Serbisches Innenministerium will EU-Rechtsstaatsmission Beweise zustellen
Belgrad - Das serbische Innenministerium hat der kosovarischen Polizei die Verwicklung in eine Sprengstoffexplosion in der südserbischen Grenzstadt Presevo vorgeworfen, bei der am gestrigen Dienstag zwei Personen Verletzungen erlitten. Dasselbe gilt nach Angaben des Polizeidirektors Milorad Veljovic auch für einen Überfall auf einen Polizeistreifen bei Bujanovac, bei welchem in der vergangenen Woche zwei Ordnungshüter verwundet wurden. Sprengstoff und Waffen seien vom Kosovo nach Südserbien geschmuggelt worden, daran seien auch kosovarische Polizisten beteiligt gewesen, erklärte Veljovic unter Berufung auf Polizeiermittlungen.
Das serbische Innenministerium werde die Beweise auch der EU-Rechtsstaatsmission EULEX zustellen, sagte Veljovic. Nach seinen Worten würde es sich dabei auch um von der serbischen Polizei gemachte Aufnahmen handeln.
Waffenschmuggel
An der Grenze Serbiens zum Kosovo war am Dienstag ein lokaler Albaner wegen mutmaßlichen Waffenschmuggels festgenommen worden. Ob der Mann mit der Explosion in der Nacht auf Dienstag vor dem Wohnhaus, in dem acht Polizistenfamilien wohnen, auch direkt verbunden war, blieb zunächst unklar. Nach seinen Komplizen wird gemäß früheren Angaben der Polizei noch gefahndet.
Presevo, Bujanovac und Medvedja sind drei südserbische Gemeinden, dicht an der Grenze zum Kosovo, mit einem hohem Anteil an albanischer Bevölkerung. Lokale albanische bewaffnete Gruppen waren im Frühjahr 2001 bemüht, durch Angriffe auf serbische Sicherheitskräfte den Anschluss der Region an den Kosovo zu erkämpfen. Die Konfrontationen wurden durch ein Abkommen beendet, welches eine bessere Eingliederung der albanischen Bevölkerung in die Gesellschaft sowie die wirtschaftliche Entwicklung der Region sichern sollte. Acht Jahre später ist das Gebiet weiterhin eine der unterentwickeltsten Regionen Serbiens. (APA)