STANDARD-Interview

"Jedes kleine Kind zeichnet den K2"

19. Juli 2009, 18:39
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    Kaltenbrunner wartet im Basislager auf eine günstige Prognose von Karl Gabl, auf ein zwei- bis dreitägiges Schönwetter-fenster.

Für Gerlinde Kaltenbrunner wäre der K2 der 13. und also ihr vorletzter Achttausender. Sie träumt manch­mal von ihm und bezeichnet ihn als die "Verkörperung des richtigen Bergs"

Standard: Jeder vierte Bergsteiger, der den K2 angegangen ist, hat dabei sein Leben gelassen. Was macht ihn so gefährlich?

Kaltenbrunner: So wie ich gehe, also ohne künstlichen Sauerstoff, kann ihn allein schon seine Höhe problematisch machen. Und es kommen technische Schwierigkeiten an vielen Stellen dazu. Vom Einstieg auf 5100 Metern weg gibt's viel kombinierte Kletterei, viel Steilheit. Und die Lawinengefahr ist sehr groß.

Standard: Sie sind vor fünf Wochen angereist, haben sich gut akklimatisiert. Wie müsste eine Prognose von Karl Gabl aussehen, damit Sie einen Gipfelversuch starten?

Kaltenbrunner: Wir brauchen ein längeres Schönwetterfenster, also zwei, lieber drei richtig schöne Tage. Das gibt's am K2 leider nicht sehr oft. Aber wir stehen nicht unter Zeitdruck.

Standard: Wie lange können und würden Sie im Basislager auf gute Bedingungen warten?

Kaltenbrunner: Ich habe mir das Datum für den Rückflug offengelassen. Die Saison im Karakorum dauert bis Mitte August, so lange hätten wir Zeit. Man braucht eine gute Taktik und natürlich auch Glück, um gut hinauf- und wieder gut hinunterzukommen. Wir bewahren die Ruhe. Es wird klappen.

Standard: Sie waren 2007 schon am K2, mussten damals umdrehen. Was war das Problem?

Kaltenbrunner: Damals hatten wir weniger Zeit und nur eineinhalb Tage schönes Wetter. Also wollten wir vom Basislager ohne Zwischenstation zum Gipfel. Aber ab 7500 Meter hatte es zu viel Schnee, das hat Zeit gekostet, wir wären zu spät dran gewesen. Ich erinnere mich trotzdem gerne daran zurück.

Standard: Wieso das?

Kaltenbrunner: Der K2 ist der Berg der Berge, einfach wunderschön. Alleine seine Form. Er ist die Verkörperung des richtigen Bergs. Jedes kleine Kind, das einen Berg zeichnet, zeichnet automatisch den K2. 1994, als ich am Broad Peak war, habe ich den K2 zum ersten Mal gesehen. Seitdem träume ich ab und zu von ihm. (Fritz Neumann, DER STANDARD, Monatg, 20. Juli 2009)

ZUR PERSON: Gerlinde Kaltenbrunner (38) aus Spital am Pyhrn lebt bei Ehemann Ralf Dujmovits im Schwarzwald. Diplom-Krankenschwester, seit 2003 Profi. Zwölf Achttausender, der Everest und der K2 fehlen ihr.

Wer nix wird wird Wirt
20
22.7.2009, 13:32

ich hoffe für die gerlinde, dass ich nicht eines tages ein "selber schuld, sie hats ja herausgefordert" zu einem artikel über sie posten muss.
viel glück weiterhin!

ratava_smot
00
30.3.2010, 16:27
ja sie kennt das risiko,

dass je nach zeitraum 50-80% der profi-höhenbergsteiger dabei draufgehen. sie tut es trotzdem.

ergo erspar uns deinen kommentar.

heiliger bimbam
11
21.7.2009, 11:40
ich versteh dieses tamtam um diese bergsteigerei nicht...

was ist bloß so toll daran, dass das von öffentlichem interesse ist? erstbesteigung vielleicht noch nachvollziehbar, ok, das hat jetzt auch einer geschafft. oder gehts bei ihr darum, dass sie einE ist?

Gemeiner Rhabarber
12
22.7.2009, 12:08
ich versteh dieses tamtam um diese fußballerei nicht...

Was ist bloß so toll daran und von öffentlichem Interesse, dass Akagündüz jetzt bei der Admira spielt? Sportlich ist Kaltenbrunners Tun wesentlich anspruchsvoller als das irgendeines Fussballers. Sie ist Weltspitze, was medial in einem Land mit bergsteigerischer Tradition natürlich von medialem Interesse ist, auch sporthistorisch ist es, wie von Club-der-dichten-Toten ausgeführt, spannend. Weiters braucht ein Profi-Bergsteiger, der nicht vom Führen lebt, die Berichterstattung für seinen Lebensunterhalt. Mich interessierts.

Club-der-dichten-Toten
01
21.7.2009, 12:00

Weil's derzeit halt das "Rennen" der Damen gibt, wer als erste Frau alle Achttausender bestiegen hat. Und da ist Kaltenbrunner ganz vorne mit dabei. Zudem ist sie der/die erste Österreicherin, der das gelingt, Messner ist ja - obwohl das oft "vergessen" wird, Italiener und kein Österreicher.

Als Messner als erster Mensch alle Achttausender bestiegen hatte, wurde das ebenso gemeldet.

Wenn jetzt ein Mann als 17. alle Achttausender bestiegen hat, ist das keine Meldung mehr wert.

Vielleicht ging's durch die deutsche Presse, dass Ralf Dujmovits im Mai den letzten der 8000-er bestiegen hat und somit als 16. alle 8000-er hat, aber das jetzt mal auch "nur", weil er der erste Deutsche ist, dem das gelungen ist.

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