proschofsky

    Nummernwahl kombiniert mit Adressbuchsuche

  • Die Kamera des Hero liefert...
    foto: andreas proschofsky

    Die Kamera des Hero liefert...

  • ...bei gutem Licht durchaus gute Ergebnisse.
    foto: andreas proschofsky

    ...bei gutem Licht durchaus gute Ergebnisse.

  • Bei abendlichen Lichtverhältnissen wird es dann schon etwas schwieriger noch ein halbwegs scharfes Bild zu bekommen. Gute Ausleuchtung geht ohne Blitz ohnehin nicht.
    foto: andreas proschofsky

    Bei abendlichen Lichtverhältnissen wird es dann schon etwas schwieriger noch ein halbwegs scharfes Bild zu bekommen. Gute Ausleuchtung geht ohne Blitz ohnehin nicht.

  • Viele Widgets machen den Schnell-Zugriff auf Informationen leichter
    screenshot: andreas proschofsky

    Viele Widgets machen den Schnell-Zugriff auf Informationen leichter

  • Die Lesezeichenansicht bietet eine Vorschau auf die betreffenden Webpages
    screenshot: andreas proschofsky

    Die Lesezeichenansicht bietet eine Vorschau auf die betreffenden Webpages

  • Der Musik-Player wurde grafisch erheblich aufpoliert
    screenshot: andreas proschofsky

    Der Musik-Player wurde grafisch erheblich aufpoliert

  • Auch bei gesperrtem Screen gibt es Zugriff auf den Musik-Player
    screenshot: andreas proschofsky

    Auch bei gesperrtem Screen gibt es Zugriff auf den Musik-Player

  • Die Wetter-Vorschau ist optisch äußerst nett gestaltet, beim Wechsel zwischen verschiedenen Standorten gibt es eine hübsche Animation
    screenshot: andreas proschofsky

    Die Wetter-Vorschau ist optisch äußerst nett gestaltet, beim Wechsel zwischen verschiedenen Standorten gibt es eine hübsche Animation

  • Das Twitter-Widget
    screenshot: andreas proschofsky

    Das Twitter-Widget

  • Probleme beim Download von auf einem anderen Gerät gekauften Anwendungen
    screenshot: andreas proschofsky

    Probleme beim Download von auf einem anderen Gerät gekauften Anwendungen

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