Einige Szenen des Films stünden in krassem Gegensatz zum Tiroler Jugendschutzgesetz
Innsbruck - "Brüno", der aktuelle Kinofilm des britischen Komikers Sacha Baron Cohen, erhitzt derzeit in Tirol die Gemüter. Die Tiroler Jugendanwältin übte am Montag Kritik an der Freigabe des Films rund um den homosexuellen Modereporter ab 14 Jahren. Einige Szenen stünden in "krassem Gegensatz" zum Tiroler Jugendschutzgesetz.
"Die Vorführung von Medien, die durch die Darstellung sexueller Handlungen die sittliche, charakterliche und soziale Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen gefährden können, ist in Tirol nach den Bestimmungen des Jugendschutzes untersagt", sagte Elisabeth Harasser. Sie kritisiere "in aller Schärfe" die gutachterliche Bewertung und Freigabe ab 14 durch die beim Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur angesiedelte Jugendmedienkommission.
"Eine Kommission, die Filme wie Brüno für diese Altersstufe freigibt, verfehlt ihre Aufgabe, den Schutz der Jugend im Auge zu haben," meinte die Kinder- und Jugendanwältin des Landes. Sie forderte eine Korrektur der Alters-Freigabe nach oben. Aufgrund ihrer Beschwerde habe die zuständige Abteilung Gemeindeangelegenheiten eine Prüfung der Freigabe veranlasst.
Kein Verständnis für die Sorge der Jugendanwältin hatte hingegen Gebi Mair, Landtagsabgeordneter der Tiroler Grünen. Mair sprach sich für eine Änderung des Tiroler Jugendschutzgesetztes und gegen ein Verbot von "Brüno" für Jugendliche in Tirol aus. "Das Tiroler Jugendschutzgesetz glaubt, durch die Darstellung sexueller Handlungen allein würde die 'körperliche, geistige, sittliche, charakterliche oder soziale Entwicklung' von Kindern oder Jugendlichen gefährdet. Das ist lächerlich und wissenschaftlich widerlegt. Dass diese Regelung aber dann in Erinnerung gerufen wird, wenn in einem Film schwule Charaktere vorkommen, ist zumindest auffällig", fand Mair. (APA)