EU-Fortschrittsbericht

Rumänien und Bulgarien weiter unter Beobachtung

22. Juli 2009, 17:53

Die EU-Kommission hält beide Länder wegen mangelnder Fortschritte bei der Bekämpfung von Korruption und organisiertem Verbrechen weiter unter strenger Beobachtung

Rumänien und Bulgarien erfüllen weiter nicht die EU-Standards im Kampf gegen die Korruption. Das geht aus Fortschrittsberichten zu beiden Mitgliedstaaten hervor, die die Europäische Kommission am Mittwoch in Brüssel vorstellte.

Bulgarien gehe zudem nicht entschieden genug gegen die organisierte Kriminalität vor, kritisierte die Kommission. „Wenn es überzeugende Resultate bei Justizreformen und im Kampf gegen Korruption und - im Falle Bulgariens - das organisierte Verbrechen geben soll, muss mehr getan werden", sagte Kommissionssprecher Johannes Laitenberger.

In beiden Ländern mangle es an einem „stärkeren politischen Engagement für Justizreformen und die Auslöschung der Korruption". Die Kommission will die beiden 2007 beigetretenen Länder deshalb bis mindestens Juli 2010 unter strenger Beobachtung halten.

Im Fall Bulgariens stellt die Kommission zwar in jüngster Zeit mehr Urteile in Antikorruptionsprozessen fest, etwa gegen den ehemaligen Leiter der Fernwärmegesellschaft Sofia, Valentin Dimitrov. Andere, ähnlich gelagerte Verfahren wie etwa gegen den ehemaligen Chef des Straßenfonds, Vesselin Georgiev, und gegen den Unternehmer Mario Nikolov, der der Dokumentenfälschung und massiven Missbrauchs von EU-Geldern verdächtig ist, zögen sich jedoch zu lange hin. Ferner wird in dem Bericht bemängelt, dass Urteile gegen Großkriminelle oft zu milde seien.

Dagegen wird die Arbeit der dem Obersten Justizrat angeschlossenen Justizaufsichtsbehörde ausdrücklich gelobt. Es seien konkrete Maßnahmen ergriffen worden, um die unterschiedliche Arbeitsbelastung der Gerichte auszugleichen, die Justizverwaltung zu verbessern und ein transparentes Ernennungsverfahren einzuführen

Auch die Arbeit der sogenannten Kommission Kuschlev, die in Fällen von illegal erworbenem Besitz ermittelt, zeigt laut Bericht Fortschritte. Unter den legislativen Maßnahmen wird die Verabschiedung des Gesetzes über Interessenkonflikte und die Änderung des Gesetzes über das öffentliche Auftragswesen erwähnt. Eine bedeutsame Entwicklung bei der Korruptions- und Verbrechensbekämpfung bildet laut Bericht ferner das Pilotprojekt gemeinsamer Ermittlerteams der Staatsanwaltschaft, der nationalen Sicherheitsbehörde und des Innenministeriums.

Wegen Versäumnissen im Kampf gegen die Korruption hatte die EU vor einem Jahr Hilfen in Höhe von 800 Millionen Euro für Bulgarien auf Eis gelegt. Davon gab die Kommission 115 Mio. Euro in diesem Mai wieder frei. Über den Großteil der Finanzhilfen will die Kommission auf Grundlage eines Berichts entscheiden, der nach der Sommerpause vorlegt werden soll.

Keine Aussetzung von Rechten

Bulgarische und rumänische Spitzenpolitiker werteten den Kommissionsbericht mehrheitlich als „objektiv" und strichen die von Brüssel attestierten Fortschritte hervor. „Am wichtigsten ist, dass Bulgarien jetzt nicht mehr durch die Sicherheitsklausel (zur Aussetzung von bestimmten EU-Rechten, Anm.) bedroht wird", sagte der scheidende Innenminister Mihail Mikov der heimischen Nachrichtenagentur BTA. Sein designierter Nachfolger Tsvetan Tsvetanov kündigte an, die EU-Empfehlung zur Schaffung einer einheitlichen Korruptionsbekämpfungsbehörde umsetzen zu wollen.

Die rumänische Parlamentspräsidentin Roberta Anastase würdigte den Bericht als „ausgewogen" und „exakt", bedauerte aber die Fortführung des Beobachtungsmechanismus. Die Politikerin der regierenden Liberalen (PD-L) will mit Brüssel ein fixes Datum zur Beendigung der Beobachtung aushandeln. (AFP, dpa, dl, DER STANDARD, Printausgabe, 23.7.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 52
1 2
Halbmond
20
2.10.2009, 21:03
Unterbeobachtung

Recht geschieht ihnen das,die Türkei wollen sie nicht in der EU haben dafür gibt es Rumänien u. Bulgarien ein fressen für jeden Türken in oder Ausland!!

Der Alte vom Berge
00
29.9.2009, 14:06
Na Servas,...

...die werden jetzt aber Beobachtet wie´s weiter Steuergeld verschwinden lassen.

Habe die Ehre. ^^

RBK
00
24.9.2009, 13:46
RO und BG

"Die EU hält beide Länder unter Beobachtung"

Soll das ein Scherz sein?

Wir investieren Millionen in Länder, die nicht einmal wollen und dann gibt es Beobachtungen? Danke, auf wiedersehen, Grenze zu. Chance nicht genutzt. Neuer Anlauf in 15 - 20 Jahren.

Wer zahlt sagt die Musik an. Es sollte genaue Pläne mit Deadlines geben. Wird eine einzige nicht eingehalten fliegt das Land ohne Vorwarnung aus den Förderprogrammen. Wer nicht damit klar kommt, muss auf die EU-Millionen verzichten. Es kann ja nicht sein, dass jedes Osteuropäische Entwicklungsland nach der Meinung gefragt wird, nachdem sie unser Geld ausgegeben haben...

celiz
00
An die Redaktion (offener Brief)

Na, die Sommerpause dauert wohl etwas lange. Hier in der Rubrik scheint sich ja seit Juli nichts mehr getan zu haben, oder?

Zur Zeit gäbe es ja aber einiges zu berichten; die Forderungen Barrot's, die darauf folgenden Trollversuche von Berlusconi. Gerüchte über Gusenbauer, etc.

Nun aber zu meiner eigentlichen Frage; findet man diese Themen anderswo auf derstandard.at und/oder lässt man die Rubrik "Europäische Union" fallen?

Ergebenst, celiz

Der Alte vom Berge
00
29.9.2009, 14:07
Sein`s doch ned so Ungnädig,...

...es wird ja eh intensivst Beobachtet, ned wahr ? ,)

also dann ...
00
und w e r ...beobachtet die korruption...innerhalb der eu - s e l b s t (agrar-subventionen z.b.) ? ? ?

rubinek
00

Wer wohl ?

OLAF natürlich

Mostbluzer
00
najo egal

ob die kieberer dort korrupt sind oder gar nicht arbeiten und streiken , ist schon egal.

Gerd Huber1
 
01
30.8.2009, 09:14
möglicherweise könnten die Malversationen

in Rumänien und Bulgarien in den Hintergrund treten, wenn Albanien und der Kosovo neue Mitglieder werden.



Karl Buschina
21
29.8.2009, 14:03
Wer Augen hat zu sehen: Video.,.

Die Europäische Union ist in Wirklichkeit eine antieuropäische Union. Eine Agentur zur Globalisierung und zur Schwächung der europäischen Nationalstaaten. Die EU sei sogar eine Nationenvernichtungsmaschine.

http://tinyurl.com/nwlbnt

Bluestone
12
22.8.2009, 07:35
In Sachen Korruption

können die bulgarischen und rumänischen Capos noch von den EU-Bürokraten lernen.

Srta. Ofelia
18
12.8.2009, 11:57

Vielleicht war die EU ein bissi zu vorschnell bei der Aufnahme Bulgariens und Rumäniens ?

Frau Ava
21
28.8.2009, 02:50
Landraub

Die EU hat nicht aus Mitleid diese Laender so schnell aufgenommen.
Die Gross- Konzerne ,-Paechter und - Grundbesitxer der EU waren zu begierig auf billiges,bestes Land um mit Genpflanzen,Duengern,Pestiziden den Boden und Markt kaputt zu machen,vor allen Biotreibstoffe zu pflanzen.Mich wuerde es nicht wundern wenn dort in Zukunft Menschen hungern.

Der Alte vom Berge
06
11.8.2009, 07:09
Erweiterung,...

...um jeden Preis,frei nach dem Motto:

"Um euer Geld ist uns Nichts zu teuer."

Ned wahr ? ^^

Carnot
 
05
10.8.2009, 09:17
hat die EU das nihct gewusst dass es in diesen Länder die Korruptionsrate 100% ist??

Die EU muss blind sein, anders kann ich es mir nicht erklären!

Mirstetta Toni
04
Ist ja lustig!

der ganze korrupte sumpf soll jetzt mit dem geld der nettozahler trockengelegt werden. jetzt soll mir bitte einer erklären, warum das nicht vor dem beitritt dieser staaten genau geregelt wurde. wir bekamen anno 2000 einen weisenrat ins land gesendet, damit ja kein neuer dolfer in österreich an die macht kommt und dort herrschen zustände wie im mittelalter!

Richard Ebner
22
Wenn ich mich recht erinnere ...

... zahlt Österreich einen Nettomitgliedsbeitrag zur EU von 860 Mio. EUR. Dividiert durch die Anzahl der Österreicher ergibt das 2 EUR pro Woche für mich.
Selbst wenn man meine ganzen 2 EUR wöchentlich nach Rumänien und Bulgarien schickt, damit dort die EU mehr Einfluss gewinnt und Russland weniger (nichts gegen Russland!), ist mein Geld schon gut investiert.
Und da rede ich noch gar nicht von meiner Kostenersparnis bei Roaminggebühren, Flugreisen und dem was österreichische Unternehmen in Osteuropa verdienen und und und ....

Bluestone
00
22.8.2009, 07:33

1) Auf 2€ kommen Sie, wenn Sie von allen Österreichern Steuern verlangen-auch von Kindern

2) Durch die gestiegene Kaufkraft im Lande der EU-Subventionen steigen die Preise eher, als sie fallen.
Wer es zusammenbringt, am Goldstrand halt nicht mobil zu telefonieren, kann auch ohne EU dort urlauben.

Sternchen100
03

"Unter strenger Beobachtung", und wie wirkt sich das aus? Die Kriminellen kassieren doch mehr Geld als die EU sich weigert, an Subventionen (aus unserem Geld!) an diese Staaten zu bezahlen! Aber aufnehmen, und das sofort, das musste man diese bankrotten unreifen Staaten, klar und als nächstes Georgien, Ukraine und Weißrussland und die bestimmen dann gemeinsam mit dem Rest von Osteuropa, wo es für uns innerhalb der Eu lang geht....

Bertel Mann
01
21.8.2009, 07:38
Wo's lang geht, ist schon lange klar: einfach gegen Russland in den A..... der USA

Student der Magie
02
Die EU-Kommission hält beide Länder wegen mangelnder Fortschritte bei der Bekämpfung von Korruption und organisiertem Verbrechen weiter unter strenger Beobachtung

na so was: werden die von anderen bestochen als "unsere" EU-Politiker?
Das geht natürlich nicht;)

also dann ...
10
24.7.2009, 11:41
nichts neues. die eu ... vor allem der agrarsektor...sind ja s e l b s t

von korruption nur so durchzogen !

in 20 jahren
ist es den (verkorrumpierten) kommissaren...
nicht gelungen, auch nur ansatzweise, die korruption einzudämmen.

und über bulgarien, rumänien...
braucht sich keiner deshalb aufzuregen !
sie sollen z u e r s t
den eigenen stall ausmisten !

Zwerg515
04
24.7.2009, 06:43
Wenns nix wird mit'n zsammreisn

sofort rausschmeissen aus der EU. Wer nicht will, der hat gehabt.

http://manu.theoffside.com/files/2009/01/2mci0y.jpg
51
23.7.2009, 11:54
und ich dachte unsere pro-eu-prostis haben keine

wirbelsäule ...

aber was sich rom und bul da vom pack aus schnöselhausen gefallen lassen, ist wohl selten gesehener devotismus ...

devot ist hier wohl sehr stark untertrieben ...

noch dazu von demselben gesindel, das jährlich mrd. euro in dunkle kanäle (lebensmittelkolchosen in holland und deutschland, großplantagen in spanien, etc.) verschwinden läßt und sich hier als große korruptionsbekämpfer aufspielen ...

mfg

Christoph ************
02
23.7.2009, 12:33

Selten uninformierter Kommentar.

Wo verschwindet denn das meiste Geld? In den Mitgliedsstaaten. Dass Rumänien und Bulgarien besonders überwacht werden ist nur gut und recht und wird anders als Sie vielleicht vermuten würden von der Bevölkerung positiv gesehen.

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