Stiftungs-Querelen im Pröll-Land

23. Juli 2009, 14:34
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    foto: christian fischer

    Pröll, zugleich Stifter und Vorstandsmitglied, will zu seiner Privatstiftung nichts sagen.

Wohin fließt das Geld aus Erwin Prölls Privatstiftung? Politologe Sickinger: "Die Grenzen verschwimmen"

Erwin Pröll scheint ein beliebter Landeshauptmann zu sein. Das drückt sich nun nicht nur durch positive Umfragewerte aus, sondern auch mittels Bargeld. An seinem 60. Geburtstag im Dezember 2006 erhielt Pröll jedenfalls so hohe Spenden, dass er elf Monate später damit eine Privatstiftung gründete. Die "Dr. Erwin Pröll-Privatstiftung" ist mit 150.000 Euro dotiert, berichtet der Falter in seiner aktuellen Ausgabe. Ihr Zweck sind laut Stiftungsurkunde Projekte, die "kulturelle Traditionen pflegen" oder "den ländlichen Raum als Raum für Kreativität weiterentwickeln".

Projekte großteils unbekannt

Welche Projekte dieser Art in den Jahren seit der Gründung 2007 zustande gekommen sind, kann allerdings nirgends nachgelesen werden. So betont zwar der Pröll-Sprecher Peter Kirchweger den karitativen Charakter mittels eines Beispiels: "Einem blinden Jugendlichen wird der Akkordeonunterricht bezahlt, den er sich nicht leisten könnte. Damit erhält er die Chance, lebensintegriert zu werden - er will bei einer Musikkapelle mitspielen."

Einen genauen Einblick erhält man nicht. Fragen nach der Projektauswahl, der Möglichkeit Unterstützung zu beziehen oder wann und wieviele Projekte pro Jahr gefördert würden, bleiben unbeantwortet. Kirchweger ist für derStandard.at nicht erreichbar, die beiden Vorstandsmitglieder neben Pröll, der ehemalige Generaldirektor-Stellvertreter der NÖ Versicherung Johannes Coreth und der Chef der Niederösterreichischen Raiffeisen-Holding Erwin Hameseder wollen zu dem Thema keinen Kommentar abgeben.

Anfragen der SPÖ

Auch die SPÖ Niederösterreich versuchte vergeblich Aufklärung über die Privatstiftung des Landesvaters zu erlangen. "Wir vermuten immer wieder parteipolitische Querfinanzierungen seitens der Landes-VP", heißt es aus der niederösterreichischen SPÖ-Zentrale gegenüber derStandard.at. In diesem Zusammenhang habe man bereits im Landtag Anfragen zur Sonnwendfeier in der Wachau und zu Anzeigen in diversen Landesmedien eingebracht. Eine Anfrage, die sich dezidiert mit Prölls Stiftung beschäftigt, ist für die erste Landtagssitzung nach der Sommerpause geplant. Die ist allerdings erst im Oktober.

Der Politologe Hubert Sickinger sieht bei Privatstiftungen eine Grauzone. So könne niemand kontrollieren wieviel wofür ausgegeben werde. "Wenn die Pröll-Stiftung zum Beispiel eine kulturelle Veranstaltung organisiert würde und Erwin Pröll dort der Hauptdarsteller wäre, würden die Grenzen zwischen karitativ und Wahlkampf schnell verschwimmen", sagt er im Interview mit derStandard.at. "Grundsätzlich dienen solche Stiftungen dem Zweck, den Stifter ins rechte Licht zu rücken."

Pröll lehne persönliche Geschenke ab

Wie es möglich ist, dass bei einer Geburtstagsfeier Bargeld-Geschenke in Höhe von 150.000 Euro zusammen kommen, beantwortet Kirchweger im Gespräch mit der APA so: Bereits im Vorfeld hätten sich unzählige Menschen mit der Frage gemeldet, was sie dem Landeshauptmann schenken könnten. Daraus sei, da Pröll persönliche Geschenke abgelehnt habe, die Idee entstanden, etwas für andere zu tun. Kirchweger erinnerte daran, dass zu dem Fest im Dezember 2006 tausende Menschen nach Radlbrunn gekommen waren, darunter Künstler und Politiker aller Couleur. (saju, kap, derStandard.at, 23.7.2009)

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Posting 1 bis 25 von 224
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der Zensor aus Favoriten
00
19.10.2009, 06:16
Warum nicht einem der Kremsopfer was geben ?

Inzwischen soll es sich ja bis zum Law & Order Landeschef herumgesprochen haben dass in Krems einiges faul war.
http://warteschlange.twoday.net/stories/5999519/

kings_son
00
17.8.2009, 12:32

Ich verstehe die Diskussionen nicht,
es ist Prölls Geburtstagsgeschenk, damit kann er machen was er will. Und wenn er dadruch selbstdarstellerische Veranstaltungen finanzieren will, dann soll er, ist doch sein Geld!

Marco der König
04
27.7.2009, 18:24

Meiner Meinung nach ist das wirklich verwerfliche an diesem Stiftungstheater folgender Umstand.
Unsere Polit-Bonzen, da nehme ich jetzt weder Rot noch Schwarz oder sonsteine Partei aus, wollen uns erzählen, dass Stiftungen soviel pöse sind, und man diese ja natürlich nicht!!!! höher besteuern kann weil ja sonst das Kapital aus Ö abgezogen wird.

Mittlerweile sollte auch schön langsam das kleinste Licht in Ö verstehen, dass das Volk von diesen Politikern eiskalt und ohne "Generier" über den Tisch gezogen wird.

wirklich unglaublich
00
26.7.2009, 08:49
aber ich mag den onkel erwin so überhaupt nicht, ein unlgaublich dekadenter despot.

andrerseits sollte mensch, um in der sprache der övaubääh zu bleiben, schon die kirche im dorf lassen. hätte sich erwin pröll zu seinem geburtstag persönliche geschenke geben lassen, kein mensch würde mehr danach krähen - alles wäre in ordnung.

pröll ließ sich persönlich aber nichts schenken, sondern diese geschenke in form von geld in eine stiftung für caritative zwecke einfließen. klar könnte mensch jetzt den verdacht äußern, dass er sich oder dritte dadurch bereichern wollte/will - aber das hätte er schon weit vorher können. außerdem sind 150.000,-- €uro nicht wirklich ein grund für pröll, ein fettnäpchen auch nur anzustreifen.

von daher, liebe verdachtschöpfer, ist ja alles recht schön und gut, aber ein sturm im wasserglas...

pacatianus
 
00
28.7.2009, 00:52
an einen sturm im Wasserglas...

glaub ich nicht sobald da die Vertreter von Raiffeisen und der Landesversicherung dabei sind. Dass die nur einem blinden Buben den Zieharmonikaunterricht zahlen und sonst nicht drüber reden wollen.. na, ich weiß nicht, wers glaubt wird selig.

Fraho
04
27.7.2009, 10:05
eine wichtige Frage dazu

Warum hat dann Pröll nicht gleich gesagt, bitte spendet der Caritas oder sonst wem, aber nicht auf eine Stiftung für die ich verantwortlich bin und Zugriff habe! Das wäre doch so einfach gewesen........aber so stinkt es einfach!

derpradler
00
25.7.2009, 16:54
der Pate-Onkel

wird schon wissen wie man das macht.....

also dann ...
04
25.7.2009, 15:12
nochmals : die NÖ-pröll...

- stiftung muss auf ihre "gemeinnützigkeit" hinterfragt und geprüft werden
- s ä m t l i c h e "veranlagungen + VERLUSTE
in NÖ sind sofort auch durch den RH zu prüfen.

schluss mit dem ge-brö(Ü)ll !

tablespace65
03
25.7.2009, 13:01
"...würden die Grenzen zwischen karitativ und Wahlkampf schnell verschwimmen"

Ein Schelm, wer Böses denkt!

Selbstverständlich dient die " Erwin Pröll Privatstiftung" ausschließlich altruistischen, karitativen, gemeinnützigen Zwecken. "Bei seiner Ehr'!".

Schließlich ist es doch auch ein "gemeinnütziger Zweck", dass E. PRÖLL und seine NÖ-VP weiterhin uneingeschränkt an der Mcht bleiben...

Genowo
02
25.7.2009, 09:37
Wer schenkt einem der bestverdienenden Niederösterreich

noch 160.000 Euro zum Geburtstag ohne dafür Gegenleistungen zu erwarten?
Und warum werden die Spender nicht veröffentlicht?

Das ganze stinkt ordentlich!

Michl52
02
25.7.2009, 23:06

Das erinnert so an den Verein zur Förderung der New Economy.
A propos ob gemeinnützig: das ist angesichts der Steuergesetzgebung ziemlich unerheblich, die Stiftungen der SP-Steiermark haben durch Aberkennung der Gemeinnützigkeit durch die Finanz keine wesentlich höhere Abgaben zu entrichten.
In Österreich sind die Reichen so privilegiert.

Strichcode am Genick
06
24.7.2009, 22:29
pröll mafia

unglaublich !

Ravelli
04
24.7.2009, 21:15
Pröll lehne persönliche Geschenke ab

aber Geld nimmt er. Was kriegen die Spender für ihr Geld? ist das nicht schon Anfütterung?

Hakuna Matata
 
16
24.7.2009, 19:58

Mit dieser Stiftung zieht der Onkel seine Schleimspur durch Niederösterreich.

Und der Neffe schleimt in Wien.

Einfach grauslich.

mfg

H.M.

midas2007
06
24.7.2009, 18:20
die "kulturelle Traditionen pflegen" oder "den ländlichen Raum als Raum für Kreativität weiterentwickeln".

stiftung für kreative einschwärzung des ländlichen raums.

r. g.4
61
24.7.2009, 17:12
Ist die Stiftung vom Voves eigentlich auch gemeinnützig wie die vom Pröll?

Michl52
00
30.7.2009, 00:56
Hat der Voves auch eine Privatstiftung?

bis jetzt habe ich darüber nichts gehört und gelesen.

der tortenfreak
00
29.7.2009, 14:05
Das wirklich Interessante

daran ist, dass es in Deutschland KEINE Stiftungen ohne öffentliches Interesse gibt.

Hier in Ösistan sehr wohl.

Tomas Müntzer
00
25.7.2009, 11:50
Eben nicht.

Genowo
13
25.7.2009, 09:40
Wäre die Pröllsche Stiftung wirklich gemeinnützig,

wäre es für den Stifter ja kein Problem, die Wohltaten für das Volk zu publizieren.

So aber glaubt das niemand.

midas2007
01
24.7.2009, 16:41
was schenkt man einen der alles hat

eine stiftung ooder gar nix. ich bin für gar nix.

t.francis
 
06
24.7.2009, 16:00
Die ÖVP die nie dabei war.Speib.

135
 
113
24.7.2009, 14:45
Das Stiftungsproblem ist eine jämmerliche

Angelegenheit. Es ist das Feudalsystem Erwin Pröll.
Nun ist die Leibeigenschaft in NÖ ein gesellschaftlches System gewesen, nur sollten die ehemals Leibeigenen nicht direkt unter ein nicht gerade selbstloses Raiffeisendiktat fallen.
Was hat denn die Prölls groß gemacht? Politische Protektion durch Beherrschung des nö Bauernbundes, Freunderlwirtschaft(Strasser) und populistisches Einkochen von fürstlich gresponserten Künstler.
Pröll hatte im Haus einer Tante eine Eigentumswohnung, die, so heißt es großzügig von Raiffeisen übernommen wurde. Eine Information, die die Runde machte. Und daran werden Beziehungen klar...

per verser
213
24.7.2009, 14:11

diese charakterstudie muß einfach immer wieder publik gemacht werden - mögen es jene verzeihen, die es schon kennen:

http://www.youtube.com/watch?v=GxOnpOAZXyQ

Genowo
02
25.7.2009, 09:44
Schön dass dies unglaubliche Entgleisung des NÖ-Fürsten dokumentiert wurde.

Rotzfrech!

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