Regiert Geld die Welt?

21. Juli 2009, 11:41

Für Geld tun die meisten Menschen fast alles, ohne Geld fast nichts - Von Paul Kellermann

Es gibt grundsätzlich drei Möglichkeiten, wie sich in der aktuellen Krise Wirtschaftspolitik verhalten kann:

  • Auf Gott oder den Markt oder sonst etwas vertrauen und warten, bis sich alles "von allein regelt", was sehr lange dauern kann und viel Not mit sich bringt;
  • Geld unspezifisch zur Verfügung stellen, um Geldmangel zu beheben, was zu spekulativer Geldverwendung führen kann, da das Geld nicht direkt sinnvoller Realwirtschaft zufließt; oder
  • für Kredite an solide Unternehmen sorgen, um das Erarbeiten brauchbarer Güter und Dienste zu fördern.

Nur die dritte Möglichkeit führt ohne Um- und Irrwege zu wirtschaftlichem Erfolg. Dazu bedarf es aber des Verständnisses von Geld als Mittel der Organisation von Arbeitsprozessen.

Es ist eine soziale Tatsache, dass nahezu alle Menschen an Geld glauben. Selbst wenn es darum geht, für sich etwas zu tun, meinen sie häufig, ohne Geld nichts tun zu können, weil "Geld die Welt regiert".

Doch tatsächlich tut Geld gar nichts, weder regieren noch sonst etwas. Man kann einen Haufen Geld auf einen Tisch legen und stundenlang beobachten - das Geld rührt sich nicht. Was aber passieren kann: Es kommt jemand daher und versucht, sich das Geld anzueignen. Warum tut das dieser Jemand? Weil er glaubt, das Geld eröffne ihm alle Möglichkeiten. Aber das Geld öffnet auch nichts, es ist bestenfalls Materie, häufig bloß noch ein Zeichen auf dem PC. Aber der Jemand glaubt und handelt seinem Glauben entsprechend wie die meisten gläubigen Erdbewohner. "Der Glaube versetzt Berge..."

Der Tauschwert ist vom Gebrauchswert abhängig

Wer will, dass gehandelt wird - Leute aus Politik, Wirtschaft, Kultur -, muss die sozialen Tatsachen (also auch den Geldglauben) berücksichtigen. Die Aussicht, bezahlt zu werden, lässt Menschen der Geldgesellschaften handeln. Im Denken an Geld bemerken sie nicht, dass doch erst durch die Ergebnisse ihrer Arbeit Geld einen Wert erhält. Wenn nichts erarbeitet wird und als Ware angeboten wird, taugt Geld zu nichts. Je weniger brauchbare Leistungen entstehen, desto weniger kann gegen Geld eingetauscht werden - der Tauschwert ist, was die alltäglichen Bedürfnisse angeht, von einem entsprechenden Nutzen abhängig, also vom Gebrauchswert.

Derzeit scheint die Entsprechung von Tauschwert und Gebrauchswert unausgeglichen zu sein: Die Europäische Zentralbank stellt den Geschäftsbanken zu sehr niedrigen Zinsen viel Geld zur Verfügung. Aber anstatt dieses Geld an Gebrauchswerte schaffende Unternehmen weiterzugeben, ziehen die Privatbanken es anscheinend vor, das erhaltene Geld in weitere Geldgeschäfte zu stecken. So entstehen gleichsam Potemkinsche Dörfer, also Fassaden oder Kulissen ohne Hinterbau.

Schlimmer noch - diese potenziellen Geldwerte (noch sind sie ja nicht durch entstandene Produkte gedeckt) werden als Grundlage für weitere abgeleitete Finanzprodukte (Derivate), also zu nun bloß noch virtuellem Geld verwendet. Das Ergebnis ist, dass die Kluft zwischen nominellem Geldvermögen und realer Wirtschaftsleistung entsprechend größer wird.

Eine neue Blase entsteht

Diese Kluft oder "Blase" war die wesentliche Ursache für die noch bestehende Krise und offenbar entsteht schon wieder eine neue. Die in dieser Situation aus betrieblicher Sicht erforderlichen Streichungen von Arbeitsplätzen und die Unterauslastung von Unternehmen verschärfen die Krise, weil die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge politisch nicht wahrgenommen werden.

Ist es die Absicht der Regierungen und Zentralbanken, die aktuelle Krise zu bewältigen, genügt es nicht, Geld zur Verfügung zu stellen. Wollen sie wirtschaftlichen Erfolg, darf Geld nicht unkontrolliert in Finanzprodukte - also in die virtuelle Geldwelt - fließen, sondern in "nachhaltige" Realwirtschaft. Und die braucht Arbeitskräfte, Investitionsgüter, Forschungs- und Entwicklungsleistungen sowie produzierende Betriebe, um Mittel gegen zu hohen Energieverbrauch, Umweltverschmutzung, Armut, Krankheiten, Folgen des demografischen Wandels, Unterentwicklung etc. verfügbar zu machen.

Würden sich die Regierungs- und Finanzpolitiker persönlich vom Geldglauben befreien, könnten sie den allgemeinen Geldglauben nutzen: Für Geld tun die meisten Menschen fast alles, ohne Geld fast nichts. Das ist verständlich, weil alle auf Grund der extremen Arbeitsteilung auf die Leistungen aller anderen angewiesen sind - sie müssen kaufen, was sie brauchen und nicht selbst erzeugen können. Aber nur mit Geld, dem Gebrauchswerte entsprechen, kann eine prosperierende Volkswirtschaft erreicht werden.

Es geht um die Überwindung des Glaubens, Geld regiere, arbeite oder tue sonst irgendetwas. In Wahrheit können ja nur wir Menschen auf Grund unseres Könnens und Wissens, unserer Vorstellungen, Überzeugungen oder Orientierungen handeln. Die Bilder, die wir von Geld im Kopf haben, sind dabei von entscheidender Bedeutung.

Zur Person

Paul Kellermann, Jg. 1937, ist emeritierter Soziologie-Professor und Mitglied des Forschungsbeirats an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Wirtschafts-, Bildungs- und Geldsoziologie. Er ist Herausgeber einschlägiger, interdisziplinärer Bücher wie "Die Geldgesellschaft und ihr Glaube" und "Geld und Gesellschaft".

  • Burn out-Falle

    Ausgebrannt [34]

    Die totale Erschöpfung: Niemand kann auf Dauer alle Aufgaben immer noch besser, noch schneller und noch gewinnbringender erledigen, ohne dabei sich selbst und/oder andere auszubeuten

  • 8.11.2011
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Schlitzohr
00
1.10.2009, 11:57

NA NET!!!

silverbit
 
00
21.9.2009, 14:40
Passend zum Thema

Was machen Banken eigentlich so den ganzen Tag?

http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inh... 56,00.html

Flavio Maffia
00
26.7.2009, 13:02

ja es sind immer noch die Menschen die die welt kontrollieren!

die schweiz ist das 3. reichste Land aber es ist auch nicht speziell gross.

ich meine man hat die devisen der deutschen genommen und den franzosen die waffen gegeben.

oder warum hat man wohl einen tunnel durch den berg gebohrt?

für den gütertransfer!

ich meine die schweiz hat heute ca. 7 mio einwohner, österreich hat 8.

schon klar hatte deutschland damals keine chance!

wenn die schweiz neutral ist wer bekämpft dann die österreicher?

nicht, dass die italiener besser wären.

die imperialen vorstellungen reichen ja nur bis albanien!

seit wann liegt das im süden?!?

spartakus hat ja gallien auch so oft erreicht wie er wollte aber wo ist er geblieben?!?

Flavio Maffia
01
26.7.2009, 12:47

zum glück zahlen wir mit Franken!

gut, wir haben auch den rappen oder die note.

ich hab das sowieso nicht verstanden warum europa unbedingt den euro einführen musste.

ich meine jetzt will island ja auch in die EU!

unvorstellbar!

ich meine was hat dieser staat schon zu bieten...?

wenn selbst länder wie slowenien mühe haben die auflagen zu erfüllen was sollen wir dann den türken oder den ukrainern sagen?

jaja kommt in die EU?!?

ich denke schon, dass geschlossene gesellschaften was positives haben aber man sollte stehts bedenken.
dass der grosse Bruder, der grosse Bär das gleiche tun könnte.

darum nennt man ja das niemandsland auch eurasien.

denn wenn die kommis sich zusammenschliessen und die kapitalisten...

andreas lamers
 
00
21.9.2009, 14:40
wenn sie es gelesen haetten haetten sie es verstanden

geld hat keinen wert nur menschen die was erwirtschaften schaffen einen wert. island hat zwar nichts zeigt aber das ein land sehr schnell bankrott gehen kann (was de und fr frueher oft fast passier waehre wenn nicht das andere land gestuetzt haette, und unser harter schilling war am der dm angehaengt wenn die gefallen ist ist der schilling auch gefallen) was ein land wie die tuerkei zu bieten hat? produktionsstaedten und rohstoffe(kupfer, aluminium, eisen,etc) und klarerweise den zugang zum oel ueber die pipleines, von den potentionellen konsumenten gar nicht zu reden.

Flavio Maffia
00
27.9.2009, 10:45

natürlich ist alles relativ zu sehen.
genauso was man seit der Wirtschaftskrise "erschaffen" hat ;-)

Manche setzen auf Psychologie und andere beten dass sie recht haben mögen.

das problem mit eurasischen Staaten ist, dass sie keine grenzen kennen.

Was ist mit russland?

Gewissen gefällt es einfach, wenn man von einem Kollektiv im bezug auf Verantwortung spricht.

Das ist der einzige Grund nehme ich an.

Artischocke
 
00
23.7.2009, 19:22
Natürlich

regiert nicht Geld selbst die Welt, sondern Menschen, die sehr viel davon besitzen oder zur Verfügung gestellt bekommen.

Som
00
22.7.2009, 16:02
Zeitgeist


Mögliche Antworten auf die im Header gestellte Frage liefert dieses Video:

http://video.google.com/videoplay... 7396&hl=de

Erschreckend!

big blue
02
22.7.2009, 15:59
vinzi

bestes beispiel die arbeitenden leute bei der vinzi-rast. dort gibt es zwei sorten menschen:

selbstlose menschen, die nichts haben und bescheiden sind und denen es nichts ausmacht für nichts zu arbeiten

halb-promis, adlige, die so viel kohle haben, dass es ihnen nichts ausmacht dort gratis zu arbeiten. denen gehts halt drum sich selbst "zu verwirklichen" oder der "gesellschaft" etwas zurück geben.

Jo Boe
00
22.7.2009, 14:42

Geld soll in nachhaltige Wirtschaftsleistung fließen? Wirklich? Die Güter und deren Qualität sollten im Fordergrund stehen? Was für eine Erkenntnis. Dumm nur, dass jeder darüber Bescheid weiß, aber niemand auch nur Ansatzweise wüsste wie man solche Allgemeinplätze im Alltag umsetzen kann, ganz zu schweigen davon, dass es weitaus lukrativer ist nicht nach solch einer Maxime zu handeln.
Wenn Geld an Produktivität, und Produktivität an Gütererzeugung gekoppelt ist, sehe ich außerdem schwarz für jede Volkswirtschaft die Vollbeschäftigung anstrebt, außer ein unrealistisch enormer Kreatitivitätsschub lässt unzählige neue Unternehmen entstehen.
Geld ist eine Geißel des Menschen und regiert in dieser Funktion natürlich die Welt.

andreas lamers
 
00
21.9.2009, 14:44
nur wer dem geld nachlaueft

es gibt genuegend verrueckte die das nicht tun. denen das neuste mobil oder fernseher egal ist. aber wenn man geld in eine produktion steckt macht er weniger gewinn aber nachhaltiger wenn er es in eine spekulation steckt kann er mehr geld verdienen (was aber am ende moeglicherweise nichts mehr wert sein wird, inflation)

astiberg
00
22.7.2009, 13:54
Dienen, aber wem?

Und das Wort Gottes, die Bibel hat doch recht! Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon (wie Geld).Die Gesellschaft, nicht die "anderen Bösen", dürfen uns entscheiden zur Umkehr... aber wohin? Die Bibel gibt eine klare und zukunftssichere Antwort.

Lectrice
02
22.7.2009, 17:01
Neben dem "entweder-oder" gibt es auch die Möglichkeit des "sowohl als auch".

Diese Denkweise jemandem einzig zu dienen ist aber maximal noch in gläubigen o. konservativen Kreisen verbreitet. Schön langsam sollten sich durch die Aufklärung andere Denkweisen durchgesetzt haben.

Wenn man Geld als das sieht was es wirklich ist, nämlich ein völlig neutrales Tauschmittel, dann dient man ihm auch nicht sondern nutzt es.

Es sind die Menschen und da nicht mal alle, die dem Geld diesen Wert beimessen und sich davon vor sich hertreiben lassen. Es ist die Einstellung des Einzelnen dem Geld gegenüber.

Die Bibel gibt also insoferne also gar keine Antwort drauf ausser e. "entweder-oder" Haltung, die sehr unreif ist und schon gar keine Empfehlung sinnvoll damit umzugehen.

Frank'n'furter ät www.agenda2020.at
00
22.7.2009, 17:24

unnsinn.

"du kannst nicht gott dienen und dem mammon" ist der wohl für das praktische leben wichtigste spruch von jesus und in variationen finden sie den in jeder religion und jeder philosophischen richtung, auch bei den aufklärern:

jean-jaques rousseau: der der als erster ein stück land eingezäunt und gesagt hat, das gehört mir, ist an allem unglück der menschheit schuld.

andreas lamers
 
00
21.9.2009, 14:49
war das so?

und ich dachte schon die woelfe die ihr revier markieren, die ameisen die es im krieg verteidigen oder loewen die mit ihrem gebruell erklaeren das ist meines machen schon einen besitzanspruch. oder ist das auch deren gier? dienen die auch dem mamon? die bibel kann keine antworten geben, schon gar nicht das neue testament, die muss jeder selber finden (jesus war auch kein besonders guter, oder haben sie schon hinterfragt was mit den familien seiner juenger geworden ist? ihren kindern?) und die gier zerstoert vieles, aber warum sind menschen so? weil es funktioniert. solange eine sportwagen oder ein gefuelltes bankkonto errotisch wirkt werden die menschen alles dafuer tun.

Frank'n'furter ät www.agenda2020.at
00
21.9.2009, 15:31
(1)

der wolf markiert sein revier, klar. aber nur so viel wie er brauchen kann.
der sibirische tiger, der eigentlich keine natürlichen feinde außer dem menschen hat, könnte versuchen, die gesamte taiga zu erobern, tut er aber ned, is ja ned so doof etwas gegen seine artgenossen zu verteidigen, das er ned braucht.

nur der mensch ist so dumm mehr haben zu wollen als er brauchen kann, und die kirschen in nachbars garten sind immer die süßesten. das wirst du bei einem tier nie sehen.

und weil der mensch eben so ist, fangen die leutz dann an zäune zu bauen.

dh, man müsste rousseau dahin gehend erweitern, dass es der war, der als erstes mehr land eingezäunt hat als er für sich und seine sippe brauchte.

...

Frank'n'furter ät www.agenda2020.at
00
21.9.2009, 15:31
(2)

...

die frage, warum er es überhaupt eingezäunt hat, ist natürlich interessant.

einfach so ?

oder weil es ihm andere streitig gemacht haben ? und wenn, warum haben die es ihm streitig gemacht ?

ich würde sagen, weil er (der erste kapitalist) mehr beansprucht hat als er brauchte und die anderen haben das nicht eingesehen.

ad jesus: klar muss jeder die antworten selbst finden, jesus ist aber (so wie viele andere) sehr wohl einer auf dessen tipps man hören kann, der junge war ziemlich ausgeschlafen ;-)
www.agenda2020.at/phpbb3/vi... ?f=54&t=38
www.agenda2020.at/phpbb3/vi... 2252#p2252

dieses sohn-gottes-dings is natürlich murx.

andreas lamers
 
00
21.9.2009, 23:05
ok also

auch die farmer haben erst mal das benutzt was sie brauchten (mehr machte das keinen sinn weil lagerung gabs nicht) noch gibt es genuegend naturvoelker die uns zeigen wie man mit der natur und nicht gegen sie lebt.

das jesus viele gute ideen hatte steht nicht in abrede, nur leider eben auch einige verhalten an den tag gelegt die nicht so in das bild passt.
das alte testamen ist besser, weniger doktrien aber mehr geschichte die nachpruefbar ist

Melanie H
00
21.9.2009, 19:21
Die Frage ist tatsächlich interessant

Ich habe noch eine mögliche weitere Theorie:

Ein Mann bestellt einen Acker. Schuftet viele Stunden (da gab´s noch keine Traktoren und er hatte keine Lasttiere), um sein Feld zu bestellen und als es dann endlich Früchte trägt und er diese ernten will, stellt er fest, daß in der Nacht oder am Morgen, andere gekommen sind und seine Früchte geerntet und gegessen haben. Ganze Hack´n umsonst. Die, die keine Lust hatten, Äcker zu bestellen und Früchte zu ziehen, haben gewartet bis der Mann das für sie tut und sich dann die Früchte genommen. Jetzt meine ketzerische These: vielleicht hat er das Feld eingezäunt, damit er nicht ständig schuftet und andere, die nicht schuften wollen, die Früchte seiner Arbeit ernten? 8-P

andreas lamers
 
00
21.9.2009, 23:01
gute antwort

und auch recht naheliegend wenn wir von dem friefertigen farmer ausgehen der von den boesen reitervoelkern ueberfallen wurden. aber wir wissen auch in der zwischenzeit das der neandertaler ausgerottet worden ist, obwohl er friedfertiger als der homo sapiens war, aber das ist wohl das schicksal und auch der fluch des menschen eben agressiev zu sein

Melanie H
00
22.9.2009, 20:23

Ich glaube nicht, daß "der Mensch" aggressiv ist. Aggressiv ist eine Minderheit, nur setzen die sich leider häufig durch, weil sie keine Hemmungen kennen.

Ich glaube eher, daß die Angst eine der größten Triebfedern des Menschen ist und aus der entsteht halt eine Menge Negatives.

Ich denke mal einem friedfertigen Farmer hätte ein Zaun rein gar nichts genützt, wenn ihn ein böses Reitervolk überfallen hätte. ;-P

Frank'n'furter ät www.agenda2020.at
00
21.9.2009, 22:04
(1)

najo, das is die standard-gummistiefler-argumentation, die sich von des campingsausrüsters saulus gedankenwelt ableitet: nur wer arbeitet soll auch essen *g*

axiom: die bibel ist ein sammelsurium von extrakten aus dem kollektiven unbewussten nach c.g.jung.
(wenn du dieses axiom ned akzeptierst, is das folgende natürlich für dich auch schmarrn.)

die anderen hatten überhaupt keinen grund, dem irgendwas zu klauen, weil die natur genug hergibt.
denen war das auch wurscht, dass er viel mehr für sich beansprucht hatte als er brauchte, die welt ist groß genug (zumindest damals).

weil der erste kapitalist (k) aber n misstrauischer mensch war, hat er den zaun prophylaktisch aufgestellt und ein anderer hat ihn deswegen ausgelacht.

....

Melanie H
00
22.9.2009, 15:15
Ob das jetzt eine zutreffende Schilderung der damaligen Geschehnisse war und die Geschichte von Kain und Abel auf das umlegbar ist, weiß ich nicht so recht. ;-) Wenn man nur nimmt, was die Natur einem gibt,

dann bleibt man bald bei Wurzeln, Beeren und Früchten stecken. Gelüstet es einen nach Fleisch, dann müßte man ein Tier jagen. Und will man ein Brot oder einen Mais oder Kartoffeln, oder zB Wein, dann muß man die anbauen. Und wie viel einfacher ist es, da den anderen die Hacke machen zu lassen und sich dann zu nehmen was man will? :-P

Deine Kausalkette ist mir etwas zu pauschal und plump geraten. Privateigentum und sozial gerechte Systeme sind sehr wohl nebeneinander möglich. Rawls lesen. Man kann natürlich generell in Frage stellen, inwieweit es ok ist, daß irgendein Mensch ein Stück Land besitzt, da Mutter Erde uns allen gehört, aber von der Existenz des Privateigentums auf das Elend der Welt zu schließen, ist mir zu weit hergeholt.

Frank'n'furter ät www.agenda2020.at
00
22.9.2009, 15:34
"Ob das jetzt eine zutreffende Schilderung der damaligen Geschehnisse war und die Geschichte von Kain und Abel auf das umlegbar ist, weiß ich nicht so recht. ;-)"

aber ich weiß es ;-)

and now for something completely different:
in der bhagavad gita sagt krishna zu arjuna: der einzige unterschied zwischen dir und mir ist, dass ich mich an alle früheren leben erinnern kann und du nicht B-)

(die gita ist natürlich auch so eine extraktesammlung aus dem kollektiven unbewussten wie alle sog. "heiligen" bücher.)

wenn ich da von "privateigentum" rede, meine ich immer produktionsmittel, mit den dingen des persönlichen bedarfs bis hin zu einem haus für den eigenen wohnbedarf hat das nix zu tun.

ad rawls: schön, aber moses hat das schon 3500 jahre vor ihm alles so festgelegt, weil er aber kein harvardprof war, sondern realist, hat er auch das ablassjahr alle 70 jahre definiert ;-)

und das zinsverbot *g*

Melanie H
00
22.9.2009, 21:30

Btw: dein cooler smiley ist falsch. Bei dir sind das 2 Titten mit Mund und Nase, und kein Smiley mit Sonnenbrille. Der sieht so aus: 8-).

;-)

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