Der Pulitzer-Preisträger und Autor von "Die Asche meiner Mutter" litt an Hautkrebs und Hirnhautentzündung
New York - Der US-Autor Frank McCourt, der mit dem Bestseller "Die Asche meiner Mutter" weltberühmt wurde, ist am Sonntag mit 78 Jahren gestorben. Das berichtete die "New York Times" unter Hinweis auf seinen Verlag. Der Pulitzer-Preisträger und frühere Englisch-Lehrer lebte in New York und Connecticut. Todesursache sei eine bösartige Form von Hautkrebs mit Metastasen gewesen, sagte die Vizepräsidentin des Scribner-Verlags, Susan Moldow.
McCourts Bruder Malachy hatte erst vergangene Woche mitgeteilt, sein Bruder habe sich nach der Krebserkrankung eine Hirnhautentzündung zugezogen. "Er wird das wohl nicht überleben", sagte der Bruder am Donnerstag.
McCourt war seinen Angaben zufolge zunächst scheinbar erfolgreich gegen Hautkrebs behandelt worden. Vor zwei Wochen habe sich sein Zustand jedoch rapide verschlechtert. Er lag in einem Hospiz in New York, konnte kaum mehr hören und verlor sein Augenlicht.
Kind einer irischen Einwandererfamilie
Der irisch-amerikanische Autor war jahrzehntelang Englischlehrer gewesen. Erst im Ruhestand verarbeitete er seine schwere Jugend als Kind einer irischen Einwandererfamilie in dem autobiografischen Roman "Die Asche meiner Mutter". Das Buch wurde aus dem Stand mit mehr als sechs Millionen Exemplaren zu einem Weltbestseller und trug ihm 1997 den Pulitzer-Preis ein.
Am 19. August 1930 als erstes von sieben Kindern in New York geboren, waren McCourts Eltern während der amerikanischen Depression in die irische Heimat zurückgekehrt. Die Familie lebte unter elenden Bedingungen. Der Vater war alkoholkrank und versoff den kargen Lohn, die Mutter konnte die Kinder kaum ernähren, drei Geschwister starben.
Diese Erfahrungen hatte McCourt einfühlsam zu seiner Lebensgeschichte verarbeitet. Zwei spätere Bücher über seine Rückkehr nach New York ("Ein rundherum tolles Land", 1999) und seine Zeit als Englischlehrer ("Tag und Nacht und auch im Sommer, 2005) wurden ebenfalls Bestseller, fanden aber bei der Kritik weniger Anklang. (APA)