EU-Sozialisten wollen Barroso erst nach Irland-Abstimmung wählen

16. Juli 2009 11:14

SPE-Vize Hannes Swoboda: "Es gibt noch zu viele Unsicherheiten"

Straßburg - Die Fraktion der Sozialisten im Europäischen Parlament ist gegen die Wiederwahl von EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso im September. Dies erklärte Hannes Swoboda, Vize-Fraktionschef der SPE, am Donnerstag in Straßburg gegenüber Journalisten. "Es ist zu früh für die Wahl. Es gibt noch zu viele Unsicherheiten", betonte Swoboda und nannte als Grund auch die rechtlich unklare Lage.

Zunächst müsse das Referendum in Irland über den Lissaboner Vertrag abgewartet werden. Dann werde man mehr Klarheit haben und wissen, ob dieser Vertrag in Kraft treten könne oder es "Nizza für immer" geben werde. Erst dann werde man auch wissen, wie viele Kommissare es geben werde. "Man kann ja auch nicht eine Regierung bilden, ohne zu wissen, wie viele Regierungsmitglieder es geben soll.

"Keine ausreichenden Antworten"

Vom Rat habe es hinsichtlich der rechtlichen Fragen keine ausreichenden Antworten gegeben, fügte Swoboda an. Sehr wohl seien im September Debatten im Parlament mit und über Barroso möglich. Zudem würden die Sozialisten Forderungen an Barroso stellen, so etwa wolle man den Posten des EU-Außenministers.

Barroso hatte erst am Mittwoch erneut eine rasche Entscheidung über seine Wiederwahl gefordert. Er sprach sich gegen ein Abwarten bis zum Inkrafttreten des Lissabonner Vertrages aus, da niemand wisse, wann der Vertrag in Kraft treten werde. Und auch angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise wäre es "unverständlich", wenn es Verzögerungen geben und die Kommission und das Europäische Parlament "alles zum Stillstand" bringen würden, erklärte Barroso. Natürlich werde er aber die Entscheidung des Europäischen Parlaments über den Zeitpunkt der Abstimmung respektieren, fügte er an. (APA)

 

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22.07.2009 10:47
Ich will den Barroso weder vor noch nach der Irlandabstimmung nicht.

futurezonez
21.07.2009 13:38
"alles zum Stillstand" bringen

eine interessante äußerung von barroso, sofern der komplette eu-apparat, inkl. 580 mio europäer, einzig und alleine von seiner(!) wiederwahl abhängig sein sollte.

byron sully
17.07.2009 00:00
noch besser wäre es,

barroso gar nicht zu wählen. aber ich fürchte, die SPE wird ihn leider brav mitwählen.

Christoph ************
17.07.2009 13:59

Wird sie wohl. Aber sie wird sich so ein Zustimmung teurer abkaufen lassen als jemals zuvor. Bei einer Art großen Koalition ist das eigentlich auch nur ganz normal.

Dreistein
 
16.07.2009 21:43
Zickzack Werner

Swoboda wird - wie immer - auch in dieser Frage umfallen. Hauptsache ist doch, dass seine Gage stimmt. Was kümmert ihn da noch das Wahlergebnis, das er eingefahren hat.

Karl Heiden
16.07.2009 15:04

Man wird von Barroso im Oktober nicht nur personelle Zugeständnisse ("Außenminister") sondern auch Kursänderungen inhaltlicher Art verlangen müssen. Immerhin gilt dann der Vertrag von Lissabon, der mit dem "freien Wettbewerb" als eines der Ziele der EU Schluss macht. Dem "Neoliberalen" Barroso wird dazu etwas einzufallen haben!

aiuto
16.07.2009 14:17
Barroso - ein aalglatter europäischer LACKAFFE, der nichts weiterbringt.

Der gute Barroso gehört doch ins europapolitische Ausgedinge. Wenn dieser Typ noch einmal zum Kommissionspräsidenten gewählt wird, dann passiert jahrlang wieder kein Fortschritt. --- Aber das wollen ja wahrscheinlich viele nationale Regierungen.
Deshalb sollte der Präsident dringendst vom Volk gewählt werden. Vielleicht kommt dann wieder eine visionäre Persönlichkeit wie Jacques Delores eine war, in diese Funktion.

byron sully
17.07.2009 00:01

so ist es.

Karl Heiden
16.07.2009 23:51
... "kein Fortschritt"

Dabei war der Typ (als Student) einmal ein Maoist, also für die "permanente Revolution"!

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