Nachfrage nach Produkten des finnischen Herstellers eingebrochen - Antwort auf die Zusammenarbeit mit dem Regime
Die Nachfrage nach Produkten des finnischen Mobiltelefonherstellers Nokia ist im Iran um mehr als die Hälfte eingebrochen. Laut einem Bericht des britischen Guardian haben zahlreiche KonsumentInnen zu einem Boykott von Nokia-Produkten aufgerufen. Der Hintergrund soll in der Zusammenarbeit des Konzerns mit dem Regime liegen.
Staatliche Kontrolle
Nokia Siemens Networks (NSN) hatte während der Unruhen nach den iranischen Präsidentschaftswahlen mit den Vorwürfen zu kämpfen, die staatliche Kontrolle der Telekommunikation zu ermöglichen und mit dem Regime zu kollaborieren. Nach den Protestaufrufen über Twitter und den Unterstützungskampagnen auf Facebook wurden die Unregelmäßigkeiten bei den Wahlen weltweit bekannt. Das Regimelegte daraufhin die Handynetze lahm und versuchte die InformantInnen von den Kommunikationskanälen fernzuhalten.
Veränderung
Ein weiterer Trend der sich derzeit abzeichnet, so der Guardian, ist, dass die AnlegerInnen ihre Ersparnisse von staatlichen Banken auf Konten privater Institute überweisen. In Zusammenhang mit den Kollaborationsvorwürfen erklärte NSN, dass das installierte System in zahlreichen installierten Systemen auf der ganzen Welt im Einsatz sein und keine spezielle Überwachung oder verstärkte Kontrolle im Iran dadurch möglich sei.
Großer Player
Nokia ist in den letzten Jahren zum beliebtesten Handyhersteller im Iran aufgestiegen, unter anderem auch durch den Bau eines eigenen Werks im Land. In Teheran sei der Absatz in den Märkten stark eingebrochen, seit die Kollaborations- und Überwachungsvorwürfe im Raum standen, zitiert Guardian einige ExpertInnen.(red)