Private überholen Ö3 in Wien

23. Juli 2009, 14:56
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Zahl der Radiohörer konstant gegenüber dem Vorjahr - ORF-Radios dominieren, Superfly hebt ab - Die Daten als Download

Totgesagte leben länger - auf Österreichs Radios trifft das Sprichwort offenbar zu. Während Wissenschafter, Experten, Konkurrenten dem Medium in Zeiten von Internet, Podcast und MP3-Downloads ein baldiges Ende vorhersagen, geben die heimischen Radios nicht so schnell bei. Der Radiotest für das erste Halbjahr weist eine Steigerung von 81,6 Prozent auf 81,9 Prozent aus. Die Nutzungsdauer ist von 209 auf 203 Minuten unmerkbar gesunken. 

Alle Daten, wenn nicht anders angegeben, beziehen sich auf Tagesreichweiten Montag bis Sonntag bei Hörern ab zehn Jahren. Zur Tagesreichweite eines Senders zählt, wer in der GfK-Umfrage angibt, er habe diese Station am Vortag 15 Minuten gehört. Mehr als 90 Anbieter tummeln sich inzwischen am Markt. Innerhalb der Radios gab es insgesamt moderate Bewegung.

  • Die ORF-Radios konnten ihre Freude über den neuerlichen Marktanteilssieg nicht verschweigen - und ignorierten die Sperrfrist für Aussendungen (Donnerstag, 12 Uhr) mit einer Jubelmeldung schon am Vortag in der ZiB um 13 Uhr. "Ein bedauerlicher Irrtum", schrieb eine Sprecherin das Vorpreschen zerknirscht hochsommerlicher Hitze zu. Auch so behalten mehr als zehn Jahre nach dem Start von Privatsendern in ganz Österreich ORF-Radios ihre dominierende Stellung: Sie wurden im ersten Halbjahr 2009 täglich von mehr als 5,2 Millionen Österreichern gehört. 70,8 Prozent der Befragten gaben an, zumindest am Vortag einen der ORF-Sender gehört zu haben. Das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als im ersten Halbjahr 2008.
  • Ö3 ist größter Sender in allen Bundesländern, abgesehen von Burgenland und Kärnten, wo ORF-Regionalradios weiterhin dominieren. Österreichweit verliert Ö3 unmerklich: Statt 34 Prozent Marktanteil kommt der übermächtige Popsender nunmehr auf 33 Prozent. Eine Ausnahme bringt der Wiener Radiomarkt: 29 Prozent Marktanteil schaffen die Privatsender zusammen und überholen damit erstmals Ö3 mit 28 Prozent.
  • Die Regionalradios halten sich konstant hoch. Einziger Ausreißer ist Radio Niederösterreich: Das Programm legte von 27 auf 33 Prozent an Marktanteil zu.
  • Kronehit ist das einzige UKW-Radio mit überregionaler Lizenz und verzeichnet österreichweit einen neuen Rekord. Erstmals weist der Radiotest dem Privatsender mehr als 500.000 Hörer aus. Im ersten Halbjahr 2008 waren es noch 482.000. Bei der Tagesreichweite klettert Kronehit österreichweit von Montag bis Freitag in der werberelevanten Zielgruppe auf 10,4 Prozent, von Montag bis Sonntag auf zehn Prozent.
  • In Wien ist 88.6 klarer Gewinner in der Werbezielgruppe 14 bis 49: Mit zwölf Prozent Marktanteil werktags ist der Privatsender stärkstes Privatradio in Wien und liegt gleichauf mit Radio Wien (zwölf Prozent). Beim Publikum 10+ liegt Radio Arabella in Reichweiten voran, verliert jedoch erneut leicht und hält bei nunmehr 9,3 Prozent. Radio Energy steigert seine Marktanteile um zwei Prozentpunkte auf fünf Prozent.
  • FM4 hält seine Reichweiten stabil. Ausreißer sind lediglich Tiroler und Vorarlberger Hörer zwischen 14 und 49, die dem Jugendsender Einbrüche bis zu drei Prozentpunkten bescheren.
  • Ö1 zählt ebenfalls auf Hörer in den östlichen Bundesländern. Das Ost-West-Gefälle ergibt konstante Reichweiten von 12,5 Prozent in Wien und Verluste von knapp einem Prozentpunkt auf 6,3 Prozent in Vorarlberg.
  • Lounge FM legt in Linz/Wels/Steyr werktags in der Werbezielgruppe zu und schafft 3,6 Prozent.
  • Superfly hebt in Wien unter den Hörern von 14 bis 49 von null auf knapp vier Prozent ab. (Doris Priesching, DER STANDARD; Printausgabe, 24.7.2009)
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    foto: photodisc
  • Radiotest ersten Halbjahr 2009: Marktanteile 14 - 49-Jährige.

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