Kassensanierung

Ärzte machen Druck auf Regierung

19. Juli 2009, 09:27

Ärztekammer-Präsident Dorner pocht auf Einhaltung des Vertrages mit Hauptverband - Schließt weitere Einsparungen aus

Wien - Ärztekammer-Präsident Walter Dorner pocht auf Einhaltung des mit dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger geschlossenen Vertrages zum Sanierungspaket für die Krankenkassen. "Ich vertraue darauf, dass die Regierung in der Lage ist, das umzusetzen", sagte Dorner im APA-Interview. "Eine Unterschrift muss etwas gelten", er vertraue darauf, dass der Handschlag halte, sagte Dorner. Die Ärzte könnten jedenfalls nicht noch mehr zur Sanierung der Kassen beitragen.

Hintergrund der Aussagen ist die Forderung von Finanzminister Josef Pröll (ÖVP), wonach es an der von den Ärzten mit dem Hauptverband geschlossene Vereinbarung Nachbesserungen geben müsse. Die darin enthaltenen Maßnahmen zur Dämpfung der Kostensteigerungen reichen dem Vizekanzler nicht aus, er hatte vor allem kritisiert, dass das Papier bis 2013 Mehrbelastungen für das Budget von einer Milliarde Euro enthalte. Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) sollen nun bis Herbst eine Lösung finden, sie haben zuletzt jedoch keine Annäherung erzielt. Dorner zeigte sich aber zuversichtlich, dass die beiden Minister einen optimalen Weg finden werden.

"Grenze der Machbarkeit"

Dass die Ärzte noch zusätzlich zu den vereinbarten Maßnahmen etwas zur Sanierung der Kassen beitragen könnten, schloss Dorner kategorisch aus. "Wir sind an die Grenze der Machbarkeit gestoßen. Der nächste Schritt wären dezidierte Leistungskürzungen. Das wollen wir nicht und ich glaube, das will auch die Regierung nicht und der Finanzminister schon gar nicht", sagte der Ärztekammer-Präsident. Er verwies darauf, dass die ärztlichen Leistungen nur 15 Prozent der Ausgaben der Krankenkassen ausmachen, damit alleine könne man nicht die Sanierung der Kassen erreichen.

Vor diesem Hintergrund meinte Dorner auch, dass Pröll die Lage "völlig richtig eingeschätzt" habe, als er die im Hauptverbands-Papier vereinbarten Maßnahmen als nicht ausreichend bezeichnet hat. Der Auftrag an den Hauptverband habe gelautet, mit den Ärzten kostendämpfende Maßnahmen zu vereinbaren, damit die Kassen mittelfristig ausgeglichen bilanzieren können. Dabei sei es darum gegangen, die Leistungen in gleichbleibender Qualität zu erhalten. Eine Entschuldung der Kassen habe damit nicht bewältigt werden können. "Wir können das nicht", stellte Dorner klar. Die Ärzte hätten aber bewiesen, dass sie bereit seien, ihren Beitrag zu leisten. Im Vergleich dazu sei der Beitrag etwa der Pharmaindustrie nur "ein Bettel", plädierte Dorner dafür, auch die anderen Vertragspartner im Gesundheitswesen in die Pflicht zu nehmen.

Dorner: Staat gefordert

Zur Entschuldung der Kassen sieht der Ärztekammer-Präsident in erster Linie den Staat gefordert. Entweder der Staat nehme den Kassen die Finanzierung der sogenannten versicherungsfremden Leistungen ab, dann könne man einen Strich machen und sagen, jetzt müssten die Kassen mit ihrem Geld auskommen. Oder der Staat finanziere alles über Steuermittel.

In diesem Zusammenhang machte Dorner auf ein weiteres Problem aufmerksam, das sich durch die angedachte Reduzierung der Rezeptgebühr für Generika ergeben könnte. Die dadurch entstehenden Mindereinnahmen für die Krankenkassen müsste ebenfalls der Staat finanzieren.(APA)

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Posting 1 bis 25 von 29
1 2
Beim Augenlicht meiner Kinder.....
00
22.7.2009, 16:14
Resume - Pröll gehört abgesetzt!

Tomas Müntzer
45
20.7.2009, 16:48
Wie viel Geld wollen die Ärzte denn noch?

Sollen Jungärzte und Altärzte besser teilen, aber gefälligst nicht die Steuerzahler dermaßen auspressen.

hot doc
64
20.7.2009, 19:49
reality check:

1. spitalsärzte verdienen überhaupt nicht gut, egal ob junge turnusärzte, oder alte oberärzte, sogar manche primarärzte verdienen mies.
2. praktische ärzte verdienen auch nicht gut - es sei denn, sie arbeiten 70 stunden in der woche.
3. die ausgaben der wgkk für kassenärzte betragen gerade 17% ihrer gesamtausgaben. damit können sie keine kassen sanieren. auch wenn sie hier einen brachialeinschnitt wagen (und damit die kassenärzte ebenso wie in d zum auswandern treiben), gewinnen sie nichts, ausser, dass ein paar versager ihre niedersten gefühle ausleben können jenen gegenüber, die was können und sich in ihrem leben bemüht haben.
also herr müntzer, werden sie erwachsen.

Walter Fenz
01
21.7.2009, 13:36
Na, dann eben bei den Krankenhauskosten

sparen - und es wird die Spitalsärzte treffen.

Denn in Ö gibt es viel zu viele KH-Betten mit entsprechend zu vielen Ärzten. Schweden kommt etwa mit der HÄLFTE der Akutbetten/Einwohner aus.

Schweden gilt nicht gerade als Drittweltland, oder ?

Da kann man noch einiges einsparen - und würde es den Niedergelassenen auch deutlich schwerer machen, jeden Blödsinn sofort ins KH einzuweisen, damit man damit keine Scherereien (und keine Kosten) hat.

Sarepta
00
21.7.2009, 19:38
alles sehr richtig!

nur das mit den ärzten stimmt nicht, allerdings ist die anzahl der betten pro 1000 einwohner interessant

http://aok-bv.de/politik/e... 01403.html

http://aok-bv.de/politik/e... 01398.html

kein wunder also, annähernd gleich viel ärzte wie bei uns, allerdings weitaus weniger betten, hier wird in österreich das geld zum fenster rausgeschmissen.

hot dog
24
20.7.2009, 22:01
bodenhaftung verloren???

schau dir mal die gehaltstabelle des KAV an. wieviel sollen ärzte denn verdienen bis sie zufrieden sind? mit dem geld was manche spitalsärzte ohne private honorare verdienen müssen in anderen haushalten bei anderen harten jobs gleich 3 familien leben.

irgendwo habt ihr weißen götter die bodenhaftung verloren.

kämpft doch lieber für bessere arbeitszeiten und -bedingungen, das würde man euch noch abkaufen. aber immer hört man nur geld geld geld, und euer dicker onkel dorner will auch immer mehr geld das er an seine freunde verteilen kann.

Sarepta
22
21.7.2009, 12:04
Beim KAV?

hahahahahahaha

Walter Fenz
30
21.7.2009, 13:42
Und warum hat der KAV dann keinen

Ärztemangel, wenn die Bezhalungsbedingungen ACH SO bescheiden sein sollen ?

Weil die Ärzte zu feig, zu faul und zu immobil sind, dem KAV zu zeigen, wo der Bartl den Most herholt ?

Nach wie vor wartet man in Wien JAHRE auf einen Turnusplatz - das liegt entweder am tollen KAV oder an den lächerlichen Ärzten, die sich alles bieten lassen, dann aber die GROSSEN ANWÄLTE ihrer Patienten sein wollen.....

Sarepta
00
21.7.2009, 19:24

ganz einfach, weil eben ALLE in der hauptstadt bleiben wollen, man um 1 daheim ist und nicht jeder in den tiefen osten will, um so zu enden wie du, fenzal

hot doc
33
21.7.2009, 08:13

und wo ist das dicke geld, das der kav über seine ärzte mit dem füllhorn gießt? haben sie da einen link zum supergehaltsschema, fenz?

hot dog
22
21.7.2009, 10:30
extra für höt dög gegoogelt: KAV-gehaltsliste

http://www.aekwien.or.at/media/geh... schema.pdf

schaut schon mal nicht so schlecht aus, nicht? und die zulagen nicht vergessen! da kommen schon ein paar €€€ zusammen.

hot doc
00
23.7.2009, 22:56

eh klar. bei erfolgreichen unternehmen ist das, was ich jetzt als langjähriger oberarzt verdienen würde, das einstiegsgehalt von 28-jährigen wu-absolventen, die halt 2 jahre als trainee malocht haben. aber das zu wissen, reicht ihr niveau nicht aus.

hot dog
00
24.7.2009, 14:55
nein

das wäre das einstiegsgehalt von ein paar wenigen glücklichen WU-absolventen. der grossteil der masse verdient genauso mies oder noch mieser. wenn man das mies nennen darf.

netto geht inklusive aller zulagen kein oberarzt unter 5000 euronen nach hause. und das 14 mal.

hot doc
00
24.7.2009, 19:18

fenz, sie wissen, dass das nicht stimmt. nicht in österreich.

hot dog
00
25.7.2009, 01:59
ich weiß

dass das stimmt.

Sobieski, Jan III.
10
19.7.2009, 23:13
Managements by paddeeeh

Arzneimittelausgaben als sog. "Pharmaquote" geben das Verhältnis der Ausgaben für Arzneimittel zu den gesamten Gesundheitsausgaben an. Diese betragen in Österreich eher bescheidene 16%

Die Beiträge der pharmazeutischen Industrie (wiederholte Preissenkungen machten Ö bereits zu einem Pharma-Tiefpreisland) als "Bettel" zu bezeichnen, kann also nur dem Kleinhirn eines proletoiden Kammerfuzzis entspringen.

Warum nennt eigentlich niemand die wirklichen Kostentreiber beim Namen? Ö leistet sich 22 Krankenkassen, spiegelgleich in jedem Bundesland mit zu vielen Parteisoldaten bestückt, und das outcome solchen Managements by paddeeeh kennt man nicht erst seit der AUA Pleite....

ARO5
01
19.7.2009, 21:00
Ärzte machen Druck auf Regierung

Wo sind die Zeiten, wo Ärzte Druck ausgeübt haben, nicht "gemacht" ? Wäre in der Schule als "schwerer Fehler" geahndet worden.

frau wo
01
19.7.2009, 14:16
15%

"Er verwies darauf, dass die ärztlichen Leistungen nur 15 Prozent der Ausgaben der Krankenkassen ausmachen"

sie verursachen aber durch unnötige medikamente und falsche behandlungen sicher das doppelte.
prävention und ganzheitliche behandlung, was anderes fällt mir zum sparen bei den ärzten nicht ein.
bei den spitälern ist es sowieso klar, da muß sich nur einmal gegen die gesellschaften durchsetzen und für eine vernünftige struktur sorgen.
jetzt kommt schon wieder so ein "akh" da ist es kein wunder.....

pacatianus
 
11
19.7.2009, 21:55

Prävention und weniger Medikamente, vollkommen richtig! Und bezahlt wird in Zukunft die Zeit, die für den Patienten aufgewendet wird. Wenn dann nur annähernd der Stundenlohn eines Installateurs oder Mechanikers dabei herauskommt, sind die Ärzte sicher zufrieden. Aber billiger wirds dann nicht sondern wesentlich teurer. Würden nicht ein paar tausend Allgemeinmediziener mit großem Einsatz, großer Erfahrung und großem Wissen eine hervorragende Basismedizin bieten und dadurch jedem Österreicher den Zugang zu einer kompetenten Versorgung um wenig Geld ermöglichen wäre das System schon lange Baden gegangen. Vielleicht sollte man klarstellen: In erster Linie verursacht der Patient die Kosten nicht der Arzt.

hot dog
01
21.7.2009, 16:33
unglaubliche behauptungen sind das

der patient verursacht die kosten? warum sind gesundheitssysteme unterschiedlicher länder unterschiedlich teuer und unterschiedlich effizient? ist ja lachhaft. der patient hat ein problem und geht zum arzt. ist in jedem land so. wie teuer und kosteneffizient die behandlung dann ist, liegt nun wirklich nicht am patienten, sondern am system.

und weil wir ein protektionistisches mafiaähnliches gesundheitssystem mit eingebauter 2-klassen- und kuvertmedizin als besonderes feature haben, ist es auch so ineffizient. patienten werden doppelt- und dreifach abgeklärt, von pontius zu pilatus geschickt, sinnlos "kontrolliert" und von der pharma- und ärztekammernecke schamlos abgezockt. der dumme ist am ende der steuerzahler.

Walter Fenz
10
21.7.2009, 13:39
Nein, die Kosten verursacht der Arzt,

weil er eine unfaßbar mächtige "Gatekeeper"-Funktion hat.

Die sollte man ihm auch nehmen, Einsparungen wären sicher.

Im übrigen kann sich jeder Arzt in Österreich, der zuwenig verdient, ins Ausland oder sonst wohin schleichen.

Müssen andere ArbeitnehmerInnen auch tun, nicht ?

Sarepta
00
21.7.2009, 19:29

übrigens lustig, die dieskussion zwischen ihren multiplen persönlichkeiten...

Sarepta
00
21.7.2009, 19:28

ja oder als totalversager als sesselfurzer im nahen osten landen ;-)

hot dog
49
19.7.2009, 09:33
lasst ihn nur reden

und ignoriert ihn einfach, den dicken onkel dorner.

hot doc
84
20.7.2009, 08:23
walter fenz,

posten sie gefälligst wieder unter ihren unmissverständlichen nick, anstatt meinen zu fleddern.
oder haben sie sich in ihrer paranormalen gedankenwelt schon so sehr emotional mit mir verwoben, dass sie sich mittlerweile als negatives alter ego von mir sehen? gesund ist so eine entwicklung nicht, sie sollten das mal mit einem profi besprechen.

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