OeBFA

Staatsfinanzierer hatten extra Spielgeld

18. Juli 2009 10:25
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    Foto: standard/hendrich

    An dieser Adresse in der Wiener Innenstadt wurde bis Sommer 2007 ordentlich gezockt. Mit Staatsgeldern.

Bundesfinanzierungsagentur hat nicht nur mit Cashreserven in Hochrisikopapiere investiert, sondern dafür zusätzlich Geld aufgenommen. Der Aufsichtsratschef kontert: Per Saldo bleibe ein Gewinn

Wien - "Wenn man der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur vorwerfen will, dass sie Gewinne für den Bund gemacht hat, dann kann ich mit diesem Vorwurf leben", sagt Gerhard Steger, Budget-Sektionschef im Finanzministerium und Aufsichtsratsvorsitzender der Staatsschuldenmanagerin OeBFA. Er bestätigte am Freitag auf Anfrage des STANDARD, dass für die zuletzt vom Rechnungshof kritisierten Finanzmarktdeals bis August 2007 nicht nur die immer wieder entstehenden Cashbestände des Staates eingesetzt, sondern auch noch zusätzliche Gelder aufgenommen worden sind.

Den Terminus "Spielgeld" , den die Austria Presse Agentur in ihrer Meldung am Freitag verwendete, nennt Steger "etwas übertrieben". Immerhin habe die Republik insgesamt einen Gewinn aus den Investitionen in kurzfristige Asset Backed Commercial Papers lukriert. Laut OeBFA sei man im Laufe der Jahre um 685 Millionen Euro (ohne Zinseszins) reicher geworden; selbst wenn die noch in diesen Positionen verbliebenen 458 Mio. Euro komplett ausfallen würden, sei man im Plus, argumentiert Steger.

Spielraum benötigt

Martha Oberndorfer, seit Februar 2008 Chefin der OeBFA, sagt auf Anfrage des STANDARD, sie kenne "den genauen Sachverhalt nur aus Berichten", weil sie damals noch nicht in der Bundesfinanzierungsagentur tätig gewesen sei. Es sei daraus ersichtlich, dass im Sommer 2007, als der Kassenbestand des Bundes von sechs Milliarden Euro zu Jahresbeginn auf knapp 27 Milliarden hochgeschnellt ist, der Finanzierungsbedarf der folgenden sechs Monate auf 20 Milliarden geschätzt worden war. "Man könnte sagen, man hat schon in der Hand gehabt, was man im nächsten halben Jahr gebraucht hat." Einen gewissen Puffer im Treasury zu haben, sei wichtig, vor allem wenn die Geldmärkte wie derzeit unberechenbar seien, oder wenn "über Nacht" Kapital für Banken gebraucht werde.

Trotzdem wurden diese Praktiken einer zusätzlichen Kapitalaufnahme im August 2007 gestoppt, "als die erste Sache wackelte" (Steger). Ab Anfang 2008 wurde in der Schuldenagentur angesichts der Erfahrungen die Cash-Grenze neu gezogen, so Oberndorfer. "Die Liquiditätsreserve darf maximal ein Drittel des jährlichen Refinanzierungsbedarfs betragen, für 2009 liegt das Limit bei neun Milliarden Euro." Heuer seien 28 bis 34 Milliarden Euro für den Bund zu refinanzieren.

Auflagen sollen verschärft werden

Oberndorfers Vorgänger Helmut Eder - er führte die Agentur seit ihrer Ausgliederung aus dem Finanzministerium 1993 - wurde knapp nach den Feuerwehrmaßnahmen des OeBFA-Aufsichtsrates vom damaligen Finanzminister Wilhelm Molterer (ÖVP) in die Pension verabschiedet. Eders Co-Geschäftsführer war bis 2006 Paul Kocher, der heute Hypo-Alpe-Adria-Vorstandsmitglied ist. Danach wurde mit Kurt Sumper ein Vertrauter des damals noch amtierenden Finanzministers Karl-Heinz Grasser (FPÖ, dann BZÖ, zum Schluss auf einem ÖVP-Ticket) Geschäftsführer. Er hat diesen Posten bis heute.

Im Parlament soll, wie berichtet, Ende August eine Verschärfung der Auflagen für Finanzgeschäfte der öffentlichen Körperschaften diskutiert werden.

In internationalen Medien sorgt Österreich mit den Spekulationsgeschäften indes für Verwunderung. Im "Alphaville" -Finanzblog der Tageszeitung Financial Times wird als OeBFA "the roguest debt agency of them all" bezeichnet, in etwa: "die schlimmste Schuldenagentur von allen." (Leo Szemeliker, DER STANDARD, Print-Ausgabeb, 18./19.7.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 198
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Neues Österreich
20.07.2009 13:49
Das ist alles eine Schweinerei hoch 3!

Spielgeld, Steuergeld, das ist Zockerei auf höchster Ebene. Politiker die in diese Casinogeschichte einbezogen sind, haben auf der Stelle zurück zu treten. Wenn jetzt die Ausrede gebracut wird, dass es immer noch Gewinne gegeben hat, dann ist das noch lange keine Rechtfertigung für die Casinomentalität. Unser sauer verdientes Steuergeld gehört auf der Basis von normalen Sparbüchern angelegt, da ist der Gewinn zwar klein, aber die Gelder sind sicher. Alles andere ist unmoralisch, betrügerisch und daher absolut nicht akzeptierbar!

Sternchen100
20.07.2009 10:44

Der "Gewinn" war wie beim Spielen von Roulette reiner Zufall und vor allem der Bush-Regierung zu verdanken, die ganz offensichtlich die US-Finanzkontrolleure daran gehindert hat, Spekulanten wie Maddof usw. und deren Schneeballsystemen ordentlich zu kontrollieren. Systemen wie auch bei Meinl European Land...

Lubricator
19.07.2009 13:58
Weil wir der zizerlweisen Entmündigung zuschauen sind die Zustände so wie sie sind!

Ein Maulkorb hier, ein Verbot dort und Günstlingsregeln dort, gegen die Linksabzocker darf man schon gar nicht aufzeigen, sofort ist man ein Nazi.

Der Ständestaat bestand aus drei Gruppen: Klerikalen, Adel und dem Rest. Der Rest mit 97% konnte von den zwei im Ständestaat immer überstimmt werden.

Wie hoch sind Heute der Anteil von Klerikalen und Arbeiteradel?

Witzig - es hat sich gar nichts geändert. Wie werden verarscht und viele die OPs schlecht machen, verarschen sich selber.

Wer da ständig lacht im Ständesaat?

Der Hr. Betriebsrat beschäftgt mit kollektiver Abzockerei - siehe Lehrer, Beamte, ÖBB, Asfinag, AUA, Post, ORF, usw.

Wir werden wie um 1879 gar nicht gefragt, und jetzt auch nicht.

per verser
19.07.2009 20:55

so stimmt das nicht - ab 30.04.1934 gab es in österreich kein parlament mehr, es gab als kein abstimmen und demgemäß kein überstimmen. wir waren diktatur.

und was sich schon vorher abspielte, wissen sie wohl: bürgerkrieg, anhaltelager, parteiverbot für die sozialdemokraten etc.

Präliminarie
20.07.2009 10:19
Korrktur 1878

Präliminarie
20.07.2009 10:19
Der Bezug Ständestaat bezieht sich wahrscheinlich auf 1978!

gideon
19.07.2009 13:46
Unmoral & Abzocke wo man hinsieht!

nnd Arbeitlslosen wird bei Androhung der Bezugssperre jeder Deppenkurs aufgezwungen. Und Pröll verweigert Anhebung der AMS Gelder! Schlimmer geht es nicht mehr!
www.soned.at

steinklopfer
19.07.2009 10:42
Zukunftsvorsorge garantiert der nächste Zock

Garantierte Zukunftsvorsorge sicher?

"AIG hat in Wien ein eigenes Büro. Österreichische Städte und Energieversorger sind mit dem US-Konzern über Cross-Border-Leasingverträge im Geschäft. Hinzu kommt, dass heimische Banken und Versicherungen diverse Finanzprodukte (wie die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge) anbieten, bei denen AIG als Garantiegeber fungiert."
Quelle:http://diepresse.com/home/wirt... e/index.do

-- aber bitte nicht raunzen in der Nichtraunzerzone--

Sternchen100
20.07.2009 10:48
Aufgezwungene Zukunftsvorsorge - jedes Sparbuch ist rentabler und sicherer

Die Zukunftsvorsorge spekuliert genauso mit Risiko-Aktien und bei Verlust bekommt man NULL Prozentauszahlung und darf noch danke sagen, wenn man dann zur Pension wenigstes das, was man netto einbezahlt hat, auch rausbekommt - MINUS saftige Gebühren der Versicherung usw., die dem Abschließer dieser Verträge verschwiegen werden. Schließlich könnten ja auch bei einem Bankrott der Versicherung das gesamte eingezahlte Geld ja weg sein, oder?

erari
19.07.2009 10:08
Sehr geehrter Herr Steger!

Nehmen sie sich mal Lektüre über einen Herrn Franz Schumeier zur Hand und lernen sie über Sozialdemokratische Geschichte und Grundeinstellung. Ein Sozialdemokrat (oder sind Sie bereits ÖVP Mitglied?) der mit Steuergeldern "im Namen des Staates" auf der Börse zockt, auch wenn er Glück hat, handelt im höchsten Maße unmoralisch und wider die Grundsätze dieser Partei.

johannes mayer1
19.07.2009 15:21
Sektionschef zeigt der SPÖ nur mehr seinen fetten A....

Er ist mit deren Hilfe aufgestiegen, jetzt ist ihm Partei wurscht, es sind ihm die Anliegen der SPÖ wurscht, Hauptsache er hat es geschafft! Egos..!

Herr Lulli Pulli, seltsamer Attraktor
 
19.07.2009 09:47
Bis zum Jahr 2000 war Österreich sehr

gut aufgestellt.

Dann wurde die Wende ausgerufen.

Sie ist gelungen...

maj jong
19.07.2009 12:22
Die ÖVP, FP/BZÖ sind angetreten...



nachhaltig alles zu zerstören was nur irgendwie an Sozialdemokratie erinnern könnte.

Wenn Faymann, weiterhin akzeptiert, dass hier keine Konsequenzen beim Regierungspartner folgen,

braucht ihn keiner mehr....

Der Ätzer
19.07.2009 13:48
Solche offenen Parteilinge sind wertlos - die bejubeln die eingene Schlachtung!

gideon
19.07.2009 13:47
der ist doch eh nur mehr auf einen Eso-Trip!!!!

aereo
18.07.2009 22:36
Was die Parteigünstlinge

nennen wir sie ruhig beim Namen also Jene von SP, VP, FP, BZ in den letzten 3 Jahren im gesamten staatsnahen Umfeld ungestraft an Geld versenkt haben würde für den bundesweiten Grundgehalt, für Gratiskindergärten, für was weiß ich noch reichen.
Wie lange wollen wir uns dieses System noch leisten ???
(Post 1)

Koch
18.07.2009 22:06
verantwortung

ein teil der krise resultiert aus dem abschieben der verantwortung. und jetzt geht das so weiter. dafür erfahre ich vielleicht beim u-ausschuss, ob der hojak eine freundin hat oder nicht. es ist zum grausen.

angelo6
18.07.2009 21:48
Das Erbe von Grasser & Co.

Bund, Länder, Gemeinden und ÖBB beteiligen sich am Kasino-Kapitalismus und keiner findet etwas dabei. Die aufgelaufenen Verluste zahlt sowieso der Steuerzahler. Da ist einiges faul im Staate Österreich!

mynona1
18.07.2009 18:34
volle Narrenfreiheit

echt ein Wahnsinn wie die da mit Steuergeldern umgegangen sind. Eine begleitende Kontrolle scheint es da nicht gegeben zu haben, oder eine solche hat versagt. So was wie politische Verantwortlicheit wird es keine geben, ist anzunehmen.

thomas raser
18.07.2009 17:21
Wo sind die Konsequenzen???!!! Wo!!!!!!!!!!!

Was die Herren Sumper und Grasser geleistet haben, ist Veruntreuung von Volksvermögen. Wenn sie das mit Firmenvermögen gemacht hätten, wären sie schon längst fristlos entlassen, zivilrechtlich und strafrechtlich verurteilt. Man stelle sich vor, Grasser und Sumper wären Geschäftsführer bei einem privaten Unternehmen. Weil sie gerade "lustig" sind, nehmen sie Geld aus der Firmenkassa und noch einen Kredit dazu. Mit diesem Betrag gehen sie dann ins Casino spielen!!! Diese Typen haben überhaupt gar keine Moral!!! Wenn das keine Konsequenzen hat für die hauptverantwortlichen Personen, dann mache ich Bratislava endgültig zu meinem Hauptwohnsitz. Österreich soll untergehen!! Es wird sowieso untergehen ...

gideon
19.07.2009 13:48
woanders entschuldigt man sich!

Bei uns stellen sich diese Betrüger noch ins Fernsehen!

M.Honeybee
19.07.2009 11:05

Ich wundere mich auch. In den USA kriegt man für weit weniger ein Hearing im Senat (und Staatsanwalt hört immer gleich mit).

In Italien haben Staatsanwälte gar mal ein Politiker-Gemetzel angerichtet. Sollte in Ö. auch fällig sein.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mani_pulite

Andreas Kiss
 
18.07.2009 17:14
DIESER STAAT IST ZUM KOTZEN

eine polemische Aussage - ich weiß - aber was man hier noch über Fakten diskutieren - es ist einfach widerlich und es gibt keinerlei Konsequenzen

natoll
18.07.2009 17:57

passt schon. mehr als polemik, herumeierei und dümmen ausflüchten hat die hochbezahlte politprominenz auch nicht auf lager.

M K
 
18.07.2009 16:56
Der Normalbürger fragt

Weshalb haben diese Zocker-Gauner und die politisch Verantwortlichen über ihnen noch keinen Staatsanwalt im Nacken?

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