Peru: Menschenopfer aus dem 15. Jahrhundert ausgegraben

15. Juli 2009, 18:04
Bild 1 von 2»
Dieses Bild darf aus Gründen von Copyrightbestimmungen nicht im Archiv angezeigt werden.
foto: apa/epa/oscar paz/andina agency

Lima - Ein Archäologenteam hat in der präkolumbischen Stadt Chan Chan das unversehrte Skelett einer Frau aus der Zeit der Chimú-Kultur ausgegraben. Das nationale Kulturinstitut Perus (INC) gab bekannt, dass die Frau im 15. Jahrhundert geopfert worden sei, damit sich jene oft mit Unwettern verbundene Wetterphänomene bessern, die wir heute als "El Nino" kennen - warum das Forschungsteam diesen Rückschluss gezogen hat, erläuterte das INC nicht.

weiter ›

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 102
1 2 3
social unrest
00
stricherl über stricherl... uiiii die wahrheit tut weh !

social unrest
81
16.7.2009, 18:18
"menschenopfer" = kranke phantasie christlicher archäologie

die amerikanischen ureinwohner sind natürlich alle menschenopferer gewesen....... freilich man braucht ja im nachhinein rechtfertigung für den völkermord an der amerikanischen urbevölkerung

Nick Tameer
20
16.7.2009, 23:51

(ich finde solche - noch dazu mit mäßigen Erfolgsaussichten - auf Stimmungsmache abzielenden rhetorischen Rundumschläge ein wenig öde- sie zeugen weniger von Radikalität als von, um es dezent auszudrücken, radikaler Phantasielosigkeit der Argumentation, die mir, wenn sie von links kommt, noch viel trostloser erscheint - vgl. Mt 5, 13 - als die von rechts, wo sie mir wesensgemäß erscheint)

A Voice
01
16.7.2009, 20:52
Sie sind

60 (ca) Jahre hintnach mit dem Glauben an die Ultrfriedlichen und weisen lateinamerikanischen Hochkulturen

Hümmgor II.
00
16.7.2009, 20:41

naja die regeln eienr gesesllschaft waren anderes geordnet zum beipiel ist morden nicht schlimm sondern dass wie... ein duell ist okay (wies bei uns ja auch früher war)
da es ja auf die gesellschaft draufankommt welchen bezog man zum tod hat...

Nick Tameer
00
19.7.2009, 11:23

Kommt sicher darauf an. Es gab auch mal eine Zeit, da hat jeder echte deutsche Mann mit dem Heldentod (knorke Sache, das!) geliebäugelt. Das kann man entspannt sehen: andere Zeiten, andere Sitten.

Die Bereitschaft, nicht alles nach der Messlatte der Kriterien der eigenen Kultur zu sehen, sollte nicht mit der Unfähigkeit einhergehen, ideologische Strukturen auch in fremden Kulturen zu erkennen. Es geht hier, davor sollte man nicht die Augen verschließen, unter anderem um recht brutale Klassenverhältnisse und deren Legitimierung durch grausige religiöse Vorstellungen und Rituale innerhalb der indigenen Gesellschaften.

Gilgamesh
00
21.7.2009, 14:19

Sorry aber geliebäugelt??

Eher billigend in Kauf genommen, aber absichtlich sind nur die Idioten gestorben die meinten sie hätten eine Ehre, welche man so beschämen kann, dass nur Selbstmord hilft....

Nick Tameer
00
22.7.2009, 23:27

Na ja, "liebäugeln" umfasst ja eine gewisse mangelnde Ernstlichkeit bzw. Konsequenz.

Nick Tameer
22
16.7.2009, 23:26

Es soll zwar freiwillige Opfer gegeben haben (WIE freiwillig wird sich kaum beurteilen lassen), aber ich halte dafür, dass die Mehrheit keinen besonders positiven Bezug zum Tod hatte.

Hümmgor II.
10
17.7.2009, 00:32

naja wenn man ein anderes verständnis von zeit hat dann ist der tot auch nur eine station.....
andere zeitalter andere sitten.... natürlich sollte kein lebewesen für etwas geopfert werden was nicht erfassbar ist ... :P und selbst wenn es erfassbar wäre so sollte trotzdem niemand geopfert werden.... wenn jemand den freitod wählt, so sollte es der person überlassen werden... ;) aber ich halte einen gesellschaftlichen zwang als heuchlerisch, ich halte eine verehrung des todes wie eine verdammung des todes für gleich dämlich....

Nick Tameer
01
16.7.2009, 20:30

Die waren sicher alle suuuperlieb.

Finanzflirt
03
16.7.2009, 17:47
Ich tippe auf Todesstrafe wegen Unzucht!

Also ein ähnliches Todesmotiv wie bei den germanischen Moorleichen. Scheint mir mehr plausibel als eine Besänftigung des Wettergottes. An den v.a. der gebildete Priesterstand wohl nicht ernsthaft geglaubt hat. Dafür, dass Priester nicht gläubig waren, finden sich Indizien in aller Welt. So plünderten ägyptische Priester bspw die wertvollen Grabesbeigaben in den Pyramiden. Religion war immer etwas fürs einfache Volk. Die Religion der höheren Kasten ist die Philosophie.

martial
00
16.7.2009, 21:28

Was für Indizien gibts denn dafür? Woher weiß man wer die Gräber ausgeräumt hat? Woher wollen sie wissen, ob Menschen und Priester früher geglaubt haben oder nicht? Sie nehmen vielleicht an dass es so war, weil es gut in unser religionskritisches europäisches Weltbild passt unseren Priestern Heuchelei vorzuwerfen, und diese Sicht projizieren sie auf die Vergangenheit zurück - reinste Spekulation.

Vor den Christen hat es kaum jemand für nötig gehalten seinen Glauben zu erklären oder seine Dogmen niederzuschreiben. Aus der Zeit vor den Römern und Griechen erst recht nicht, und die haben ihre Religion fast durchgehend sehr ernst genommen.

Finanzflirt
01
16.7.2009, 22:05
Frömmigkeit der Altväter

Also die ägyptische Priesterschaft erwähnte ich ja bereits, die nicht davor zurückscheute, die Schätze ihrer heiligen Stätten - Beigaben zu den Pharaonengräbern - zu plündern. Und die alten Griechen höhnten der Frömmigkeit. Da gab es die olympischen Götter, welche die Welt nicht geschaffen sondern nur erobert haben und die einer nichtsnutzigen, launischen, eitlen, streitsüchtigen Aristokratie gliechen. Ihre Priester wurden dann auch nur wenig geschätzt. Wenig überzeugend auch die sektiererischen Orphiker. Diverse Heroenkulte mündeten in Dieseitsorientierung. Bei den indischen Ariern entwickelte sich in Ablehnung der Kriegsökonomie atheistische Religiosität und in China gar blanke Verachtung von Frömmigkeit als niedere Lebensform.

martial
01
17.7.2009, 00:06

Woher wissen sie, das ägyptische Priester (!) ihre eigenen heiligen Stätten geplündert haben? Das in früherer Zeit und nicht erst in den letzten paar Jahrhunderten Gräber und Tempel geplündert wurden stimmt schon, aber wer das genau war weiß niemand.
Was sie persönlich für "fromm" oder "überzeugend" halten ist auch absolut irrelevant, da sie von unserer christlichen Sichtweise aus gesehen natürlich nicht nachvollziehen können was Menschen vor mehreren Tausend Jahren als solches betrachtet haben.
Den Osten kann ich nicht kommentieren, für die Antike gibt es ein paar Schriftquellen die belegen dass es sehr Gläubige und natürlich auch skeptische Menschen gab, ihre Aussagen sind so aber vereinfachend und spekulativ.

Nick Tameer
00
16.7.2009, 23:56

Die alten Griechen höhnten der Frömmigkeit? Also bitte, die haben immerhin den seinerseits nicht unfrommen (welchem Gott schuldete er noch einen Hahn?) Sokrates wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt!

Mormoloc
00
17.7.2009, 09:53
„O Kriton, wir schulden dem Asklepios einen Hahn"

Nick Tameer
00
17.7.2009, 18:29

Bingo!

Nick Tameer
10
16.7.2009, 20:34

Ich dagegen tippe auf Todesstrafe wegen Bilanzmanipulation und betrügerischem Bankrott in Tateinheit mit Untreue. Erst später begann man das als eine Art Flirt zu verstehen.

sekundäre imperfektivierung
10
21.7.2009, 21:07

zur "Tateinheit", lieber Nick, sind Sie aus Deutschland oder schauen Sie zuviel ZDF?

Nick Tameer
00
22.7.2009, 23:43

Yep, D.

Der Ausdruck ist tatsächlich irgendwie recht preußisch-zackig, erheischt schnarrende Sprechweise und bekäme durch österreichischem Akzent eine etwas unglaubwürdige Note.

Wie lautet der gleichbedeutende Austriazismus? Ich hoffe, er hat eher einen etwas zickigen Klang und ist gesättigt von kakanischer-bürokratischer Umständlichkeit.

sekundäre imperfektivierung
00
28.7.2009, 21:45

Ich erinnere dunkel, dass es gleich ein ganz anderes strafrechtliches Konzept gibt, mit einer Übersetzung in einen zickigen Austriazismus wäre es also nicht getan. Das schließt natürlich keineswegs aus, dass gleich das ganze Konzept gesättigt von kakanisch-bürokratischer Umständlichkeit ist.

Standardluder
12
16.7.2009, 16:52
Damals brachten die Cleriker die unliebsamen Menschen über Opfergaben um - Heute beuten sie die Opfer aus!

Das haben die Illusionisten auf der ganzen Welt gemeinsam - kein Gott braucht Geld, aber alle Prediger sammeln es für ihre Güöter.

hurchzua
113
16.7.2009, 17:41
Die schlimmeren Menschenopfer haben Atheisten

wie Stalin, Mao und Pol Pot gebracht- und alles unter dem Denkmantel des "Guten".


Religionen wie Christentum, Judentum und Islam haben dagegen erst den Wert des Menschen und die Achtung auch vor dem Fremden gelehrt. In seinem ursprünglichen Zustand ist der Mensch eine Bestie.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 102
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.