Verhältnis zwischen Bratislava und Budapest auf neuem Tiefpunkt

21. Juli 2009, 17:41

Premier Fico beharrt trotz Protesten auf Sprachengesetz

Bratislava/Budapest - Die Beziehungen zwischen der Slowakei und Ungarn haben sich neuerlich dramatisch verschlechtert. Grund ist das neue slowakische Sprachengesetz. Es sieht erstmals Geldstrafen für Verstöße gegen die Verwendung der Staatssprache Slowakisch vor.

Bratislava hält trotz heftiger Proteste aus Ungarn an dem Gesetz fest. Ministerpräsident Robert Fico reagierte am Montagabend scharf auf eine Resolution des ungarischen Parlaments zur Rücknahme des Gesetzes. "Die Regierung lässt sich nicht vom ungarischen Parlament unter Druck setzen und erpressen. Was haben die uns für Lektionen zu erteilen? Das hat bereits alle Grenzen überschritten" , sagte Fico nach Angaben der slowakischen Nachrichtenagentur TASR.

Das Sprachengesetz ändere nichts daran, dass die Rechte der ungarischen Volksgruppe in der Slowakei voll gewährleistet seien, betonte Fico. Die Slowakei sei aber ein "souveräner Staat, in dem Slowakisch die offizielle Staatssprache ist" . "Die ungarischen Politiker hätten wohl am liebsten, dass die im Süden der Slowakei lebenden Slowaken Ungarisch lernen müssen, um dort leben zu können" , meinte Fico. Die Südslowakei ist das Hauptsiedlungsgebiet der ungarischen Volksgruppe, der rund zehn Prozent der fünf Millionen Landesbewohner angehören.

Ungarns Parlamentsparteien hatten am Montag in einer gemeinsamen Resolution die Rücknahme des slowakischen Sprachengesetzes gefordert. Der Fraktionschef der Liberalen (SZDSZ), János Kóka, forderte den Einsatz "aller Mittel der Diplomatie und des internationalen Rechts" gegen die Einführung des Gesetzes mit 1. September. Es handle sich nicht um einen Streit zweier Staaten, sondern um eine schwere Menschenrechtsverletzung. Die rechtsnationale Oppositionspartei Fidesz-MPSZ forderte ein Einschreiten der EU.

Das neue Gesetz schreibt die verpflichtende Verwendung der slowakischen Sprache in öffentlichen Institutionen außerhalb der Minderheiten-Gemeinden vor. Erstmals können auch Geldstrafen für Verstöße gegen die Anwendung der Staatssprache in Höhe von 100 bis 5000 Euro verhängt werden. In Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens darf nur dann Ungarisch verwendet werden, wenn am Standort mindestens 20 Prozent Ungarn leben. Die oppositionelle slowakische Ungarnpartei SMK will das Gesetz beim Verfassungsgericht anfechten. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 22.7.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 31
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Ava Tar
01
22.7.2009, 15:05
Dieses Sprach"gesetz" ist Europa unwürdig

Die Slowakei soll sich tief schämen, eine solch blöde primitive Gesetzgebung ist nicht einmal dem Haider eingefallen (schlimm, daß man so etwas einmal sagen muß, aber es stmmt leider)

Blade Brown
00
22.7.2009, 19:16
??

gehört kärnten überhaupt zur EU?

Helveticus 1291
00
22.7.2009, 10:30
OSZE

Halloooo, aufwachen....die OSZE hat das Gesetz
abgesegnet; Gesetz NICHT im Widerspruch mit den Verpflichtungen, die jedes OSZE-Mitglied erfüllen muss...hallöchen, aufwachen...

Tomas T
00
22.7.2009, 09:40

Die OBSZE prüft das Gesetz, schauen wir mal ob es wirklich sooo pöse ist:)

Buboschka
01
22.7.2009, 09:10
Warum greift die EU nicht ein?

Dieses Sprachgesetz ist absurd. Das ist, als wenn die Schweiz morgen Italienisch und Französisch verbieten würde. Die Slowakei muss endlich begreifen, dass es deutsche und ungarische Minderheiten hat, die nicht "gestern zugereist" sind, sondern seit Jahrhunderten dort leben. Ein Mehrvölkerstaat hat kein "Integrationsproblem", so wie man dies gerne darstellen möchte. Die Integration ist vor Jahrhunderten vollzogen.

Blade Brown
41
22.7.2009, 11:16
frage

warum kolonisieren die slowakischen magyaren eigentlich nicht die schweiz wenn sie sich seit 1993 über alles in der SK beschwerden, egal wer an der macht ist? was soll ein slowake denn tun wenn er in der südslowakei keinen mensch versteht und die leute dort bringen nichts zusammen? was soll das?

Tomas T
00
22.7.2009, 10:03

Ihr Vergleich mit der Schweiz passt nicht. Die ungarische Minderheit ist räumlich auf den Süden konzentriert, dort kann Ungarisch als Amtssprache weiter verwendet werden, im Gesetz steht nur daß es möglich sein muß, auf einem Amt auch in diesen Gebieten auf Slowakisch vorzusprechen.

Buboschka
10
22.7.2009, 10:46
Das sehe ich anders

Die Anmerkung mit der Schweiz ist natürlich provokativ. Aber es ist interessant, wozu gleich eine Geldstrafe in der Slowakei von bis zu 5000,- EUR von Nöten ist...
Was anderes: Wenn ein Tourist einen slowakischen Polizisten englisch oder deutsch nach dem Weg fragt und der antwortet: Wer zahlt die Strafe? Beide? Oder ist das wieder was anderes? In allen Ländern ist es höflich und standard den Kunden und Bürger in seiner Sprache zu bedienen. Viele Firmen haben dies als Werbung entdeckt.

Blade Brown
00
22.7.2009, 21:01
..

warum provozieren sie denn dann? über solche themen ist besser sachlich zu diskutieren.

jan taler
20
22.7.2009, 11:37

Also das Gesetz stellt nur klar das slowakisch offiziele Amtsprache ist und auch angewendet werden soll. In Gemeinden mit überwiegender ungarischer Minderheit redet man nach wie vor ungarisch.
Und zum thema strafe für Touristen wenn sie nicht slowakisch können?? Also "sorry" davon war nie die Rede.

sturmerr
20
21.7.2009, 21:41
Absolut daneben...

Die Amtssprache in der Slowakei z.B. war 1849–1868 Deutsch.
1860–1868 waren Deutsch und Ungarisch die Amtssprachen.
Geschichte besitzt dieses Land erst seit ca. 150 Jahren...was bitte wollen die hochnäsigen Slowaken??

Blade Brown
00
22.7.2009, 19:26
zu den sprachen

deutsch bzw englisch ja! ungarisch wo zu? feferoni paprika und gulasch bekommt man überall. eine umstellung auf 21 jahrundert wäre angebracht.

na habedere
01
22.7.2009, 11:07
Rassistische Argumentation

Solche rassistischen Argumente von wegen schon die Amöben haben X gesprochen und darum sind die X-Sprecher höherwertig, hört man normalerweise nur in den Balkan-Foren. Erschreckend, dass mittlererweile auch direkt an der österreichischen Grenze so argumentiert wird!

jan taler
20
21.7.2009, 23:34

Ihre Postings werden ja immer besser!!?? 900 Jahre lang war im Vielvölkerstaat Königreich Ungarn Latain Amtsprache und erst durch den Ausgleich war 60 Jahre lang ungarisch offizielle Amtssprache. Also was wollen Sie eigentlich?

sturmerr
20
22.7.2009, 07:39
Noch mehr daneben..

Sie sind vermutlich ein Lehrer der im Geschichtsunterricht ein ganz Eifriger gewesen ist;))
Dass die Slowaken heute zum Großteil Hochnäsig sind werden Sie merken, wenn sie das Land ratsmerweise länger besuchen. Und dass diese keine ernstzunehmende Geschichte als "Slowaken" besitzen, max. 150 Jahre, steht für mich fest.
Szlovákia területén a magyar!

Blade Brown
00
22.7.2009, 21:45
na ja

worauf die magyaren nach 1000 jahren heute stolz sind haben die slowaken in 20 jahren locker geschafft. nicht einmal das. stattsbankrot gabs in der slowakei bis jetzt noch nicht.

Joerg A.
00
22.7.2009, 19:32

Ich kenne das Sprachengesetz nicht gut genug, um es beurteilen zu können. Allerdings kann ich Ihre Behauptung, die Slowaken seien ausländischen Besuchern/Reisenden gegenüber hochnäsig, nicht teilen. Ganz im Gegenteil habe ich die Slowaken nahezu immer, wenn ich in der Slowakei war, als sehr entgegenkommend kennengelernt.

Wenn Sie allerdings gegenüber Slowaken in der Slowakei so auftreten, wie Sie sich hier äußern, verstehe ich, dass Sie dort nicht auf große Gegenliebe stoßen.

jan taler
20
22.7.2009, 11:18

Was heißt für sie "ernstzunehmende Geschichte".
Die 1000 Jährige "Ungarische Geschichte" ist und war gleichzeitig die Geschichte der Slowaken Herr Sturmherr da das Ungarische Königreich nie ein einheitliches "magyarisches Königreich" war sondern ein Schmelziegel der Ethnien.

Erstes Slawisches Königreich auf dem Gebiet der Slowakei ab dem 6 Jhd unter Samo (eines der ersten slawischen gesamtkönigreiche überhaupt)
Auf dessen frühchristlichen Grundlagen später überhaupt sowas wie "Ungarn" entstehen konnte
Erste Ungarische Landanahme ab dem 9 Jhd. übrigens.

sturmerr
20
22.7.2009, 13:15

Das stimmt so auf gar keinen Fall, informieren Sie sich genauer bitte Herr jantler!
Die Slowaken sind und bleiben trotzdem Unruhestifter, haben eine Minikultur und kaum Literatur in der eigenen Sprache - Die heutige slowakische Schriftsprache wurde erst in den 1840er Jahren des 19. Jahrhunderts von Ludovít Štúr festgelegt. Vorher haben sie sich vermutlich mit der Trommel verstäntigt.
Gar kein Vergleich zum riesigen Kulturvolk Ungarns!
Und die wollen 5000.- Euro Starfe kassieren ;))??

Blade Brown
00
22.7.2009, 21:30
hmm

ein behrümter rocker hat einmal gesagt. für mich gibts nur AC/DC. welche liga spielt das riesige ungarische kulturvolk ist geschmacksache.

jan taler
00
22.7.2009, 15:32

Also die OSZE hat das Gesetz zumindest bestätigt ..... Und ich weiß nicht welche Nationalität sie haben. Aber viel Ahnung haben sie anscheinend nicht....
Im 19 Jhd wurden erst sehr viele Sprachen offiziel kodifiziert. Ungarns Kultur basiert hauptäschlich auf slawischen und germanischen einflüßen und nochmal Ungarn war Jahrhundert ein Vielvölkerstaat und kann dadurch seine Geschicht nicht für sich alleine beanspruchen...

Buboschka
10
22.7.2009, 12:50
Da stimme ich zu

Herr Sturmerr sollte nicht so unnötig das Forum mit Propaganda füllen.
Zu Herrn Taler: Sie bringen es auf den Punkt: Die ungarische Geschichte ist auch die slowakische Geschichte. Aber genau deshalb finde ich diese Differenzierung slowakisch-ungarisch so unnötig. Warum dieses Gesetz, wenn nicht aus Provokation?
Ein Land - zwei Völker - eine Geschichte. Das kann man doch akzeptieren. Die slowakischen Bürger ungarischen Ursprungs lernen und sprechen slowakisch. Da braucht es keine Gesetze und vor allem keine Geldstrafen.

jan taler
00
22.7.2009, 15:45

Also erstens ist das Gesetz kein Eingriff in das Kulurleben/Kultursprache. Zweitens jetzt mal weg von irgendwelchen "nationalistischen beweggründen" hat die vereinheitlichte Form einer Amtsprache auch administrative/verwaltungstechnische Gründe. Zudem steht es doch in dem Artikel gilt nur in den Gemeinden mit weniger wie 20% ungarischsprachigen und wenn es einen höheren Minderheiten Anteil gibt gilt ungarisch/slowakisch als gleichwertig in der Südslowakei.

sturmerr
00
22.7.2009, 15:41
Dieses Forum gehört Ihnen nicht alleine!!!

"Die slowakischen Bürger ungarischen Ursprungs lernen und sprechen slowakisch"...;))
Das ist sowieso der Fall, waren Sie noch nie in der SK?
Es geht darum, dass ein unverschämter slowakischer Personenkreis die Ungarn seit langem auf niedrigstem Niveau denunziert und beschimpft, die Ungarn laaaaange zugewartet haben und jetzt ist das Maß halt voll!
Dann sollen die super Slowaken u.a. halt nicht mehr nach Rest EU arbeiten gehen, nach Ungarn billig einkaufen fahren - eine Mauer bauen und sich Einigeln!


Blade Brown
10
22.7.2009, 19:42
?

apropo sind sie der sprecher europas? slowaken gehen wenigstens arbeiten. die magyaren labern immer über karpatenbecken herum.

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