Treffen mit Volksmujaheddin in Ägypten und Frankreich
Teheran/Wien - Der iranische Geheimdienstminister Gholamhossein Mohseni-Ejeie hat Israel beschuldigt, die Ermordung von Präsident Mahmoud Ahmadinejad während des jüngsten Präsidentschaftswahlkampfes geplant zu haben. Wie die Nachrichtenagentur Fars den Minister am Samstag in Teheran zitierte, hätten "zionistische Verantwortliche" zu diesem Zweck mehrere Geheimgespräche mit exiloppositionellen iranischen Volksmujaheddin in Sharm el-Sheikh in Ägypten sowie in Paris geführt.
Teheran hatte zuletzt eine Reihe von Festnahmen von Personen gemeldet, die verdächtigt werden, mit den Volksmujaheddin in Verbindung zu stehen. Diese Organisation wurde unlängst von der EU-Liste terroristischer Organisationen gestrichen. Ahmadinejad hatte bei verschiedenen Anlässen den Holocaust in Zweifel gezogen und auf der Genfer Anti-Rassismus-Konferenz der Vereinten Nationen Israel als das "grausamste und rassistischste Regime" bezeichnet.
Ahmadinejad bevorzugt
Der israelische Journalist und Autor Ronen Bergman, Spionage-Experte der größten Tageszeitung "Yedioth Ahronoth", erklärte unterdessen in einem von der "Wiener Zeitung" in ihrer Wochenendausgabe veröffentlichten Interview, Israel ziehe Ahmadinejad seinem Herausforderer Mir-Hossin Moussavi vor: "Tatsächlich ist Israel Ahmadinejad sogar lieber, da seine aggressive Rhetorik das wahre Antlitz dieses Regimes enthüllt." Nach Auffassung von Bergman möchte der Iran keine Atomwaffe gegen Israel einsetzen, "sondern mit Hilfe von Atomwaffen das Überleben des Regimes sichern". Die iranischen Politiker wären "viel pragmatischer, als es ihnen die israelische Presse zugesteht". (APA)