Reaktionen

"Apple trägt Schuld an iPhone-Selbstmörder"

Zsolt Wilhelm, 24. Juli 2009, 10:42

Gizmodo sieht extreme Firmenpolitik als eine der Ursachen

Anfang der Woche berichteten chinesische Medien vom tragischen Selbstmord eines 25-jährigen Foxconn-Mitarbeiters, der Selbstmord begangen hatte, nachdem er einen Prototypen von Apples iPhone-Modell der nächsten Generation verloren hatte.

Wie beschrieben, sollen drastische Maßnahmen des Foxconn-Sicherheitspersonals den Mitarbeiter Sun Danyong derart in die Enge getrieben haben, dass dieser keinen anderen Ausweg mehr sah, als sich das Leben zu nehmen. Unter anderem wurde seine Wohnung durchsucht, während er festgehalten wurde und angeblich habe man sogar Gewalthandlungen an ihm verübt. Zusätzlich dürften ihm angesichts des Verlusts kapitaler Firmengeheimnisse harte Strafen in Aussicht gestellt worden seien.

Reaktionen

In einer offiziellen Stellungnahme gestand sich Foxconn interne Management-Fehler ein und betonte mangelnde Hilfestellungen für junge Mitarbeiter, um mit dem Arbeitsstress fertig zu werden. Seither wurde ein Sicherheitsmitarbeiter vom Dienst suspendiert und die Ermittlungen im Fall an die Polizei weitergereicht.

Das Medienecho in der westlichen Hemisphäre war dabei bislang von einer recht neutralen Berichterstattung geprägt. Nun lässt der Branchen-Blog Gizmodo mit einer besonders harschen Kritik an Foxconns Auftraggeber Apple aufhorchen: "To a certain extent, Apple does own Sun's death, and it's almost shocking that something like this hadn't already happened."

Firmenpolitik schuld

Laut Gizmodo haben die bekannt strikte Firmenpolitik und die zeitweise extremen Methoden zur Sicherung von Firmengeheimnissen dazu geführt, dass Mitarbeiter einem derart belastenden Stress ausgesetzt sind. Beispielsweise werden auch Mitarbeiter in der kalifornischen Firmenzentrale ständig mit Kameras überwacht. Warnsysteme schlagen Alarm, sobald Prototypen nicht am vorgesehenen Platz sind.

Diese Attitüde gepaart mit dem hohen Erfolgsdruck, der auf Arbeiter in chinesischen Fabriken ausgeübt wird, führe zu extremen Arbeitsbedingungen. Unternehmen wie Foxconn sind abhängig von den Millionen schweren Aufträgen aus dem Ausland. Gizmodo wirft ein, dass es sich Outsourcing-Firmen nicht leisten könnten Fehler zu machen und das Vertrauen der Auftraggeber zu verlieren.

Tragisch

Der Verlust eines Prototypen des wohl meist beworbenen Mobiltelefons unserer Zeit führe daher zu Ausnahmesituationen - sowohl aus Dienstgeber- als auch Arbeitnehmersicht.

In einer Stellungnahme bekundete Apple indes seine Bestürzung über den Vorfall und betonte, dass man von all seinen Zulieferern verlange, ihre Arbeiter mit Respekt zu behandeln. (zw)

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Posting 1 bis 25 von 147
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Fuzzerl
01
24.5.2010, 09:02
Eines ist sicher:

Hätte ich ein Standard-Abo, wärs sofort gekündigt. Solche Überschriften sind zumindest eine Frechheit (egal, welche Organisation betroffen ist).

Lego12
00
28.7.2009, 14:57
weils bei anderen herstellern nicht ähnlich zugeht...

das jetzt auf apple alleine zu schieben is lächerlich.
Die anderen firmen haben genauso den druck was neues rauszubringen, und nicht leaken zu lassen.

betriebsspionage is ja auch ein flurierendes geschäft...
und der generellle leistungsdruck hilft dabei auch ned...

Das ist Hund Putzi, das ist Katze Mietzi
31
28.7.2009, 08:56
"betonte, dass man von all seinen Zulieferern verlange, ihre Arbeiter mit Respekt zu behandeln."

vielleicht sollte das apple mal in seinem eigenen unternehmen tun. apple ist im ranking mitarbeiterzufriedenheit ganz hinten (microsoft zB. ganz vorne - nur zur info).

man sollte schon ein bisschen überlegen, bevor man (auch ein cooles) produkt kauft...

lg

Fuzzerl
01
24.5.2010, 09:06
apple ist im ranking mitarbeiterzufriedenheit ganz hinten (microsoft zB. ganz vorne -

Kann es sein, dass solche rankings auch von der *Erwartung* der Befragten abhängen?

RS69
 
10
24.5.2010, 10:30

Klar - am Ende des Tages zählt aber, ob die MA zufrieden sind.

Olli B.
00
24.5.2010, 10:48

trifft aber nicht im mindesten die prämisse.
die wahr mmn, dass dosierer und ms mitarbeiter weniger ansprüche stellen. von den ersteren ist es bekannt, von den anderen zu erwarten. gegenbeweise werden gerne entgegengenommen.

Olli B.
00
24.5.2010, 16:37

die wahr mmn, pardon, die präm. WAR ……

ibins daheini
00
27.7.2009, 21:17
Zweimal: „Wenn mir der Hersteller den Provider vorschreiben will, kauf ich das Zeug nicht, Punkt.“

Bei kaum einem Provider wirst du alle Typen an Handys bekommen. Warum eigentlich deine Aufregung? Kommt mir reichlich künstlich vor.....

Ganerc-Callibso
10
25.7.2009, 13:55
Schuld

Foxconn - weil sie schlecht geschultes Sicherheits-Personal haben
Apple - die haben Foxconn in die Richtung getrieben
MS - die spionieren und kopieren was das Zeug hält und zwingen Apple zu extremen Sicherheitsmaßnahmen

Peter W1
 
64
25.7.2009, 15:56

Absoluter Unsinn. Apple kopiert genauso wie jede andere Firma. Die haben schon lange keine Innovationen mehr draussen. Einfach auch deshalb, weil das meiste bereits erfunden wurde.
Das iPhone ist ein unterdurchschnittliches Mobiltelefon, dass durch sein starres Konzept und einem fehlenden Übersichtsbildschirm (wie beim Windows Mobile) bestenfalls im privaten Rahmen gut verwendbar ist. Da ist soviel Innovation wie in einem Stück Dachziegel, der an den Ecken abgerundeter als andere Dachziegel ist.

Apple macht nur eine Show aus seinen "Geheimnissen". Deshalb verlieren sie auch im Businessbereich, weil dort white papers unerlässlich sind und deshalb haben sie nun Mitschuld am Tod eines Menschen! Für die Show!

ibins daheini
10
27.7.2009, 21:39

selbst, salo wenn die einen spionieren, dürfen DESWEGEN die anderen noch lange nicht; das wirst du in der volksschule nicht lernen, später; vielleicht (abstrakter) in der fahrschule. dein stil ist halt nochsehr kindisch.

mard
00
26.7.2009, 09:33

PS: Von einem Zulieferer zu verlangen, maximale Vertraulichkeit von seinen Mitarbeitern zu fordern, kann ja wohl nicht moralisch schlecht sein.
Aber dass man in einer Diktatur auch in Konzernen Voraussetzungen findet, die mit westlichen Strukturen und Methoden wenig zu tun haben, kann wohl nicht überraschend sein.

Man darf also Apple, wie jedem anderen Unternehmen - höchstens vorwerfen, in Billiglohnländer auszulagern, ohne (und das ist mal nur eine Annahme von mir) genauer auf die dortigen sozialen Verhältnisse insgesamt zu achten.

almoehi
10
20.5.2010, 19:58
Apple - Supplier Responsibility


http://www.apple.com/supplierr... nsibility/

einfach mal googeln und recherchieren... zumindest macht apple wenigstens audits.

RS69
 
00
20.5.2010, 21:18

Ein System sollte nicht anhand der Massnahmen beurteilt werden, sondern anhand der Wirksamkeit.

Die Hypo Alpe Adria hatte aich Wirtschaftsprüfer.

Aber wir können ja abwarten, ob's jetzt eine Reaktion seitens Apple gibt - falls ja, können wir zumindest ein bisschen daran glauben. Falls nein wissen wir, dass es nur Fasade war.

Vize.
00
26.7.2009, 14:14
„Man darf also Apple, wie jedem anderen Unternehmen - höchstens vorwerfen, in Billiglohnländer auszulagern, ohne (und das ist mal nur eine Annahme von mir) genauer auf die dortigen sozialen Verhältnisse insgesamt zu achten. “

Das betrifft aber NICHT, den herangezogenen Fall, an dem die basher immer noch ziehen, die asiatische Angst, das Gesicht und damit das Leben zu verlieren....

mard
10
26.7.2009, 09:27

Apple setzt alleine durch die Designs Ihrer Geräte seit Jahrzehnten neue Maßstäbe in der Computerbranche. Bei den Designs der UIs gilt das selbe. (Nein, Design ist nicht

Dass Apple (und demnach auch jeder andere Hersteller) keine Innovationen bringen könne, da das meiste bereits erfunden wurde ist nicht richtig, die Branche befindet sich in einem rasanten Wandel. Innovationen und Fusionen kommen heute - im historischen Vergleich - viel häufiger vor. Nur scheint jeder bereits eine genauere Idealvorstellung von dem zu haben, was er möchte, und auf dem Entwicklungsweg dahin erscheint alles selbstverständlich.

Für gewöhnlich werden Infos aus China immer unter Frage gestellt. Handelt es sich doch Apple-bezogene Nachrichten, schluckt man alles.

motd
12
26.7.2009, 09:41
Beim Design: Ansichtsache

Beim UI: Ein paar Innovationen, der Rest ist "kopiert".
Wenn man mehr zahlt, muß mans halt verteidigen ;-)

Vize.
10
26.7.2009, 14:03
was ist denn kopiert, troll?

dass man knöpfe ins gehäuse drückt?

Omar Sharif
21
25.7.2009, 13:04
China

Überspitzt formuliert:
wenn ein zunächst erfolgreicher Chinese beruflich scheitert, dann nimmt er sein letztes Geld, mietet im obersten Stockwerk eines Wolkenkratzers ein tolles Büro, macht noch mal auf großer Mann und haut alles auf den Putz - und steigt am Ende des Geldes aufs Fensterbrett.

Wer mit China Geschäfte macht, dem ist diese Story nicht fremd. Die Gründe für den Sprung liegen tatsächlich im beruflichen Gesichtsverlust und in der Angst vor der Gosse, die unweigerlich folgen würde - und man kann sie tatsächlich an konkreten Ereignissen festmachen, wie in obigem Artikel.

Nicht so wie bei uns, wo stets so lange nach Gründen gegraben wird, bis keiner mehr Verantwortung hat und alle nur noch die Erschütterten mimen...

watzlilaus "walmoerder" wondratschek
 
11
25.7.2009, 22:50
Wuerde auch in Europa nicht schaden...

Ein bisschen mehr Eigenverantwortung wuerde der "westlichen Welt" auch nicht schaden. Wenn zB der AUA- Verkauf scheitert, gibt es derzeit keine Konsequenzen. Wenn hingegen der zustaendige OeIAG manager dann Selbstmord begehen muesste - hier waere sogar echtes Harakiri angebracht (Er hat eine Schlacht verloren) und nicht ein relativ schmerloser Fenstersturz.
Es gibt natuerlich die Gefahr, dass wertvolle manpower dadurch verloren geht. Aber es gibt hier ein sehr effizientes Modell von den Yakuza: Nach einer Fehlentscheidung hat man sich den Finger (oder Glieder) abzuschneiden.
Sollte man uebernehmen: Wenn zB die AUA ein Defizit hat, muessten die Vorstaende jeweils einen Finger an den Aufsichtsrat schicken...

Omar Sharif
21
26.7.2009, 14:32

Es ist eine gute Einrichtung der Natur, dass Leute wie du, mit ihren völlig vertr*ttelten Forderungen und Ansichten, meist auch ausreichend minimale Bedeutung haben.

Das Scheitern der AUA ausschließlich im Verantwortungsbereich der Manager zu sehen, zeugt von extremer Durchblickslosigkeit. Dieser Betrieb ist in erster Linie am Privilegienerbe aus fetten Zeiten erstickt.

Vize.
10
25.7.2009, 13:28
Und was es heißt, das Gesicht zu verlieren, hat

allen Asiaten wer beigebracht?

hellfast
00
25.7.2009, 21:37

marco polo?

Vize.
00
26.7.2009, 15:42

glaub ich nicht, dieses verhalten kannte europa auch damals nicht....

isogdirwos.
00
26.7.2009, 01:10

(eine starke sequenz....)

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