Studie über Nachrichtenfluss

Medien sind den Bloggern 2,5 Stunden mit neuen Informationen voraus

17. Juli 2009 15:52

Allerdings würden sich News länger in den Blogs halten, während das Interesse von Medien schneller abflacht

US-Forscher haben den Puls des Nachrichtenstroms im Internet gemessen. Demnach sind etablierte Medien den Bloggern im Schnitt 2,5 Stunden mit neuen Informationen voraus. Allerdings halten sich News länger in den Blogs, während das Interesse von Medien schneller abflacht. Bis zu einer Woche bleiben Themen im Blickpunkt der Öffentlichkeit, dann werden sie von neuen verdrängt, wie das Forscherteam um Jon Kleinberg von der Cornell Universität in Ithaca (US-Bundesstaat New York) ermittelte.

Den Autoren zufolge ist ihre Studie die erste, die mit Hilfe des Internets die Entstehung, Schnelligkeit und Dauer von Nachrichten untersuchte. Für ihre Analyse werteten sie 90 Millionen Artikel und Blogs in den drei Monaten vor der US-Präsidentenwahl im November 2008 aus. Dabei konzentrierten sich Kleinberg und Kollegen auf Zitate, die Schlagzeilen produzierten, wie der Ausspruch des heutigen Präsidenten Barack Obama: "Man kann Lippenstift auf ein Schwein malen, und es ist immer noch ein Schwein". (APA)

themashazine
06.08.2009 10:52
Relevanz erzeugt hier Beliebigkeit

..das Kriterium der Relevanz erlaubt es einmal mehr, solche Studien beliebig zu färben.
Als relevant betrachtet der Mainstream ja nur das, was (zuerst) in den traditionellen Medien beworben, pardon: berichtet wird.
Wichtig ist oft das, was in den traditionellen Medien nicht vorkommt.

Gerhard W. Loub
26.07.2009 03:05
Twitter

Das eigentlich schnelle Medium ist Twitter als "Micro-Blogging"-Dienst und der wurde hier nicht untersucht. So gesehen ist die Studie sehr interessant, aber überholt.

Gianna Nannini
 
19.07.2009 09:09
WELCHE Medien wurden bei der Studie untersucht? Österreichische jedenfalls nicht. Hier sind Printmedien 24 Stunden und der ORF 36 Stunden langsamer

Wenn ich die Berichterstattung österreichischer Medien zu Themen wie Iran-Wahl, Unruhen in Xinjiang, somalische See-Piraten hernehme, dann waren die internationalen Medien im Schnitt 24 (Print) bis 36 (ORF-TV) Stunden schneller und die über die jeweilige Region informierten Poster immer sofort da. Eine publizistische Untersuchung der öst. Sachlage ergäbe mit Sicherheit (sollte sie ohne Bias erfolgen) ein anderes Ergebnis.

Gerhard W. Loub
26.07.2009 03:04
Relevanz

Das ist so nicht ganz richtig, da die österreichischen Medien nach Relevanz vorgingen und hier etwa der Nachrichtenwert "örtliche Nähe" fehlte. Bei relevanten Nachrichten sieht die Lage wohl anders aus.

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