Eskimo-Werbung regt auf

"I will mohr!": Werberat prüft

22. Juli 2009, 13:48

Eskimo: "Diskutieren gerade in alle Richtungen" - Für Black Community "schwere Beleidigung"

"Cremissimo à la Mohr im Hemd" nennt Eskimo eine neue Eiskreation, "I will mohr!" lautet der Werbeslogan dafür. "Wir haben den Namen natürlich bei unseren Marktforschungen getestet und nicht einem Konsumenten ist der Name negativ aufgefallen. Jeder hat sofort an die klassische österreichische Mehlspeise gedacht. Aus unserer Sicht also ein unbedenklicher Name", schreibt die Eskimo-Pressestelle einer Userin von derStandard.at, die den Produktnamen kritisierte.

Nicht nur ihr ist der Name bzw. die Kampagne negativ aufgefallen, "solche Wörter sind für Schwarze im deutschsprachigen Raum eine der schwersten Beleidigungen. Wenn sie das einfach plakatieren, das wiederholt die Stereotype, die innerhalb der Gesellschaft schon präsent sind. Das ist wirklich schade." sagt Simon Inou von M Media, dem Verein zur Förderung interkultureller Medienarbeit gegenüber FM4. Er fordert von Eskimo, die Kampagne einzustellen und sich öffentlich zu entschuldigen.

Diskussionsprozess bei Eskimo

"Für uns sind die Vorwürfe extrem schlimm, wir verkaufen in 150 Ländern der Erde und Diversity ist für uns ein ganz wichtiger Begriff, bedauern es daher, dass der Name nun zu Verärgerung führt." meint Karin Höfferer, Presseprecherin von Unilver, auf Anfrage am Donnerstag, "derzeit diskutieren wir die Frage intern und auch mit Menschen, die sich beschweren."

Das  "I will mohr!"-Werbeplakat wurde übrigens von der Cremissimo-Homepage entfernt, Höfferer: "Grundsätzlich hat jemand, der sich angegriffen fühlt, recht. Daher haben wir, dort, wo es schnell geht, die Sujets entfernt."

"Wir diskutieren gerade in alle Richtungen" meint sie auf die Frage, ob Eskimo überlege, die Plakatkampagne zu entfernen. "Wir haben mindestens genau so viele Nachrichten von Österreichern bekommen mit dem Tenor 'nehmt uns unsere Nachspeise nicht weg'. Auch das sei Teil des Diskussionsprozesses, so Höfferer.

Werberat prüft

Beim Österreichischen Werberat seien bisher noch keine Beschwerdem zur "Ich will mohr"-Kampagne eingegangen, hieß es noch Mittwoch Nachmittag auf Anfrage von etat.at. Bis Donnerstag Mittag sind dann doch fünf Beschwerden beim Werberat eingelangt, ""I will mohr" für dunkles Eis sei rassistisch und menschenrechtsverachtend, so der Tenor. Laut Werberat sei ein Verfahren dazu derzeit in Bearbeitung. (red)

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Simba
12.08.2009 16:03
Eskimo

an sich ist ja schon ein Wahnsinn.... dass das Eis sooo heißen darf, ungeheuerlich ;)

Wie heit den Mohr im hemd jetzt neu? Zefix

DJ POPO
13.08.2009 10:03
brauner salon.

Kaerntner_und_nicht-bzoe-waehler
08.08.2009 10:10

irgendwie fällt mir dazu sofort dieser quote von bash.org ein:

#832183
<Adolla> oh dear I ate too many broken gingerbread men
<Supel> not broken, alternatively configured, please
<Adolla> and the burned ones can't be given out they have to be eaten
<Supel> *alternatively carbonised
<Supel> *gingerbread people
<Supel> actually, ginger can be offensive
<Adolla> sorry, gingerbread people
<Supel> *funnyshapedrootspicepeople

something in the air
07.08.2009 15:34
correctness-dummies

- negerküsse (kein zungenkuß mit einem schwarzafrikaner, sondern eine süßspeise)
- indianer (umgangssprache für truthahn)
- frankfurter (ein würstel, nicht der einwohner frankfurts)
- wiener schnitzel (das fleisch wurde keinem wiener, sondern einem meistens einem schwein abgeschnitten)
- mohr im hemd (österreichische süßspeise, kein bekleideter schwarzafrikaner)
- römer (kein einwohner der gleichnamigen stadt, sondern trinkgefäß für wein)
- pariser (kein einwohner der gleichnamigen stadt, sondern umgangssprache für ein verhütungsmittel)
- eskimo (kein einwohner der polarregion, sondern ein nahrungs- & genußmittelhersteller)

irgendwo hat alles seine grenze - auch die intelligenz der correctness!

short term memory loss
07.08.2009 14:20
I will richtige Grammatik

Ich finde, dass man sich viel mehr über die grammatikalisch ziemlich daneben gegriffene headline aufregen sollte, als über die produktbezeichnung selbst, mit der heute doch wirklich niemand mehr irgendwen diskriminieren will.
Es ist ja grundsätzlich schon einmal ziemlich übelkeiterregend deutsche und englische worte in einer headline einfach zusammen zu würfeln, aber dann auch noch so! Was soll das heißen, "Ich werde Mohr"? Nachdem ich das eis gegessen habe? Wo bleiben die beschwerden der deutsch- und englischlehrer? fühlen die sich nicht in ihrer berufsehre verletzt?

datenbauer
06.08.2009 10:45
Selbst der Firmenname ist eine Beschimpfung




mascha sam 
06.08.2009 08:30
also bitte

ich hab sogar einen bekannten aus nigeria, der nichts dabei findet, was is an mohr bitte politisch unkorrekt?

Manfred Kopp
05.08.2009 18:10
Super Sharp Shooter
04.08.2009 15:30

es weiss doch jeder, dass es eigentlich "MohrInnen" heissen müsste! Frechheit!

Kitslertraining
05.08.2009 06:49
was aber wirklich jeder wissen sollte:

dass man "heißen" mit am scharfen schreibt.

Super Sharp Shooter
06.08.2009 15:50

für jemanden, der "mit am scharfen" schreibt, bist aber recht großgoschert!

Migros Kulturprozent
04.08.2009 13:47
Ich hingegen fühle mich …

… durch den verunglimpfenden Begriff „Weißbrot" zutiefst gekränkt und fordere hiermit die unverzügliche Entfernung dieser schändlichen Schmähung von sämtlichen infragekommenden Handelswaren sowie von Druckwerken die selbige zum Verkauf anpreisen.
Für die künftige Kennzeichnung dieser obszönen Backware postuliere ich den Gebrauch von „Brot europäischen Ursprungs”.

powerIuser
05.08.2009 22:51

jetzt wo sie es sagen... geh ma ins eck weinen!


zum Thema: So heißt die Süßspeise nach der das Eis schmeckt, abgesehen davon, ich hätte Mohr als sehr veralteten Begriff (und sicher nicht in aktiver Verwendung um Menschen zu bezeichnen, ja selbst meine Oma hätt von Ihrer Oma das nicht erwartet), nicht als Beleidigung wahrgenommen, aber vielleicht gibts hier farbige Mitbürger die das anders sehen?

Poldi Fesch
26.08.2010 17:15
wahrscheinlich, die

haben das "anders sehen" aber zum Beruf gemacht
ein Jahr spaeter haben wir den umgekehrten Skandalon
http://derstandard.at/128227355... t-Gemueter

Gnadenlos
04.08.2009 11:21
Schwarz-Weiß-Malerei

Das Kreischebaby 
04.08.2009 07:22
unilever setzt auf das waldheim-syndrom. hat ja damals auch gut funktioniert.

trotzdem inkorrekt. und jetzt verstecken die sich hinter einer mafo. naja, sehr bedenklich. herr uche njoku hat hier schon recht.

Ed L. Bitter
03.08.2009 12:33
WERBERAT SOFORT ABSCHAFFEN


Rot dagegen. Grün dafür.

Fett wie die russische Erde
04.08.2009 19:50
aber die WERBERÄTIN auch!

Fett wie die russische Erde
01.08.2009 08:55
auch pröll ist ein schwarzer.

CapeCode
31.07.2009 11:28
man könnte auch sagen

wenn es herrn inou hier nicht passt, kann er gerne zurückgehen, wo er hergekommen ist.

Uche Njoku
03.08.2009 13:31
Dass ist ganz Blöd

Leute, in Ausland leben unsere Leute auch. Wir sollen nicht blöd über andere Leute reden nur weil sie für ihre Rechte kämpfen oder Wahrheit sagen, die wir nicht hören wöllen. Wir sollen nicht vergessen, dass Firmen die Bedeutung der Namen ihrer Produkte wissen sollen vor der Einführung es Produktes. Also hat die Firma nicht überlegt bevor sie dem Produkt diesen Namen gegeben haben? Wer ist die Ursache dieses Themas? Simon Inou, der über den Namen schreit oder die Firma die ihrem Produkt den Namen gegeben hat?
In USA, DL, GB, FR usw, und in einigen Afrikanischen Ländern leben unsere Leute auch. Wir sollen aufhören schlecht über anderen zu reden wenn ihr für ihres recht kämpfen, die für uns nicht passt.

Azamat Bagatov
31.07.2009 10:06
Mehr als alles andere

stört mich dieser schreckliche Kampagnenclaim.
Aber da gibts leider keine Geschmackspolizei, die den Dreck wieder runterreisst.

Uche Njoku
30.07.2009 00:10

Also Leute,ich glaube es ist Zeit,dass man wirklich gut überlegen soll bevor sie/er ihren Mund aufmacht. Doch verstehe ich wenn man sagt,dass es eine Kleinigkeit oder nicht eine richtige rassistische Sache ist.Wir sollen nicht vergessen,dass Firmen die Bedeutung der Namen ihrer Produkte wissen sollen vor der Einführung es Produktes.Also hat die Firma nicht überlegt bevor sie dem Produkt diesen Namen gegeben haben?Wer ist die Ursache dieses Themas? Simon Inou,der über den Namen schreit oder die Firma die ihrem Produkt den Namen gegeben hat?Manche hier reden auch dikriminierend,und zeigen wie sie in Wirklichkeit sind bzw. was für ein Mensch sie sind.

Josef Falk 
31.07.2009 17:57

Ich glaube, die Firma hat schon über die Bedeutung des Namens des Produktes gewusst: Es ist der alt eingeführte Name einer Mehlspeise.

hans 50
03.08.2009 12:11
schwedenbombe

bin neugierig, ob bald einmal in österreich wegen der äußerst beliebten schwedenbombe sich ein schwede beschwert. sind auch rund und sehr süß, sehr beliebt, aber viel preiswerter als der berühmte mohr im hemd. meingott, haben die probleme.

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