Iranische KonsumentInnen boykottieren Nokia

15. Juli 2009, 15:12
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    foto: apa/ap/heikki saukkomaa, lehtikuva

Nachfrage nach Produkten des finnischen Herstellers eingebrochen - Antwort auf die Zusammenarbeit mit dem Regime

Die Nachfrage nach Produkten des finnischen Mobiltelefonherstellers Nokia ist im Iran um mehr als die Hälfte eingebrochen. Laut einem Bericht des britischen Guardian haben zahlreiche KonsumentInnen zu einem Boykott von Nokia-Produkten aufgerufen. Der Hintergrund soll in der Zusammenarbeit des Konzerns mit dem Regime liegen.

Staatliche Kontrolle

Nokia Siemens Networks (NSN) hatte während der Unruhen nach den iranischen Präsidentschaftswahlen mit den Vorwürfen zu kämpfen, die staatliche Kontrolle der Telekommunikation zu ermöglichen und mit dem Regime zu kollaborieren. Nach den Protestaufrufen über Twitter und den Unterstützungskampagnen auf Facebook wurden die Unregelmäßigkeiten bei den Wahlen weltweit bekannt. Das Regimelegte daraufhin die Handynetze lahm und versuchte die InformantInnen von den Kommunikationskanälen fernzuhalten.

Veränderung

Ein weiterer Trend der sich derzeit abzeichnet, so der Guardian, ist, dass die AnlegerInnen ihre Ersparnisse von staatlichen Banken auf Konten privater Institute überweisen. In Zusammenhang mit den Kollaborationsvorwürfen erklärte NSN, dass das installierte System in zahlreichen installierten Systemen auf der ganzen Welt im Einsatz sein und keine spezielle Überwachung oder verstärkte Kontrolle im Iran dadurch möglich sei.

Großer Player

Nokia ist in den letzten Jahren zum beliebtesten Handyhersteller im Iran aufgestiegen, unter anderem auch durch den Bau eines eigenen Werks im Land. In Teheran sei der Absatz in den Märkten stark eingebrochen, seit die Kollaborations- und Überwachungsvorwürfe im Raum standen, zitiert Guardian einige ExpertInnen.(red)

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13 Postings
Gilgamesh
01
20.7.2009, 09:10

Sehr schön...

Genau SO sollte man mit Firmen umgehen, welche mit Diktaturen kooperieren.

Wir sollten von nun an Google nicht mehr als Suchmaschine verwenden, da Google mit der rotchinesischen Diktatur zusammenarbeitet...

Es liegt also auch an uns und das haben wir von den Iranern gelernt....

Ulukay ---
00
18.7.2009, 10:58
eine Schande

dass Nokia dafuer nur von iranischen Konsumenten boykottiert wird!

cHL
00
16.7.2009, 09:54
sehr schön...

...bin mir zwar nicht so ganz sicher ob nokia da wirklich große überwachungsfunktionalitäten implementiert hat, aber wie man von andrer stelle weiß triffts sicher nicht die falschen ;)

weiter so, bravo!!

Ava Tar
66
15.7.2009, 22:14
Kindergarten

1. Mobilfunknetz funktionierte einwandfrei - sagte der südafrikanische Betreiber http://www.irancell.ir/en/ (11 Mio. Handys im Iran) zu Reuters

2. Dieses Netz ist als einziges mit Ericsson und Nokia aufgebaut. Das ist teurer als die chinesische Huawei Technik, die vom ehemals staatlichen Telekomkonzern (quasi das iranische "A1") verwendet werden, aber Irancell will ja westliche Investoren, setzt also auf Qualität. Das einzige Netz mit Ericsson-Nokia-Technik war also NICHT blockiert

3. Die umstrittene Software ist Standard, ja sogar vorgeschriebene PFLICHT in westlichen Ländern
http://news.bbc.co.uk/2/hi/tech... 112550.stm

Ihr Konsumboykottkasperln da unten, glaubt's ihr der Iran hat westliche Überwachungstechnik die wir nicht haben ?

Roman Bichler
 
03
15.7.2009, 21:58
âlso ich muss sagen, diese iraner habens drauf !! hut ab !

:)

Frotzel
00
15.7.2009, 19:45
Das Geschen zeigt nur, dass Leute in Zusammenarbeit Konzerne und Regierungen zur Vernunft bringen können!

Erwin Wolfram
01
15.7.2009, 18:51

das nenn ich freien markt und demokratische einstellung!!! waere allerdings bei uns eher angebracht sich so zu verhalten, weil hier ja jeder erfragen kann was er wissen will. hoffe das passiert nicht erst wenn hier folter ueblich wird. da waere die eu dann wieder schnell mit einer monopolklage zur hand, die sich auf die spezifikationen die sie selbst machtvoll durchgesetzt haben beruft.

FloW ERlebnis
03
15.7.2009, 17:00
Was heißt da 'keine spezielle Überwachung'?


'...dass das installierte System in zahlreichen installierten Systemen auf der ganzen Welt im Einsatz sein und keine spezielle Überwachung oder verstärkte Kontrolle im Iran dadurch möglich sei.'

Ist die von unseren Mainstream Medien berichtete Kontrolle im Iran also überall so konzipiert?

Flosip
01
15.7.2009, 21:55

Ja....

Aber es ist Wurst: Denken wir mal an die Swift-Affäre....kaum Resonanz in den Medien....

Schwedenbåmbe
131
15.7.2009, 15:41

Super! Da sieht man, dass der Konsument doch Macht hat! Respekt, liebe Iraner!

ü-strichal
00
16.7.2009, 12:49

und iraninnen

. Diogenes
00
18.7.2009, 22:44
Und Konsumentinnen !

Schwedenbåmbe
00
16.7.2009, 13:14

Jössas, natuerlich! Und Iraninnen!

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