USA: Kein Umdenken bei Handy am Steuer

20. Juli 2009, 08:35

Trotz eindeutiger Studien kaum politische Konsequenzen - Vergleichbar mit Alkoholisierung von 0,8 Promille

Die Gefahr, die vom Telefonieren am Steuer ausgeht, wird auch in den USA durch eindeutige Studienergebnisse untermauert - bislang jedoch ignoriert, so die New York Times. Lediglich in Washington und fünf weiteren Staaten sei die Benutzung von Freisprecheinrichtungen gesetzlich festgeschrieben. Kritikern geht jedoch auch diese Maßnahme nicht weit genug. Es sei nachgewiesen worden, dass die Konzentration auf die Straße auch beim Telefonieren mit Freisprecheinrichtung deutlich sinke. Vonseiten der Industrie werde das Problem zwar erkannt, trotzdem würde das Auto-Cockpit durch technische Neuerungen immer mehr zum mobilen Büro ausgebaut.

Vergleiche

Studien zeigen, dass Fahrer, die mit dem Handy telefonieren, viermal mehr unfallgefährdet sind, als andere. Das entspräche einer Alkoholisierung von 0,8 Promille. Forscher hätten nun auch nachgewiesen, dass selbst Freisprecheinrichtungen das Problem nicht lösen würden. Die Gefahr könnte sogar steigen, denn die Lenker fühlten sich dadurch fälschlicherweise sicherer. Eine Harvard-Studie von 2003 hat gezeigt, dass jährlich 2.600 Verkehrstote auf die Ablenkung durch Mobiltelefone zurückgeführt werden könnten. Dennoch hätten die US-Amerikaner die Erkenntnisse ignoriert. Neben Telefonen und Navigationsgeräten seien auch Notebooks im Auto keine Seltenheit.

Gefahr

Dabei zeigen Studien, dass Lenker die Gefährdung, die von ihnen ausgeht, nicht richtig einschätzen können. Sie machen sich zwar Sorgen über die Gefahr durch andere Fahrer, die durch elektronische Geräte abgelenkt werden, überschätzen jedoch ihre eigenen Multi-Tasking-Fähigkeiten am Steuer. Die Regierung warnt zwar vor dem Telefonieren beim Autofahren, jedoch habe es kein US-Staat gesetzlich völlig verboten. Von 170 Gesetzesvorschlägen betreffend Ablenkungen im Fahrzeug seien in diesem Jahr lediglich zehn verabschiedet worden. (pte)

 

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