"Affären à la carte": Abendessen mit Problem-Beilage

22. Juli 2009, 19:37
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Französische "Affären à la carte" und die weiteren Filmstarts der Woche

Ein Abendessen im Kreis von mehr oder weniger eng Vertrauten, in dessen Verlauf man einander nebenbei allerhand Zwischenmenschliches serviert - dieses nach klassischen Regeln der Dramatik ausgerichtete Setting ist auch im Kino längst ein Standard.

Das Pariser Ehepaar ML und Piotr bewirtet zu Sommeranfang eine Handvoll befreundeter Menschen, welche nach außen gerade noch den Schein von Glück wahren, während im Hintergrund Heimlichkeiten und Probleme köcheln. Der in mancher Hinsicht denkwürdige Abend wird - inklusive pittoresker Zwischenschnitte auf die Fête de la musique - in seiner Fortsetzung ein Jahr später gespiegelt.

Nicht nur Haarschnitte haben sich inzwischen verändert. Affären à la carte / Le code a changé ist die vierte Regiearbeit der französischen Drehbuchautorin Danièle Thompson (Jet Lag; Ein perfekter Platz). Um den Tisch der Gastgeber (Karin Viard und Dany Boon) versammelt sie mit Emmanuelle Seigner, Patrick Bruel, Marina Hands, Pierre Arditi oder Patrick Chesnais (die eine schöne Tanznummer hinlegen) eine All-Star-Besetzung. Aber auch diese vermag die Gesellschaftskomödie nicht recht über den Durchschnitt zu heben.

Außerdem starten: Todd Philipps' Überraschungserfolg, die durchgedrehte US-Junggesellenabschiedskomödie Hangover, sowie der zweite Teil von Steven Soderberghs Biopic Che - Guerrilla, die italienische Polit-Farce Il Divo von Paolo Sorrentino, die an den Christdemokraten Giulio Andreotti erinnert, und das deutsche Liebesdrama Die Entdeckung der Currywurst (Regie: Ulla Wagner) mit Barbara Sukowa. (irr / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.7.2009)

 

  • Vorgeblich fröhlich: Patrick Bruel und Emmanuelle Seigner in "Affären à la carte".
 
    foto: polyfilm

    Vorgeblich fröhlich: Patrick Bruel und Emmanuelle Seigner in "Affären à la carte".

     

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