Pulsare im Apothekerschrank

15. Juli 2009, 19:10
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Baustein zur Hörstadt Linz: die kleine, aber feine Hörwelt Akustikon

Den Worten Taten folgen zu lassen, das fällt dem Komponisten und Linz-09-Musikchef Peter Androsch offenbar nicht schwer. Nach der Publikation des Akustischen Manifests gegen die Zwangsbeschallung im öffentlichen Raum und dem als Circus tourenden Musikzelt folgt nun ein weiterer Baustein zur Hörstadt Linz: die kleine, aber feine Hörwelt Akustikon.

Mittels Hörstationen werden akustische Täuschungen, die Schallreflexionen verschiedenster Materialien oder die Abstufungen des Hörverlust erlebbar. Zudem fangen Klangtrichter Alltagsgeräusche der näheren Umgebung ein, die mit Rohren bis ins Akustikon geleitet werden.

Die Prunkstücke des Hauses sind zwei Polyfone. Im Stil von alten Apothekerschränken gebaut, beherbergt das eine die Frequenzgeräusche von Pulsaren, die in 672 Schubladen zu entdecken sind; eine Hommage an Keplers Harmonices Mundi. Das zweite Polyfon widmet sich verbotenen Klänge, die aus politischen, ästhetischen oder religiösen Motiven zu ihrer Zeit unerwünscht waren. (wo / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.7.2009)

 

Akustikon, Linz, Pfarrgasse 13, 0664/815 39 89,   Do-Mo, 16-21.00

www.akustikon.at

 

  • Schallrohre für vorsichtige Ohren: Akustikon.
    foto: tollerian

    Schallrohre für vorsichtige Ohren: Akustikon.

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