"Kühlen war gestern, schwitzen ist heute"

19. Juli 2009, 16:51
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Vom Grünen Veltliner bis zur russischen Klimaanlage, die ersten UserInnen sind unserem Aufruf gefolgt und haben ihre Sommer-Geheimtipps verraten

"Wenn sich am Gänsehäufel 25.000 Menschen tummeln, kann man am Donau-Oder Kanal gemütlich mit einigen Nudisten (zu unserer Freude darf man auch bekleidet) und Lobauradfahrern die Ruhe und die Sonne geniessen", schreibt Ute Stadlbauer. Auf eines muss man laut Stadlbauer allerdings achten: "Die Lobau am besten vor Sonnenuntergang verlassen, die 20 Minuten durch den Gelsenhain vergisst man sonst die gesamte Woche nicht".

"Kühlen war gestern, schwitzen ist heute", stellt Peter Robič fest. Sein Aufenthaltsort im Sommer ist nämlich der Tennisplatz WAT Sport Ottakring im 16. Bezirk. "Denn wenns endlich mal warm ist bei uns, dann muss man das auch voll auskosten", erklärt er.

"Ich liege am liebsten im Bundesbad Alte Donau", schreibt Nicola Schenk. Selbst bei starker Besucherfrequenz an besonders heißen Tagen würden sich in dem städtlichen Bad in Wien die Massen relativ gut verteilen. Vor Badeschluss ist für Schenk der Steg im Bad "ein Hit". An den Abenden empfiehlt sie die "lauschigen Lauben" des Amerlingbeisl am Spittelberg.

Grünen Veltliner im Heurigen genießen

Dort sei es an heißen Tagen "wunderbar, auch bei relativ kühlem und unbeständigem Wetter kann man unter und zwischen den Lianen sitzen des wildwuchernden Weines sitzen und chillen, da dann das große Glasdach ausgefahren wird". Zwei Heurige hat Schenk noch auf ihrer Sommerliste: Einen in Pötzleinsdorf, bei dem sie vor allem den günstigen Grünen Veltliner genießt und den Heurigen Straitz in Gumpoldskirchen bei Wien. "Den Besuch dort kann man mit einer gemütlichen Wanderung durch die Weinlandschaft von Baden weg bis Gumpoldskirchen am 1. Wiener Wasserleitungsweg verknüpfen", schreibt sie.

Sonnen in luftigen Höhen

"Der perfekte Ort um den Sommer auch in der Stadt genießen zu können, ist für mich auf der Liegewiese vor dem Wilhelminenschloß", schreibt Sebastian Ploier. Da die Wiese etwas weiter oben liege, könne man dort mit einem "kühlen Lüftchen" rechnen. Zudem gäbe es gunug Bäume, die Schatten Spenden und einen der schönsten Ausblicke über Wien. "Und wenns einem zu heiß wird, springt man am Heimweg einfach noch schnell ins Ottakringer Bad", empfiehlt Ploier.

Der kleinste Friedhof in Wien

Einen besonderen Sommerausflug vom Wiener Kahlenberg bis nach Nussdorf hat Andreas Rainer parat. "Vorbei am kleinsten Friedhof von Wien, auf dem die einstmals schönste Frau der Stadt begraben liegt und gleich weiter zum Heurigen Sirbu. Auftanken. Laben. Weiter. Immer bergab und doch enorm erbaulich. Durch ein Meer von Glühwürmchen und von einem Aussichtspunkt zum nächsten, endet der Weg bei der Endstelle der Straßenbahnlinie D", beschreibt er seinen Sommer-Geheimtipp.

Russische Klimaanlage

Ganz speziell ist der "Sommerhitzetipp" von Richard Kontanauer. Er schickt die Bauanleitung für eine "russische Klimaanlage": Man nehme einen Ventilator mit Gitter und hänge Eiswürfel mit eingefrorenen
Weihnachtshackerln in das Ventilatorgitter. "Ventilator einschalten und die Kühle Brise genießen", rat Kontanauer.

Sommer-Poesie

Als letzte Sommer-Impression ein Gedicht über den Sommer in der Stadt Wien von Hannelore Liess:

Mein Sommerfeeling in der Stadt

Frühmorgens wenn ich zur Arbeit geh
und der Wind mir in den Haaren weht,
dann bin ich glücklich in Wien zu sein,
den Wien bietet so viel, dass ist fein.

Die Vöglein fröhlich zwitschern,
die Hunde bellen am Heldenplatz im Chor,
die Menschen lächeln, ja wir Wienerinnen und Wiener
haben auch viel Humor.

Ich seh mich um, was für eine schöne Stadt,
soviel Interessantes und Möglichkeiten und was für eine Blumenpracht.

Auf jeder Ecke kannst Du sehen, Lebenslust pur,
Du musst es Dir nur selbst zugestehen.

Zu Mittag setzte ich mich den Burggarten und rieche mir die Nase platt,
die Rosen duften herrlich, ich werde einfach vom Geruch nicht satt.

Nach der Arbeit ist es fein,
da kehre ich in einen der vielen schönen Schanigärten ein.
Das fröhliche Geschnatter der Besucher hier,
vermittelt mir Urlaub und Lebensgefühl pur.

Am Rathaus der Duft des Essens der vielen Ländern mir entgegenweht,
die Auswahl fällt mir schwer - doch zuletzt habe ich gewählt.

Das bunte Treiben gibt mir das Gefühl, jeder Tag ist Urlaub,
ich bin glücklich - es ist schwül.

Die Sprachen der Touristen überschlagen sich,
Wien, Du bist es wert, ich schreibe ein Gedicht.

Ein Rundgang in der City ist auch recht fein,
die vielen Kaffeehäuser laden zum Verweilen ein.

Zum Abschluss ich zum Bahnhof eile,
zu Hause ich noch in meinem Garten einen Augenblick verweile,
ich freue mich auf den nächsten Tag,
Wien - ich komme - weil ich Dich so mag.

(lisa, derStandard.at, 17. Juli 2009)

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    foto: derstandard.at/aigner

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