Vizepräsident

Mashaie dementiert Rücktritt

20. Juli 2009, 08:49

Ernennung hatte Proteste von Hardlinern ausgelöst - Mashaie vermutet "koordinierte Aktion"

Der iranische Vizepräsident Esfandiar Rahim Mashaie hat am Montag auf seiner persönlichen Internetseite Rücktrittsberichte dementiert. Die Internetseite des iranischen Vizepräsidenten Mashaie (http://www.mashaei.ir) sprach von "einem Gerücht und einer Lüge", die "von den Feinden der Regierung propagiert" werde. Mashaie vermutete eine "koordinierten Aktion" von "gewissen Internetseiten" gegen ihn. Am Sonntag hatten mehrere staatliche Medien berichtet, der erst am Freitag zum Ersten Vizepräsidenten ernannte Vertraute von Präsident Ahmadinejad sei zurückgetreten.

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Teheran - Mashaies Berufung am Freitag hatte heftige Kritik unter konservativen Hardlinern ausgelöst. Aus Respekt vor dem Volk müsse Ahmadinejad die Ernennung rückgängig machen, hatte der vom oberstem geistlichen Führer Ajatollah Ali Khamenei ernannte Herausgeber der Zeitung "Kayhan", Hossein Shariatmadari, gefordert. Die Tageszeitung "Etemad Melli" zitierte den konservativen Geistlichen Ahmed Khatami mit den Worten, die Ernennung Mashaies sei eine "Missachtung" der Mitglieder des Parlaments und der Expertenversammlung.

"Freund des israelischen Volkes"

Mashaie hatte vor einem Jahr erklärt, der Iran sei "ein Freund des israelischen Volkes" und in den USA lebe "eines der besten Völker der Welt". Mashaie gilt als enger Vertrauter Ahmadinejads, seine Tochter ist mit dem Sohn des Präsidenten verheiratet. Seine Ernennung ging der Neubildung der iranischen Regierung voraus, die für den kommenden Monat erwartet wird. Ahmadinejad selbst ist ein Feindbild Israels, er hat den Holocaust mehrmals als "Märchen" bezeichnet.

Aus dem konservativen Lager im Iran kam zudem heftige Kritik an der Predigt von Ex-Präsident Ali Hashemi Rafsanjani. Beim Freitagsgebet hatte der Geistliche Rafsanjani die oberste iranische Führung kritisiert und die Freilassung Hunderter politischer Gefangener gefordert. Nach dem Gebet waren die Massenproteste der Regimekritiker wieder aufgeflammt, zu denen es nach der Präsidentenwahl ab Mitte Juni kam, als Ahmadinejad nach offiziellen Angaben wiedergewählt wurde.

Regierung von Gott, nicht vom Volk legitimiert

Ein Mitglied des einflussreichen Wächterrats, Ayatollah Mohammed Yazdi, sagte laut Nachrichtenagentur Isna, die Regierung sei von Gott, nicht vom Volk legitimiert. Rafsanjani habe "diesen wichtigen islamischen Punkt ignoriert". Der frühere Präsident habe "unlogische und unbegründete Anschuldigungen" zum Wahlablauf geäußert, hieß es in einem "Kayhan"-Artikel von Samstag. Wenn das Volk Zweifel bezüglich des Wahlausganges hege, "dann bezüglich des Ursprungs der Krawallmacher und (denen) hinter den Unruhen".

Die iranische Anwältin und Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi sagte dem deutschen Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", die erneuten Proteste in Teheran seien "nicht nur für Iran, sondern für die ganze islamische Welt" ein "historisches Ereignis". Die Friedensnobelpreisträgerin begrüßte die Predigt Rafsanjanis.

Ahmadinejad steht wegen der wochenlangen Proteste unter Druck. Bei Massendemonstrationen wurden bereits Hunderte Menschen festgenommen, zuletzt am Freitag 40 Demonstranten, wie die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars am Sonntag berichtete. Einige seien inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Tausende Anhänger von Mir-Hossein Moussavi, dem Zweitplatzierten bei der Präsidentenwahl, hatten vor der Universität in Teheran protestiert, die Bereitschaftspolizei und die Bassij-Miliz setzten Tränengas ein.

100.000 Dollar für Freilassung von britischem Botschaftsangestellten

Unterdessen soll ein letzter iranischer Angestellter der britischen Botschaft nach Angaben aus informierten Kreisen am Sonntag gegen Zahlung einer Kaution von fast 100.000 Dollar (70.972 Euro) freikommen. Ihm und der britischen Botschaft allgemein wird vorgeworfen, an den Protesten beteiligt gewesen zu sein. Nach britischen Angaben waren Ende Juni insgesamt neun iranische Mitarbeiter der Botschaft in Teheran festgenommen worden.

Der neue Chef des iranische Atomprogramms, Ali Akbar Salehi, forderte unterdessen den Westen auf, das umstrittene Atomdossier zu den Akten zu legen. Die "rechtlichen und technischen Diskussionen" über Irans Atomprogramm seien "beendet".

(APA)

Link:

+ Homepage Mashaie

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Wolfgang Broukbauer
01
20.7.2009, 15:22
Die Regeirung ist von gott legitimiert?

na gute NAcht!

seapoint
81
20.7.2009, 13:27

Die Nachrichten aus westlichen Medien über den Iran sind mit Vorsicht zu genießen.Oft sind sie interessengeleitet und folgen amerikanischen Vorgaben.
Kritik soll und muß man äußern. Immer wieder. Aber dann konstruktive und souveräne Kritik. Die Berichte in den letzten Wochen über die Ereignisse im Iran waren es nicht.

NONE
02
20.7.2009, 14:03

Was ist denn das für ein Vorwurf?

Sie schreiben ja als ob gar nichts stimmen würde.

Werden Sie doch bitte konkreter.

zantana
02
20.7.2009, 13:50
Westliche Journalisten....

habens derzeit aber nicht leicht zu persönlichen
Infos im Iran zu kommen, ich glaub dort gibts sowas wie Informationssperre.

Der Planlose
 
03
20.7.2009, 10:54
Dann ist man ja nicht zur Rechenschaft

irgendwann irgendjemanden schuldig, wenn man tausende Menschen unbringt und sagt das wurde mir von Gott befohlen. Jetzt müsste das iranische Volk auf die Knie fallen und Ahmedinejad als der gesalbte anbeten.
Wenn die iranische Regierung behaupten würde der Iran ist eine Volksrepublik wäre die Lüge aber schnell aufgedeckt. Wenn man dagegen sagt der Iran ist ein Gottesstaat, kann man nicht von einer Lüge sprechen, denn das wäre nicht beweisbar.

NONE
00
20.7.2009, 14:06

Kommt drauf an - wenn die Mehrheit der Kleriker einen Gottesstaat (ohne Wahlen) nicht befürworten würde, dann wäre es eine Regierung ohne "klerikale" Legitimation (mit Ausnahmen wie Yazdi und ein paar anderer). Dies erschiene mir aber nicht als Mehrheit, und sie müsste sich primär mit Korruption am Leben halten.

Das Hauptproblem zur Zeit ist überhaupt die Legitimation einer "Regierung".

B JK
02
20.7.2009, 09:43
Hardliner

Entwickelt sich da ein Konkurrenzkampf innerhalb der Hardliner-clique?
Na hoffentlich geht er für beide Seiten schlecht aus.

byron sully
01
20.7.2009, 11:55
wollen wir's hoffen,

daß sich die konservativen jetzt gegenseitig zerfleischen...

xx Hour1
41
20.7.2009, 00:06

interessante nachricht
Iran-Afghan Grenze:taliban töten 40 mitglieder der antiiranische MKO terrorgrupe

http://www.presstv.com/detail.as... =351020403

NONE
01
20.7.2009, 14:08

Und diese Meldung hat jetzt was genau mit der gestohlenen Wahl zu tun?

Borg101 (Flip Mode)
04
20.7.2009, 10:09
@xx Houer1: Wollen Sie ihren Namen nicht ändern?

Ihre Strategie ist immer die gleiche: irgend ein Posting mit anderem Thema (mit Bezug zu Israel, USA,...) Posten, Und einen Link senden damit die Leser sich weiter Klicken und sich hier nicht länger aufhalten.

Wir beobachten auch ;-)

zantana
11
20.7.2009, 10:24
Manche Journalisten.....

haben kein Ahnung von realen Leben in iran,schreiben
nur blödsinn und trollen.

zantana
03
20.7.2009, 09:28
Ja, wenn man an der Quelle....

sitzt kommt man rasch zu solchen Infos.

Kyros
04
20.7.2009, 09:12

Sprach der antiiranische xxh-Basidji.

Panter
01
19.7.2009, 21:50
!

Anzunehmen ist das die sogenannten Konservativen jetzt durchgreifen werden und versuchen werden alle "liberalen" Reformen und Reformer zu beseitigen.
Ich denke es wurde nur darauf gewartet das Rafsanjani aus der Deckung kommt.
In jedem Fall stehen jetzt Entscheidungen an ,denn die Fronten sind klar.
Die einzige offene Frage ist, ob sich Rafsanjani mit seiner Einschätzung der Lage jetzt offen zu agieren ,verrechnet hat oder nicht.

http://plejaden.wordpress.com/
 
11
19.7.2009, 20:01

Shariatmadari entpuupt sich immer mehr als "Goebbels des Irans".

Rehad
36
19.7.2009, 19:51

Eine typische Meldung von Nachrichtenagenturen, die dann von sämtlichen Medien unreflektiert abgeschrieben und kommentiert wird. Ayatullah Muhammad Yazdi sagte zugleich, dass eine Regierung von Gott nicht praktizierbar ist, wenn die Mehrheit der Bevölkerung sie keineswegs haben möchte. Das ist Konsens im Iran und im schiitischen Denken. Nun leider, solche qualifizierte Experten, die das auch wissen, hat Der Standard und die APA nicht anzubieten. Der aus dem Zusammenhang gerissene Zitat suggeriert, dass ein Coup implizit zugegeben wird.

Falk Heße
00
20.7.2009, 12:24

Ich kenne das verwendete Interview nicht. Aber soweit ich weiß gibt es eine ganze Reihe von Gelegenheiten bei denen Ayatollah Mesbah Yazdi seine Ablehnung gegenüber der Demokratie ausgedrückt hat.

Wollen Sie andeuten, dass dem nicht so ist? Wenn ja, können Sie mir bitte Informationen geben, wo das belegt wird? Bin ehrlich interessiert.

Rehad
00
21.7.2009, 13:51

In diesem Fal handelt es sich gar nicht um Ayatullah Mesbah Yazdi, sondern Ayatullah Muhammad Yazdi. Die Medien arbeiten nicht sauber und verwechseln oft Namen. Aber dennoch, kein schiitischer Gelehrt, ob nun Ay. Mesbah Yazdi oder Ay. Sanaei propagieren eine Herrschaft gegen das Volk. Die Auseinandersetzungen sind rein theoretisch, ob das Volk, von Gott verliehen, jemanden eine Legitimation zum Regieren verschafft oder jemand, von Gott verliehen, mit der Akzeptanz des Volkes regiert. Letztere bezeichnen eine von Gott legitime Herrschaft gegen das Volk nicht als illegitim, sondern als eine Sünde.

Falk Heße
00
23.7.2009, 14:26

Stimmt, danke für den Hinweis. Hatte die Namen verwechselt.

TomSim67
02
19.7.2009, 19:38
Von Gottes Gnaden

... schöner Mist. :-(

tec nine
214
19.7.2009, 17:28
Regierung von Gott, nicht vom Volk legitimiert

komplett IRRE.

Guhl der Shampoonierte
21
19.7.2009, 23:35
Tsculdigung,

aber das ist ein Gottesstaat und keine Volksrepublik!

In einer Volksrepublik ist die Regierung natürlich nur von Volk legitimiert. Sieht man doch in China!

Was ist Österreich noch mal schnell für eine Staatsform?

Alter Knacker
02
20.7.2009, 02:13

aber da dürften sie keine Todesstrafe verhängen, sondern müßten warten, daß es Gott macht und was Gott macht. Und der tut bekanntlich immer so, als ob er nicht da wäre.

Weh Ess Deh
06
19.7.2009, 22:23
Wozu hat man dann überhaupt Wahlen abgehalten?

Hätte man ja Allah fragen können, dann wäre vielen viel erspart geblieben.

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