IBM steigert Gewinn dank Strategieschwenk

17. Juli 2009, 14:03
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Neuausrichtung auf IT-Dienstleistungen und Software - Dieses Jahr strich das Unternehmen bereits 9.000 Stellen

Der IT-Konzern IBM hat im zweiten Quartal der Wirtschaftskrise getrotzt und den Gewinn unerwartet deutlich gesteigert. Das Unternehmen aus dem US-Staat New York profitierte dabei vor allem von Kostensenkungen sowie der Konzentration auf margenträchtige IT-Dienstleistungen. Der Umsatz fiel zuletzt allerdings deutlich. Dennoch hob der US-Riese am Donnerstag seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr an. Von April bis Juni verdiente IBM unterm Strich mit insgesamt 3,1 Mrd. Dollar (2,19 Mrd. Euro) gut zwölf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Beim Umsatz schlug die Wirtschaftskrise dagegen durch. Er fiel wie erwartet um mehr als 13 Prozent auf 23,3 Mrd. Dollar. Ein Teil des Rückgangs geht aufs Konto des stärkeren Dollar-Wechselkurses.

Margen allgemein höher als bei Computer und Zubehör

Den Ausblick fürs laufende Jahr hob IBM an - der Konzern will mindestens 9,70 Dollar je Aktie verdienen. Bisher waren 9,20 Dollar angepeilt - nach 8,89 Dollar im Vorjahr. Anleger belohnten die Ankündigung mit einem nachbörslichen Plus von drei Prozent für IBM-Papiere. Konzernchef Sam Palmisano begründete die Gewinnstärke des Unternehmens mit dessen Neuausrichtung auf IT-Dienstleistungen und Software - hier sind die Margen allgemein höher als bei Computer und Zubehör. Bereits seit Jahren nimmt die Bedeutung des Hardware-Geschäfts für den Konzern ab. So hatte IBM die Fertigung von Heimrechnern an die chinesische Lenovo verkauft. Geblieben sind Server-Rechner, wie sie in Firmen und für den Datenverkehr im Internet eingesetzt werden.

Dieses Jahr strich das Unternehmen bereits 9.000 Stellen

IBM hat wegen der Krise auch Kostenkürzungen vorgenommen. Dieses Jahr strich das Unternehmen bereits 9.000 Stellen, davon 5.000 im März. Die Kosten für Vertrieb und Verwaltung gingen um 19 Prozent zurück, Forschung und Entwicklung schlugen mit 14 Prozent weniger zu Buche. IBM gilt wegen seiner breiten Angebotspalette als wichtiger Gradmesser für die gesamte IT-Branche. Allerdings sind die guten IBM- Zahlen nach Expertenmeinung auch Resultat des Strategieschwenks. Der rückläufige Umsatz deute an, dass der Technologiesektor noch nicht auf dem Weg der Erholung sei, sagte der Analyst Antonio Sacconaghi von Bernstein Research dem "Wall Street Journal". Gegen eine baldige Verbesserung sprechen auch Zahlen des Marktforschungsunternehmens Gartner, das für das laufende Jahr bei den Ausgaben für IT und Telekommunikation ein Minus von sechs Prozent erwartet. (APA/dpa)

 

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