Die Ruhe nach dem Sturm

16. Juli 2009, 17:15
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Gestrandet auf der Bücher- und Theaterinsel in der Wilheringer Stiftsscheune: Shakespeares "Sturm"-Charaktere

Die Insel ist eine Scheibe, sandig und trostlos. Kurt Pints Bühne zeigt ein Eiland in Schräglage, auf dass Shakespeares Der Sturm darüber hinwegfegen möge. Nach tatsächlich heftigem Beginn, mit Szenen einer Havarie, verlegt man sich aber aufs ruhige Tempo.

Prospero (Guido Wachter) erzählt seiner Tochter Miranda (Nora Dirisamer) von der Intrige gegen ihn, den Regenten des Herzogtums Mailand, von ihrer beider Verbannung und dem Erreichen der rettenden Insel.

Derweil ist draußen am Meer ein Schiff mit Honoratioren gekentert, Prosperos weiße Magie hat sie in den Sturm geführt. Der dienstbare Luftgeist Ariel spinnt den Schicksalsfaden fort; Julia Ribbeck glänzt als zuweilen renitente Jeannie.

Von langer Zauberhand geplant, kommt es, wie es kommen muss: Die Gestrandeten, unter ihnen Prosperos intriganter Bruder Antonio (Harald Bodingbauer), gehen in die Falle. Rache ist angesagt. Mit dem Königssohn Ferdinand (Matthias Hacker) treibt Prospero jedoch ein sanfteres Spiel. Der Jüngling verliebt sich in Miranda. So weit, so gut. Doch die unterhaltsame Blödelei von Schiffskoch (Mathias Lenz) und -kellner (Markus Zeindlinger) gerät als Beiwerk allzu schwelgerisch. Und so findet man in Joachim Rathkes Regie erst allmählich den Fluss, hin zum versöhnlichen Ende. (wo, DER STANDARD/Printausgabe, 17.07.2009)

Link:
www.theaterspectacel.at

>> Wilhering, Stiftsscheune, 20:00 (17./18./21./22./23./25./28./29./31. 7. und 1./2. 8.)
Karten: 0699/10 976739 oder 0732/783238. bestellung@theaterspectacel.at

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    foto: herzenberger
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