"Wir verstehen das nicht und reiben uns die Augen"

21. Juli 2009, 17:44

Von fragwürdigen Rochaden in der "Liste Martin" war zuletzt im Standard zu lesen - Kleine Recherchehürde: "HPMs Mitstreiter äußern sich nicht" (21. 7.) - Nun tun sie's doch

Mag. Martin Ehrenhauser und Robert Sabitzer:

"Seit Tagen erscheinen im Standard groß aufgemachte, tendenziöse Berichte über Mandatare und Mitarbeiter der Liste Martin. Zuletzt war sogar von einem "unglaublichen Aufstieg von H.-P. Martins Assistent" und einer "Versorgungsaktion" die Rede. Wir verstehen das nicht und reiben uns die Augen. Denn da wird ausgerechnet von Standard-Redakteur Thomas Mayer jener haltlose Kampagnenjournalismus betrieben, gegen den sich der Standard ansonsten doch so wehrt.

Unerwähnt bleibt, wozu sich die Liste Martin gemeinsam bekennt - vor allem zu einem kraftvollen Engagement gegen Rechtsaußen: Kein Wort erscheint im Standard über die von Hans-Peter Martin bereits zugesagte erste Spende von 100.000 Euro an das Wiener Integrationshaus des Willi Resetarits, über größere Buchankäufe etwa von Hermann Langbeins KZ-Erfahrungsbericht Die Stärkeren.

Stattdessen werden wir einmal als zerstritten, dann wieder wie Abkassierer dargestellt. Das grenzt an Rufmord. Natürlich kam der Erfolg der Liste Martin bei der Wahl zum Europaparlament mit 17,7 Prozent der Stimmen und drei Mandaten auch für uns überraschend. Doch es gab von Anfang an klare Vereinbarungen. Am 26. April 2009, als die Meinungsumfragen noch bei sechs Prozent und einem unsicheren Mandat lagen, vereinbarte Hans-Peter Martin in Bregenz bereits mit den bis dahin schon von ihm ausgewählten Kandidaten der Liste Martin - nämlich Robert Sabitzer, Angelika Werthmann und Nicole Baumgartner -, dass bis zum formalen Nennungsschluss für die Liste im Innenministerium in Wien vermutlich noch ein anderer Kandidat den zweiten Listenplatz einnehmen würde.

Dies wurde einhellig akzeptiert, auch wurde vereinbart, dass ein allfälliges weiteres, drittes Mandat dann in Verantwortung und Arbeit unter den bereits ausgewählten Kandidaten auf der Liste Martin übernommen wird.

In diesem Sinne wurde die Liste Martin zunächst im Innenministerium am 1. Mai 2009 in der Reihung Martin/Sabitzer/Werthmann/ Baumgartner eingereicht und bereits damals auf die große Wahrscheinlichkeit einer Nachnominierung hingewiesen, zu der es dann auch fristgerecht am 4.Mai kam. Dazu war aus formalen Gründen aber der Rücktritt eines Kandidaten notwendig.

Nicole Baumgartner hält dabei ausdrücklich fest, dass sie in diesem Zusammenhang gerne auf der Liste Martin zugunsten des langjährigen Mitarbeiters von Hans-Peter Martin, Martin Ehrenhau-ser, verzichtete, zumal er allen anderen Kandidaten schon im März als so gut wie fixer Listenzweiter bekannt war. Schon damals war es zu einem gemeinsamen Fototermin für die Wahlkampffotos gekommen. Auch Robert Sabitzer möchte ausdrücklich festhalten, dass es für ihn immer selbstverständlich war, sich an die getroffenen Vereinbarungen vom 26. April 2009 zu halten.

Nur aus formalen Gründen landete somit Martin Ehrenhauser auf der Liste Martin vom 4. Mai an der vierten Stelle, weil eine unmittelbare Umreihung auf den zweiten Platz an diesem Tag der Nachfrist im Innenministerium vielleicht formale Einwände anderer wahlwerbender Gruppen zur Folge hätte haben können und Hans-Peter Martin ausdrücklich davor gewarnt wurde.

Gegenüber der Öffentlichkeit und auch intern war jedoch immer klar, dass Martin Ehrenhauser bei einem entsprechenden Wahlerfolg das zweite Mandat einnehmen würde. In diesem Sinne traten Hans-Peter Martin und Martin Ehrenhauser schon bei der Wahlkampfauftaktveranstaltung am 9. Mai in Wien als Tandem "Martin plus Martin" auf, ebenso beim Standard-Chat am 29. Mai (siehe das dazu auf "derStandard.at" veröffentlichte Foto) und bei der Schlussveranstaltung am 5. Juni in Linz.

Nach der Wahl am 7. Juni ging es nur darum, diese intern und öffentlich klare Vereinbarung technisch umzusetzen. Dies ist auch geschehen. Dabei war nie die Rede davon, dass Angelika Werthmann auf ihr Mandat verzichten solle, sondern nur davon, es im Sinne der zuvor getroffenen Vereinbarungen wahrzunehmen.

Und so werden wir uns weiterhin gemeinsam für die Wahlversprechen der Liste Martin engagieren. Eine parlamentarische Mitarbeit ist in diesem Rahmen bekanntlich harte Arbeit. Wie hätte denn der Standard berichtet, wenn nach all den eindeutigen öffentlichen Auftritten nun Martin Ehrenhauser nicht ins Europaparlament eingezogen wäre und die bisherigen Mitstreiter der Liste Martin jetzt plötzlich nicht mehr mitarbeiten wollten?

Nicole Baumgartner als Office-Managerin und Robert Sabitzer, der aus dem Management internationaler Unternehmen kommt (Mattel) und im NGO-Bereich für fairen Handel tätig ist, sind in der Wirtschaft gut beschäftigt. Sie arbeiteten aber seit Jahren (auch als Kandidaten bei der Nationalratswahl 2006) bei der Liste Martin engagiert mit. Sie brauchen keine Versorgungsposten, eine anstehende parlamentarische Mitarbeit ist dies auch sicher nicht.

Martin Ehrenhauser wurde auch nicht, wie dies in den Berichten des Standard suggeriert wird, für seine Wahlkampfaktivitäten aus EU-Geldern bezahlt, sondern engagierte sich ausschließlich im Rahmen seiner Freizeit und des Zeitausgleichs für zuvor angefallene Überstunden. Er hätte statt freiwilliger politischer Überzeugungsarbeit für eine unabhängige Bürgerliste auch privat Urlaub machen können.

Der Standard schrieb hingegen schon von einem "Bruch" bei der Liste Martin - dabei hatten Angelika Werthmann und Martin Ehrenhauser zu diesem Zeitpunkt gerade Hans-Peter Martin einstimmig zum Delegationsleiter gewählt. Es gibt auch keinen Streit mit Hans-Peter, sondern wir arbeiten eng zusammen und profitieren täglich von seiner großen, gerade auch internationalen Erfahrung."

Büro Liste Martin

1040 Brüssel

Bei allen Parteien Usus

Michael Neuhauser

per Internet

Wie demokratiepolitisch wichtig ein verstärktes Persönlichkeits-wahlrecht in Österreich notwendig wäre, zeigen die Verschiebungen auf Hans-Peter Martins Liste zum EU-Parlament. Aber man soll nicht nur ihn anprangern, das tun doch alle Parteien in Österreich seit Jahren mit ihren Nationalratsabgeordneten.

Gäbe es nur einige direkt gewählte, also mit einem persönlichen Mandat ausgestattete Abgeordnete, dann müsste, geradezu zwangsläufig, bei Ausscheiden eines solchen in ihrem Wahlbezirk eine Nachwahl abgehalten werden. Denn da kann es ja keine Nachrückliste geben. Aber da sind schon die Parteien vor, Gott sicherlich nicht. ( DER STANDARD, Printausgabe, 22.7.2009)

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    Posting 1 bis 25 von 96
    1 2 3
    san pellegrino
    10
    29.7.2009, 16:28
    Bemerkenswerte Entlarvung:

    HPM tritt mit Frauenpower an, bewirbt diese und hat doch nie vor den Damen einen Sitz im EU-Parlament zu geben. Dass die Herren Ehrenhauser und Sabitzer das noch ganz offen eingestehen macht klar, dass das Parallelweltsyndrom ihres Chefs bereits heftig von ihnen Besitz ergreift. Denn mit vorsätzlichem Wählerbetrug hat das ganz sicher nichts zu tun.

    Buntspecht12
    01
    10.8.2009, 08:45
    Sie haben die Geschichte anscheinend nicht wirklich verfolgt

    denn dann wüssten Sie, dass Hans Peter Martin schon während des Wahlkampfes offen mitgeteilt hat, dass Ehrenhauser seine Nr. 2 ist und sich Sabitzer und Werthmann das Mandat teilen werden. Das scheint vereinbart gewesen zu sein und diese Werthmann dürfte sich nicht an die Vereinbarung gehalten haben sondern wollte das ganze Mandat - was sie schlließlich auch erhalten hat. Damit Ehrenhauser ins Parlamet kommt, hat dann Sabitzer verzichtet. HPM hat sich meiner Meinung nach anscheinend in dieser Frau Werthmann geirrt.

    peterkbm
    00
    28.7.2009, 15:29
    Lieber Standard

    das ist die erste - zwar etwas getarnte Entgegnung - die ich in ihrer Zeitung lese. Was mich schon etwas wundert. Entweder war diese Veröffentlichung irrtümlich oder sie nehmen nur bereits entgegnete Artikel, d.h. sie lassen andere Zeitungen auflaufen und veröffentlichen dann erst brav.

    Schwarz Grün
    00
    22.7.2009, 15:08
    ich nehme an,

    die beiden frauen (Werthmann/ Baumgartner) habe sich im "die standard" zu wort gemeldet, sonst müsste man ja daraus schließen, dass die frauen bei martin nichts zu sagen haben ..............

    lindhera
    00
    22.7.2009, 22:12
    Hat HPM ein Problem mit Frauen?

    Schon aus vergangenen Fällen ist aus der Presse bekannt wie HPM mit Frauen verfährt. Ich bin mir sicher, dass die Baumgartner nicht freiwilig verzichtete - das Ganze riecht doch noch nach einem Pakt der Männer. Und im Übrigen entnehme ich diesem Artikel, dass die beiden Frauen nix zu lachen haben.

    Busson
     
    03
    22.7.2009, 14:50

    Dass dem Standard Kampagnenjournalismus fremd sein sollte, ist lachhaft.

    Seit Jahren wird gegen FPÖ und BZÖ sowie gegen die ÖVP kampagnisiert.

    Ava Tar
    01
    22.7.2009, 18:21

    Der Standard ist ja auch "linksliberal", insofern ist schon verständlich, daß er etwas gegen engstirnige Dorfdeppen und rechte Vögel hat

    Was er gegen den HPM hat verstehe ich umso weniger. Der ist der einzige, der in Brüssel das Fähnchen der Demokratie hoch hält ohne auf einem Hakenkreuz zu sitzen

    Zudem, Konkurrent des Standard ist weniger die Krone als mehr Kurier, die Presse, und ein paar kleinere (Wiener, Salzburger, Tiroler, OÖN). Die heute Krone lesen wird der Standard nie erreichen, dazu ist sein Produktmarketing zu blöd. Also wird der Standard hier immer wirken wir Waldorf & Sadler in der Muppet Show, wenn er auf die Krone mosert. Durchdrehende Reifen am Stand, wenig Hirn aber viel primiv, anstatt sich etwas einfallen zu lassen

    Uncle Meat
    00
    22.7.2009, 16:34

    abendland in standards hand!

    her wig
    00
    22.7.2009, 15:58

    Aber nicht doch. Es geht um Werte.

    the mgt
    01
    22.7.2009, 14:31
    wer sich mit hpm einlässt, ist selbst schuld.

    informationsmangel kann bei diesem notorischen öffentlichkeitsdränger keine ausrede sein.

    wer die kommentare in der kronzenzeitung nicht zu lesen versteht (samt erscheinungsort), muss halt nachschlagen. die geschichten sind, von der SPIEGEL-redaktion bis zu karin resetarits, dokumentiert.

    im zweifelsfall hätte auch etwas umhören und denken genügt.

    Roman Santos
    02
    22.7.2009, 18:03
    Aber mgt, Bitte:

    so wie ich den Kommentar verstanden habe, waren die sich untereinander eh einig. Nur die Medien haben halt aus der Tatsache, dass der Eine für einen Andren verzichtet hat einen Streit hineininterpretiert und sich ein Gschichterl gemacht.
    Einen Sturm im Wasserglas hat das meine Generation genannt.

    tramezzino
    00
    22.7.2009, 14:16
    100 euro

    dass es binnen einem jahr zu gröberen streitereien in der liste martin kommen wird.

    'Centurio1
    01
    22.7.2009, 18:36
    Was ist denn ein gröberer Streit?

    Ich wette mit Ihnen um 10.000 Euro dass der "Streit" in der Liste Martin, der ja bislang wie ich lesen muss gar keiner war, ein leises Lüftchen gegen den Streit ist, der sich in unserer Regierung tagtäglich abspielt. Worüber regt man sich hier eigentlich künstlich auf?

    Roman Santos
    01
    22.7.2009, 17:29
    Überall kommt es zu Meinungsverschiedenheiten

    - mehr als 50% der Ehen werden in Wien geschieden! Es ist immer nur die Frage, wie eine Auseinandersetzung gelöst wird. Ich bin sicher, dass diese Gruppe jetzt besonders gut aufpasst, obwohl die Frage, ob Sabitzer oder Ehrenhauser im Parlament sind wohl ausser den Beiden wohl niemanden wirklich interessieren. Und wenn die beiden miteinander können, dann ist es doch in Ordnung so.

    lindhera
    00
    22.7.2009, 13:37
    was mich wundert

    ist die Tatsache, dass zwei Personen eine Erklärung abgeben, aber was ist mit dem Rest? Keine Erklärung ist auch irgendwie eine Erklärung

    'Centurio1
    02
    22.7.2009, 18:49
    welcher Rest? Die haben zwar mehr Mandate als die FPÖ

    aber die gesamte Truppe besteht inklusive der beiden Assistenten im Moment ja nur aus 5 Personen. Dass Ehrenhauser und Sabitzer das gemeinsam schreiben ist eh klar, schließlich betrifft das Thema ja nur die Beiden.

    Hagra
    02
    22.7.2009, 12:03
    HPM = Haupt_Person Martin

    Das System HPM funktioniert nur mit einer Person - alle anderen Personen dürfen nur Hilfsdienste ableisten.

    Die Teamfähigkeit von HPM geht gegen Null - vielleicht wäre es daher besser, HPM lebenslang EINEN Sitz im EU-Parlament per Gesetz zu geben.

    Gaugi
    02
    22.7.2009, 11:50
    und wofür steht jetzt HPM?

    - ausser gegen rechts aussen
    - gegen die EU
    - für ein chaos bei der listenerstellung?
    - und für einen wettkampf mit werner faymann um die gunst der kronen?

    systemfehler1
    00
    22.7.2009, 11:59
    Beim Krone-Wettkampf

    haben die Prölls die Nase vorn. Gilt auch für "heute", dass heute mit Kampagnen der WKÖ zugepflastert ist.

    subcore
    11
    22.7.2009, 11:46
    ...

    wenn ehrenhauser ohnehin schon "fix" war, wieso wurde er nicht von vornherein als listenzweiter nominiert?

    und wieso haben die damen und herren mandatare bisher dazu geschwiegen, wenn eh alles so einfach und klar ist?

    recht unglaubwürdig, diese gegendarstellung der HPMs...

    calimero6321
    10
    22.7.2009, 17:59
    Warum?

    Ich weiß nicht, ob es im Standard stand, aber es geschah aus persönlichen Gründen. War zu lesen und zu hören.

    der Rabe
    12
    22.7.2009, 11:00
    Danke für die Richtigstellung


    Die Demontage des ÖVP-Amons ist doch um einiges drastischer.
    Bei der SPÖ überschattet nur die Wahlschlappe die internen Zerwürfnisse.
    Bei den Grünen detto.
    Warum diese Fokussierung auf HPM? Ablenkung?

    Dank jedenfalls an den Standard, dass er diese Art von Richtigstellung macht.

    Schwarz Grün
    00
    22.7.2009, 15:10
    also ich finde diesen kommentar ....

    ... nicht wirklich eine richtigstellung, sondern eher eine selbstentlarvung ......

    aber HPM fans muss man ja nicht unbedingt unterstellen, eine solche zu erkennen :-)

    Gerhard W. Loub
    00
    22.7.2009, 11:41
    Netter Ablenkungsversuch

    Bei HPM ging es um eine vom Bürger gewählte Liste, an deren Einhaltung HPM offensichtlich nie gedacht hat. Bei Werner Amon ist´s nur um eine Neubesetzung gegangen, die nach der Neuwahl eines Obmann üblich ist. Der GS ist die rechte Hand des Obmann - wird ein neuer Obmann gewählt, holt er sich also einen GS, dem er besonders vertraut.

    Peter Lustig2
    14
    22.7.2009, 10:55

    Liebe HPM-Partei!
    Diese Vorgangsweise lässt wirklich an Transparenz zu wünschen übrig: Am Wahlzettel stand Herr Sabitzer an 2. Stelle und nicht Herr Ehrenhauser. Von diesen Rochaden wusste der Wähler überhaupt nichts.

    Sie können froh sein, dass sie von der Kronen Zeitung exklusiv unterstützt werden und dort wirklich alles schreiben können was sie wollen. Ohne diese Narrenfreiheit wären Sie bei den Wahlen unter der Wahrnehmungsgrenze geblieben...

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    Posting 1 bis 25 von 96
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