19-Jähriger scheucht Medienbranche auf

15. Juli 2009, 20:34
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Redakteurs-Team um Michael van Poppel sammelt und verbreitet Breaking News schneller als Mainstream-Medien

Während Twitter für die einen ein Sammelsurium uninteressanten Getratsches ist, stellt der Microblog für andere den schnellsten Weg dar, sich über aktuelle Ereignisse auf der ganzen Welt zu informieren. Ein 19-jähriger Niederländer hat es nun mit seinem Twitter-Account, über den er und sein Team Breaking News aus unterschiedlichen Quellen verbreitet, zum neuen Star der Web-Community geschafft. Im nächsten Monat will er eine Push-News-Anwendung für das iPhone veröffentlichen.

Video mit Bin Laden-Statement

Michael van Poppel hat Breaking News Online bereits im September 2007 gegründet, berichtet readwriteweb.com. Medien wurden auf ihn aufmerksam, als er vor allen anderen in Besitz eines Videos mit einem Statement von Osama Bin Laden gelangte und es an Reuters verkaufte. Ironischerweise wurde das Video zuvor von mehreren Medien, darunter auch CNN, abgelehnt, bevor van Poppel den Deal mit Reuters abschließen könnte. Bereits drei Tage später wurde er von Inside Cable News interviewt.

800.000 Follower

Für Breaking News Online arbeiten mittlerweile Redakteure in den USA, Irland und Mexiko. Die News werden von verschiedenen Quellen gesammelt und über unterschiedliche Kanäle weiterverbreitet. Vor allem mit dem Twitter-Account sorgt BNO mit seinen über 800.000 Followern für Aufsehen. Neben Twitter werden die Breaking News auch über RSS-Feed, E-Mail und FriendFeed verbreitet. In Kürze soll auch eine iPhone-Applikation dazukommen, die Nutzer über Neuigkeiten mittels Push Notification benachrichtigt. Die App selbst soll 1,99 US-Dollar kosten, für den Service wollen die Betreiber 99 Cent pro Monat verlangen.

News-Aggregator

Breaking News Online sei vor allem deshalb so erfolgreich, meinen Beobachter, da das Team gut einschätzen könne, welche Nachrichten das Prädikat "Breaking News" tatsächlich verdienen, und weil es extrem schnell arbeite. Allerdings sei BNO eben vor allem ein News-Aggregator, der Nachrichten von anderen Medien und Agenturen sammle. Es ist daher zu bezweifeln, dass die Produzenten der News tatenlos zusehen werden, wenn BNO mit fremden Inhalten Geld macht. Laut van Poppel will man in Zukunft auch verstärkt auf eigene Berichte setzen.

BNO beweist jedenfalls, dass Twitter weitaus mehr sein kann als inhaltsleere Gefühlbekundungen der User, wie es dem Service von Kritikern vorgeworfen wird. Die Geschichte von van Poppel erinnert stark an die des jungen Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Es wäre nicht weiter verwunderlich, wenn Zuckerberg im Club der jüngsten Milliardäre bald neue Gesellschaft bekommt. (red)

  • Nächsten Monat will BNO eine iPhone-App veröffentlichen.
    screenshot: readwriteweb.com

    Nächsten Monat will BNO eine iPhone-App veröffentlichen.

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