Expertenstreit

Krebs durch Cannabis?

24. Juli 2009, 15:09

Kalifornische Behörden stufen Marihuana als krebserregend ein - Befürworter glauben an die Senkung einer Tumorgefahr

San Francisco - Es klingt paradox: Ausgerechnet eine Substanz, die Krebspatienten therapeutisch nutzen, soll selbst Tumore hervorrufen. Die Rede ist von Marihuana. Die Hanfblüten dürfen in Kalifornien seit einer Volksabstimmung im Jahr 1996 medizinisch verwendet werden. Vor allem Krebs- und HIV-Patienten nehmen die Droge, um Schmerzen und Übelkeit zu lindern und den Appetit anzuregen. Aber den beim Rauchen entstehenden Qualm stuften kalifornische Behörden kürzlich als krebserregend ein. Damit müssen Verteilungsstellen und Verpackungen künftig auf diese Gefahr hinweisen.

Krebsauslösende Stoffe müssen in Kalifornien seit mehr als 20 Jahren registriert werden. Die Liste ist inzwischen auf fast 800 Substanzen angeschwollen und enthält neben Marihuana auch Benzin, das etwa in Pommes frites steckende Acrylamid oder den Aspirin-Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS). Kritiker monieren, die Zahl der Substanzen sei inzwischen so umfangreich, dass Verbraucher sie nicht mehr ernst nähmen.

Kausaler Zusammenhang?

Aber gerade bei Marihuana sorgt die Entscheidung der kalifornischen Behörden für Unmut. Befürworter des medizinischen Einsatzes von Cannabis verweisen darauf, dass schon lange bekannt sei, dass der Qualm krebserregende Stoffe enthält. "Das bedeutet aber keinesfalls, dass die Karzinogene in Cannabisrauch irgendeine kausale Beziehung zu Krebs haben", sagt Kris Hermes, Sprecher der Gruppe Americans for Safe Access.

Behördenvertreter widersprechen. Das Amt zur Einschätzung von Umweltgefahren habe 27 Studien ausgewertet, die die Krebsgefahr durch Marihuana analysierten. Zwar stießen nicht alle Untersuchungen auf ein erhöhtes Risiko, aber: "Wissenschaftlich geprüfte Tests haben gemäß allgemein akzeptierter Grundlagen eindeutig gezeigt, dass Marihuana-Rauch Krebs verursacht", heißt es in einer Erklärung der Behörde.

Problem Verbrennung

Dieser Befund dürfe niemanden überraschen, betont der Leiter des zuständigen Ausschusses, Thomas Mack. "Wenn man ein Stück Pflanze nimmt, etwa ein Blatt, und es verbrennt, bekommt man jene Art von Stoffen, die Krebs erzeugen", sagt der Epidemiologe der Universität von Südkalifornien. Verbrannter Cannabis enthält demnach 33 gefährliche Stoffe, die auch im Tabakrauch stecken.

Allerdings räumt Mack ein, dass die derzeitige Datenlage auf eine Verbindung zwischen Marihuana und Krebs bei Menschen lediglich hindeute. Eindeutige Befunde lieferten demnach bisher nur Studien, in denen Tiere extrem hohen Mengen von Hanfschwaden ausgesetzt wurden.

Mit oder ohne Tabak

Kritiker bemängeln weitere Schwachpunkte: Zwei der drei Studien, die beim Menschen einen Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Lungenkrebs belegen, stammen aus Nordafrika. Aber dort wird die Droge - wie übrigens auch in Europa - gewöhnlich vor dem Rauchen mit Tabak vermischt. Gesundheitsbewusste Amerikaner inhalieren das Kraut dagegen ausschließlich pur.

Im Jahr 2006 kam eine große US-Studie zu dem Schluss, dass ein solcher Konsum das Tumorrisiko nicht erhöht, möglicherweise sogar senkt. "Wenn man Marihuanarauch als krebserregend einstufen will, kann man das tun, denn er enthält Karzinogene", sagt Donald Tashkin, der die Studie damals an der Universität von Kalifornien in Los Angeles leitete. "Aber das heißt nicht, dass er auch Krebs verursacht."

Diesen vermeintlichen Widerspruch erklärt Tashkin damit, dass Marihuana nicht nur Karzinogene enthält, sondern eventuell auch Stoffe, die vor Krebs schützen und den schädlichen Effekt wettmachen. Dies ist zwar keineswegs erwiesen, aber manche Befürworter nutzen Tashkins Studie als Beleg für die Behauptung, die Droge senke gar die Tumorgefahr.

Droge und Arzneimittel

Der Arzt Frank Lucido aus Berkeley empfiehlt Patienten Cannabis, seit die Droge vor 13 Jahren in Kalifornien zugelassen wurde. Von dem therapeutischen Potenzial ist der Mediziner so überzeugt, dass er inzwischen als Vizepräsident der kürzlich gegründeten American Academy of Cannabinoid Medicine fungiert, einem Ärzteverband, der den Marihuana-Einsatz erforscht.

Trotz der behördlichen Warnung will Lucido Patienten auch weiterhin zu der Droge raten. Aber er wird empfehlen, sie in anderer Form zu konsumieren, etwa oral oder durch sogenannte Vaporizer. Diese Geräte ziehen heiße Luft durch die Pflanzenmasse, so dass sich die Wirkstoffe inhalieren lassen, ohne dass sie verbrennen. "Eins ist klar", sagt Lucido: "Es ist nie gut, Rauch einzuatmen, wenn es sich vermeiden lässt." (APA/AP)

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Uluru
01
27.7.2009, 19:44
Alkohol ist Legal, Tötet aber Schneller als einer glaubt

Zitat: ...Risiko wird unterschätzt
Ein junger Obersteirer ist am Sonntag an den Folgen von exzessivem Alkoholkonsum gestorben. Ärzte warnen davor, dass Jugendliche Alkohol oft auf die leichte Schulter nehmen. Ab drei Promille besteht Lebensgefahr.... A

funMasta
01
28.7.2009, 17:46
auch autofahren ist legal ...

es gibt so vieles was risken birgt ...

das ist aber nicht wie äpfel mi birnen zu mischen, es ist nur so, dass generell viel tamtam um illegale drogen gemacht wird, obwohl sie nicht einmal 10 Prozent dr Substanzabhängigen Probleme bereiten.

ganz zu schweigen von den vielen anderen Suchtformen ...

ganz zu schweigen von den anderen risken, denen wir uns tag für tag bewusst oder auch unbewusst aussetzen ...

oder sitzt ihr mit dem sturzhelm auf im keller und hofft den ganzen tag lang, dass keine bombe einschlägt ?

Uluru
07
27.7.2009, 11:30
Es sollte wieder eine Abstimmung Geben

Ab 18 Jahren : ja oder Nein / Aber mit 16 Tchick Kaufen, Autofahren. Verbot von Alkohol werbung Im TV wo Freiheit und alles andere suggestiert wird.... Brainwasching Bier in Allen variationen, mit Kaktusfeige Supersüß das der Alkohol nicht geschmeckt wird tz tz tz. Und der Staat verdient mit Steuern auf Cannabis und jeder der über 18 ist darf 3 -4 Pflanzen haben. Ein Verbot hat keinen sinn. Leute zu Kriminalisieren ist scheinbar einfacher. Nur welcher Politiker hat dem Mum... Keiner??? Unterstützung bekommt er sicher.

teifl
010
27.7.2009, 11:16
gesellschaftskrebs

ich bekomme höchstens Hirnkrebs von heuchlerischen Politikern, die keine tatsachenbasierende Drogenpolitik auf die Reihe kriegen, und immer noch auf traditionell behafteten Argumenten aufbauen.

Schwedenbåmbe
12
27.7.2009, 10:19

Neues aus Skandinavien:
In Dänemark wurde vor ca. 1 Jahr Christiania (Stadtteil von Kopenhagen, eine Art Althippiekommune seit dem Beginn der 70er Jahre. Dort war Cannabis legal) "zugesperrt". Seither bekriegen sich Dealerbanden und die Kriminalität in Kopenhagen ist rasant gestiegen und zwar derart, dass man sehr laut ueber eine generelle Legalisierung in DK nach dem Vorbild Hollands nachdenkt. Das wiederum löst grosse Diskussionen in Schweden aus, weil - um Himmels willen, das gefährliche Haschgift! - Schweden ja eine Grenze mit DK hat. Keine Ahnung, wie das ausgeht, aber zumindest wird hier diskutiert, auch ueber evtl. Steuereinnahmen und alle anderen Vorteile.

Roter Baron
06
27.7.2009, 10:03
verdammt cannabis ist so gefährlich wie pommes frites

nach red bull ist macdonalds nun auch dran
arme jugend von morgen
nix dürfts mehr.


roter baron

Uluru
01
27.7.2009, 16:22
Zumindest ungefährlicher als Feuerzeug Benzin Schnüffeln

Uluru
01
27.7.2009, 15:43
Was wird noch in

Die so gennanten "Lebensmittel" gemischt und ist erlaubt. Oder nur in Plastik -> Siehe Artikel "Weichmacher" oder "Tierhaltung" da sind schon so viele Medikamente drinnen. Wie viel Medikamente kommen täglich in unsere Flüsse? Das birgt weitaus mehr gefahren... Krankenhausmüll usw...

Sunflare
10
28.7.2009, 23:13
"Weichmacher" - wie passend, wenn's um Cannabis geht... :)

Cereal Killer
 
01
27.7.2009, 12:41

in dem moment wo man es darf ists nur noch halb so interessant.

funMasta
02
27.7.2009, 16:22
im Moment, wenn mans darf ...

bräuchte man auch weniger Methadon, denn Cannabis wirkt sich positiv auf den Entzugsstress aus, auch bei Alkohol und Nikotin ...

Aber will man das wirklich ?

Uluru
00
27.7.2009, 15:39
Es wird nichts anderes Probiert....

Und der Reiz geht verloren... Synthetische Giftkoktails & andere Chemische sachen die um einiges gefährlicher sind.

Helge Remsgard Remsgard
01
27.7.2009, 09:22

könnte man vielleicht wenigstens in der standard-redaktion eine unterscheidung zwischen auswirkungen durch die substanz und auswirkungen durch spezifische konsumformen treffen?

und zur sache: einfach einen vaporizer verwenden. die krebserregenden stoffe durch pyrolyse fallen hier nicht an.

Schwedenbåmbe
11
27.7.2009, 10:45

Kann mir bitte jemand erklären, wieso sich der Vaporiser eigentlich bei uns nicht durchsetzt? Habs selber noch nie probiert...

jaja i was e
00
28.7.2009, 16:51

das Gerät ist nicht sehr billig und aus einem Sackerl ziehen hat irgendwie so einen südamerikanischen Klebstoffschnüffler Style.

hab ich gehört....

Schwedenbåmbe
01
28.7.2009, 21:00

genau das hab ich auch gehört

funMasta
00
28.7.2009, 16:53
naja, so teuer is es auch nicht ...

www.vapbong.com

Schwedenbåmbe
00
27.7.2009, 12:35

Ich glaub, ich hab einen Fan ;-)

funMasta
01
27.7.2009, 12:05
weil ...

es sicher unauffälliger ist zu rauchen ...

wobei das vaporisieren unter cannabiskonsumenten weitaus verbreiteter ist als bei tabakrauchern (im verhältnis) ...

es ist aber auch dort einfacher sich tschick zu kaufen, als einen inhalator: die tschik bekommst an jeder ecke, den inhalator nur in der apotheke ...

Schwedenbåmbe
01
27.7.2009, 12:33

Danke, gute Argumente.
Ich hab total vergessen, dass es die fuer Tabakraucher auch gibt.

Micstar69
00
27.7.2009, 11:51

Habs selber noch nie probiert...
Damit hast dir selbst die Antwort gegeben

Schwedenbåmbe
01
27.7.2009, 13:34

Ich habs deshalb noch nie probiert, weil mir so ein Vapo bisher einfach zu teuer war und ich irgendwie auch das Kiffen als Ritual sehe - oder gesehen habe, weil schön langsam wird mir auch klar, dass ich da vielleicht am falschen Ende spare (indem ich mir eben keinen Vapo leiste).
Deshalb hab ich gefragt.

Frei_Denker
01
27.7.2009, 08:37

Solange es nicht gelingt THC synthetisch herzustellen und in Pillenform zu pressen, werden solche Schauermärchen weiterhin den Umgang mit mit dieser Naturdroge bestimmen...

P.s: Warnung des Gesundheitsfaschisten - Wer länger lebt hat höheres Risiko zu sterben !

Lego12
00
27.7.2009, 18:50
machen sie doch mitunter schon

bzw halt hanf anbauen, aber dann in tablettenform pressen den gewonnenen wirkstoff.

funMasta
00
27.7.2009, 16:20
das kann man schon ...

allerdings ist die synthetische Herstellung im Vergleich zur natürlichen ziemlich teurer.

Der Schwarzmarkt bringt mehr Probleme mit sich als die Droge selbst. Statt kontrollierter Qualität ...

Aber das ist eine andere Geschichte ... ;-)

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