Tax the "Golden Sacks"

20. Juli 2009, 17:55

Erneute Ertrags- und Gagenparty in Wallstreet, staatlich gesponsert, inmitten der Wirtschaftskrise. Wie "socialist" sind Obamas "Reichensteuern" und was bringt die Besteuerung von "Goldsäcken"?

Goldman Sachs, im US-Volksmund spöttisch "golden sacks", feierte (wie JPMorgan) seine Wiederauferstehung Monate nach dem Kollaps Ende 2008: höchster Quartalsertrag seiner 140-jährigen Geschichte, höchste Marktanteilsgewinne in Wallstreet "ever", 13,76 Milliarden Dollar oder 46 Prozent mehr net revenue als im ersten Quartal, 3,44 Mrd. netto "blowout profits", auf den Ruinen gestürzter Konkurrenten wie Lehmann Bros und Bear Stearns oder torkelnder Rivalen wie Bank of America. Auf die um 19 Prozent auf 29.400 reduzierte Belegschaft warten im Mittel rund 770.000 $ Jahresgage (nicht einmal die halben Einkünfte durchschnittlicher Premier-League-Fußballer, deren Clubs höchst verschuldet sind), auf 50 Spitzenbanker wohl wieder zwischen 20 und 69 Millionen Dollar (nach nur 1,1 Mio. $ für den CEO im Krisenjahr 2008), wie in besten Börsenboomzeiten.

Lakonisches "we pay for performance" wäre weniger provokant, würde diese Bonusorgie nicht inmitten von Weltwirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit, Verlust von 20 Jahren Vermögensaufbau und millionenfacher Delogierungen von Mittelstandsfamilien und Zwangsversteigerungen ihrer Heime stattfinden. Es wäre weniger fragwürdig, hätte Goldman nicht eben erst 10 Milliarden "bailout money" aus dem Troubled Asset Relief Program zurückgezahlt; trotz Halbierung der leverage ratio (Anteil geborgten Geldes zur Hebelung von Wetten) seine VAR (value at risk) um 33 Prozent auf 245 Mio. $ tägliche Verlustrisken erhöht; sich seine Exposure zum Pleiteversicherer AIG (Trikotsponsor von Manchester United) zu 100 Prozent um 13 Mrd. Staatsgeld ablösen lassen; großzügig geförderte Schuldverschreibungen beziehungsweise Staatsgarantien in Anspruch genommen; und zugleich wieder massiv gegen striktere Regeln für Finanzmärkte lobbyiert. Vor allem haben gerade kurzfristige Prämien für exzessive Risken den Finanzcrash ausgelöst und der Mix aus ultraliberalem laissez-faire und staatlicher Haftung macht künftige Krachs wahrscheinlicher.

Angesichts politischer Hilflosigkeit gegenüber diesem gespenstischen Déja-vu-Treiben hilft es nur psychologisch, dass Präsident Obama gleichzeitig "Reichensteuern" ab 2011 zur Finanzierung der Hälfte seiner Gesundheitsreform ankündigte, 544 Mrd. bis 2020, die 46 Millionen Amerikaner erstmals krankenversichern wird. Diese "Reichensteuer" trifft nur Reiche und nicht die Mittelschichten (wie etwa die von Voves und der GPA geforderten Vermögenssteuern): Einkommen bis 280.000 $ für Alleinverdiener bzw. 350.000 $ für Paare bleiben unangetastet, darüber werden ein (ab 2013 zwei) Prozent "surtaxes" fällig, ab 500.000 $ 1,5-3 Prozent, über einer Million Dollar im Jahr künftig 5,4 Prozent mehr Steuern.

Republikaner wüten gegen Obama's "socialism". Doch wenn 45 Prozent Höchststeuersatz ab einer Million Dollar Jahreseinkommen (und nicht ab 60.000 € wie bei uns) "socialism" sind, dann wäre der weltweit intellektuell komatöse bis mausetote Sozialismus wohl auch in Österreich so mehrheitsfähig und populär wie die liberal democrats derzeit in den USA. Denn "Goldsäcke" gibt es nicht nur an der Wallstreet und gerade "Leistungsträger" demoralisierende, als "unverdient" erlebte Supergagen werden der Mainstreet durch "Reichensteuern" etwas erträglicher. (Bernd Marin/DER STANDARD, Printausgabe, 21.7.2009)

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jaja,

die derzeitigen Maßnahmen zur Regulierung/Kontrolle/Normalisierung des Finanzmarktes sind ungefähr so wirksam, wie wenn der Palfrader sagt "er muß aber auch ein bissel brav sein"...

Was hat sich schon groß geändert ...

... seit dem alten Rom?

Dass die Banker ...

... nicht in den Circus maximus müssen!

:-((

goldman sucks!

so wie Sie die Leistung des GS Team beschreiben haben die Hauptakteure, aus Sicht der Gesellschafter, sicher grosszügige Boni verdient. Wenn man Milliarden verdient, dann soll das Management auch was davon abkriegen.
Sollten die staatl. Geldgeber nicht einverstanden sein können sie sich die ausstehenden darlehen und Subventionen ja wieder holen

schon rein logisch kann man geld nur von denen holen, die auch eins haben!

die Frage, ob das wieder der Gemeinschaft nützt ist eng verknüpft mit der Frage, ob denn die, die Geld haben, mit der Verbringung dieses Gelds in das Ausland reagieren können. Das einzustellen, wird Hauptaufgabe der Regierung Obamas sein!

Aber es ist schon klar ...

... das man sich das Geld eigentlich immer von denen geholt hat, die keines haben. Wer finanziert den den ganzen Zirkus, wenn nicht der kleine Mann mit seinen manchmal schon unleistbaren Steuersätzen?

mission accomplished

GS war der größte Geldgeber Obamas. Ein bisschen Dankbarkeit wird man schon erwarten können.

In einem solchen System

soll der Durchschnittsmensch noch arbeiten gehen und sich mit seinem läppischen Gehalt abgeben, während diese Räuber an der Wallstreet sich mit seinem Geld gegenseitig feiern?

In der "Main-Street" frage ich mich da wirklich wofür ich mich noch anstrengen soll. Das Meiste kassiert sowieso der Staat. Sollen doch diese Bank- Säcke unser System mit ihren Gigant- Boni finanzieren.

280k bleiben unangetastet.

huuhhhh...zum glück. hab mir schon sorgen um meine zukunft gemacht.

Die Verluste sind auf die Allgemeinheit abgewälzt und lustig gehts weiter wie zuvor. Glaubt den wirklich jemand, daß sich das Finanzkapital von dem System, das es selbst installiert hat und den Politmarionetten, des es großzügig alimentieren, die Gans, die goldene Eier legt, schlachten läßt?

Der Neoliberalismus Hayeks ist nur für Millionäre demokratisch!

Wäre neugierig, welche politischen Wunschvorstellungen Herr Marin nach diesen unglaublichen Vorgängen privat entwickelt. Der Versteher der schönen neuen Welt klingt nicht wirklich glücklich! — Vermutlich ist die europäische Sozialdemokratie doch nur scheintot, denn dgl. Unverschämtheit kann nicht einmal Mr. »Heiße Luft«-Grasser mehr verkaufen. Die Frage im Hintergrund: Wie kann der Keynsianismus Stagflation verhindern? Ist wirklich der elitäre und zugleich primitive Zynismus Hayeks die einzige Möglichkeit? Diese Art von Katastrophenkapitalismus führt zum dauernden Ausnahmezustand, auf die die Terrorbehämpfung bestens vorbereitet ist. Die Folge: Generalverdacht gegenüber allen Nichtmillionären und internationaler Faschismus.

Keynes ist eigentlich mausetot.

Das seine Thesen nicht funktionieren wurde mehrfach in der realen Wirtschaft bewiesen. Spätestens jetzt sollte jedem einleuchten, dass endloses Schldenmachen und Leben auf Pump nicht nachhaltig ist.

Mises, Hayek, Barwik und wie sie alle heißen - österreichische Schule - wussten, dass das nicht funktionieren kann und dass nur ein möglichst freier Markt Wohlstand schaffen kann. Doch diesen gibt es schon sehr lange nicht mehr, oder hat es vielleicht auch gar niemals gegeben. Der am wenigsten freie Markt ist bekanntlich der Geldmarkt/Finanzmarkt.

Keynes

Soll das eine Provokation sein?

Die Korrektur Ihrer "Die-Erde-ist-eine-Scheibe-Behauptungen" würde den freien Platz sprengen!

Mehr als diese Krise gibt es nicht mehr an Beweis,

dass Keynes und seine abgewandelten Thesen total versagt haben.

NUR die Ökonomen der österreichischen Schule und ganz wenige andere hatten vor der Immokrise in USA und ihre katastrophalen Folgen gewarnt!

Da können Leute, so lange wie sie wollen behaupten, dass die (gängige) Wirtschaftstheorie der letzten Jahrzehnte richtig war und andere Meinungen bashen. Sie ist k l ä g l i c h gescheitert...
...an den Regierungen und den "Schwächen" der Demokratie.

Lesen Sie dazu z.B. das Buch 'Meltdown' von Thomas E. Woods Jr.
Oder lesen Sie hier nach: http://mises.org/

Sich einfach nach dem Mainstream zu strecken reicht nicht mehr! SO werde sie keine Erklärungen finden.

ihre thesen ...

... beweisen vor allem, dass sie keine ahnung haben.
keynes hat niemals behauptet, dass man immer nur schulden machen soll. er ging von einem langfristig ausgeglichenen haushalt aus, der in boomzeiten überschüsse im budget erwirtschaftet und in krisenzeiten investiert (antizyklische haushaltspolitik) und richtete sich damit vor allem gegen die bis dahin gängige praxis der prozyklischen haushaltspolitik (sinken die staatseinnahmen in der krise, wird gespart und die krise damit noch verschärft), die nicht zuletzt mitschuld an der extremen depression der 30er jahre war. was die politisch verantwortlichen daraus gemacht haben, können sie nicht dem wissenschaftler umhängen.

Auch ihre Theorie, dass man mit lockerer Geldpolitik - also mit der Ursache der Krise - der Krise entkommen kann, entbehrt jeder Logik.

Die lange Depression kam deshalb WEIL Politiker die Schulden in den 30er Jahren immer weiter anhoben.
Und zur Krise kam es damals wie heute NUR deshalb, weil davor eine Politik des leichten Geldes betrieben wurde.




sehr witzig, nicht ein einziger ernstzunehmender Ökonom

zweifelt daran. dass die Geldverknappung Auslöser der Weltwirtschaftskrise 1929 war. 15 sekunden googeln bringt http://de.wikipedia.org/wiki/Welt... haftskrise
kennen Sie irgendeinen gegenteiligen beleg?

Was heißt ernst zu nehmen? Es gibt jede Menge Literatur darüber, googeln Sie.

Der Auslöser war keinesfalls die Geldverknappung, sondern die Geldmengenausweitung zum Ende der 20er Jahre (FED!), die auch diesen Boom damals verursachte! Ganz ähnlich wie von 2003 bis 2007.
NUR die Keynesianer reden von Geldverknappung. Aber das ist verständlich. Auch sind sie die Mehrheit, was nicht bedeutet, dass sie recht haben.

Buchempfehlung:
'The Politically Incorrect Guide to the Great Depression and the New Deal'
[Robert P. Murphy]
http://www.amazon.com/exec/obid... 1596980966

'Der Weg zur Knechtschaft' von Friedrich August von Hayek
http://www.amazon.de/Weg-Knech... 129&sr=1-1

Ahnung?

Nachweislich funktionieren die Thesen von Keynes in der Praxis nicht, da er nicht berücksichtigt hatte, wie Politiker in Demokratien handeln.
Würde Keynes noch leben, er hätte seine Theorie längst verworfen.

Tatsache ist, dass Sie anscheinden nichts von Marktwirtschaft halten und schon gar nichts von einer freien Marktwirtschaft. Gut, es soll auch Profiteure der Planwirtschaft geben. Manche zählen sich eben zu diesen wenigen.

Sie sollte sich vielleicht etwas mit Hayek und Mises beschäftigen. So dumm waren die nämlich gar nicht!

klar in Ihrem Paralleluniversum hat der new deal nicht funktioniert und

und die USA haben sich zu einem armen Agrarstaat zurückentwickelt!

Der New Deal unter Roosevelt führte geradewegs in die lange Große Depression.

Präs. Harding hatte Anfang der 20er Jahre Ruhe bewahrt und die Rezession wüten lassen und es kamen statt einer Depression die Roaring Twenties.


Goldman Sucks!

Yes,

sucks up money.

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