Wien

Weniger Beratung für Sozialhilfe-Empfänger

21. Juli 2009, 15:55
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    foto: standard/corn

    Die Warteschlangen in den Sozialzentren sollen künftig kürzer werden. Kritiker befürchten jedoch eine Entwertung der Sozialarbeit.

Sozialzentren der Stadt Wien werden umorganisiert um Wartezeiten zu verkürzen - Sozialarbeiter kritisieren: Zugang zu Beratung nicht mehr "offen"

In Sozialarbeiterkreisen geht das Gerücht schon länger um, nun hat eine Sprecherin der Wiener Sozialstadträtin Sonja Wehsely gegenüber derStandard.at bestätigt: Die Sozialzentren der Stadt Wien werden ab September umgestaltet. Die Sozialzentren sind jene Einrichtungen, wo Bedürftige Sozialhilfe beantragen können. Das bisherige Prozedere sah so aus, dass die Betroffenen einen Beratungstermin zugewiesen bekommen haben, um unter anderem über Unterstützungsmöglichkeiten aufgeklärt zu werden. Aufgrund des massiven Anstiegs der Sozialhilfeempfänger in den letzten Jahren (siehe Artikel) ist es aber zu immer längeren Wartezeiten gekommen.

Nun soll es in den Sozialzentren sogenannte Servicezonen geben, wo die Betroffenen bei Verwaltungsbediensteten die Formulare abgeben können. Nur wenn sie ein persönliches Beratungsgespräch mit einem Sozialarbeiter brauchen, wird ein solches auch durchgeführt. "Die Menschen werden nicht allein gelassen", sagt Daniela Fazekas aus dem Büro der Sozialstadträtin, aber man wolle den Prozess der Sozialhilfe-Beantragung "optimieren", denn die Wartezeiten sollen kürzer werden. Die "Projektphase" werde von September bis Dezember dauern. Im September starten sechs der zehn Zentren, die weiteren folgen im Laufe des Oktobers bzw. Novembers.

Zu viel Verwaltungstätigkeit

Zu wenig weit geht diese Reform den Sozialarbeitern, die in den insgesamt zehn Sozialzentren der Stadt Wien beschäftigt sind. Zwar sei die Umgestaltung ein "Schritt in die richtige Richtung", wie Personalvertreter und Gewerkschafter Alexander Weber im Gespräch mit derStandard.at erklärt, befürchtet wird aber, dass es nach wie vor eine Überlastung des Sozialarbeiter-Personals gibt, und, dass die Trennung zwischen tatsächlicher Sozialarbeit und Verwaltungstätigkeit zu undurchsichtig ist. 

In jedem Sozialzentrum sind zwischen drei und sechs Personen beschäftigt, benötigt würden aber mindestens sechs Sozialarbeiter pro Zentrum, so Weber. Von Vornherein sei zu den Öffnungszeiten nur ein Ein-Personen-Journaldienst vorgesehen, gefordert wird aus Sicht der Sozialarbeiter aber ein Zwei-Personen-Journaldienst, um die Beratungsgespräche entsprechend durchführen zu können.

Zugang nicht mehr "offen"

Und auch mit der methodischen Herangehensweise haben die Sozialarbeiter ein Problem. Weber vergleicht die bisherige Arbeit der Sozialarbeiter in den Zentren mit der eines Hausarztes: Man bekomme durch das Gespräch jeden Klienten zu Gesicht, könne also auch jene beraten, die vielleicht gar nicht wissen, dass sie Beratung brauchen. "Bisher war der Zugang komplett offen." Jetzt würden nur jene Beratungsgespräche erhalten, die danach verlangen bzw. denen von den Verwaltungsbediensteten explizit dazu geraten wird.

Aber Weber sieht auch Verbesserungen, nämlich darin, dass es zu jedem Antrag nun auch einen schriftlichen Bescheid geben soll, was bisher nicht der Fall war. Gleichzeitig fürchtet er dadurch mehr Verwaltungsaufwand, der auch von den Sozialarbeitern zu bewältigen sein wird, nämlich dann, wenn kein Rechtsanspruch für die Sozialhilfe besteht.

Grüne fordern mehr Sozialarbeiter

Dass das Beratungsgespräch künftig nur noch eine Ausnahme darstellen soll, kritisiert auch Grünen-Stadtrat David Ellensohn. Die Gespräche seien unverzichtbar, um Strategien zu entwickeln, wie die Betroffenen wieder "aus ihrer Lage herauskommen" können. Dass die Stadt Wien etwas tut, um Verbesserung zu schaffen, findet er zwar gut, aber ohne zusätzliche Sozialarbeiter werde es nicht gehen. (Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 21.7.2009)

Kommentar posten
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01
sozialarbeit

die realtiät ist, dass es dem berufstand der sozialarbeiter im rahmen des "sozialamtes" an legitimation mangelt und die aussagen des interviewten sozialarbeiters ein rein subjektives Produkt der beruflichen existenzangst sind- was grundsätzlich verständlich ist, was aber-gerade in einem standard-nicht zur diskreditierung einer grundsätzlich guten reform missbraucht werden sollte. der wahrheit näher ist vielmehr, dass die sozialarbeit in den sozialzentren keine reale nachfragekongruenz aufweist. die *nachgefragte* beratung wird ohnehin von der verwaltung geleistet, welche im gegensatz zum im artikel kolportierten Phantasma einer Überlastung der Sozialarbeit seit Jahren einer tatsächlichen überlastung gegenüberstehen..

Karl Heinz dein Geld ist meins........
 
01
28.7.2009, 22:31
Sozialschmarotzer!

Man sollte Sozialhilfe nurmehr an nachweislich Kranke
Menschen zahlen!Eine/r der 20 jahre gearbeitet hat und Krebs erkrankt bekommt gleich viel wie eine/r der nie gearbeitet hat wo ist da die Soziale Gerechtigkeit?
Jeder der Arbeitsfähig und Gesund ist muss Arbeiten sonst soll er unter die Brücke ziehen !

hanslblasta
00
13.8.2009, 07:30
BezieherInnen von Sozialhilfe müßen

generell beim AMS arbeitslos - arbeitslos, nicht arbeitsuchend, ein wichtiger Unterschied - gemeldet sein, um Sozialhilfe beziehen zu können;

zu fragen ist generell, warum jemand Sozialhilfe bezieht - sich also in seinem bisherigen Leben aus welchen Gründen auch immer bisher keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld/Notstandshilfe erarbeitet hat;

rrrn
 
00
24.7.2009, 12:53
Warum?

Weil sich Bgm Haeupl und viele andere SPOe-granden so gerne mit reichen Leuten auf ATV zeigen wollen.

Peitschenknaller2009
06
23.7.2009, 06:53
die Mehrheit der Masse von Sozialhilfebeziehern...

...kann selbstverständlich nicht im standard posten.
An manchen Orten in der Welt gibt es daher gratis Internet und so.
In Wien gibt es das nur in/an wenigen Freiräumen.
Zum Beispiel im Museumsquartier.

Genauso wichtig ist das man den Leuten ein humanes leben ermöglicht.

Für die Hardliner:
Es wird immer Menschen geben welche Systeme ausnützen, merkwürdig ist daß sich bei Steuerhinterziehungen Keiner aufregt.

weiterlesen...
http://warteschlange.twoday.net/stories/5838772/

Otto W.
00
29.7.2009, 13:41
die Mehrheit der Sozialhilfebezieher

wird auch bei gratis-Internet nicht im Standard posten, weils höchstens die Krone anschauen... Außerdem werden die meisten Sozialhifebezieher keinen PC bzw. PC_Kenntnisse haben.

Und warum soll immer alles gratis sein, weil's nix kostet???

JetztOderNIe
14
22.7.2009, 17:21
Dann geht ja keiner mehr für 1000 Euro arbeiten. JA genau!

Genau darum gehts doch!

Dann würden endlich Gehälter bezahlt die ein "überleben" möglich machen und natürlich würden dann auch die Gehälter jener steigen, die jetzt weniger verdienen. Also würden alle Arbeitnehmer davon profitieren. Dagegen kann man eigentlich nur sein, wenn Neid und Gier so ausgeprägt sind und das Hirn davon so vernebelt, dass man gar nicht merkt wenn man zum eigenen Nachteil argumentiert.

Kubi80
31
22.7.2009, 18:17
denken Sie weiter....

viele betriebe wandern jetzt schon aus und zwar in länder wo das personal weniger kostet.

und nun muss man einem fabriksarbeiter 200-300 euro mehr zahlen. wer soll dann noch marktfähige produkte made in A anbieten können?

das hat nichts mit neid zu tun, aber wenn wir dann 30 oder 40 % arbeitslosigkeit haben (weil noch mehr betriebe gehen und viele nicht arbeiten wollen), wer finanziert dann die MF ?

exakt, der mittelstand, der dann selbst arm wird und irgendwann aufgrund der horrenden steuern auch nicht mehr arbeiten geht, weil er durch die MF nicht viel weniger bekommt.

ergebnis: willkommen im kommunismus und flächendeckender armut.

Andreas Prucha
00
29.7.2009, 00:00

Wenn es um die Kosten alleine geht können wir sowieso nicht konkurrieren. Wir können bestenfalls bei Qualität und Infrastruktur mithalten.

Und was bringts, wenn die Leute so wenig verdienen, dass sie sich kaum was leisten können? Dadurch wird die Wirtschaft genauso geschwächt und wieder Jobs vernichtet.

Karl Heinz dein Geld ist meins........
 
00
28.7.2009, 22:38
Wer gehen will soll gehen!

Dieses Argument kenen wir doch alle alle speren hier zu und gehen nach Polen wo ein Arbeiter 300 im monat verdient.Keiner hier hat mehr Arbeit die Firmen die Zugespert haben gehen trotzdem Pleite da sich die Arbeiter in Polen die Produkte nicht leisten können da sie ja nur 300 verdienen und bei uns konnte die Produkte keiner mehr kaufen da wir ja alle Arbeitslos sind!!

serotonin
11
24.7.2009, 19:25

Falls sie so ein mittelständler sind, begehen sie den fatalen irrtum, auf der seite jener zu stehen, die gerade die enteignung des mittelstands betreiben. Sie und die sozialhilfeempfänger sitzen im selben boot.

Peitschenknaller2009
00
23.7.2009, 06:57
*das hat nichts mit neid zu tun*

Warum regen sie sich dann auf ?

Oder sind sie aus dem "es reicht" Lager welches
um des sparens Willen den Banken Geld ohne Ende gibt.

"Flächendeckender Kommunismus":

Schlecht geträumt ?
Nur in Graz regiert die KPÖ mit, leider wird sich das ohne Herrn Kaltenegger wieder ändern.
Sie können also beruhigt sein.


JetztOderNIe
05
23.7.2009, 01:04

Stecken sie sich ihre Kommunismus Keule sonstwohin. Wer soll den Schwachsinn denn noch glauben und wie klein muss das Gehalt werden, damit die Konzerne bitte bitte da bleiben?

Nicht wir brauchen die Konzerne, die brauchen uns!
Wenn sie von ihrer Gehirnwäsche genesen sind, melden sie sich wieder. Propaganda wie ihre hören wir seit 2000 von schwarz/blau

Mit Gleichmacherei haben sie schon recht. Nämlich gleiche Löhne für gleiche Arbeit und gleiche Besteuerung mal EU weit, dann hört sich die Erpressung der Einzelstaaten auf. Langfristig weltweit.

travelmike
03
22.7.2009, 19:01
All die Branchen wo die Lohnkosten

ein bedeutender Produktionsfaktor sind (Textil, Leder usw), haben in Österreich die Läden ohnehin schon längst dicht gemacht.
Die Branchen in denen die übelsten Hungerlöhne gezahlt werden sind der Handel und das Gastgewerbe. Klar würde es da zu Preiserhöhungen kommen.

FSK
00
22.7.2009, 15:25

Da wird den Sozialhilfebeziehern das Leben erleichtert, und trotzdem vermutet ein Gutteil der Poster hier natürlich wieder eine Verschlechterung.

Bisher musste man ca alle 2-3 Monate vorstellig werden und quasi einen Offenbarungseid leisten, jetzt braucht jeder nur aus der Ferne einen Antrag schicken und sagen: "Ich will", und schon bekommt er für viel längere Zeit Geld.
Die Kontrolle wird jetzt viel schwieriger.

Happel, Ernst
010
22.7.2009, 14:38
Ist deutlich ein Zeichen das die Mindestsicherung

notwendig ist, und die - um ganz provokant zu sein - am besten durch eine Vermögenssubstanzsteuer finanziert wird. Wer die woorking poors produziert, soll auch für sie zahlen.

Die Mindestsicherung kostet ca. 180 Mio €, da schreit der Finanzminister und seine Vorgänger laut (Das Budget ist kein Bankomat). Wo bleibt der Aufschrei bei Politikversagen, wenn Skylink, ÖBAF, und ÖBB zusammen ca. 1,5 MRD !!! verpulvern, damit könnte man die Mindestsicherung 10 Jahre lang locker finanzieren.

Und wenn es mittlerweile so ist, das Alleinerzieherinnen Sozialhilfe brauchen, weil der Job im Einzelhandel nicht mehr genug zum Leben hergibt, dann ist es Zeit für die Vermögenssteuer - für eine Umverteilung von oben nach unten.

Birgit E. Hebein
00
22.7.2009, 20:07
nicht "unten" die birnen einschlagen, sondern umverteilen

Die Kosten der Grünen Grundsicherung lt. Ellensohn inkl. notwendiger sozialer Dienstleistungen liegen bei ca. 1,5 Milliarden Euro jährlich. Gesamtvolumen geschätzte 1000 Milliarden Euro Privatvermögen in Österreich. Anteil der vermögensbezogenen Steuern am Gesamtabgabenaufkommen ist einer der niedrigsten in der OECD. Ö. hebt derzeit ca. 1,4 Mrd. Euro an vermögensbezogenen Steuern ein. Eine Anhebung auf den Durchschnitt der EU-15 würde ein Aufkommen von ca. fünf Mrd. Euro ergeben.

geheimrat
51
22.7.2009, 16:22
Der Lenin-Orden

oder Hammer&Sichel in Gold wird Ihnen nicht zu nehmen sein....

Kubi80
01
22.7.2009, 15:20
Die Mindestsicherung kostet ca. 180 Mio €,

wenn es so ein "einkommen" gäbe, würden dann diejenigen die jetzt mit arbeit weniger verdienen, dieses nicht automatisch in anspruch nehmen?

wie hoch wären die kosten dann?

wer würde dann die jobs machen, die weniger geld einbringen?

gibt es mechanismen die diesen missbrauch verhindern könnten?

wer sollte diese MF bekommen? (in- oder auch ausländer, menschen die noch nie gearbeitet haben? etc)

I. O.
04
23.7.2009, 09:11
Zum nachdenken...

Eine Beispiel zu einfache Jobs:
Noch vor ca 10 Jahren die Firmen haben zB Reinigungsdamen eingestellt.Die arbeiteten 6-8 Stunde/Tag.Ihr Lohn war ca 7-12.000 ATS.Damit könnten (damals)aber eine normale Leben nachhaltig absichern.Die arbeiteten vielen Jahren bei die gleiche Firmen.
Jetzt wegen das PROFITGIER die Unternehmern. Die Reinigungsdamen wurden in die Prekär Beschäftigung gedrängt(Leihfirmen,AMSZ-Arbeitstainig,Scheinselbstäsndigkeit)
Sie MÜSSEN herumgondeln zwieschen viele Arbeitsgebern, wo nur mehr stundenweise sind Tätig.Ihr Einkommen sehr niedrig (ca 600,-/Monat!),schlecht sozial absichert.Weg zu Soz.Hilfe ist vorprogramiert.

Aruliho
00
22.7.2009, 15:14
Zahlen

180 Mio. € pro Monat? das wären dann 2,168 Mrd € pro Jahr. Laut AMS-Bericht (http://www.ams.at/_docs/001... erung.pdf) wurden 2008 3,411 Mrd € zur Existenzsicherung ausgegeben.
Allerdings: bei 300.000 Arbeitslosen wären das 600€ pro Monat pro Person. das erscheint mir zu wenig, um existenzsichernd zu sein.
woher haben sie die Zahlen?

Papp Kamerad
00
22.7.2009, 15:24
Damit Sie 600 Euro/Mon. AL bekommen, müssen Sie ca. 1000 Euro netto/14mal verdient haben vorher.

Das ist zwar nicht existenzsichernd, aber nunmal Realität.

Ihre Rechnung stimmt.

waidmann
70
22.7.2009, 15:12

Früher mal gabs für Alleinerzieher und -innen keinerlei Beihilfen im heutigen Ausmaß. Man musste sich halt um eine intakte Familie kümmern.

Was solls? Gibts für einen Bereich keine Unterstützung, spart man sich auch die Bürokratie drum herum zur Gänze ein.

Bei einer Grundsicherung müsste man sich im übrigen überlegen, ob man das Arbeiten weiterhin so gewissenhaft praktizieren soll, da die Gesellschaft einem ja ohnehin 700 Euro im Monat oder wie hoch sie auch sein woll in den A... schiebt.

Bombayflüchtling
03
22.7.2009, 15:23

Darauf würde ich entgegnen: Wenn Sie des Geldes wegen arbeiten, vernichten Sie eine Arbeitsplatz für jene, die diese Arbeit gerne und deshalb besser machen als Sie. Und solche motivationslosen Leute aus dem Arbeitsprozess zu bekommen, das darf der Gesellschaft schon etwas wert sein. Im Übrigen dann viel Vergnügen mit 700 Euro im Monat.

ratznose
00
22.7.2009, 15:38
motivationslose gesellinen

weg damit. gut so.

und dann weg mit den schlechten arbeitsplätzen und den arbeitsplätzen, die ausschliesslich unnützes zeug produzieren.

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