Israel zweifelt an Glaub­würdigkeit Washingtons

22. Juli 2009 11:50

Streit über Siedlungsbau verschärft - US-Sonder­ge­sandter Mitchell reist nach Nahost

Jerusalem/Washington - Der Streit über die israelische Siedlungspolitik belastet zunehmend das Verhältnis Israels zu den USA. Der stellvertretende israelische Regierungschef Dan Meridor stellte am Dienstag mit Blick auf Vereinbarungen mit der früheren US-Regierung von Präsident George W. Bush die Glaubwürdigkeit des engsten Verbündeten Israels infrage.

Meridor warf der jetzigen Regierung von Präsident Barack Obama vor, mit der Forderung nach einem Siedlungstopp im Westjordanland bestehende Vereinbarungen zu missachten. Meridor bezog sich dabei auf eine Reihe schriftlicher und mündlicher Abmachungen mit der Bush-Regierung, die offenbar Israel einen begrenzten Siedlungsausbau zugestehen.

Meridor gilt als gemäßigt

Es sei von großer Bedeutung, dass diese Vereinbarungen eingehalten werden, sagte der stellvertretende Ministerpräsident vor ausländischen Journalisten in Jerusalem. Andernfalls könnte dies Fragen nach der Legitimität künftiger Vereinbarungen aufwerfen. Die scharfe Kritik Meridors an den USA ist insofern bemerkenswert, da er als einer der gemäßigtsten Politiker in der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu gilt.

Angesichts der Kontroverse über die Siedlungspolitik schickt die US-Regierung noch in dieser Woche ihren Nahost-Sondergesandten George Mitchell in die Region. Mitchell werde in Israel, den palästinensischen Autonomiegebieten und mehreren weiteren Staaten erwartet, darunter auch Bahrain, hieß es am Montag in Washington. Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte, die USA hätten der Regierung in Israel ihre Haltung deutlich gemacht.

Der Siedlungsbau im Westjordanland gehöre zu den Themen, die nur in Verhandlungen über einen dauerhaften Status zur Sprache kommen sollten, sagte P. J. Crowley. Die amerikanisch-israelischen Beziehungen haben sich am Wochenende empfindlich abgekühlt. Nachdem die USA den israelischen Botschafter in Washington einbestellten, um gegen ein Neubauprojekt im arabischen Osten Jerusalems zu intervenieren, bekräftigte Israels Premier Netanyahu den Anspruch auf die ganze Stadt.

Die israelische Souveränität über ganz Jerusalem sei unanfechtbar, sagte Netanyahu am Sonntag auf einer Kabinettssitzung. "Wir können die Tatsache nicht akzeptieren, dass es Juden nicht erlaubt wäre, überall in Jerusalem zu leben und einzukaufen." Israel hat Ostjerusalem 1967 annektiert, was international aber nicht anerkannt wird. Jüdische Siedlungen auf Palästinensergebieten sind eines der größten Hindernisse bei den Bemühungen um einen Frieden im Nahen Osten. Im Westjordanland leben rund 300.000 Israelis in jüdischen Siedlungen, weitere rund 180.000 leben in Ostjerusalem.

Auch die EU forderte Israel auf, auf jegliche Provokation in Ost-Jerusalem wie die Zerstörung oder Räumung von Häusern zu verzichten. Solche Aktionen verletzten internationales Recht, erklärte die schwedische Ratspräsidentschaft am Dienstag in Brüssel. Dies und eine damit einhergehende verstärkte Siedlungstätigkeit im Osten der Stadt stellten eine weitere Bedrohung des Friedensprozesses dar, hieß es in einer Erklärung.

Auch Frankreich und Russland übten am Dienstag wegen des Bauprojekts heftige Kritik an Israel. Die Regierung in Paris bestellte den israelischen Botschafter ein, um einen Baustopp zu fordern, wie Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner in Paris sagte. Russland forderte Israel auf, das Projekt "unverzüglich einzustellen". Der Siedlungsbau widerspreche der sogenannten Roadmap, sagte ein Außenamtssprecher in Moskau. Die "Roadmap" ist der Nahost-Friedensplan des Nahost-Quartetts aus UNO, USA, der EU und Russland.

Die Jerusalemer Stadtverwaltung hatte dem Bau der neuen Siedlung im arabischen Viertel Sheikh Jarrah zugestimmt. Das Grundstück war 1968 von Israel beschlagnahmt worden.

Unterdessen warnte die israelische Friedensorganisation Shalom Ahshav (Peace Now), dass Israel einen beträchtlichen Küstenstreifen des Toten Meeres im Westjordanland dem eigenen Staatsgebiet zuschlagen wolle. Das Land sei durch den sinkenden Meeresspiegel vom Wasser freigegeben worden, sagte ein Mitarbeiter am Dienstag. Israelische Behörden hätten ihre Entscheidung am 28. Juni in der arabischsprachigen Presse bekanntgemacht. Jetzt laufe eine 45-tägige Widerspruchsfrist. (APA/AP)

 

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drKannibalFekter
 
22.07.2009 16:52
Zitat Netanyahu:

"Wir können die Tatsache nicht akzeptieren, dass es Juden nicht erlaubt wäre, überall in Jerusalem zu leben und einzukaufen."
Ja! Und die Palästinenser können nicht akzeptieren, dass ihre Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird, dass sie eingesperrt werden, ihnen ein freies, menschenwürdiges Leben vorenthalten wird!
Guten Morgen Herr Netanyahu!

Stahlhoden
23.07.2009 14:30

Ein sehr interessantes Posting, dass es bisher leider nicht geschafft hat:

"aiuto, 22.7., 16:00"

Nicht ident setzen !

Einen Fehler sollte man nicht machen, dass man nämlich den Staat Israel mit jenen Menschen jüdischen Glaubens ident setzt, die in der Zeit des Nationalsozialismus unendliches Leid ertragen haben, das es zu sühnen gilt.

Das sind zwei Paar Schuhe, die man nicht verwechseln sollte.

Während die einen zu bemitleiden, zu bedauern sind, ist der kriegerische Erweiterungsdrang Israels auf Kosten der Rechte der einwohnenden Bevölkerung durch nichts zu rechtfertigen.

Mr. Hyde sen.
23.07.2009 07:55
Dann ist wohl der Teilungsplan nach UNR 181 die ideale Lösung:

Genug Platz für die Palästinenser,
und Juden und Araber können in Jerusalem (unter internationaler Verwaltung) frei einkaufen gehen.

:))))

epep
22.07.2009 17:24
dann: nicht hamas waehlen - nicht raketen abschiessen!

Stahlhoden
05.08.2009 03:16

Welche Raketen?
Wo soll die Hamas denn auf einmal Raketen her haben?

Wabadoo
22.07.2009 19:30

im WJL hat die Hamas nicht die Mehrheit und vom WJL werden keine Raketen abgeschossen - sind Sie also der Meinung, dass die Siedlungen dort abgebaut werden müssten! Spannend.

EU-phorie statt EU-phobie
22.07.2009 18:08
auch so ein zyniker

und wenn die palästinenser auf knien rutschen würden, dächte israel nicht im traum daran, die besetzten gebiete zu räumen!

das weisst du ganz genau. und wenn nicht, dann informier dich, statt menschenverachtende postings zu verzapfen.

Fritz Wunderlich
23.07.2009 09:22

luege, gaza wurde geräumt und vier siedlungen im wjl
als arabischer desinformant kennst du selbstverständlich nur alles oder nichts

EU-phorie statt EU-phobie
23.07.2009 10:23
gaza geräumt - UND

von jeder lebensader abgeschlossen. nicht einmal wasser hamms da ohne dass israel den hahn nach belieben auf und zu dreht.

wenn's könnten, tätens die luft über gaza auch noch auf- und absperren.

ärmlicher zyniker du.

Fritz Wunderlich
23.07.2009 11:14

ahja, deshalb haben die dort hundert tunnels, neben den tausenden ngo-mitarbeitern aus aller herren länder, die dort herumwuseln und ihren hass auf juden mildtätig ausleben und humanistisch bemänteln
vond er unrwa nicht zu sprechen
als arabischer propagandasender musst du selbstverständlich luegen verbreiten

Rebecca Steinman
23.07.2009 13:25
ohne diese Tunnels

wäre die Bevölkerung von Gaza längst verhungert!
Israel als Besatzer setzt sich, wie hinlänglich bekannt ist, nicht nur über Internationales, sondern auch über humanitäres Recht (Genfer Konventionen!) hinweg.

Btw, die PR-Maschinerie des Israelischen Propaganda Ministeriums läuft dank Internet immer mehr ins Leere, da kann das MFA an seine Hasbara-Jünger zahlen, was sie wollen.

www.hasbara.us
www.hasbara.com

Fritz Wunderlich
24.07.2009 14:38

seltsam, seltsam, jetzt löscht die admin schon postings, um antisemiten zu schützen, die sich aus zynismus solche nicks geben
zur verlogenheit der hunger- und vernichtungspropaganda
die bevölkerung von gaza ist um das doppelte gewachsen, seit 1990, obwohl sie doch angeblich "täglich ausgerottet" wird
und das muss auch versorgt werden, von:
rotes kreuz, opec, golfstaaten, iran, pakistan, moslemische konferenz, iran, arabische liga, eu, usa, ehemals auch ostblock, china, unrwa, unhcr, fao, wfp, undp, unesco, wfp, weltbank, who, katholische kirche, caritas, evangelische weltkirche
parteienstiftungen, allen möglichen und unmöglichen kps der welt,
abertausende pazifistische, humanitäre, religiöse, medzinische, pädagogische, linke, kinder-ngos

EU-phorie statt EU-phobie
24.07.2009 18:31
einer, der so menschenverachtende postings hier

inflationsartig ausbreitet, darf es sich auch gefallen lassen, dass das eine oder andere gelöscht wird, wenn es gar zu zynisch oder persönlich-beleidigend ist.

wer eine so agressiv-verächtliche rhetorik wie du pflegt, der ist auch als verteidiger israels nicht ernst zu nehmen. ich kenne viele israelis und juden, die es sich verbitten würden, von dir vereinnahmt zu werden.

und deine schon krankhaft-zwanghaften versuche, alles, was sich mit israel und seiner politik kritisch auseinander setzt, als antisemitisch zu denunzieren, richten sich selbst.

so, das wars. es lohnt sich nicht, weiter mit dir auseinander zu setzen.

Fritz Wunderlich
25.07.2009 18:29

kümmer dich kritisch um dich und deine hamas-affinität

Fritz Wunderlich
26.07.2009 11:03

http://derstandard.at/fs/124654... enhochzeit
die hamas gibt ja ihren kampf um die bäuche offen zu, die heucheln nicht so wie du

EU-phorie statt EU-phobie
26.07.2009 08:59
depp

Fritz Wunderlich
26.07.2009 17:42

ich gebe mich geschlagen, du hast das bessere argument, hehe

EU-phorie statt EU-phobie
27.07.2009 07:30
den depp nehm ich zurück,

den vorwurf der menschenverachtung und des zynismus nicht.

Fritz Wunderlich
27.07.2009 14:28

cih weiß deine bescheidenheit zu schätzen, dass du nur juden verachtest, während ich hingegen in deinen augen alle menschen verachte, und deshalb bist du auch der liebling der eu

Der Kobold
24.07.2009 23:24
Zustimmung!

Es ist ein dummer "Trick", Leute, die Israels illegales Verhalten kritisieren, als "Antisemiten" zu beschimpfen, in der Hoffnung, man könne dadurch Israels Verbrechen rechtfertigen.

Wird hier von Israels früherer Ministerin Shulamit Aloni im Gespräch mit Democracy Now's Amy Goodman sehr klar beschrieben:
http://www.youtube.com/watch?v=uJgTyabY4ss

Fritz Wunderlich
26.07.2009 18:19

aloni bezieht sich explizit auf die usa, wenn sie die österreichischen foren lese, würde sie dir eins gewaltig hinter die löffeln geben

Fritz Wunderlich
25.07.2009 18:28

und das legale lobst du selbstverständlich

EU-phorie statt EU-phobie
25.07.2009 10:05
zum glück funktioniert der trick immer weniger,

weil ihn selbst die dümmsten schon durchschaut hamm.

Fritz Wunderlich
25.07.2009 19:52

sicher, du hast ihn ja auch schon durchschaut
klar, ein jüdischer trick
wie schon öfters festgestellt, der antisemit ist das problem, nicht der jude

Merkantilist
22.07.2009 16:35

Israel zweifelt an Washingtons Glaubwürdigkeit....ich zweifle an Israels Glaubwürdigkeit

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