Sternstunden in Florenz

20. Juli 2009, 09:45
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Galileo hat mit der Entwicklung des Teleskops die Astronomie revolutioniert. In Florenz gibt es dazu eine umfassende Ausstellung

2009 wurde von den Vereinten Nationen zum internationalen Jahr der Astronomie erklärt. Grund dafür ist das Schaffen eines der bedeutendsten Wissenschafter der Geschichte: Galileo Galilei. Vor 400 Jahren entwickelte er das von Jan Lippershey erfundene Fernrohr weiter und erreichte zum ersten Mal eine Vergrößerung, die es ihm ermöglichte, genaueste astronomische Beobachtungen anzustellen. Das Teleskop war geboren und eröffnete damit völlig neue Möglichkeiten zur Erforschung des Weltraums.

Zeitreisen zu den Sternen

In Florenz hat man diese geschichtsträchtigen Ereignisse, die vor 400 Jahren stattfanden, zum Anlass genommen, eine umfassende Ausstellung im Palazzo Strozzi unterzubringen, die sich mit der Geschichte der Astronomie von der Antike bis zur Erfindung des Teleskops auseinandersetzt, und die noch bis 30. August läuft.

Es ist eine Reise durch die Zeit - und durch den Raum. Sie beginnt mit den mystisch poetischen Visionen der alten Ägypter und Mesopotamier, die die Vorgänge am Himmel ihren Göttern und deren Wirken zuschrieben. Aus Griechenland stammt das geozentrische Weltbild von Eudoxus, dem es bereits gelang, den Erdumfang annähernd zu berechnen. Ptomlemäus verfeinerte das Konzept der um die Erde kreisenden Planeten. Die Erde verschwand erst mit Copernicus aus dem Zentrum unseres Planetensystems und machte der Sonne Platz. Er inspirierte Galileo und Kepler, die, gemeinsam mit Newton, eine neues Konzept für das Universum entwickelten.

Die Ausstellung in Florenz zeigt über 250 Exponate aus verschiedenen Museen der Welt, darunter archäologische Exponate, in ihrer Kompliziertheit faszinierende astronomische Instrumente, Atlanten, Sternenkarten und Gemälde von Botticelli, Rubens und Guercino, darüber hinaus gibt es Freskos aus Pompeii zu sehen, die erstmals dem Publikum präsentiert werden. Skulpturen und Modelle des Kosmos zeigen den sich im Laufe der Geschichte ändernden Blick des Menschen ins All. Zu den wichtigsten Exponaten der Ausstellung gehören die einzigen noch erhaltenen Original-Werkzeuge von Galilei, die er für seine Forschungen in Verwendung hatte.

Zwischen Wissenschaft und Mystik

Immer schon war das Universum für den Menschen ein Ort für Träume - und Albträume. Astronomie und Astrologie erklärten und mystifizierten den uns umgebenden Raum. Die Konstellation der Sterne diente den Menschen schon immer dazu, diverse Deutungen zu versuchen, sei es auf dem Gebiet der Medizin, der Musik oder was den Charakter eines Menschen anbelangt. Die Ausstellung im Palazzo Strozzi beschäftigt sich auch mit der Beziehung, die die beiden Disziplinen zueinander haben.

Im Rahmen der Ausstellung gibt es verschiedene Veranstaltungen, die sich mit dem Thema der Astronomie auseinandersetzen. Etwa ein Literaturcafé mit Lesungen, Diskussionen und Debatten, Workshops für Kinder oder Konzerte für klassische Musik und Jazz.

Der Palazzo Strozzi, wo die Ausstellung stattfindet, ist eines der schönsten Beispiele für Profanarchitektur der Renaissance. (red)

  • Galileis geniales Guckloch zu den Sternen.
    foto: fondazione palazzo strozzi

    Galileis geniales Guckloch zu den Sternen.

  • Keine Blockflöte sondern eine Revolution astronomischen Ausmaßes: Galileis Teleskop.
    foto: fondazione palazzo strozzi

    Keine Blockflöte sondern eine Revolution astronomischen Ausmaßes: Galileis Teleskop.

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