Siebenwöchige U1-Sperre

Wegen Wahl verschoben

22. Juli 2009, 21:15

2010 will die rote Stadtregierung, die um ihre Absolute bangt, die Öffi-Nutzer nicht verärgern - Experten sind gegen Verzögerung und fürchten unnötige Mehrkosten

Projekt laut internem Papier "politisch" , Mehrkosten wegen Verzögerung befürchtet - Von Martina Stemmer

***

Wien - Unter Punkt "Begründung der Vorteilhaftigkeit" stehen "strategisch sinnvoll" , "gesetzlich" , "sicherheitstechnisch" , "politisch" "operativ notwendig" , "wirtschaftlich" und "sonst" zur Auswahl. Angekreuzt ist nur der Punkt "politisch" .

Die Wiener Linien und das Büro von Finanzstadträtin Renate Brauner (SP) haben es zwar stets bestritten - die Verschiebung der Generalsanierung der U1 zwischen Reumann- und Schwedenplatz war aber offenbar doch eine politische Entscheidung.

In einem internen Papier der Wiener Linien, das dem Standard vorliegt, wird das Projekt jedenfalls als "politisch" eingestuft.

Unnötige Mehrkosten befürchtet

Im Wahljahr 2010 will die rote Stadtregierung, die um ihre Absolute bangt, nicht riskieren, die Öffi-Nutzer ob einer siebenwöchigen Sperre der U1 zwischen Reumannplatz und Schwedenplatz zu verärgern. Die Wiener Linien gaben zwar offiziell technische Gründe für die Aufschiebung der dringend notwendigen Erneuerung der 30 Jahre alten Strecke an, aus gut informierten Kreisen hört man allerdings, dass am Projekt beteiligte Experten gegen eine Verzögerung sind und unnötige Mehrkosten fürchten. Trotz vieler guter Argumente habe man sich in der Sache nicht gegen das Rathaus durchsetzen können.

"Die Wiener Linien haben das nach rein baulichen Kriterien entschieden" , sagt hingegen Wolfgang Hassler, Sprecher von Renate Brauner. Er schließt einen Zusammenhang der verschobenen Arbeiten mit dem bevorstehenden Wahlkampf aus.

Die Sanierungsarbeiten an der alten Strecke werden wegen der Verlängerung der U1 nach Rothneusiedl notwendig, 2011 und 2012 sind diese laut Wiener Linien wegen der in diesen Jahren erfolgenden Fahrbahnsanierungen beim Hauptbahnhof nicht durchführbar - da sei kein leistungsfähiger Schienenersatzverkehr möglich.

Gleise müssen 2010 getauscht werden

Ganz ohne Sperre der roten U-Bahn-Linie wird's aber auch im Wahljahr nicht gehen: Die Stromschienen entlang der Gleise müssen bereits 2010 getauscht werden. Auch diese Arbeiten sind laut Wiener Linien nicht im Regelbetrieb zu erledigen. Weshalb die U1 zumindest kurzzeitig - maximal eine Woche - nicht fahren kann.(Martina Stemmer, DER STANDARD Printausgabe 23.7.2009)

Kommentar posten
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Martin F.
00
Monorail - Mehr soag i net...

Gerhard Schwarz
 
04
31.7.2009, 22:12

Nach Jahrzehnten Vollbetrieb ist natürlich eine generalsanierung dieses U1-Abschnittes unabdingbar. Aber mit der Verlängerung nach Rothneusiedl hat das überhaupt nichts zu tun. Möglicherweise ist ein leistungsfähiger SchienenERSATZvekehr nicht möglich. Abermit relativ geringem Aufwand wäre ersatzweise für die U1 ein leistungsfähiger SCHIENENverkehr möglich: Verlängerung der D-Strecke vom Ostbahnhof bis Grässlplatz und Einbindung in die 6er-Strecke zum Beispiel. Und/oder Gleisschleife Prinz-Eugen-Straße/Wiedner-Gürtel und Einbindung in die Linie O-Quellenplatz-Reumannplatz. Und/oder 1er-Verstärkung bis Knöllgasse-Einbindung in 6er-Strecke bis Reumannplatz. Soll aber nicht sein, da ist die U-Bahn-Lobby dagegen: "Tramway? Pfui."

Corello
 
84
27.7.2009, 19:39
Was regt's euch auf?

Fahrt's mit Radl oder geht's zfuss.

Wiener Verkehrspolitik war immer (rote) Wiener Parteipolitik:

"USTRABA"
U2 nach Aspern, dafür aber Strassenbahnen auflassen.
U1 und U2 am Hauptbahnhof "vorbei".
U6 2000m vor der SCS aus.
U1 nach Rothneussiedl.

Alles sehr sinnvoll, oder?

Alexander Reiter
26
28.7.2009, 09:20

Und die U1 endet gar über 6 km vor der SCS! Was soll das für ein Argument sein? Erstens gibt's dort schon einen Schienenverkehr, zweitens kann die Wiener Stadtregierung - egal welcher Farbe - nicht einfach in einem anderen Bundesland eine U-Bahn bauen.

BraS
 
04
28.7.2009, 12:09

und schon gar nicht auf dem Grundstück eines privaten Einkaufszentrumsbetreibers, der an einer ÖV-Anbindung völlig uninteressiert ist.

01052004
31
27.7.2009, 09:14
es ist egal

wann die zusperren. ein "leistungsfähiger schienenersatzverkehr" ist egal ob mit oder zweijähriger (!!!) fahrbahnsanierungen in wien nie möglich...

was heißt das also: neben dem unsäglichen bau des hauptbahnhofs und der damit verbundenen extrem schlechten verkehrsverhältnisse kommt noch - oh wunder an planung - eine ubahn-sperre dazu...und nicht ein bisserl oder nachtarbeiten, nein bummzack ganze linie zu...

den damen und herren politkekrn kanns egal sein: die fahren im dienstwagen durch die gegend, wenns sein muß mit exekutivbegleitung, blaulicht und tatütata...

wien: die dämlichst geplante baustelle der welt...

isodora
00
26.7.2009, 21:34
Die Sanierungsarbeiten an der alten Strecke werden wegen der Verlängerung der U1 nach Rothneusiedl notwendig ...

Versteh´ ich zwar nicht, wie das Eine das Andere gut - ich kann ja nicht alles verstehen.
Weshalb nach lediglich 30 Jahren das unbedingt jetzt erneuert werden müßte, ist mir auch nicht so ganz klar.
Auch nicht, weshalb ich nicht wenigstens einen Einschienen-Betrieb aufrecht erhalten können sollte.

Da denk´ ma immer in absoluten Notwendigkeiten, mein´ ich.
Die Südbahn wird bei uns eben gerade seit Wochen auch erneuert. Das bringt zwar heftige Durcheinanderwirbelungen des geregelten Zug-Verkehrs.
Jedoch: es geht auch eingleisig.
Ist die höchst frequentierte Strecke Österreichs.

Wie machen die denn das in Berlin, London, Paris, Moskau.
Sind 100 Jahre ältere u-Bahnen.

BraS
 
13
28.7.2009, 12:54
weshalb ich nicht wenigstens einen Einschienen-Betrieb aufrecht erhalten können sollte

weil dann die U-Bahn entgleist und umfällt, wenn sie nur auf einer Schiene fahren soll.

i hau mi ob
03
27.7.2009, 00:09
London...

machts ganz einfach. Die sperren gleich die komplette Linie JEDES Wochenende (dzt. sogar 3!). Und zudem wird während der Woche in der Nacht gearbeitet. Ich glaube, dass würde in AUT ziemliche Widerstände geben. Allein die Gewerkschaft würd das Verhindern und was weiß ich wer sonst noch....

FII
44
25.7.2009, 21:36

...die roten Machtbonzen sind einfach nur mehr peinlich
aber die Rechnung bekommen sie so oder so präsentiert, da können sie noch so "gescheit" am
Wahltermin knobeln!

matthaeus
00
27.7.2009, 08:17
'rote machtbonzen' ist gut...

gefällt mir fast so gut wie die 'gewaltbereiten haschischtrafikanten'... wann war das nur (und wo kann man sowas recherchieren)?

isodora
01
28.7.2009, 13:44
1984 anläßlich der Besetzung der Hainburger Au

hat die österreichische (Ge)StaPo jedenfalls zum ersten Mal von "gewaltbereiten" Demonstranten veröffentlicht, die über die Grenze
aus Deutschland einsickern
sollten, wurde erhofft.

moejoe187
00
27.7.2009, 02:12
die ehrlichen blauen Arbeiter

werden das schon ausbügeln was die "roten Machtbonzen"da aufführen (geiles Wort übrigens! Kannte ich noch nicht und hat mich wiedermal zum Lachen gebracht)

isodora
21
26.7.2009, 21:36
Blablabla.

Hamma uns auch ein bisserl erleichtert mit Blödheiten, gelt.

Was genau hat eine Fahrstrecken-Arbeit mit angeblichen Machtbonzen zu tun, Schatzerl.

Ich denk´ eher, Sie und ihr Beitrag sind nicht veröffentlichungswert, gell´.

tramezzino
27
24.7.2009, 12:22
ich warte nur daruf

bis die grünen einen radweg in der u1 im zuge der sanierung fordern...

unnerum
01
23.7.2009, 21:56

Jedlicher Aufschub ist nicht erwünschenswert, aber warum sollen dadurch Mehrkosten entstehen? Werden dann Titanschienen verlegt oder warum soll das teurer sein als ein Paar Monate zuvor?

. g.bac
13
24.7.2009, 13:06
weil man jetzt vielleicht überproportial reparaturmassnahmen

setzen muss, die aber keine sanierung bedeuten sondern einfach nur zusammenschustern?

zb. abgefahre gleise zusammenschweissen, statt neu verlegen.

bin natürlich kein experte, aber so absurd scheint mir die möglichkeit nicht zu sein.

isodora
00
26.7.2009, 21:38
Lediglich

an den Haaren herbeigezogen.
In Wirklichkeit bedienen Sie mit dieser Argumentation nicht begründete "Befürchtungen" irgendwelcher politischen Bewegungen.

unnerum
01
24.7.2009, 21:33

Sehr unwahrscheinlich, da die Abnützungen in den Paar Monaten wohl kaum dermaßen massiv sein können. Mir kommt eher vor, dass hierbei ziemlich übertrieben wird.

. g.bac
02
25.7.2009, 10:08
vielleicht sind die gleise ja jetzt schon (nach 30jahren)

in einem erbärmlichen zustand und villeicht muss man ja jetzt schon unsummen an lebenserhaltenden reparaturen reinbuttern.

ich denke "spasshalber" werden die wr. linien (und somit quasi eine teilorganisation der spö-wien) nicht auf eine reparatur der gleise drängen, schon gar nicht wenn sie dem michael damit, wenn auch unabsichtlich, ans bein pinkeln, weil er jetzt dasteht als einer, der unsere steuergelder vernichtet nur weil er ein wenig sorgen hat.

Zukunftsoptimist
08
23.7.2009, 21:04
Ist es nicht bezeichnend,

wenn so wichtige Sanierungsarbeiten wahltaktischen Überlegungen zum Opfer fallen? Ist selbst so etwas nur Augenauswischerei, Optik und Populismus? Was bleibt da noch an vernünftiger, weitblickender Politik, wie sie vor Jahrzehnten eine sozialdemokratische Partei ausgezeichnet hatte? Heute ist alles nur Stimmenfang und schneller Profit. Mander, sch'is Zeit!

isodora
21
26.7.2009, 21:40
Auf, auf mit Ihren Standschützen

nach Wien zum Finanzministerium der ÖVP, das seit Jahren die Republik in Schutt und Asche bombt.

Wie frech!
00
24.7.2009, 11:39

Die Frage ist nur ob es auch stimmt nur weil es da steht.
Gerade in Wien kann man davon ausgehen, dass der Zeitpunkt der Wahl den Verantwortlichen bekannt ist.
Hätte man da Bedenken wegen der Auswirkungen der Sanierung auf das Wahlergebnis gehabt, wäre das doch von vornherein anders geplant worden.

Parkschwein
00
24.7.2009, 07:43

"vernünftiger, weitblickender Politik, wie sie vor Jahrzehnten eine sozialdemokratische Partei ausgezeichnet hatte"
(chuckle)

Ich bin der Dolch in der Nacht
05
23.7.2009, 18:15
billig billig billig genossen!

wegen solcher notwendigkeiten zerbrecht ihr auch den wahlkopf?

betet lieber darum, das in der skylink-affäre und im spitzelausschaus nicht eure gnadenlose bereicherungssucht und machtbessenheit ans tageslich kommt!!!!!!!!


und wenn doch? macht nix, wenn die absolute mehrheit in wien weg ist folgt der rest von eurem machtapparat scheibchenweise österreichweit. und wer weis? vielleicht ist der tag der abrechnung dann ja nicht mehr weit weg.. :-))))

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