Schusswechsel vor Präsidentenwahl

18. Juli 2009, 10:51
  • Artikelbild
    foto: ap/rebecca blackwell

    Eine Schießerein in der Hauptstadt Nouakchott überschattete am Samstag den Beginn der Präsidentenwahlen.

Islamistischer Selbstmordanschlag offenbar vereitelt

Nouakchott - Kurz vor Öffnung der Wahllokale in Mauretanien, wo am Samstag ein neuer Staatspräsident gewählt wird, ist es in der Hauptstadt Nouakchott zu einem Schusswechsel zwischen der Polizei und mutmaßlichen Al-Kaida-Terroristen gekommen. Einer von diesen wurde nach Angaben der Sicherheitskräfte verletzt. Er soll gedroht haben, einen Sprengstoffgürtel zur Detonation zu bringen. Zwei der Männer wurden festgenommen. Sie sollen in die Ermordung eines US-Dozenten verwickelt gewesen sein, der vor knapp einem Monat in Nouakchott auf offener Straße mit drei Kopfschüssen getötet worden war.

Nach dem Militärputsch in der westafrikanischen Republik vom August 2008 hatte eine Terrorgruppe mit Verbindungen zu Al-Kaida zum "Heiligen Krieg" aufgerufen. Ein islamistisches Terrorkommando ermordete vier französische Urlauber. Daraufhin wurde die auch durch Mauretanien verlaufende Dakar-Rallye abgesagt. Eine Gruppe mit der Bezeichnung "Gotteskrieger-Brigaden des Prinzen der Wüste, Yahya Jawadi" attackierte Militärangehörige.

Der 2005 gestürzte Diktator Maaouya Ould Sid'Ahmed Taya war ein Verbündeter der USA und hatte offizielle Kontakte mit Israel aufgenommen. Nach Tayas Sturz hatte das Militär eine Reihe von inhaftierten islamischen Fundamentalisten freigelassen, die mit radikalen Gruppen in Algerien in Verbindung gewesen sein sollen.

Israel hatte zehn Jahre nach der Herstellung diplomatischer Beziehungen seine Botschaft in Mauretanien schließen müssen. Die mauretanische Regierung hatte nach der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen zu Jahresbeginn auf der Gipfelkonferenz der Arabischen Liga in Kuwait bekanntgegeben, dass sie die Beziehungen zu dem jüdischen Staat einfriere. Bei der dreiwöchigen israelischen Gaza-Offensive waren mehr als 1300 Palästinenser getötet und über 5000 weitere verwundet worden. Am 9. Jänner hatte in der mauretanischen Hauptstadt eine Großkundgebung stattgefunden, bei der es den Sicherheitskräften nur mit Mühe gelang, die Erstürmung der israelischen Botschaft durch wütende Demonstranten zu verhindern. (APA)

Midnight Express
01
19.7.2009, 07:25
Sklaverei in Mauretanien

Vor einem Jahr gabs einen Themenabend über die Sklaverei bei Arte, eine wirklich interessante Sendung. Interessant deshalb, weil die mauretanische Gesellschaft mehrheitlich auf dunkelhäutige Sklaven aufbaut, unglaublich, zum Teil in der x-ten Generation. Die Sklaven werden zum Teil weitervererbt....Obwohl die Sklaverei in Mauretanien in den letzten Jahren mehrmals (!!) verboten wurde, beruhen viele Wirtschaftszweige auf die Sklaverei. In den Geschäften müssen diese "Diener" Gästen Tee bringen, putzen oder Herden hüten. Arte begleitete einen staatl. Beamten bei der Befreiung einer Sklavin am Land, kurzfristig dachte ich träume. Die Versklavung dunkelhäutiger Afrikaner durch hellhäutige Araber ist heute in Afrika immer noch ein Tabuthema.

Fritz Wunderlich
00
19.7.2009, 19:23

naja, das ist sozusagen das große rätsel der osmanisch-arabischen ökonomie der vergangenen jahrhunderte, dem verschiedene islam-historiker nicht und nicht dahinterkommen

Fritz Wunderlich
00
18.7.2009, 22:06

einfach schließen, sie macht hier keinen sinn

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.