Hahn findet sie "witzig"

16. Juli 2009, 12:49
87 Postings

Wiener VP-Chef verteidigt die Parteijugend, deren Kampagne nun auch um ein männliches Oben-ohne-Model erweitert wurde

Wien - Wiens ÖVP-Chef und Wissenschaftsminister Johannes Hahn hat am Donnerstag seine Parteijugend gegen den Vorwurf des Sexismus verteidigt. Wie dieStandard.at berichtete, hat die JVP eine Kampagne lanciert, bei der unter anderem eine junge Frau vor ihren mutmaßlichen nackten Oberkörper das Schild "24 h Verkehr am Wochenende" hält , um für einen durchgängigen Betrieb der U-Bahnen zu werben.

Augenzwinkern und Witz

"Ich stehe vor und hinter dieser Kampagne", unterstrich Hahn vor JournalistInnen. Zugleich hat die JVP eingelenkt und wirbt nun auch mit einem männlichen Modell mit nacktem Oberkörper.

Man müsse bei der Parteijugend und der Kampagne auch den Aspekt eines gewissen Augenzwinkerns akzeptieren, betonte Hahn. Für ihn sei mit der Werbeaktion jedenfalls keine Toleranzschwelle überschritten worden: "Ich finde, sie ist witzig." Wenn aus der Aufregung die sachlich notwendige Diskussion über einen 24-Stunden-Betrieb der U-Bahn am Wochenende entstanden sei, habe man das Ziel erreicht.

Männer-Model nachgeschoben

Nachdem die Werbekampagne der JVP bekanntgeworden war, hatten sich zahlreiche SPÖ-Politikerinnen, darunter auch Frauenstadträtin Sandra Frauenberger, über eine Diskriminierung von Frauen und vermeintlichen Sexismus beklagt. Ein Grund: Während das weibliche Modell, welches als Vorlage für Pappsteher diente, augenscheinlich hinter dem Werbeschild nackt zu sein schien, präsentierte sich ihr männliches Pendant im Muskelshirt. Die damalige Erklärung der JVP: Die Versuche mit eingeöltem Oberkörper hätten auf dem Foto einen "zu argen" Effekt gehabt.

Nun hat man jedoch nachgelegt und präsentiert auch den maskulinen Pappkameraden oben ohne. Zugleich erfreut sich die von JVP-Bundesobmann Sebastian Kurz eingerichtete Facebook-Gruppe zum Thema mit 2.000 Mitgliedern bereits großer Beliebtheit. (APA)

  • Junger Mann oben ohne - nach Aufregung um sexistische Einseitigkeit ist das wohl doch nicht "zu arg".
    foto: plakatsujet junge övp/facebook

    Junger Mann oben ohne - nach Aufregung um sexistische Einseitigkeit ist das wohl doch nicht "zu arg".

Share if you care.