Neues Öl aus alten Quellen

15. Juli 2009, 18:00
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Nur 35 bis 40 Prozent der weltweiten Ölvorkommen in bekannten Lagerstätten werden derzeit ausgebeutet - Mit neuen Methoden lassen sich diese Werte deutlich steigern

Eine Studie des US-Energieministeriums zeigt, dass in den mit klassischen Methoden bereits ausgebeuteten "reifen" Ölfeldern der westlichen Welt noch bis zu 200 Milliarden Barrel (ein Barrel entspricht 159 Litern) an Reserven schlummern, von denen sich mindestens 89 Milliarden nachträglich gewinnen lassen. Derzeit werden dafür unterschiedliche Methoden eingesetzt. Das Einpressen von Wasser und Gas zählt dazu, aber auch von Dampf, der nicht nur den Druck steigert, sondern auch die Zähflüssigkeit des Öls verringert. Alle diese Techniken sind effektiv aber auch anspruchsvoll und in Relation zur geförderten Ölmenge kostenintensiv. 

Versiegelter Untergrund

Eine effektive und kostengünstige Methode, um die Durchflussmenge in der bohrlochnahen Zone zu erhöhen, ist das Einbringen eines aus Wasser, Salzsäure und anderen Chemikalien bestehenden Schaums. Diese Variante beruht auf einer seit langem praktizierten Ölquellenreinigung, bei der Säure benutzt wird, um die in erdölhaltigen Sedimenten störenden Verunreinigungen wie Kalzium, Gips oder Bariumsulfate aufzulösen, die sonst den Durchfluss des Öls zum Bohrloch blockieren. Nach der Flutung wird die Lösung herausgepumpt und der Untergrund mit Wasser gereinigt. Setzt man hingegen den Schaum ein, werden jene Bereiche im Förderuntergrund versiegelt, die gar nicht gereinigt werden müssen, aber - wie anhand einer Computersimulation festgestellt werden konnte - große Mengen der Lösung schlucken. Die neue Methode führt zu einer deutlichen Steigerung der Ölproduktion.

  • Eine neue Schaumreinigung erhöht die Durchflussmenge und damit die Ausbeute von Ölquellen.
    foto: siemens

    Eine neue Schaumreinigung erhöht die Durchflussmenge und damit die Ausbeute von Ölquellen.

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