Die Funktionäre sind die Stärke der Opposition

22. Juli 2009, 18:35
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Motivierte und strahlende Funktionäre als Erfolgsgarant - Standard-Umfrage: Freiheitliche haben das schärfste Profil

Wien - Keine Partei hat so motivierte Funktionäre wie die FPÖ - und das macht nach Einschätzung des Meinungsforschers Werner Beutelmeyer einen hohen Teil des Erfolgs aus. Beutelmeyers Market-Institut befragte im Auftrag des Standard jeweils 500 repräsentativ ausgewählte Wahlberechtigte, wie sie Österreichs Parteien nach jenen Kriterien einschätzen, die man allgemein für einen Unternehmenserfolg als wichtig erachtet.

45 Prozent erleben die freiheitlichen Funktionäre als sehr motiviert, weitere 20 Prozent geben ihnen einen Zweier auf einer fünfstufigen Notenskala. Zum Vergleich: Dem Funktionärsapparat des BZÖ wird die geringste Motivation zugetraut, hier geben nur 22 Prozent ein "Sehr gut" und 21 Prozent ein "Gut" - in der Grafik sind diese beiden positiven Werte für alle Aussagen über die jeweilige Partei addiert.

Aufgrund der lokalen Stärke des BZÖ in Kärnten lohnt ein Blick in die Detailauswertung, die das Bild zurechtrückt: In der südösterreichischen Bevölkerung erleben 33 Prozent das BZÖ und seine Funktionäre als sehr motiviert. Generell fällt aber auf, dass die Einschätzungen für das BZÖ in fast allen Punkten schwächer ausgeprägt sind als bei anderen Parteien - "Von Kleinparteien hat man kein so scharfes Bild", sagt Beutelmeyer - obwohl die Motivation der Funktionäre beim BZÖ im Vergleich zu anderen Parteien am niedrigsten eingeschätzt wird, ist sie noch die am stärksten hervorragende Eigenschaft, gefolgt von der erlebten Geschlossenheit (keine öffentliche Kritik an der Führung) und einer guten Schulung der Funktionäre.

Bei der FPÖ ist neben der Motivation der Funktionäre die "aktive, tatkräftige Führung" eine als bedeutend erlebte Stärke - dafür geben 30 Prozent die Note Eins, weitere 27 Prozent die Note Zwei. Besonders Frauen fällt die aktive Parteiführung der Freiheitlichen auf.

Ein hoher Frauenanteil ist dagegen nur bei den Grünen ein wichtiger Faktor - 32 Prozent geben den Grünen dafür ein "Sehr gut", 28 Prozent ein "Gut". Der hohe Frauenanteil der Grünen fällt übrigens den männlichen Befragten positiver auf als den weiblichen. Die zweite große Stärke der Grünen ist, dass sie in keine Skandale verwickelt sind. Mit ihrem inhaltlichen Profil sind sie nur im Mittelfeld. (Conrad Seidl, DER STANDARD, Printausgabe, 23.7.2009)

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    Halten mit Motivation und Strahlkraft ihrer Partei den Rücken frei: die Funktionäre.

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    quelle: der standard
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